Berlin, 15. Mai 2009 – Im Rahmen eines Fachgesprächs diskutierten Vertreter der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) und der französischen Partnerorganisation Fédération Francaise des Producteurs d’Oléagineux et de Protéagineux (FOP) den aktuellen und zukünftigen Handlungsbedarf bezüglich der förderpolitischen und erstmals auch den motortechnischen Anforderungen für den zukünftigen Marktzugang von Biodiesel.
Nach einem intensiven Austausch über die Anforderungen, die Biokraftstoffe im Zusammenhang mit der Erneuerbaren-Energien-Richtlinie betreffen, stellte Dr. Norbert Heim, Geschäftsführer der UFOP, den von der Bundesregierung bei der EU-Kommission zur Notifizierung eingereichten Entwurf der Nachhaltigkeitsverordnung für die Verstromung von pflanzlichen Ölen vor. Diese entspricht inhaltlich im Wesentlichen dem Entwurf einer Nachhaltigkeitsverordnung für Biomasse zur Biokraftstoffverwendung. Der Geschäftsführer der FOP, Philippe Dusser, betonte in seinem Kommentar die Verwunderung über die Regelungstiefe mit der Deutschland die Richtlinie umsetzt.
In einem weiteren Schwerpunkt befasste sich der Expertenkreis mit den deutschen und französischen Strategien zur Markteinführung von Biodiesel und insbesondere mit der Weiterentwicklung einer Anforderungsnorm für Dieselkraftstoff, um die Markteinführung von B10 zu ermöglichen. Die Teilnehmer waren sich einig darin, dass die nationalen Verbandsinitiativen baldmöglichst in eine europäische Regelung und Markteinführung einmünden müssen, um baldmöglichst auch die gespannte Vermarktungssituation der europäischen Biodieselbranche zu entlasten. UFOP und FOP stimmten überein, dass, basierend auf B7, die weitere Markteinführung von B10 unter Berücksichtigung der motortechnischen und emissionsrechtlichen Anforderungen für Fahrzeuge entwickelt werden muss. Deshalb und aufgrund der in der EU führenden Rolle Deutschlands und Frankreichs bei der Biodieselproduktion und -vermarktung, streben die Organisationen zukünftig eine engere und kontinuierliche Zusammenarbeit an. Der erste Workshop ist der Beginn dieser intensivierten Zusammenarbeit, die zukünftig weitere europäische Verbände wie die European Oilseed Association, COPA/COGECA und das European Biodiesel Board einschließen soll.