Informationen zu Ölsaaten-, Pflanzenöl- und Ölschrotpreisen

Kommentar:

von Benita Burghard, 27.04.2017 (AMI) – Am deutschen Rapsmarkt hat sich zu Beginn der 17. KW so gut wie nichts an der verfahrenen Situation der vergangenen Wochen geändert. An Impulsen fehlt es auch weiterhin. Käufer und Verkäufer finden nach wie vor nicht zueinander, zu unterschiedlich sind die Preisvorstellungen. Falls Ölmühlen überhaupt Kaufinteresse signalisieren, denn ihre Margen sind weiterhin unbefriedigend. Ihnen ist der Rohstoff angesichts fallender Rapsölpreise zu teuer. Zudem ist der Nachproduktabsatz schleppend, so dass der Rohstoffbedarf zusätzlich gedämpft wird, dementsprechend gering ist das Kaufinteresse. Zusätzlich werden die Prämien durch australisches Raps im Zaum gehalten, weil sich damit vergleichsweise günstig Versorgungslücken füllen lassen. Doch nicht nur von der Nachfrage, auch vom Angebot gehen am deutschen Rapsmarkt weiterhin keine Impulse aus. Der Handel wartet auf höhere Preise und auch die Erzeuger wollen für Ware der kommenden Ernte, über deren Umfang Unsicherheit besteht, festere Preise sehen. Insgesamt zeichnet sich am deutschen Rapsmarkt also weiterhin das Bild eines ruhigen Handels. Die Unsicherheit in Bezug auf den Umfang der kommenden Rapsernte in Deutschland rührt daher, dass das Ausmaß später Frostschäden an den hiesigen Beständen noch unklar ist. In der vergangenen Woche waren die Temperaturen in Teilen Europas deutlich gefallen – das hat die Landwirte verunsichert. Teilweise sollen Pflanzen Frostschäden genommen haben, von aufgeplatzten Stängeln ist die Rede, die die Gefahr von Pilzerkrankungen und Fäulnis erhöhen. Unter zusätzlicher Berücksichtigung, dass 25 bis 30 % der kommenden Ernte bereits in Kontrakten festgelegt wurden, halten sich Abgeber aus der Landwirtschaft zurzeit zurück und warten die Bestandsentwicklung ab. Auch wenn der Preisrückgang zuletzt gestoppt wurde, bräuchte es wohl höhere Preise um den Erzeugern Ware zu entlocken.

Die Rapsschrotpreise auf den vorderen Terminen sind etwas unter Druck geraten. Denn obwohl viele der hiesigen Mühlen derzeit ihre Verarbeitung aufgrund einer für sie unzureichenden Marge gedrosselt haben und der Ausstoß entsprechend reduziert ist, scheint mehr Ware aus der alten Ernte verfügbar zu sein, als zuvor angenommen. Das nun doch etwas höhere Angebot hat Preisdruck erzeugt. Ware aus Raps der kommenden Ernte wird derzeit noch nicht besprochen. Hier macht sich genau wie auf dem Rohstoffmarkt wetterbedingt Unsicherheit breit. Auch nach den Osterfeiertagen fehlt es dem Sojaschrotmarkt an Schwung. Zwar werden stetig Kontrakte über kleinere Mengen zur Lieferung im August/September gehandelt und es gibt auch mal Anfragen für spätere Termine, in der Regel wird aber nicht mehr nachgefragt als nötig.

Die Preise für Pflanzenöle sind im Verlauf der vergangenen Woche deutlich gefallen. Druck kommt in erster Linie durch die schwächeren Palmölpreise auf. Die erwarteten Produktionssteigerungen durch die sich erholenden Ölpalmenbestände belasten die Preisentwicklung zunehmend. Darüber hinaus trifft auch mehr und mehr Ware in den europäischen Häfen ein, so dass sich die Versorgungssituation hierzulande deutlich entspannt. Palmöl fob Rotterdam tendiert für vordere Ware mit 620 EUR/t deutlich schwächer. Diese Tendenz wird durch den erneut festeren Eurokurs noch verstärkt. Die kräftige Preisbewegung geht in erster Linie von der Angebotsseite aus, was auch die anderen Pflanzenöle mitzieht. Die Großhandelspreise für Rapsöl zur sofortigen Lieferung fallen rund 24 EUR/t auf 773 EUR/t. Für August/Oktober geben die Forderungen ebenfalls 14 EUR/t nach. Noch stärker ist der Preisrückgang bei Sojaöl. Fob Hamburg verliert prompte Ware rund 15 EUR/t auf 735 EUR/t. Spätere Termine geben sogar 17-20 EUR/t nach.

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