Berlin, 27. August 2009 – Aktuell starten Verdauungsversuche an Mastschweinen zur Charakterisierung eines neuartigen Rapsfuttermittels unter Leitung von Dr. Wolfgang Hackl, Agrar- und Umweltwissenschaftlichen Fakultät der Universität Rostock, in Zusammenarbeit mit dem Institut für Tierproduktion der Landesforschungsanstalt Mecklenburg-Vorpommern sowie der Pilot Pflanzenöltechnologie Magdeburg e.V. Die Untersuchungen werden von der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) gefördert.
Der Glucosinolatgehalt in Rapsextraktionsschrot kann durch ein von der Firma ÖHMI Engineering GmbH Magdeburg entwickeltes spezielles ethanolisches Behandlungsverfahren unter 2 Millimol je Kilogramm Originalsubstanz abgesenkt werden. Durch diese Behandlung kommt es weiterhin zu einer Änderung der Nährstoffzusammensetzung des Schrotes. In dem aktuellen Vorhaben sollen mögliche Auswirkungen der ethanolischen Behandlung auf die Nährstoffverdaulichkeit und den energetischen Futterwert des neuartigen Rapsfuttermittels im Vergleich zu handelsüblichem Rapsextraktionsschrot für die Tierart Schwein untersucht werden. Dazu werden jeweils zwei unterschiedliche Konzentrationen des unbehandelten und behandelten Rapsextraktionsschrotes im Differenzversuch mit Weizen vergleichend geprüft. Zur umfassenden Charakterisierung des Futterwertes der ethanolisch behandelten Rapsextraktionsschrote wird neben einer Weender Futtermittelanalyse und einer Bestimmung von Stärke und Zucker auch eine Aminosäurenanalyse mit einbezogen.
Rapsextraktionsschrot als Nebenprodukt der Rapsölgewinnung wird in der Monogastridenfütterung auf Grund des relativ hohen Proteingehaltes und der guten Proteinqualität immer häufiger eingesetzt. Glucosinolate, die vor dem Jahr 1986/87 in alten Rapssorten in hohen Konzentrationen vorhanden waren, sind in modernen Doppel-Null-Qualitätssorten lediglich nur noch in geringen Mengen vorhanden. Eine Eliminierung der Glucosinolate konnte züchterisch bislang nicht erreicht werden.