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Ergebnisse der UFOP-Studie zum Winterrapsanbau zur Ernte 2008

Rapsanbau behauptet mit 1,4 Mio. Hektar hohen Stellenwert im Ackerbau

Hannover, 13. November 2007 – Bereits seit mehreren Jahren präsentiert die UFOP Anfang November eine Prognose der Anbauflächen von Winterraps zur Ernte des darauf folgenden Jahres. Aufgrund der schlechten Aussaatbedingungen und der veränderten Rahmenbedingungen werden in diesem Jahr die Ergebnisse mit besonderer Spannung erwartet. Die UFOP hat daher die im September und Oktober 2007 durchgeführte Befragung um weitere Kriterien zur Beurteilung der Anpassungsreaktionen der Rapsanbauer verstärkt und mit dem Ziel verlässlicherer Regionalergebnisse auf 4.940 Interviews erhöht.

Dieser Service der UFOP erlaubt frühzeitig eine sehr exakte Schätzung der Winterrapsanbaufläche des folgenden Erntejahres sowohl auf Bundesebene als auch für die einzelnen Bundesländer. Die UFOP-Rapsflächen-Studie ist von allen Marktpartnern der Agrar- und Ernährungswirtschaft anerkannt und wird für Markteinschätzung, Kalkulationen und als Grundlage für Investitionen genutzt.

Auch zur Ernte 2008 hat der Winterrapsanbau bei den deutschen Landwirten – ausgehend von der bislang größten Anbaufläche zur Ernte 2007 – seinen hohen Stellenwert im Ackerbau behauptet. Selbst vor dem Hintergrund der Hausse auf den Märkten für Getreide und Mais bietet der Raps sehr gute Marktperspektiven und unterstreicht seine Rolle als führende Blattfrucht in der Fruchtfolge mit seinem hohen Vorfruchtwert.

Auf Grundlage der aktuellen Befragung schätzt das von der UFOP beauftragte Marktforschungsinstitut Produkt + Markt die Winterrapsanbaufläche zur Ernte 2008 auf 1.404.252 ha. Es ergibt sich gegenüber der Ernte 2007 eine Verringerung der Anbaufläche für Winterraps von bundesweit 8,5 % oder 129.648 ha. Damit liegt der Rapsanbau zur Ernte 2008 auf einem zur Ernte 2006 vergleichbaren Flächenniveau.

Der Flächenrückgang beim Winterraps zur Ernte 2008 war von vielen Marktbeteiligten gegenüber 2007 als deutlich höher erwartet worden, vor allem aufgrund des starken Preisanstiegs für Weizen und den schlechten Wetterbedingungen zum Aussaatzeitpunkt. Mit einer Anbaufläche von 1,4 Mio. ha zeigt sich jedoch zum wiederholten Mal, dass einerseits der Anbau von Winterraps ein stabiler Faktor im deutschen Ackerbau ist und andererseits leistungsfähige, spätsaatverträgliche Winterrapssorten eine hohe Flexibilität bei der Aussaat gewährleisten.

Die absolute Anzahl der Rapsanbauer hat sich nur leicht (-3,3 %) vermindert. Die Verringerung der Anbauflächen für Winterraps resultiert im Wesentlichen aus der geringeren durchschnittlichen Rapsanbaufläche pro Betrieb. Nach ackerbaulichen betriebsinternen Gründen (56 %) wurde als wichtigster Grund für die Verkleinerung der Winterrapsfläche von den Befragten mit 11 % das schlechte Wetter genannt, wegen dem die Aussaat nicht oder nur eingeschränkt möglich war. Erst mit großem Abstand wurden als weitere Gründe höhere Preise anderer Kulturen (6 %), der Wegfall der obligatorischen Flächenstilllegung (4 %) und höhere Preise von Weizen (3 %) aufgeführt.

Als Gründe für die Vergrößerung der Winterrapsfläche nannten die Anbauer in der Befragung zunächst ebenfalls ackerbauliche betriebsinterne Gründe (63 %) sowie höhere gute Rapspreise (11 %), den Wegfall der obligatorischen Flächenstillegung (7 %), Zufriedenheit mit dem Rapsertrag 2007 (6 %) und Umstellung des Betriebes/Betriebsvergrößerung (4 %).

Bei Betrachtung der Regionen ist in den Bundesländern Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz/Saarland mit +1,4 % (1.038 ha). bzw. +1,9 % (839 ha) eine geringe Flächenausdehnung zu verzeichnen.

Eine deutliche Verringerung der Rapsanbaufläche ist in Niedersachen mit -20,0 % (30.102 ha), in Nordrhein-Westfalen mit -19,9 % (15.067 ha), in Brandenburg mit -11,9 % (15.755 ha) und in Schleswig-Holstein mit -11,8 % (14.189 ha) festzustellen. Weitere Rapsanbaugebiete weisen einen weniger stark ausgeprägten Rückgang der Anbaufläche auf, wie z.B. Bayern mit -3,7 % (6.372 ha), Thüringen mit -2 % (2.478 ha) und Hessen mit ebenfalls -2 % (1.302 ha). In Mecklenburg-Vorpommern beträgt der Flächenrückgang -9 % (22.927 ha), in Sachsen-Anhalt -9,2 % (16.672 ha) und in Sachsen -4,7 % (6.660 ha).

