UFOP-Perspektivforum 2017: Herausforderungen der Klimaschutzpolitik für den Rapsanbau als „Leitkultur” in der Bioökonomie

19.09.2017, 09:30 – 17:00 Uhr | Mariott-Hotel, Leipzig

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Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) setzt mit einem Perspektivforum zu den Herausforderungen der Klimaschutzpolitik am 19. September 2017 in Leipzig die Reihe von Fachtagungen fort, die seit einigen Jahren im Zusammenhang mit der Mitgliederversammlung des Verbandes durchgeführt werden. 2016, im Jahr der Hülsenfrüchte, stand die Perspektive des Körnerleguminosenanbaus im Umfeld des Greenings im Rahmen der EU-Agrarpolitik und der nationalen Eiweißpflanzenstrategie im Fokus der Beratungen.
Das UFOP-Perspektivforum 2017 befasst sich mit den Herausforderungen der nationalen Klimaschutzverpflichtungen für den Acker- bzw. Rapsanbau.

Die gerade erst verschärfte Düngeverordnung ist mit der dazu gehörigen Verordnung zur Stoffstrombilanz als eine zentrale Maßnahme für den Klimaschutz im Klimaschutzaktionsplan 2020 vorgesehen. Ziele sind die Reduzierung der Stickstoffüberschüsse und der hiermit einhergehende Rückgang an Klimagas-Emissionen für die Produktion der N-Dünger und der Verluste bei der Bestandsführung (u.a. Lachgas).

Der Raps bzw. Fruchtfolgesysteme mit Raps sind das Beispiel in der Bioökonomie, im Wege einer nachhaltigen Intensivierung sowohl die produktionstechnische Optimierung zu bewerkstelligen, als auch die vielfältige Verwendung der Rapsernte und deren Produkte weiter zu entwickeln. Raps ist nicht nur die wichtigste und nachhaltig zertifizierte Rohstoffquelle für die Biokraftstoffproduktion, sondern auch die mit Abstand wichtigste heimische, gentechnikfreie Eiweißquelle. Heimischer Raps reduziert in erheblichem Maße Sojaimporte.

Bei Biodiesel aus Raps stellt sich stellvertretend für die landwirtschaftliche Produktion  die Frage, welche Systemgrenzen für eine sachgerechte Bewertung der Treibhausgas- Minderung zu berücksichtigen sind, zumal die Diskussion Fahrt aufnimmt, analoge Nachhaltigkeitsanforderungen auch auf andere Produktbereiche anzuwenden.

Deutschland hat sich 2015 als einziger EU-Staat für die Einführung der Treibhausgas- Minderungspflicht entschieden. Im Ergebnis entstand ein Wettbewerb um die möglichst kosten- und damit auch rohstoffeffizienteste Biokraftstoffoption für die Erfüllung der Quote. Dieser Wettbewerb hat alle Stufen der Warenkette erreicht, bis auf die landwirtschaftliche Produktion. Durch dieses, für Agrarrohstoffe einzigartige Wettbewerbsumfeld der verschieden Rohstoffherkünfte sind verschiedene Fragestellungen aufgeworfen worden:

  • Muss die Berechnungsmethodik der Treibhausgas-Minderung angepasst werden, um die Wettbewerbsfähigkeit des Rapsanbaus sicherzustellen?
  • Sind die durch die Stickstoffdüngung verursachten Lachgas-Emissionen sachgerecht berücksichtigt?
  • Welche Optimierungs- möglichkeiten bieten Fruchtfolgegestaltung und Bestandsführung, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren?

Dabei geht es nicht nur um Biodiesel aus Rapsöl, sondern auch um den grundsätzlichen Beitrag des Sektors Landwirtschaft zur Erfüllung der Klimaschutzziele. Bis 2030 soll der Treibhausgas-Ausstoß gegenüber 1990 über alle Sektoren um etwa 55 Prozent vermindert werden. Dies ist eine enorme Herausforderung!

Wie passt also der Rapsanbau zukünftig in eine Klimaschutzstrategie hinein, die durch Themen wie die Treibhausgas-Minderungsverpflichtung, Vermeidung von Stickstoff-Überschüssen im Rahmen der Düngeverordnung, Lachgas-Emissionen und anderen Schlagwörtern geprägt ist?

Im Rahmen des Perspektivforums sollen diese Fragen und Themen am Beispiel aktueller Projektvorhaben und unter Darstellung der ordnungsrechtlichen Rahmenbedingungen erläutert und im Sinne einer Perspektiventwicklung diskutiert werden.

Das Perspektivforum richtet sich an Experten und Vertreter aus Forschung und Wissenschaft, des Bundes und der Länder, aber auch an die Verbände der Agrarwirtschaft und ausdrücklich an die landwirtschaftliche Praxis selbst. Die vielfältige Zusammensetzung der Teilnehmer macht auch die Qualität der Diskussion aus. Die UFOP erwartet erneut eine spannende Diskussion in Leipzig.

