Nachhaltige Biokraftstoffe Impulsgeber für Klimaschutz, Ernährungsvorsorge und Wertschöpfung in der Landwirtschaft

UFOP veröffentlicht aktualisierten Bericht zur globalen Marktversorgung

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Berlin, 14.01.2026. Den aktualisierten Bericht zur „Globalen Marktversorgung 2025/2026“ nimmt die UFOP zum Anlass, auf die strategische Bedeutung von Biokraftstoffen zur Nahrungsmittelversorgung und für eine nachhaltige und vernetzte Bioökonomie in der stofflichen Nutzung hinzuweisen. Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse leisten in der Europäischen Union und global einen wichtigen Beitrag zur Defossilisierung des Verkehrs in Bestandsflotten und damit zum Klimaschutz.

Diese Feststellung setze gemäß UFOP allerdings voraus, dass weltweit ambitionierte Anforderungen an die zu dokumentierende Nachhaltigkeit zu beachten seien. Dies beginne beim Anbau und reiche über die Verarbeitung bis hin zur Anwendung. Dazu gehöre aber auch eine intensive Prüfung durch nationale Stellen. Mit der Novellierung der Erneuerbare Energien-Richtlinie im Jahr 2023 (RED III) habe die Europäische Union das seit 2008 bestehende „level-playing-field“ fortgeschrieben, ablesbar an der die Weiterentwicklung der von der EU-Kommission zuzulassenden Grundsätze der Zertifizierungssysteme. Die Treibhausgas (THG)-Minderungseffizienz habe sich im Zeitablauf zudem zu einem wettbewerbsbestimmenden Faktor entwickelt. Deren Bedeutung nehme sogar noch zu, weil mit der Umsetzung der RED III weitere Mitgliedsstaaten THG-Quotenregelungen einführen. Dies komme dem nachhaltigen Anbau von Biomasse unabhängig von der Endverwendung zugute und sei ein Ziel der nationalen und europäischen Bioökonomiestrategie. Diese umfasse alle in der Verarbeitungskette anfallenden und wertschöpfungsgebenden Produkte. Im Falle von Raps sei hier das Rapsschrot zu nennen, das Sojaimporte ersetze oder das bei der Biodieselherstellung anfallende Glycerin, das in der Pharmaindustrie genutzt werde, betont die Förderunion.

Der aktualisierte Bericht zur globalen Marktversorgung weist eine ausreichende globale Versorgung mit Nahrungsmitteln aus – gemessen am Nahrungsmittelbedarf der Weltbevölkerung und unter Berücksichtigung der Biokraftstoffproduktion. Rohstoffe für die Biokraftstoffproduktion stünden, entsprechenden des Marktbedarfs, als „Reserve“ zur Verfügung. Die UFOP weist aber auch darauf hin, dass die Aufrechterhaltung des Angebotes bzw. dessen Zunahme im Falle von Soja weniger auf Ertragszuwächse, sondern auf die Ausweitung der Anbauflächen zurückzuführen sei.

Die UFOP stellt in diesem Zusammenhang fest, dass Deutschland mit einem Deckel von 4,4 % für Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse die nach EU-Recht mögliche Kappungsgrenze von 5,8 % nicht ausschöpfe und setzt sich im laufenden Gesetzgebungsverfahren zur Änderung des THG-Quotengesetzes für eine Anhebung ein. Sie weist außerdem darauf hin, dass diese Obergrenze für die stoffliche Nutzung nicht anzuwenden sei. Dies eröffne Biokraftstoffanlagen die Option, darüber hinaus Pflanzenölester und Ethanol für die grüne Chemie bereitstellen zu können.

Der Bericht wird in diesem Jahr erstmals in rein digitaler Form veröffentlicht. Wie bereits beim aktuellen UFOP-Geschäftsbericht setzt der Verband dabei auf eine dynamische Webpräsentation, in der die insgesamt 37 Abbildungen in sechs Kapiteln für mobile und Desktopdarstellungen optimiert aufgerufen werden können. Die deutsche Fassung ist unter https://vb26.ufop.de  und die englische Fassung unter https://sr26.ufop.de aufrufbar.

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