Informationen zu Ölsaaten-, Pflanzenöl- und Ölschrotpreisen

Kommentar:

von Benita Burghard, 21.06.2017 (AMI) – Die alte Ernte spielt am Markt praktisch keine Rolle mehr. Marktteilnehmer konzentrieren sich auf die Termine ex Ernte. Allerdings ist die Abgabebereitschaft der Landwirte nach wie vor sehr gering, sodass kaum Kontrakte mit den Ölmühlen ausgehandelt werden. Kaufinteresse ist zwar vorhanden, konstante Prämien und jüngst wieder rückläufige Rapskurse in Paris bieten zusammengenommen jedoch wenig Verkaufsanreize. Da müssten die Mühlen ihre Prämien wohl schon anheben, um die Erzeuger aus der Reserve zu locken. Unter dem Strich lässt sich festhalten, dass die Mühlen, wenn auch zum jetzigen Zeitpunkt nicht gerade drängend, Ware suchen, vielfach jedoch keine Offerte finden. Wo es doch etwas zu kaufen gibt, passen die Preisvorstellungen allerdings häufig nicht zueinander. Entsprechend dünn ist der Umsatz auf den Terminen ex Ernte derzeit. Die Umsatzflaute betrifft vor allem den September 2017, denn hier wird kaum etwas offeriert. Die Einschätzung der Rapsfeldbestände für Deutschland bleibt sehr heterogen, auch wenn sich das Bestandsbild zuletzt durch die Bank leicht verbessert hat. Die Unsicherheit im Hinblick auf den Umfang der kommenden Ernte ist damit nicht vom Tisch, sodass die Erzeuger, solange sie noch können, zurückhaltend agieren.

Rapsschrot zur Lieferung im Juni/Juli 2017 ist nach wie vor knapp verfügbar, denn bei den Ölmühlen liegen nur noch Restmengen auf Lager. Diese werden vereinzelt zwar offeriert, finden dann auch zügig Abnehmer, grundsätzlich hat das Kaufinteresse für vordere Ware aber nachgelassen. Das begrenzt den Preisspielraum der Mühlen nach oben. Der auf den vorderen Terminen umsatzschwache Markt präsentiert sich daher weitgehend ausgeglichen. Besonders ruhig geht es derzeit am Sojaschrotmarkt zu. Alles deutet auf ein umfangreiches Sojaangebot im Wirtschaftsjahr 2017/18 hin. Notierungen und Preise sind demzufolge in ihrer Tendenz nach unten gerichtet und daran wird sich wohl so schnell auch nichts ändern, so auch die Einschätzung hiesiger Mischfutterbetriebe, die sich mit Käufen am Sojaschrotmarkt zurückhalten. Ihre Läger seien ohnehin bis unter die Decke gefüllt, heißt es. Dementsprechend ist ihr Bedarf alles andere als drängend.

In der vergangenen Woche gab es zwei deutliche Gewinner unter den Pflanzenölen. Während die Palmölpreise deutlich nachgaben, haben sich die Forderungen für Sojaöl und besonders für Rapsöl kräftig befestigt. Angefacht wird die Entwicklung der Sojaölpreise durch die in kürze erwartete Bekanntmachung der US-Umweltbehörde zu den Beimischungsquoten für 2018, sowie zu den geplanten Importzöllen auf argentinisches und malaysisches Soja- bzw. Palmöl. In Erwartung der entsprechenden stimulierenden Impulse für den US-Ölmarkt zogen die Sojaölkurse in Chicago an. Das hat sich auch auf den Kassamarkt ausgewirkt. Fob Hamburg stiegen die Forderungen gegenüber Vorwoche um 15 EUR/t auf 755 EUR/t für prompte Ware. Spätere Termine gehen die Preissteigerung in ähnlichem Umfang mit. Auch kanadischer Raps würde von den Änderungen am US-Ölmarkt profitieren. So haben sich die Kurse in Winnipeg befestigt und für Unterstützung der Rapsnotierungen an der Matif in Paris gesorgt. Die Befürchtungen vor einer unterdurchschnittlichen Ernte 2017 in der EU-28 und dem wichtigen Lieferland Australien stützten zusätzlich. Die Großhandelspreise für Rapsöl fob Hamburg sind für Juli rund 26 EUR/t auf 782,5 EUR/t gestiegen. Das liegt daran, dass für Rapsöl der alten Ernte kräftige Aufgelder gezahlt werden müssen, das Angebot beschränkt sich jedoch auf Kleinstmengen. In Rotterdam wird Rapsöl vorne mangels Angebot gar nicht mehr gehandelt.

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