UFOP/AGQM-Fachseminar am 29. Oktober 2012

DBFZ präsentiert erste Ergebnisse einer Studie zur Bewertung der Kommissionsvorschläge zu iLUC

Berlin, 16. Oktober 2012 – Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) hat das Deutsche Biomasseforschungszentrum gemeinnützige GmbH (DBFZ) mit einer Erläuterung und Bewertung der Überlegungen der Generaldirektion „Klimapolitik“ der EU-Kommission zur Einführung sogenannter „iLUC“-Faktoren beauftragt. Erste Ergebnisse der Studie werden anlässlich des von UFOP und AGQM veranstalteten Seminars am 29. Oktober 2012 in Berlin vorgestellt und diskutiert. Ziel ist es, aus dem Teilnehmerkreis weitere Anregungen und Vorschläge für die Erstellung der Endfassung zu erhalten.

Die Diskussion zur Einführung von iLUC-Faktoren hat mit dem Bekanntwerden der Vorstellungen der EU-Kommission zur Änderung der Erneuerbare Energien-Richtlinie und der Kraftstoffqualitätsrichtlinie erheblich an Fahrt aufgenommen. Besonders betroffen ist aus Sicht der UFOP die Zukunft des Rapsanbaus in der EU. Denn mit einem Malusfaktor von 55g CO2/MJ wird die Einhaltung der Anforderung zur Treibhausgas(THG)-Minderung unmöglich. Biodiesel würde praktisch aus dem Markt ausgesperrt. Von der Einführung der THG-Quote sind die Rapserzeuger in Deutschland besonders betroffen, weil auf die Kraftstoffqualitätsrichtlinie als Rechtsgrundlage umgestellt wird. Der iLUC-Malusfaktor wäre den Vorstellungen der Generaldirektion „Klimapolitik“ zufolge ab dem Jahr 2015 anzuwenden. Damit wäre bereits die Rapsaussaat 2013 betroffen!

Überdies sehen die Vorschläge die Deckelung der Biokraftstoffe der sog. 1. Generation auf max. 5% des Kraftstoffabsatzes vor. Generell werden Biokraftstoffe aus Nahrungs- und Futtermittelrohstoffen ab 2020 komplett von der Erfüllung der Biokraftstoffquote ausgeschlossen. Betroffen wäre damit möglicherweise auch die Perspektive der Biogasproduktion zur Kraftstoffnutzung bzw. zur Wärme- und Stromgewinnung. Denn es ist zu erwarten, dass auch die EEG-Förderung unter diese Richtlinien fallen wird. Für Energieträger wie z. B. Mais wäre damit ebenfalls die Anbauperspektive ab 2020 in Frage gestellt.

Die Fachverbände der Agrar- und Biokraftstoffverbände haben gegenüber der EU-Kommission, der Bundesregierung sowie den nationalen Politikern ihre Bestürzung und Sorgen zum Ausdruck gebracht, sollten diese Vorstellungen tatsächlich formal von der EU-Kommission vorgeschlagen und anschließend beschlossen werden. Die UFOP appelliert an die Bundesregierung, die Vorschläge abzulehnen, weil die von der Kommission für die Begründung der iLUC-Faktoren herangezogene Studie des IFPRI-Institutes nach eigenen Aussagen des Institutes zahlreiche Unsicherheiten aufweist. Eine bereits seit langem geforderte wissenschaftliche Revision hat bis heute nicht stattgefunden, kritisiert UFOP.

Anmeldung und das geänderte Tagungsprogramm finden Sie auf Seiten der hier.