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Stärkere finanzielle Anreize für den Anbau heimischer Körnerleguminosen erforderlich

Körnerleguminosen droht in Deutschland ein existentieller Rückgang der Anbaubedeutung. Und dies, obwohl in der EU noch ein erhebliches Defizit zwischen Produktion und Verbrauch von Eiweißfuttermitteln besteht und die ackerbaulichen Vorteile von Futtererbsen, Ackerbohnen und Lupinen allgemein bekannt sind. 2005 wurden lediglich nur noch 165.700 Hektar angebaut und ein weiterer Rückgang zeichnet sich bereits ab. Da durch diese Entwicklung auch die letzten Züchtungsprogramme für diese Kulturen gefährdet sind, fordert die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) in einem Positionspapier stärkere finanzielle Anreize für den Anbau von Körnerleguminosen in Deutschland. Die bisherigen Prämienregelungen sind aus Sicht der UFOP nicht ausreichend, um den negativen Trend aufzuhalten. Notwendig sei aus Sicht der UFOP eine verstärkte Förderung in den Bereichen Züchtung, Anbau sowie Verarbeitung und Vermarktung.

Die UFOP appelliert in ihrer Erklärung nicht nur an die Politik und die Marktbeteiligten auf Seiten des Handels und der Futtermittelindustrie, sondern auch an die Erzeuger selbst. Obwohl bekannt, würden die Vorteile der Körnerleguminosen viel zu wenig genutzt, um die Pflanzenproduktion zu optimieren. Stattdessen sei eine weitere Verengung der Fruchtfolgen festzustellen, wobei der Anbau von Winterweizen immer größere Flächenareale in Anspruch nähme. Ein Vergleich zeigt das Ungleichgewicht: alleine der Zuwachs im Weizenanbau von 2003 auf 2004 ist größer als der gesamte Futtererbsenanbau.

Die Steigerung der Attraktivität der Erzeugung von Körnerleguminosen setzt voraus, dass die Erzeugerpreise zukünftig den Wert dieser Kulturen in der Wertschöpfungskette ausreichend repräsentieren. Die einheimischen Körnerleguminosen Futtererbsen, Ackerbohnen und Süßlupinen sind in der Lage, über ihre eigentliche pflanzliche Erzeugung hinaus für die Gesellschaft sowie die Umwelt erwünschte Leistungen zu erbringen. Dazu zählen die Verminderung der Importabhängigkeit in der Proteinversorgung ebenso wie die Erhöhung der Biodiversität im Kulturpflanzenspektrum und die Verminderung der Resistenzproblematik bei Krankheiten und Ungräsern im Rahmen des Pflanzenschutzes.

Die UFOP erwartet sich durch ihre Initiative, dass in den kommenden Monaten insbesondere die Anbauberatung auf regionaler Ebene verstärkt das Thema Körnerleguminosen aufgreifen wird. Daneben wäre es aus Sicht der UFOP wünschenswert, wenn auf politischer Ebene eine Diskussion über die Position dieser Kulturen im Rahmen der Agrarumweltprogramme angestoßen werden könnte.

Das vollständige Positionspapier der UFOP zur Förderung heimischer Körnerleguminosen steht hier zur Verfügung.