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Land- und Forstwirtschaft EU-weit von der Biokraftstoffbesteuerung ausnehmen

Mit dem Ziel die regionale Wertschöpfung zu stärken und zugleich die Abhängigkeit von der Mineralölindustrie bei der Vermarktung von Biokraftstoffen zu verringern, muss EU-weit die Land- und Forstwirtschaft von einer Besteuerung von Biokraftstoffen ausgenommen werden. Dies forderte der Vorsitzende der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP), Dr. Klaus Kliem, anlässlich der Internationalen Fachmesse Agritechnica in Hannover.

Die Land- und Forstwirtschaft sei geradezu prädestiniert für die Verwendung von Biokraftstoffen, ob in Form von Biodiesel oder Pflanzenölkraftstoff, begründete der UFOP-Vorsitzende seine Forderung.

Mit der Verwendung von Biodiesel oder Pflanzenölkraftstoff in der Land- und Forstwirtschaft würde EU-weit ein Marktsegment zur Sicherung der Reinkraftstoffvermarktung geschaffen und zugleich der Landmaschinenindustrie ein bedeutendes Absatzpotenzial für die erforderliche Motorentechnologie signalisiert. Heute seien praktisch bereits alle Neumaschinen für die Verwendung von Biodiesel freigegeben, erläuterte Dr. Kliem. Der UFOP-Vorsitzende begrüßte, dass anlässlich der Agritechnica die Hersteller DEUTZ und FENDT erstmals für den Betrieb mit Rapsölkraftstoff freigegebene Schlepper vorstellen. Aus motortechnischer Sicht seien demzufolge der EU-weite Marktzugang für Biodiesel und Rapsölkraftstoff geschaffen worden. Dem Anwender stünden somit drei Kraftstoffe zur Auswahl.

Dr. Kliem bekräftigte seine Forderung mit dem Hinweis darauf, dass mit Biodiesel und Pflanzenölkraftstoff

-       ein Beitrag zum vorbeugenden Umweltschutz in umweltsensiblen Gebieten geleistet werde;

-       die Verwendung steuerbefreiter Biokraftstoffe in der Land- und Forstwirtschaft einen Beitrag zur Kostensenkung leiste,

-       sich regional Wertschöpfungskreisläufe entwickeln können und damit auch Kleinanlagen eine Chance haben,

-       die Verwendung von Biokraftstoffen in der Landwirtschaft auch einen beachtlichen Beitrag zur Ökobilanzverbesserung von Biokraftstoffen leiste.

Diese Strategie könne zugleich Vorbild sein für die Markteinführung in anderen Regionen dieser Welt. Als Beispiel nannte der UFOP-Vorsitzende das enorme land- und forstwirtschaftliche Potenzial der ehemaligen GUS-Staaten. Mit der Markteinführung von Biodiesel oder Pflanzenölkraftstoff sei es möglich, in den Regionen eine bis heute nicht immer zu gewährleistende Kraftstoffversorgung sicher zu stellen. Für die heimische Land- und Anlagentechnik eröffne sich hierdurch ein enormes Absatzpotenzial.