Stand- und Entwicklungspotenzial – Eine internationale Bestandsaufnahme
Die Biodieselproduktion hat in den vergangenen Jahren einen erheblichen Aufschwung insbesondere in der Europäischen Union genommen. Von 1996 bis 2002 wurde die Biodieselproduktionskapazität mit insgesamt 2 Mio. Tonnen vervierfacht. Ein weiterer stetiger Ausbau der Produktionskapazität ist auf Grund der Initiative der EU-Kommmission zur Förderung von Biokraftstoffen und der hiermit einhergehenden nationalen Änderungen im Mineralölsteuerrecht zu erwarten. Ebenfalls sind die EU-Beitrittskandidaten gefordert, die entsprechende EU-Regelung in nationales Recht umzusetzen. Handlungsdruck entsteht durch die im Aktionsplan der EU-Kommission festgelegten Mindestmengenziele, die ab dem Jahr 2005 von 2% schrittweise bis zum Jahr 2010 auf 5,75 % Markanteil für Biokraftstoffe gesteigert werden sollen. Für die Landwirtschaft als Rohstoffproduzent ergeben sich hieraus neue Produktions- und Absatzalternativen, die insbesondere für die Beitrittsländer von großer Bedeutung sein werden.
Bezüglich der Vermarktung ist zu unterscheiden zwischen Mitgliedstaaten, die Biodiesel als Beimischung zu herkömmlichem Dieselkraftstoff und Mitgliedstaaten (Deutschland und Österreich), die Biodiesel pur vermarkten. Biodiesel ist in den zuletzt genannten Ländern bei den Verbrauchern ein allgemein bekanntes Gattungsprodukt.
Die Rohstoffversorgung ist der begrenzende Faktor für die Weiterentwicklung der Biodieselwirtschaft. Auf Grund der gegebenen Produktionsmöglichkeiten ist nicht zu erwarten, dass mehr als 10 % des Dieselkraftstoffverbrauches durch Biodiesel ersetzt werden können.