Informationen zu Ölsaaten-, Pflanzenöl- und Ölschrotpreisen

Kommentar:

von Benita Burghard, 17.08.2017 (AMI) – Niedrige Erträge und unterdurchschnittliche Qualitäten dürften zu einer dünnen Versorgung mit Raps in Deutschland führen. Mit entsprechend höheren Importen muss das Defizit dann ausgeglichen werden. Da die Rapsernte in Deutschland so gut wie abgeschlossen ist, wird sich an dem enttäuschenden Ernteergebnis wohl nichts mehr ändern, auch wenn die Sortierung und Bestimmung der Qualitäten noch andauert. Am Kassamarkt zeigen sich Käufer interessiert an Ware zur prompten Lieferung, dennoch heben die Mühlen ihre Prämien auf die gegenüber Vorwoche schwächeren Rapsterminkurse nicht an. Das Preisniveau, das sich ergibt, liegt daher zu niedrig, um Rapserzeuger zur Verkäufen zu motivieren. Sie halten sich nach wie vor zurück, wenn es darum geht, über die bereits geschlossenen Kontrakte hinaus weitere Mengen aus der neuen Ernte vertraglich festzulegen. Damit das passiert, müsste das Preisniveau höher liegen. Doch die Ölmühlen beklagen nach wie vor unzureichende Erlöse aus dem Rapsölverkauf, denn die Biodieselindustrie meldet nach wie vor kaum Bedarf an. Das hält die Gebote für Rapssaat im Zaum.

Die Nachfrage der Mischfutterhersteller für Rapsschrot hat auf vorderen Positionen, gerade für September, angezogen. Spätere Termine sind dann zunehmend teurer und werden kaum besprochen. Allerdings halten sich die Ölmühlen mit Verkäufen zurück, denn sie keine zufriedenstellenden Preise erwarten können. Geringe Abgabebereitschaft und ein, dem Vernehmen nach, langsam knapper werdendes Angebot motivieren die Futtermittelhersteller auf den vorderen Positionen Ware zu bekommen. Am Sojaschrotmarkt tendieren die Preise gegenüber Vorwoche leicht schwächer. Grund sind die neuesten USDA-Daten: Marktteilnehmer hatten mit einer Rücknahme der US-Sojabohnenernteprognose gerechnet – das Gegenteil traf jedoch ein und drückte Kurse und Preise nach unten. Das hat die Nachfrage am deutschen Sojaschrotmarkt spürbar abgekühlt. Denn jetzt wartet die Käuferseite auf weitere Vergünstigungen.

Die Großhandelspreise für Pflanzenöle haben sich kaum zur Vorwoche verändert. Lediglich für Sojaöl wurden deutliche Steigerungen genannt. Fob Rotterdam stiegen die Forderungen um 15 auf 750 EUR/t. Getrieben wurde die Entwicklung von festeren Sojaölkursen in Chicago zum Ende der vergangenen Woche. Die unerwartet rege Nachfrage der US-Biodieselindustrie hat die Sojaölnotierungen zumindest kurzzeitig beflügelt. Das setzte auch am Kassamarkt preissteigernde Impulse. Rapsöl fob Hamburg kann das Niveau der Vorwoche nicht halten. Mit 762 EUR/t wurden 3 EUR/t weniger verlangt als in der vergangenen Woche. Die anhaltend verhaltene Nachfrage der Biodieselindustrie und das geringe Rapsangebot der Erzeuger auf dem aktuellen Preisniveau führten zu wenig Neugeschäft und brachten kaum Impulse.

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