UFOP-Bilanz zur Mitgliederversammlung: Enttäuschende Ölsaatenernte, aber stabile Preise

THG-Quotengesetz öffnet Absatzperspektiven für Raps

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Berlin, 24.09.2026. Die Ölsaatenernte fällt in diesem Jahr durchwachsen und regional sehr unbefriedigend aus, lautete das zusammenfassende Fazit des Vorsitzenden der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP), Torsten Krawczyk, anlässlich der diesjährigen Mitgliederversammlung. Ein Lichtblick seien die zur Ernte auf 500 EUR je Tonne gestiegenen Erzeugerpreise für Raps, die den Ertragsausfall zum Teil kompensieren konnten.

Der Vorsitzende betonte, dass der Ackerbau insgesamt vor großen Herausforderungen stehe. Gründe hierfür seien der zunehmend spürbare Klimawandel sowie die Einschränkungen bei Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Es passe nicht zusammen, wenn einerseits von der Politik mehr Resilienz im Sinne von Versorgungssicherheit und Nachhaltigkeit gefordert werde, andererseits jedoch die Wirkstoffpalette für die Bekämpfung von tierischen Schaderregern immer stärker eingeschränkt werde. Krawczyk appellierte an Bundeslandwirtschaftsminister Rainer, die Genehmigungs- und Zulassungsverfahren für Pflanzenschutzmittel und -wirkstoffe in Deutschland und der EU umgehend grundlegend zu reformieren. „Wir müssen mehr Tempo machen bei der Einhaltung der gesetzlichen Zulassungsfristen für Wirkstoffe und Produkte“, so Krawczyk. Außerdem fordere er vom Ministerium die Einberufung eines Runden Tisches zum Rapsanbau. Die Betriebe bräuchten im Sinne des integrierten Pflanzenschutzes einen breiteren Instrumentenkasten. Nur so sei eine nachhaltige Ökonomie zu gewährleisten. Andernfalls drohe eine Verlagerung des Anbaus in Drittstaaten mit deutlich geringeren Anforderungen an die gute fachliche Praxis, betonte der UFOP-Vorsitzende.

„Wir brauchen stabil gute Erträge und Erzeugerpreise, um den Rohstoffbedarf für die Produktion von Biokraftstoffen, möglichst aus heimischen Rohstoffen, decken zu können“, führte der UFOP-Vorsitzende mit Verweis auf die fragwürdige Rohstoffpolitik der EU-Kommission aus. Im Fokus seiner Kritik stand der Vorschlag der EU-Kommission, die Sojabohne weltweit pauschal als risikoreichen „iLUC-Rohstoff“ (iLUC = indirekte Landnutzungsänderung) einzustufen. Dies hätte auch den Anbau in der EU getroffen. Krawczyk bewertete den Delegierten Rechtsakt als widersprüchlich, da die EU-Kommission gleichzeitig den heimischen Sojaanbau zur Stärkung der Protein-Resilienz und Biodiversität von Fruchtfolgesystemen fördern wolle. Die Verordnung habe Dank einer koordinierten Zusammenarbeit zwischen nationalen und europäischen Verbänden im Europäischen Parlament gestoppt werden können.

Positiv bewertete Krawczyk die Umsetzung der geänderten Erneuerbare Energien-Richtlinie, RED-III, in nationales Recht. Das im April 2026 vom Deutschen Bundestag verabschiedete zweite Gesetz zur Änderung der THG-Quote sieht eine Erhöhung der THG-Quote bis auf 65 % im Jahr 2040 sowie die schrittweise Anhebung der Kappungsgrenze für Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse von aktuell 4,4 % auf 5,8% ab 2032 vor. Diese Regelungen schaffen Investitions­sicherheit für die heimische Biokraftstoffwirtschaft, stellte Krawszyk fest. Der UFOP-Vorsitzende hob in diesem Zusammenhang die große Bedeutung der nationalen Verarbeitungskapazität für Rapssaat von etwa 10 Mio. t und der Biodiesel-Produktionskapazität von 4,2 Mio. t hervor. Um den CO₂-Ausstoß im Verkehrssektor weiter effektiv zu senken und den Absatz trotz zunehmender Elektrifizierung zu sichern, forderte Krawczyk eine Forcierung der Verwendung von Biodiesel als Reinkraftstoff sowie eine Anpassung der Kraftstoffkennzeichnungsverordnung (10. BImSchV) zur bundesweiten Einführung von B10 an den Tankstellen. Die Klimaschutzstrategie müsse dringend die Dekarbonisierung im Fahrzeugtank der Bestandsflotte berücksichtigen, andernfalls seien die im Bundesklimaschutzgesetz verankerten THG-Minderungsziele im Verkehrssektor nicht erfüllbar, bekräftigte der Vorsitzende.

Die UFOP-Mitgliederversammlung verabschiedete nach eingehender Beratung in den vergangenen Monaten eine Anpassung der Beitragsordnung mit einer Anhebung des Umlagesatzes für Winterraps-Saatgut. Der UFOP-Vorsitzende würdigte dieses klare Bekenntnis der Rapszüchtermitglieder in der UFOP – BASF, DSV, KWS, Lidea, Limagrain, NPZ, RAGT, Syngenta – als deutliches Signal, den Sektor der Öl- und Proteinpflanzen gemeinsam im UFOP-Netzwerk weiterzuentwickeln zu wollen.

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