Im Ranking der Bundesländer nach Anbauflächen führt Mecklenburg-Vorpommern mit ca. 233.000 ha nach wie vor deutlich vor Bayern und Sachsen-Anhalt mit je rund 165.000 ha Winterrapsanbau. Es folgen Sachsen mit ca. 135.000 ha, Thüringen mit ca. 122.000 ha und Niedersachsen mit 120.000 ha. Dann kommen Brandenburg mit rund 116.000 ha und Schleswig-Holstein mit 107.000 ha. Die Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinlandpfalz/Saarland folgen mit jeweils deutlich unter 100.000 ha Winterrapsanbaufläche.

Gemessen an der gesamten Ackerfläche in Höhe von 11,9 Mio. ha hat der Raps einen Anteil von 11,8 % gegenüber 12,9 % zur Ernte 2007. In Mecklenburg-Vorpommern ist der Rapsanteil an der Ackerfläche mit 21,3 % am höchsten. In allen anderen Bundesländern liegt der Anteil unter 20 %, in Baden-Württemberg, Bayern, Niedersachsen sowie Nordrhein-Westfalen sogar unter 10 %. Aus der Analyse der regionalen Ergebnisse sollten Maßnahmen zur Steigerung der für die Marktversorgung dringend benötigten Rapsproduktion abgeleitet werden.

In der UFOP-Rapsflächen-Studie werden sowohl Daten zum Gesamtanbau erhoben, als auch Daten zu einzelnen Marktsegmenten. Betrachtet man die Entwicklung des Winterrapsanbaus als Energiepflanze, ist eine zum Vorjahr veränderte Situation zu beobachten. Nachdem zur Ernte 2007 bundesweit 249.410 ha Winterraps mit Energiepflanzenprämie angebaut wurden, liegt die in der aktuellen Studie zur Ernte 2008 ermittelte Fläche mit 119.922 ha nur bei rund 50 % des Vorjahres. Der wichtigste Grund hierfür dürfte in der Kürzung der Energiepflanzenprämie um rund ein Drittel aufgrund der Überschreitung der EU-weiten Höchstfläche zur Ernte 2007 zu sehen sein. Bislang haben lediglich 13 % der Rapsanbauer Verträge für Raps mit Energiepflanzen-Prämie abgeschlossen oder beabsichtigen dieses zu tun. 74 % der Rapsanbauer haben oder werden keine diesbezüglichen Verträge schließen und 13 % der Anbauer sind noch unentschlossen. Über 70 % des Gesamtanbauumfangs an Winterraps als Energiepflanze liegen zur Ernte 2008 in den neuen Bundesländern.

Bezogen auf den Rapsanbau in Deutschland insgesamt sind Vorkontrakte mit Abnehmern, die eine Preisregelung enthalten, bisher von 32 % der rapsanbauenden Betriebe abgeschlossen worden oder sind in der Planung. Der Schwerpunkt der Vertragsabschlüsse liegt klar in den neuen Bundesländern. 54 % der Rapsanbauer haben oder werden diese Art von Kontrakten nicht abschließen und 14 % sind noch unentschlossen. Die kontrahierte Rapsmenge liegt im Mittel der Betriebe bei 267 t.

Die Aussetzung der obligatorischen Flächenstilllegung zur Herbstaussaat 2007 und Frühjahrsaussaat 2008 ist den Landwirten flächendeckend bekannt, 95 % der befragten Landwirte sind sich dieser neuen Situation im Ackerbau bewusst. Die knappe Mehrheit der Landwirte (53 %) will nach eigenem Bekunden nicht von der Möglichkeit Gebrauch machen, auch weiterhin freiwillig Flächen stillzulegen, 40 % der Landwirte werden freiwillig  einen Teil ihrer Fläche stilllegen und 7 % der Landwirte sind noch unentschlossen. Auf den durch den Wegfall der obligatorischen Flächenstilllegung zur Ernte 2008 „freiwerdenden“ Flächen werden vor allem Mais für Futterzwecke, Winterraps und Getreide (vor allem Winterweizen) angebaut. Ungefähr die Hälfte der Landwirte (49 %) plant jedoch keine Änderung der Flächennutzung auf dem eigenen Betrieb durch den Wegfall der obligatorischen Flächenstilllegung. Damit hat sich die von UFOP in den Verhandlungen auf EU-Ebene vertretene Ansicht bestätigt, dass die deutschen Landwirte trotz eines leichten Anbaurückgangs auch ohne das Vehikel NaWaRo-Verträge auf der Stilllegung den Rapsanbau in der Fruchtfolge behalten und ihre Chancen in den wachsenden Ölmärkten nutzten werden.

Die Grafik "Winterrapsfläche gesamt - UFOP-Prognose zur Ernte 2008" und die "UFOP-Studie zum Winterrapsanbau zur Ernte 2008" steht Ihnen hier als Download zur Verfügung.

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