Von der Saat zum Rapsöl

Gewinnen Sie einen Überblick darüber, was alles notwendig ist, bevor unser wichtigstes heimisches Pflanzenöl im Handel angeboten werden kann.
Der größte Teil des in Deutschland verwendeten Rapsöles ist das geschmacksneutrale Raffinat. Dessen Herstellung lässt sich in 4 Arbeitsschritte gliedern:

1. Aufbereitung der Rapssaat

Bevor die erste Verarbeitungsstufe einsetzt, wird die Rapssaat aufbereitet, d. h. gereinigt und zerkleinert. Durch diese Zerkleinerung wird die Oberfläche der Saat erheblich vergrößert, was zu einer besseren Ölausbeute führt. Um möglichst viel Öl beim ersten Pressvorgang zu gewinnen, wird die zerkleinerte Saat zusätzlich in so genannten Wärmepfannen erwärmt, damit das in der Saat enthaltene Öl dünnflüssiger wird und sich besser auspressen lässt.
 

2. Pressung

Der erste Teil des Öls wird durch mechanisches Pressen gewonnen, wobei die wertvollen Inhaltsstoffe erhalten bleiben. Dabei wird im wahrsten Sinne des Wortes mit Hilfe von Schneckenpressen "Druck" auf die Saat ausgeübt. Durch diesen ersten Pressvorgang lässt sich nicht das gesamte Öl gewinnen, das in der Saat enthalten ist.

3. Aufbereitung

Der neben dem Öl anfallende so genannte "Presskuchen" enthält noch etwa 6 bis 12 Prozent Öl. In einem zweiten Verarbeitungsschritt wird dieser weiter zerkleinert und in einem Extrakteur bis auf einen Restölgehalt von 1 bis 2 Prozent weiter entölt. Neben Rapsöl wird in diesem Schritt das so genannte Rapsschrot für die Tierfütterung gewonnen.

4. Entfernung von Geruchs-, Geschmacks- und Farbstoffen

Anschließend werden in mehreren Arbeitsschritten Geruchs-, Geschmacks- und Farbstoffe aus dem Öl entfernt. Modernste Großanlagen garantieren, dass der Gehalt an wertvollen Inhaltsstoffen des Rapsöls nur unwesentlich beeinträchtigt wird. So erhält man zum Schluss ein aus ernährungsphysiologischer Sicht hochwertiges, geschmacksneutrales, sehr bekömmliches und vielseitig verwendbares Speiseöl.

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