Die UFOP-Praxisinformationen stellen die Ergebnisse der von der UFOP geförderten Projektvorhaben vor. In praxisgerechter Form werden konkrete Empfehlungen zur Fütterungspraxis gegeben. Sämtliche Praxisinformationen finden Sie hier online oder komplett als Download
Glycerin wird seit einigen Jahren zunehmend als Futtermittel angeboten. Ursächlich dafür ist eine ansteigende Produktion von Biodiesel hauptsächlich aus Raps, bei der Glycerin als Nebenprodukt anfällt. Da der Einsatz von Glycerin als Komponente in Futterrationen noch vergleichsweise neu ist und auf dem Futtermittelmarkt angebotene Partien sich qualitativ erheblich unterscheiden, soll nachfolgend der Futterwert von Glycerin näher beschrieben werden.
Die Ölgewinnung aus der Rapssaat erfolgt durch Extraktion mit Lösungsmittel oder mechanische Abpressung. Bei der Extraktion in Ölmühlen fällt als Futtermittel Rapsextraktionsschrot (RES) an, das nur noch wenig Restfett enthält. Demgegenüber enthält Rapskuchen noch einen beachtlichen, je nach Abpressung sehr unterschiedlichen Fettgehalt von etwa 12 - 18 %. Die deutsche Jahresproduktion an Rapsextraktionsschrot wird für das Jahr 2009 auf 4,4 Mio. t und die von Rapskuchen auf 0,5 - 0,6 Mio. t geschätzt. An der Gesamtmenge der in Deutschland als Futtermittel verwendeten Ölkuchen und -schrote ist RES mit 35 % beteiligt.
Rapskuchen fällt als Nebenerzeugnis bei der Rapsölgewinnung durch mechanisches Abpressen der Rapssaat in dezentralen Ölmühlen an. Je nach Abpressgrad besitzt Rapskuchen noch mehr oder weniger hohe Restölgehalte. Die früher verwendete Bezeichnung Rapsexpeller ist heute nicht mehr gebräuchlich.
Die gegenwärtig in Deutschland knapp 400 dezentralen Ölmühlen produzieren bei unterstellt 50% Auslastung Rapskuchen in Mengen von mehr als 300.000 t pro Jahr (Remmele 2010). Die Auslastung und damit die Menge an Rapsölkraftstoff und Rapskuchen würde marktabhängig bei hohem Dieselpreis und niedrigem Preis der Rohware Rapssaat steigen. Von jeder Tonne verarbeitete Rapssaat bleiben 0,7 bis 0,8 t Rapskuchen übrig. Für das Einzugsgebiet einer dezentralen Rapsölpresse in der entsprechenden Region ist deshalb die Verwertung dieses Futtermittels überaus bedeutsam.
Hohe Eiweißfutterpreise stellen Landwirte auch vor die Frage, selbst erzeugte Körnerleguminosen zu verfüttern. Fehlende Silos, schlechte Witterungsbedingungen bei der Ernte, ein vorhandener Futtermischwagen und hohe Trocknungskosten führen verstärkt zu Überlegungen der Feuchtkörnerleguminosenkonservierung.
In einem früheren UFOP-Projekt wurde in sieben Praxisbetrieben der Einsatz von 5% Rapsextraktionsschrot (RES) in der Anfangs- und 10% in der Endmastmischung geprüft. Sowohl in der Mastleistung als auch in der Schlachtkörperqualität wurden keine Unterschiede zur jeweiligen Kontrollgruppe mit Sojaextraktionsschrot als alleiniger Proteinkomponente festgestellt. RES hat sich somit auch unter Praxisbedingungen als vollwertige Proteinkomponente im Schweinefutter bewährt.
Seit mittlerweile sieben Jahren stellt die Positivliste für Einzelfuttermittel in der Landwirtschaft und der gesamten Futtermittelwirtschaft eine anerkannte Sammlung von Rohstoffen dar. In der neuen Auflage der Positivliste (http://www.futtermittel.net/) wurden nun die Anforderungen an die Futtermittelkomponente Glycerin ergänzt, wie der Deutsche Bauernverband (DBV) mitteilte.
Rapsextraktionsschrot (RES) fällt als Nebenerzeugnis bei der Rapsölgewinnung durch Extraktion der Rapssaat in Ölmühlen an. Das Futtermittel enthält nur noch wenig Restfett. Die deutsche Jahresproduktion an Rapsextraktionsschrot wird für das Jahr 2005 auf 3,2 Mio. t geschätzt. Mehr Informationen über Rapsextraktionsschrot in der Schweinefütterung finden Sie in der aktuellen UFOP-Praxisinformation.
