UFOP weist auf steigende Nachfrage hin
Berlin, 4. September 2006 – Die niederschlagsreiche Witterung der vergangenen Wochen hat dazu geführt, dass viele Rapsschläge noch nicht bestellt werden konnten. Der optimale Aussaatzeitpunkt ist zwar überschritten, aber je nach Anbaugebiet kann noch bis zum 10. bis 15. September Raps ausgesät werden. Das sind Erfahrungswerte aus den Anbaugebieten, in denen häufiger Raps zu späteren Saatzeiten wegen spät räumenden Vorfrüchten oder auch wegen vergleichbaren Witterungssituationen wie in diesem Jahr angebaut wird. Bei diesen Aussaatterminen ist das Anbaurisiko zwar höher, aber eine angepasste Sortenwahl und abgestimmte ackerbauliche Maßnahmen machen den Anbau heute sicherer als in früheren Zeiten.
Angesichts der guten Preissituation und Nachfrage kann die Aussaat von Winterraps in den kommenden Tagen noch erfolgen.
Darauf muss jetzt geachtet werden:
Bei den jetzt noch anstehenden Aussaaten müssen Sorten verwendet werden, die frohwüchsig sind und die ein gutes Regenerationsvermögen und ein gutes Kompensationsvermögen haben.
Die Saatstärken sind jetzt anzuheben, denn die einzelnen Pflanzen entwickeln sich nicht mehr so kräftig wie bei früherer Aussaat. Sie sollten beim Hybridraps zwischen 50 bis 60 keimfähigen Körnern/m2 (günstige Bedingungen für den Feldaufgang bis ungünstige Bedingungen für den Feldaufgang) liegen. Bei Liniensorten sollten 60 bis 80 keimfähige Körner/m2 ausgesät werden.
Alle anbautechnischen Maßnahmen sind jetzt darauf auszurichten, das Wachstum und die Jugendentwicklung des Rapses so gut wie möglich zu fördern. Dem Raps steht weniger Zeit bis zum Vegetationsende im Dezember zur Verfügung, und die muss er so gut wie möglich nutzen können!
Das beginnt mit der Beizung. Das Saatgut sollte zusätzlich mit den Wirkstoffen Dimethomorph (DMM) oder Metalaxyl behandelt sein. Sie haben nicht nur eine Wirkung gegen den Falschen Mehltau, der bei späteren Saatzeiten besonders unerwünscht ist, sondern sie haben auch eine wachstumsfördernde Wirkung auf die jungen Keimpflanzen, die gezielt genutzt wird.
Trotz der fortgeschrittenen Zeit sollte auch jetzt der Raps nicht in ein nasses Saatbett gesät werden. Sollte sich in den nächsten Tagen eine Zeitspanne mit trockener Witterung abzeichnen, so ist es sinnvoll, mit der Aussaat ein bis zwei Tage länger zu warten, um in ein möglichst abgetrocknetes Saatbett zu drillen.
Für einen schnellen und gleichmäßigen Feldaufgang, und vor allem für eine gute Wurzelentwicklung und für eine schnelle Entwicklung der Bestände im Herbst, ist die Bestellung nach Pflugfurche bei den späten Saatterminen besser als die Mulchsaat.
Der Raps sollte jetzt direkt nach der Aussaat eine Stickstoffgabe von 30 bis 50 kg/ha erhalten, um die zügige Jugendentwicklung zur fördern. Bei der Unkrautbekämpfung ist unbedingt auf eine gute Verträglichkeit der Herbizide für den Raps zu achten, damit er beim Wachstum nicht durch Herbizide ins Stocken gerät. Mittelwahl und Aufwandmenge sollten auf einen optimalen Bekämpfungserfolg ausgerichtet sein, so das der Raps nicht unter eine Konkurrenz von Unkräutern und Ungräsern gerät. Das kostet wertvolle Kraft und Zeit, die er besser für die eigene Bestandesentwicklung nutzen muss.
Obwohl sich der spät gesäte Raps im Herbst nicht so üppig entwickelt und nicht zum Überwachsen neigt, hat sich auch bei den Spätsaaten die Herbstbehandlung mit Fungiziden mit wachstumsregulierender Wirkung mit den Wirkstoffen Metconazol oder Tebuconazol bewährt.
Angesichts der hohen Niederschläge und der feuchten Böden sind die Vorraussetzungen gegeben, dass es zu stärkerem Schneckenbefall kommen kann. Daher sollte sicherheitshalber und rechtzeitig an eine Randbehandlung mit Molluskiziden gedacht werden. Grobklutige Lehmkuppen sollten ebenfalls vorrausschauend beobachtet werden.