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Treffen der Weltölsaatenproduzenten in Berlin

UFOP setzt sich für weltweit nachhaltige Produktion ein
 
Heute beginnt in Berlin die zweitägige Jahrestagung des International Oilseed Producers Dialogue – kurz IOPD. Die Vorstände der wichtigsten Erzeugerorganisationen für Soja aus Nord- und Südamerika, für Palmöl aus Malaysia sowie für Raps aus Kanada und ganz Europa sind der Einladung der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) gefolgt. Die UFOP ist als Interessenvertretung der deutschen Ölsaatenerzeuger Gastgeber des diesjährigen Zusammentreffens.

Ziel der IOPD-Tagung ist es insbesondere, die Grundlagen für eine weltweit nachhaltige Produktion von Ölsaaten festzulegen. Wird dieses Ziel erreicht, hat dies positive Auswirkungen auf alle Einsatzgebiete von Pflanzenölen und Ölschroten. Besondere Bedeutung hat diese Thematik in den vergangenen Monaten in erster Linie durch den weltweiten Boom der Biokraftstoffnutzung erlangt. In einer äußerst kritisch geführten öffentlichen Diskussion wurde den Biokraftstoffen ihr Beitrag zur Verminderung der Treibhausgase aberkannt. Gleichzeit wurden sie fälschlicherweise pauschal für die Zerstörung der Regenwälder und den weltweiten Anstieg der Rohstoffpreise im Allgemeinen und der Getreidepreise im Besonderen verantwortlich gemacht. Zwischenzeitlich hat sich diese Verurteilung der Biokraftstoffe in weiten Teilen relativiert. Dazu hat insbesondere die Tatsache beigetragen, dass von der weltweiten Getreide- und Ölsaatenproduktion nur ein sehr geringer Anteil energetisch genutzt wird. Von der Weltgetreideproduktion in Höhe von 2,1 Mrd. t wurden im vergangenen Jahr beispielsweise lediglich 3,5 % für die Ethanolproduktion verwendet. Bei Sojabohnen liegt der weltweite Anteil, der in die Produktion von Biodiesel fließt, bei 1 %. Bei Raps sind es 9 % der Ernte weltweit, die für Biodiesel benötigt werden.

Da die internationale Nachfrage nach Pflanzenölen und Ölschroten durch einen wachsenden Bedarf in allen Verwendungsbereichen stetig steigt, kommt der umwelt- und sozialverträglichen landwirtschaftlichen Produktion eine immer größer werdende Bedeutung zu.

Die IOPD-Tagung wird daher von den Teilnehmern genutzt, um die nationalen und internationalen Ansätze für die Erarbeitung von Kriterien, Zertifizierungssystemen und Prüfungsmöglichkeiten für eine weltweit nachhaltige Ölsaatenerzeugung zu erörtern und zu bewerten. Die Ergebnisse dieses Dialogs werden im Anschluss von den Erzeugerorganisationen in die jeweiligen nationalen und internationalen Zertifizierungsprozesse eingebracht.

Neben dem zentralen Thema Nachhaltigkeit stehen weitere Punkte auf der Tagungsordung der IOPD-Tagung, die für die Ölsaatenproduzenten von erheblicher Bedeutung sind. Dazu zählt neben der Einschätzung der weltweiten Angebots- und Verbrauchsentwicklung auch ein Blick auf die weltweite GVO-Situation und die damit verbundenen Konsequenzen für den internationalen Handel. Ein weiterer Schwerpunkt befasst sich mit den unterschiedlichen ökonomischen Produktionsbedingungen in den verschiedenen Erzeugerregionen. Ölsaaten und Pflanzenöle werden letztlich auf einem globalen Markt gehandelt, dem sich alle Produzenten stellen müssen. Daher bekennt sich der IOPD als internationaler Produzenten-Dialog auch zu einem baldigen Abschluss der WTO-Verhandlungen, um allen Erzeugern eine Teilhabe an der weltweiten Nachfrageentwicklung zu ermöglichen.