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Deutschlands Landwirte führend beim nachhaltigen Rapsanbau

Berlin, 23. April 2007

Raps blüht in diesem Jahr auf einer Rekordfläche von über 1,5 Millionen Hektar. Daraus werden nach der Ernte im Juli ca. 2,5 Mio. Tonnen Rapsöl gewonnen, das als hochwertiges Speiseöl und als Biokraftstoff seinen Weg zu den Verbrauchern finden wird. Die Nachfrage nach Rapsspeiseöl, Biodiesel und Rapsölkraftstoff ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Die Ausdehnung der Rapsanbaufläche wird von Skeptikern, die den Anbau in Monokultur und einen übermäßigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln vermuten, jedoch auch kritisch betrachtet. Um sachliche Aufklärung bemüht sich derzeit die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP), die gemeinsam mit dem Nahrungsmittelkonzern Unilever umfangreiche Nachhaltigkeitskriterien für den Winterrapsanbau entwickelt hat. Damit sind die deutschen Landwirte weltweit führend beim nachhaltigen Rapsanbau.

Monokultur ist beim Raps sozusagen von Natur aus ausgeschlossen. Heimischer Raps wird in drei- bis vierjährigen Fruchtfolgen nachhaltig produziert. Wenn es um die Düngung von Raps geht, kommt High-Tech zum Einsatz. Die Bemessung der Düngergaben erfolgt nach den Ergebnissen von Bodenuntersuchungen oder Pflanzenanalysen. Pflanzenschutzmaßnahmen werden nicht pauschal durchgeführt, sondern richten sich nach dem Prinzip der Schadensschwelle. Das bedeutet, Unkraut darf beispielsweise wachsen, bis der Schaden, den es anrichtet, den Rapsertrag wirtschaftlich beeinträchtigt. Aber auch eine gewisse Menge an Unkraut kann einen Nutzen für den Landwirt haben. So gibt es eine ganze Reihe von Nützlingen, die sich im Unkraut wohl fühlen und von dort aus Pflanzenschädlingen "auf den Pelz" rücken.

Der Anbau von Raps in einer Fruchtfolge mit anderen Pflanzen hat für die nachfolgenden Kulturen erhebliche Vorteile, denn Raps hinterlässt einen Boden mit hohem Vorfruchtwert. 11 Monate wächst der Winterraps von der Aussaat bis zur Ernte. Selbst nach der Ernte verbleibt noch ein Teil des Strohs auf den Feldern, was die Bodenabtragung minimiert und zugleich dem Humusaufbau dient. Im Winter sind es vor allem die Wurzeln des Rapses, die die Erosion des Bodens verhindern. Gleichzeitig verbessern sie die Bodenstruktur. Denn der Raps bildet sehr lange Pfahlwurzeln aus, die tief in den Boden reichen, ihn auflockern und durchlüften. Der Fachmann spricht von Bodengare. Die ist im Fall von Raps so gut, dass der Pflug in der Scheune bleiben kann. Den Landwirt und die Folgepflanzen freut's. Wie man am Ertrag erkennt. Er fällt bis zu 10 Prozent höher aus.

Der Anbau von Raps nähert sich mit 1,5 Mio. Hektar in Deutschland bald einer natürlichen Anbaugrenze. Experten gehen für das Jahr 2010 von 1,8 Mio. Hektar aus, die unter Berücksichtigung der Fruchtfolgeansprüche wirtschaftlich erfolgreich und nachhaltig mit Brassica napus, so sein botanischer Name, bewirtschaftet werden können.