Informationen zu Ölsaaten-, Pflanzenöl- und Ölschrotpreisen

Kommentar:

von Benita Burghard, 23.03.2017 (AMI) – Am deutschen Rapskassamarkt dürfte sich die knappe Versorgungslage zunehmend entspannen. Ölmühlen in der Nähe zu Binnen- und Seehäfen profitieren offenbar bereits vom Eintreffen australischer Importmengen. An den Binnenstandorten im Osten wird Ware von einigen Paritäten dagegen weiterhin gesucht, von deutschen Erzeugern aber zurückgehalten, erst recht, wo jetzt zu dem wenig zufriedenstellenden Preisniveau Kosten für Feldarbeiten und Düngung hinzukommen, sodass hier die Situation noch angespannt bleibt. Dortige Mühlen haben weiterhin Bedarf und halten die Prämien demzufolge weiterhin hoch. Während auf Terminen bis einschließlich Juni also weiterhin vielerorts Ware gesucht wird, was sich an nach wie vor hohen Prämien zeigt, die von der Nachfragseite her geboten werden, werden erzeugerseitig zur prompten Lieferung praktisch keine Mengen angeboten, aber auch für Termine Mai bis Juni besteht wenig Verkaufsbereitschaft. Ex Ernte liegen die Prämien deutlich niedriger, denn das Kaufinteresse für Ware der kommenden Ernte ist noch eher gering. Allerdings zeigt sich die Angebotsseite auf den ex Ernte-Terminen abgabebereiter, sodass vereinzelt Verhandlungen geführt werden und die beiderseitigen Preisvorstellungen näher beieinanderliegen. Was die Anbaubedingungen in Europa betrifft, kamen jüngste Regenfälle vielerorts der Bestandsentwicklung und damit auch den Ernteaussichten zugute, nach einem in vielen Regionen insgesamt zu trockenen Herbst. Gerade in Frankreich aber auch im Osten Deutschlands könnten die Regenfälle das Bestandsbild verbessern. Für Europa ergibt sich ein heterogenes aber durchaus zufriedenstellendes Gesamtbild.

Aktuell ist des Kaufinteresse am deutschen Rapsschrotmarkt äußerst gering. Die Nachfrage der Mischfutterhersteller sei praktisch auf null zurückgegangen, heißt es. Nach wie vor gehen die Preisvorstellungen teilweise deutlich auseinander: Auf späteren Terminen, Mai bis Oktober 2018, zeigt die Käuferseite zwar etwas Interesse, diese Termine liegen aber noch zu weit in der Zukunft, als dass hierüber schon Kontrakte ausgehandelt werden würden. Die Preise haben sich in der zurückliegenden Woche trotz schwacher Umsatzlage stabil entwickelt und lagen am 21.03.17 mit 221 EUR/t gegenüber Vorwoche um 3 EUR/t höher. Noch geringer scheint das Kaufinteresse für Sojaschrot zu sein. Anhaltenden Druck erzeugt die Aussicht auf eine südamerikanische Sojarekordernte. Nachfrageseitig halten sich Marktteilnehmer deshalb zurück und spekulieren auf weiter sinkende Preise. Diese wurden gegenüber Vorwoche um weitere 7 EUR/t zurückgenommen.

Von der US-Umweltbehörde EPA sind bis dato immer noch keine weiteren Informationen zur zukünftigen Gestaltung der US-Biodieselpolitik bekannt geworden. Das hat in den vergangenen Wochen zu deutlich reduzierten US-Verarbeitungsmengen geführt. Im Januar und Februar 2017 lagen folglich die verarbeiteten Sojabohnenmengen rund 50 % unter Vorjahresniveau. Auch für März und April dürfte die Lage unsicher bleiben, da der US-Etat vom Parlament noch nicht beschlossen wurde und somit auch die Förderungen für die US-Biodieselindustrie nicht sicher sind. Was allerdings in den vergangenen Wochen noch für schwächere Sojaölnotierungen an der Börse in Chicago gesorgt hat, wird jetzt vom Markt kurzum positiv interpretiert. Denn da auch nichts gegenteiliges zu den bisherigen Plänen der Umweltbehörde bekannt gegeben wurde, spekulieren die Fonds auf eine Fortführung der EPA-Vorgaben für den Sektor und erhöhten ihre Kaufkontrakte auf Sojaöl in den vergangenen zwei Tagen um 7.000 t. So tendieren die US-Sojaölkurse den fünften Tag in Folge fester und gewinnen zum vergangenen Mittwoch rund 2,9 % auf umgerechnet 676 EUR/t. Auch am Kassamarkt in Deutschland steigen die Sojaölpreise und legen rund 5 EUR/t zu auf 760 EUR/t für den April. Prompte Ware ist derzeit nicht verfügbar. Rapsöl kann von den gestiegenen Pflanzenölpreisen nicht profitieren. Der Apriltermin fällt 10 EUR/t gegenüber Vorwoche, spätere Termine geben sogar noch mehr nach. Damit haben die Forderungen für Rapsöl in den vergangenen Wochen und Monaten kräftig verloren. Mitte Januar 2017 musste für Ware mit Ziel April 2017 noch 875 EUR/t bezahlt werden. Das sind fast 100 EUR/t weniger als aktuell gefordert wird. Grund für die deutlich schwächeren Preise sind laut Angabe von Marktbeobachtern ein deutlich größeres Angebot als erwartet. Nachfrage ist zwar vorhanden, aber scheinbar nicht ausreichend genug, um die offerierten Mengen ohne Preisabschläge aufzunehmen.

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