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UFOP-Fachkommission „Tierernährung“ legt besonderes Augenmerk auf die Qualität von Rapsextraktionsschrot und Rapskuchen


Niedrige Glucosinolatgehalte als Voraussetzung für einen steigenden Einsatz von Rapsfuttermitteln

Berlin, den 12. Dezember 2007 - Anlässlich der diesjährigen Sitzung der Fachkommission „Tierernährung“ der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) betonte das Expertengremium die herausragende Bedeutung niedriger Gehalte an Glucosinolaten in Rapsextraktionsschrot und Rapskuchen für einen erfolgreichen Einsatz dieser Futtermittel in der Nutztierfütterung.

Damit bekannten sich die Mitglieder dieses UFOP-Gremiums nachdrücklich zu den Empfehlungen zur Sicherung einer hohen und stabilen Qualität von Rapsextraktionsschrot und Rapskuchen, die bereits im Jahr 2003 anlässlich des 11. Internationalen Rapskongresses in Kopenhagen wie folgt erarbeitet worden sind:

Empfehlung 1:

Es sollten die folgenden Höchstwerte für den Gesamtglucosinolatgehalt in Handelspartien von Rapssamen gelten

a.            < 18 µmol je g Samen entsprechend dem gegenwärtigen Qualitätsstandard in Europa,

b.            < 15 µmol je g Samen als für Europa erwünschtes Qualitätsziel,

c.             < 12 µmol je g Samen als gegenwärtiger Qualitätsstandard in Kanada;

d.             <   8 µmol je g Samen als Qualitätsziel für die zukünftige weltweite Entwicklung.

Empfehlung 2:

Die Ölmühlen sollten den Glucosinolatgehalt der bei ihnen angelieferten Rapssaat ermitteln.

Empfehlung 3:

Die Ölmühlen sollten aufgefordert werden, die Qualität des ausgelieferten Rapsschrotes/Rapskuchens zu deklarieren hinsichtlich:

des Glucosinolatgehalts im ausgelieferten Schrot/Kuchen im Vergleich zum mittleren Glucosinolatgehalt der verarbeiteten Rapssaat,
der Proteinqualität und
des Energiegehalts.

Empfehlung 4:

Die Mischfutter-Unternehmen sollten aufgefordert werden, die Nützlichkeit einer Verwendung von Rapsschrot zur Erreichung eines hohen Qualitätsstandards in ihren Futtermittelmischungen herauszustellen.

Hintergrund der Schwerpunktdiskussion in der Sitzung der UFOP-Fütterungsexperten war die auch weiterhin steigend prognostizierte Rapssaatverarbeitung in deutschen Ölmühlen. Während in der Vergangenheit Rapsextraktionsschrot in der deutschen Nutztierfütterung insbesondere beim Wiederkäuer erfolgreich und in großen Mengen eingesetzt wurde, kann die notwendige erhebliche Ausdehnung der Absatzmenge kurzfristig im Wesentlichen nur im Schweinefutter erreicht werden. Gerade der Einsatz von Rapsextraktionsschrot und Rapskuchen in der Schweinefütterung stellt jedoch hohe Anforderungen an die Qualität sowohl bei der praecaecalen Verdaulichkeit der Aminosäuren als auch beim niedrigen Gehalt an antinutritiven Inhaltsstoffen. So ist der Glucosinolatgehalt der Rapsfuttermittel zweifelsfrei limitierender Faktor für die Einsatzmenge. Insofern kommt der Sicherstellung niedriger Glucosinolatgehalte eine Schlüsselstellung zu und dieser sollte deshalb auch künftig als besonderes Qualitätskriterium von der Rapszüchtung berücksichtigt werden.

Redaktionskontakt:     
Dr. Manuela Specht
UFOP e. V.
Tel.: 0 30/31 90 4-298
E-Mail: m.specht@ufop.de