24 Stunden nachhaltige RapsPower

Nürburgring, 19./20. Mai 2013 – Seit über einem Jahrzehnt geht der prominente Musiker Smudo bereits seiner Leidenschaft für den Rennsport nach und genauso lange setzt er dabei auf Rapskraftstoffe, die ihren Ursprung auf deutschen Äckern haben. Das jüngste Kapitel ihrer gemeinsamen Rennsportgeschichte schlagen Smudo, sein Four Motors Rennteam und die für den Biokraftstoffrohstoff verantwortliche Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) am Pfingstwochenende 2013 mit dem Start vor mehr als 200.000 Rennsportfans beim ADAC 24h-Rennen auf.

Smudo_24hRennenS.jpgIm Tank des von Fans „BioRocco“ getauften VW Scirocco, der auch als Bioconcept-Car bekannt ist, befindet sich mit „Diesel regenerativ“ ein 100-prozentiger Rapskraftstoff. Neben einem Anteil von 7 Prozent klassischem Biodiesel (RME) kommt hydriertes Rapsöl (HVO) zum Einsatz, das unter dem Markennamen NExBTL vom finnischen Unternehmen Neste Oil produziert und vermarktet wird. Dieser so genannte HVO-Kraftstoff kommt nicht nur in Pkw und Nutzfahrzeugen zum Einsatz, sondern hat auch bereits auf weit über 1.000 Flügen der Lufthansa zwischen Frankfurt und Hamburg seine Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit bewiesen. So gerüstet, dürfte nicht nur der bei Rennfahrern überaus beliebte österreichische Energydrink mit dem roten Bullen, sondern auch der Biokraftstoff im Tank Flügel verleihen.

Der Einsatz von rapsölbasierten Kraftstoffen beschränkt sich bei Smudo und Four Motors in diesem Jahr nicht nur auf den beim 24h-Rennen verwendeten Mix. Zusätzlich wird in einem Kraftstoffforschungsprojekt ein so genannter „Rmax“-Biokraftstoff intensiven Prüfstandsversuchen unterzogen. Bei diesem Rmax-Gemisch ist der Anteil von klassischem Biodiesel (RME) praktisch ebenso hoch wie der von Rapsöl-HVO. Das Besondere an dem im Bioconcept-Car eingesetzten Rmax-Gemisch ist laut Teamchef Tom von Löwis of Menar seine DIN-Konformität. „Unser Rmax-Biokraftstoff übertrifft praktisch alle Parameter der Dieselnorm DIN EN 590. Nur die im normalen Diesel vorgeschriebene Grenze von maximal 7 Prozent Biodieselanteil haben wir bewusst überschritten, um zu demonstrieren, wie groß das technische Potenzial eines solchen Biokraftstoffs ist“, so der ehemalige DTM-Fahrer.

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Für Smudo und seine drei Fahrerkollegen, mit denen er sich das Lenkrad während der Marathon-distanz des 24h-Rennens teilt, ist der Einsatz von Biokraftstoffen an eine klare Voraussetzung geknüpft. Die Nachhaltigkeit der verwendeten Roh-stoffe muss garantiert sein. Aus diesem Grund arbeitet das Team seit über zehn Jahren mit dem landwirt-schaftlichen Verband UFOP zusam-men, der die Markteinführung von rapsölbasierten Kraftstoffen in Deutschland maßgeblich initiiert und begleitet hat. Der Verbands-vorsitzende Wolfgang Vogel zu dieser Zusammenarbeit: „Biokraftstoffe können bekanntlich aus unterschied-lichen Agrarrohstoffen hergestellt werden, was im Hinblick auf deren Nach-haltigkeit nicht immer unproblematisch ist. Aus diesem Grund suchte das Team von Smudo einen Weg, ausschließlich Biokraftstoffe auf Basis von heimischem Raps einzusetzen. Als Interessenvertretung aller in Deutschland an der Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung von Raps beteiligten Landwirte, Unternehmen und Organisationen können wir das sicherstellen. Die nachhaltige Erzeugung von Raps ist hierzulande garantiert, weil die gesamte deutsche Rapsproduktion als nachhaltig zertifiziert ist. Dabei wird der gesamte Produktionsweg auf den verschiedenen Stufen erfasst und dokumentiert. So ist es möglich, Herkunft und Verarbeitungsweg des Rapsölkraftstoffes bis zu den Rapsfeldern der Landwirte zurückzuverfolgen.“

Den Einsatz von Rapskraftstoff im Rahmen des 24h-Rennens nutzt die UFOP nicht nur zur Demonstration der Leistungsfähigkeit moderner Biokraftstoffe, sondern auch, um auf aktuell wichtige Probleme bei der zukünftigen Ausgestaltung der förderpolitischen Rahmenbedingungen hinzuweisen. Diese betreffen die anstehenden Entscheidungen der EU zur Biokraftstofpolitik. So werden die Bauern in Deutschland und in der EU indirekt für Regenwaldrodungen in Asien und Südamerika verantwortlich gemacht. Dies führt über eine wissenschaftlich nicht haltbare Theorie (iLUC) zu künstlichen CO2-Aufschlägen für Biokraftstoffe. Damit droht heimischen Biokraftstoffen schon in wenigen Jahren das Aus, denn diese Aufschläge auf die Treibhausgas-Bilanz von Biokraftstoffen führen dazu, dass insbesondere Biokraftstoffe aus Raps in Bezug auf die Klimabilanz schlechter als Mineralöldiesel bewertet werden. Dabei lässt die EU-Kommission zahlreiche Fakten unberücksichtigt, z. B. dass bei der Verarbeitung von Raps erhebliche Mengen an heimischen Futtermitteln anfallen, die nicht importiert werden müssen. Im Ergebnis würde durch die EU-Vorschläge kein einziger Hektar Regenwald vor der Abholzung bewahrt. Ganz im Gegenteil: infolge der fehlenden Futtermittelmengen aus heimischer Produktion würde der Bedarf an importierten Futtermitteln steigen, allen voran Sojaschrot, für dessen Produktion neue Flächen benötigt würden.