Die nachfolgende Programmübersicht gibt Ihnen einen Überblick über die Themenfelder, die am 19. September 2017 diskutiert werden und stellt Ihnen die Referenten des Forums vor.

Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Hinweis: Die Teilnahme ist kostenlos, allerdings die Teilnehmerzahl begrenzt.


Eine Anmeldung ist möglich unter: bit.ly/perspektivforum2017

Anmeldeschluss: 8. September 2017

Den Programmflyer können Sie hier herunterladen: Download

Veranstaltungsort:
Leipzig Marriott Hotel (Link)                                                         
Am Hallischen Tor 1                                                              
04109 Leipzig

Datum und Zeit:
19.09.2017
09:30 – 17:00 Uhr


Programm UFOP-Perspektivforum 2017

Beginn 09:30 Uhr (Registrierung ab 08:30 Uhr)

Themenschwerpunkt am Vormittag:
Rahmenbedingungen und Strategien für nachhaltige Wertschöpfungsketten

Moderation: Prof. Dr. Henning Kage,
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Leiter Abteilung Acker- und Pflanzenbau

»» 9:30 – 10:00 Uhr:
Einführung in die Tagung und Position der UFOP zur Klimaschutzpolitik und Perspektiventwicklung
Wolfgang Vogel, Vorsitzender der UFOP, Vizepräsident DBV

»» 10:00 – 10:30 Uhr:
Verwendungsoptionen nachwachender Rohstoffe in der Bioökonomie im Kontext steigender Nachhaltigkeitsanforderungen an den Pflanzenbau – geben Klimaschutzaktionsplan 2020 und Klimaschutzplan 2050 die Richtung vor?
Dr. Volker Niendieker, Referatsleiter 524 Energieangelegenheiten, Bioenergie, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft


»» 10:30 – 11:00 Uhr:
Biokraftstoffpolitik: Impulsgeber für die internationale Nachhaltigkeitszertifizierung mit wachsendem Rohstoff- und Marktpotenzial – Handlungsbedarf aus Sicht eines Zertifizierungssystems
Dr. Norbert Schmitz, Geschäftsführer Meo Carbon Solution GmbH

»» 11:00 – 11:30 Uhr:
Biokraftstoffpolitik auf Basis von THG-(Standard)werten? Wie groß ist der Einfluss von Systemgrenzen und Berechnungsmethoden auf die THG-Bilanz von Rapsanbau und -verarbeitung  – Ergebnisse aus dem Projekt ExpRessBio
Dr. Edgar Remmele, Technologie- und Förderzentrum im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe (TFZ)

»» 11:30 – 12:00 Uhr:
Diskussionsforum mit den Referenten
Pflanzenbaustrategien und förderpolitische Rahmenbedingungen im Umfeld von Klimaschutzanforderungen und Treibhausgaseffizienzwettbewerb – nachhaltige Intensivierung des Rapsanbaus in der Bioökonomie – nimmt die Bedeutung der Zertifzierung zu zur Verbesserung der Verbraucherakzeptanz und muss die THG-Berechnungsmethodik auf den Prüfstand?

12:00 – 13:00 Uhr: Mittagspause

Themenschwerpunkt am Nachmittag:
Rapsanbau: Stickstoff und Klimaschutz – wie passt das zusammen?

Moderation: Prof. Dr. Bernhard Schäfer,
Fachhochschule Südwestfalen, Mitglied des UFOP-Fachbeirates

»» 13:00 – 13:30 Uhr:
Stickstoffdeckelung und Konsequenzen für die Wirtschaftlichkeit von Rapsanbaufruchtfolgen – Vorstellung ausgewählter Ergebnisse am Beispiel repräsentativer Fruchtfolgesysteme in Deutschland
Prof. Dr. Reimer Mohr, Hochschule Kiel

»» 13:30 – 14:00 Uhr:
THG-Minderung im Rapsanbau: erst messen, dann rechnen? – Ergebnisse des Verbundprojektvorhabens zur THG-Optimierung von Fruchtfolgesystemen mit Raps
Prof. Dr. Heinz Flessa, Thünen Institut

»» 14:00 – 15:30 Uhr:
DüngeVO / StoffstrombilanzVO / Klimaschutz – Umsetzungsstrategien in die Praxis

»» Regelungen der geplanten Stoffstrombilanzverordnung
Dr. Ute Schultheiß, Referat 511 Pflanzenbau und Grünland, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft

»» aus Sicht der Düngermittelindustrie
Dr. Hans-Peter Wodsak, YARA GmbH & Co KG

»» aus Sicht der landwirtschaftlichen Beratung
Dr. Gerhard Baumgärtel, Landwirtschaftskammer Niedersachsen

»» 15:30 – 16:00 Uhr:
Diskussionsforum mit den Referenten
Stickstoff vs. Klimaschutz – regulieren statt anreizen? Handlungsbedarf aus Sicht der Wissenschaft und Beratung – Botschaften an die Länder- und Bundespolitik

 

Ende des Perspektivforums 16:30 Uhr