Informationen zu Ölsaaten-, Pflanzenöl- und Ölschrotpreisen

Kommentar:

12.09.2019 (AMI) – Die Rapserzeugerpreise haben sich weiter befestigt. Im Bundesdurchschnitt wurden zuletzt 365 EUR/t genannt, was einem Plus von 3 EUR/t zur Vorwoche entspricht und das Vorjahr sogar um 7 EUR/t übertrifft. Unterstützung bringen festere Terminkurse und die knappere EU-Versorgung. Regional haben jüngste Preisaufschläge die Verkaufsbereitschaft der Erzeuger geweckt, teilweise warten sie aber auch noch ab und hoffen auf weitere Preissteigerungen, gerade wenn sie bereits einen Großteil der neuen Ernte verkauft haben. Ölmühlennachfrage ist derzeit vorhanden, angetrieben vom hohen Rapsölpreisniveau, das attraktive Margen beschert und die Verarbeitung angekurbelt hat. Volle Rappschrotlager erwiesen sich zwar als Bremsklotz, aber die Rohstoffnachfrage der Mühlen hat sich dennoch belebt. Die Nachfrage der Verarbeiter konzentriert sich auf Termine ab Dezember – das zeigt sich in entsprechenden Preisaufschlägen gegenüber dem Fronttermin. Vorne sind die meisten recht gut gedeckt. Begrenzt wird der Preisauftrieb am Kassamarkt durch das umfangreiche Angebot aus der Ukraine. In Mecklenburg-Vorpommern werden bis zum Ende der aktuellen Handelswoche Rapszufuhren vom Schwarzmeer in eine Gesamthöhe von 80.000 t erwartet.

Die Winterrapsaussaat ist in manchen Regionen noch nicht abgeschlossen, aber jüngste Regenfälle schaffen günstige Voraussetzungen dafür. Wenn es um die Aussaatfläche geht, so sind die Meldungen uneinheitlich: Mancherorts ist die Rapsfläche weiter zurückgegangen, teilweise aber auch im Vergleich zum Vorjahr wieder gestiegen, da Raps in der Fruchtfolge kaum zu ersetzen ist.

Die Lage am Rapsschrotmarkt ist weiterhin unverändert. Ölmühlen haben viel im Angebot und würden gerne verkaufen. Käufer sind am Markt aber kaum zu finden: Sie sind besonders auf den vorderen Positionen gut gedeckt. Das spiegelt sich auch in schwächeren Preisen wider. Marktteilnehmer berichten, dass der Markt für die Liefertermine November/Januar und Februar/April Boden gefunden hat. Allerdings weniger, weil auf den Terminen rege Nachfrage besteht, sondern eher weil Mühlen auf diesen Positionen wegen geringer Marge nicht verkaufen wollen.

Am Sojaschrotmarkt ist es weiterhin ruhig. Ein großes Angebot steht geringem Kaufinteresse gegenüber, da die Mischfutterbetriebe auch mit Sojaschrot gut gedeckt sind. Marktteilnehmer vermuten, dass ab Anfang Oktober etwas leben in den Markt zurückkehren könnte. Unterstützung bringen auch die Sojaschrotkurse in Chicago nicht, diese haben um umgerechnet 15 auf 567 EUR/t nachgegeben.

Rapsöl hat sich auf Wochensicht um 6 auf 810 EUR/t verteuert. Auftrieb bringen weitere Kursgewinne für Raps in Paris. Zusätzliche Unterstützung liefert die stetige Nachfrage aus dem Biodieselsektor, Rapsmethylester steht neben dem allseits gefragten UCOME im Käuferfokus. Doch auch von der Angebotsseite gibt es Unterstützung. Ölmühlen haben Schwierigkeiten ihre Rapsschrotvorräte aufzulösen, obwohl sie bereits Preiszugeständnisse machen. Die Ware verscherbeln will dann aber auch keiner, sodass die Verarbeitung durch volle Rapsschrotlager teilweise verlangsamt wird. Sojaöl gab um 3 auf 678 EUR/t fob Hamburg nach.

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