Unnötige Verunsicherung durch TV-Beitrag
In der Sendung „auto mobil“ des Senders VOX wurde am 1. November 2009 über Laboruntersuchungen im Zusammenhang mit Beimischungen von Biodiesel zu Diesel berichtet. Bei diesen Laboruntersuchungen wurde die mutagene Wirkung von Motorabgasen auf Mikroorganismen untersucht. Obwohl reiner Biodiesel und auch Diesel keine Unterschiede bei diesen Untersuchungen aufwiesen, konnte bei einer Beimischung von 20 Prozent Biodiesel zu konventionellem Diesel ein Anstieg des mutagenen Potenzials festgestellt werden. Bei Mischungen unter und über 20 Prozent liegen die Unterschiede deutlich niedriger bzw. sind nicht messbar.
Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) befürchtet, dass die Berichterstattung zu einer Verunsicherung bei Autofahrern führen könnte, da bereits heute konventioneller Diesel eine 7-prozentige Biodieselbeimischung (B7) enthält. Aus diesem Grund hat die UFOP bei den Wissenschaftlern, die für die im Beitrag gezeigten Untersuchungen verantwortlich sind, um eine Erläuterung der Ergebnisse gebeten. Prof. Jürgen Krahl von der Hochschule Coburg, Prof. Dr.-Ing. Axel Munack vom Institut für Agrartechnologie und Biosystemtechnik des von Thünen-Instituts (vTI) in Braunschweig und Prof. Dr. Jürgen Bünger vom Forschungsinstitut für Arbeitsmedizin der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung, Institut der Ruhr-Universität Bochum, wiesen in ihrer Stellungnahme darauf hin, dass nach heutigem Kenntnisstand für B7 kein signifikanter Anstieg der Mutagenität anzunehmen sei. Eigene und fremde Arbeiten würden eindeutig ein nicht lineares Verhalten über dem Mischungsbereich von B0 bis B100 mit einem Maximum bei ca. B20 und einem danach folgenden Abfall zeigen. Von B7 geht demnach ebenso wie von reinem Biodiesel keine zusätzliche gesundheitliche Belastung aus.
Die UFOP geht davon aus, dass durch weitere Untersuchungen die genauen Ursachen für den bei B20 festgestellten, unerwarteten Anstieg ermittelt und technologische Lösungen für dessen Behebung gefunden werden, bevor solche B20 Beimischungen in der Praxis umgesetzt werden.