In dieser UFOP-Praxisinformation wird zunächst der Einsatz heimischer Körnerleguminosen in der Milchviehfütterung dargestellt. Im zweiten Teil der Broschüre wird ein Überblick über die unterschiedlichen im ökologischen Landbau nutzbaren Behandlungsverfahren und deren Einfluss auf den Proteinschutz von Körnerleguminosen gegeben sowie die Preiswürdigkeit von Ackerbohnen, Erbsen und Lupinen betrachtet.
Das bestehende Verfütterungsverbot für die meisten tierischen Eiweißfuttermittel sowie die Diskussionen über gentechnisch veränderte Pflanzen hat das Interesse für heimische Eiweißfuttermittel neu geweckt. Insbesondere die Körnerleguminosen Erbsen, Ackerbohnen und Lupinen finden - auch unter dem Gesichtspunkt der Regionalisierung in der landwirtschaftlichen Erzeugung - zunehmend Beachtung. Dies macht sich auch in der Ausdehnung der Anbauflächen bemerkbar. In der vorliegenden UFOP-Praxisinformation wird ein Überblick über Inhaltsstoffe, Futterwert und Einsatzmöglichkeiten der Erbse in der Nutztierfütterung gegeben. Hierbei wurden insbesondere die Ergebnisse von Fütterungsversuchen der letzten zehn Jahre berücksichtigt.
Ackerbohnen können als Protein- und Stärketräger an alle landwirtschaftlichen Nutztiere verfüttert werden. Die Blütenfarbe liefert wichtige Informationen zur gezielten Wahl von Ackerbohnen für einzelne Nutzungsrichtungen. Buntblühende Sorten gelten als widerstandfähiger gegen bodenbürtige Pflanzenkrankheiten – sie unterstützen auf natürliche Weise den Pflanzenschutz. In der Tierernährung empfehlen sie sich aufgrund höherer Beständigkeit im Pansenstoffwechsel bevorzugt für Wiederkäuer. In der Ernährung von Geflügel und Schwein muss das bekannte Defizit von Ackerbohnen an der Aminosäure Methionin beachtet werden. Bei diesen Tierarten bringen weißblühende Sorten aufgrund höherer Verdaulichkeit Vorteile. Diese Gesichtspunkte sollten beim Anbau und beim Einsatz in der Nutztierernährung stärker als bisher beachtet werden.
Lupinen sind ein wertvolles Futtermittel in der Ernährung landwirtschaftlicher Nutztiere und können die Futterbasis ökologisch und konventionell wirtschaftender Betriebe erweitern. Von besonderem Interesse ist der hohe Rohproteingehalt, der zwar niedriger liegt als bei Sojaextraktionsschrot aber höher als bei allen anderen heimischen Körnerleguminosen. Einsatzbeschränkungen ergeben sich aus den Gehalten an sekundären Inhaltsstoffen wie insbesondere Alkaloiden und Nicht-Stärke-Polysacchariden in der Fütterung der Monogastrier. Bei der Verfütterung sollten ausschließlich Süßlupinen mit niedrigem Alkaloidgehalt eingesetzt werden. Die Ergänzung der Futterration mit Aminosäuren (Methionin!) ist in der Regel notwendig. Geeignete Behandlungsverfahren können die Verwertung weiter verbessern.
Der Zuchtfortschritt bei der 00-Rapssaat und der erheblich erweiterte Kenntnisstand zum Proteinwert des Rapsextraktionsschrotes erlauben den gezielten Einsatz dieses Futtermittels in der Milchviehfütterung und in der Bullenmast. Unter Beachtung des unterschiedlichen Niveaus der Energie- und Proteingehalte kann Rapsextraktionsschrot Sojaextraktionsschrot vollständig ersetzen. Für den erfolgreichen Einsatz von Rapsextraktionsschrot sollten folgende Punkte beachtet werden:
Beim Einkauf als Einzelkomponente auf die Deklaration von Rohprotein und Rohfett achten.
Beim Einkauf im Mischfutter Werte für nXP und RNB beachten.
Rationsplanung auf Basis der aktuellen Futterwerte vornehmen.
Energie- und nXP-Versorgung nach Empfehlung ausrichten.
Gleitende Futterumstellungen und hohe Konstanz in der Fütterung gewährleisten.
Erfolg im Stall durch Fütterungs-Controlling nachhalten.
Unter Beachtung der aufgezeigten Grundsätze kann durch die Fütterung von Rapsextraktionsschrot die Proteinversorgung der Tiere kostengünstig mit heimischen Futtermitteln gewährleistet werden.