Gewinnung von Methanol aus Biomasse

Expertise des Zentrums für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg

Im Auftrag der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V., UFOP

Eine signifikante Reduzierung der CO 2-Emissionen im Verkehr ist langfristig nur durch die Einführung regenerativer Kraftstoffe möglich. Die Richtlinie der Europäischen Kommission zu Kraftstoffen hat zum Ziel bis zum Jahr 2010 einen Anteil von 5,75 % regenerativ bereitzustellen. Bis 2020 soll der Anteil regenerativer Kraftstoffe auf über 8 % steigen. Die Biodieselbranche kann auf eine positive Entwicklung in den vergangenen Jahren zurückblicken. Durch die Änderung des Mineralölsteuergesetzes, wonach seit dem 01.01.2004 auch Kraftstoffmischungen in Höhe des Biokraftstoff-Anteils steuerbefreit sind, ist der Vertriebsweg über eine Zumischung zu Dieselkraftstoff (bis 5 Vol.% Rapsmethylester, RME) freigegeben. Die Herstellung von Biodiesel erfolgt in Deutschland hauptsächlich durch Umesterung von Rapsöl mit Methanol zu RME. Dieses Methanol wird bislang aus fossilen Energieträgern gewonnen. Trotz des fossilen Methanolanteils wird Biodiesel vom Gesetzgeber vollständig als regenerativer Kraftstoff eingestuft. Es ist damit zu rechnen, dass die Herkunft des Methanols vom Gesetzgeber neu bewertet wird und eine vollständige Steuerbefreiung eventuell nur mit Biomethanol möglich sein wird. Eine Teilbesteuerung hätte eine Verschlechterung der Wettbewerbsituation des Biodiesels auf dem Kraftstoffmarkt zur Folge.

Im Rahmen der vorliegenden Expertise wird der Stand der Technik der Methanolsynthese aus Biomasse evaluiert. Ferner wird eine Bestandsaufnahme der Vergasungstechnologien im Hinblick auf eine Konversion des erzeugten Produktgases zu Methanol durchgeführt, potentielle Anbieter am Markt identifiziert sowie Effizienz und Wirtschaftlichkeit analysiert.