Informationen zu Ölsaaten-, Pflanzenöl- und Ölschrotpreisen

Kommentar:
18.07.2019 (AMI) – Am deutschen Rapsmarkt passiert weiterhin nicht viel, die Umsätze bleiben verhalten. Unsicherheit über Umfang und Qualität der laufenden Ernte bremsen das Geschäft, noch gibt es zu wenig Informationen über Ölgehalte und tatsächliche Erträge. Als Bremsklotz erweist sich aber auch die Aussicht auf steigendes Rapsangebot aus der Ukraine in den kommenden Monaten. Mancher rechnet wegen der jüngst beschlossenen Umsatzbesteuerung ukrainischer Exporte ab 2020 mit massivem Angebots- und Preisdruck von dort. Schwarzmeer-Exporteure dürfte das veranlassen, möglichst viel Raps bis Jahresende 2019 abzustoßen.

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) schätzt die Rapsernte 2019 in Deutschland aktuell auf 2,97 Mio. t und damit 19 % kleiner als im bereits schwachen Vorjahr. Im Juni hatte der Verband noch mit 3,07 Mio. t gerechnet, doch wegen der Hitzewelle in der zweiten Monatshälfte, die Ertragsspitzen gekostet haben dürfte, wurde die Schätzung nun noch einmal gekürzt. Deutsche Landwirte haben nach Angaben des DRV bis zu 10 Tage früher mit der Rapsernte begonnen als im langjährigen Durchschnitt, heißt es, aber noch sei es zu früh für stichhaltige Qualitätsschätzungen, zumal die Ergebnisse von Region zu Region stark variieren.

Am Rapsschrotmarkt geht es ruhig zu. Mischfutterhersteller halten sich mit dem Kauf weiterer Partien oder dem Abschließen von Kontrakten für den Herbst oder später zurück, obwohl die Zeichen eigentlich auf Preisanstieg stehen. Schließlich dürfte die Rohstoffversorgung mit absehbar kleiner EU-Rapsernte knapper ausfallen, doch noch scheint das niemanden nervös zu machen. Das liegt aber auch daran, dass sich viele schon vor Wochen zu vergleichswiese hohen Preisen für die Monate August bis Oktober 2019 eingedeckt haben. Dadurch kommt kein Druck bei den Käufern auf und die letzten Lücken in der Herbstversorgung wollen viele nun zu möglichst niedrigen Preisen füllen. Daher setzt sich die Zurückhaltung weiter fort, wenigstens so lange, bis die Preise mal einen deutlichen Sprung nach oben machen. Zwar haben sich die Rapsschrotpreise gegenüber Vorwoche um 4 auf rund 200 EUR/t im Bundesdurchschnitt befestigt, aber das reicht nicht aus, Mischfutterhersteller zum Kauf zu bewegen.

Die Rapsölpreise haben sich etwas befestigt, 734 EUR/t fob Hamburg sind nur 2 EUR/t mehr als vor einer Woche. Preisunterstützung bringen Meldungen über etwas größere Biodieselnachfrage. So werden bereits erste Gespräche über Winterware, Rapsmethylester, für den Herbst geführt, wenngleich noch ohne Geschäftsabschlüsse. Auftrieb geben aber vor allem die schwachen Ernteprognosen für Raps in der EU und in Deutschland. Mit Beginn der Rapsernte scheinen sich schwächere Erträge zu bestätigen und dass die Anbaufläche deutlich geschrumpft ist, war ja ohnehin schon bekannt. Die EU-Rapsernte könnte unter 18 Mio. t ausfallen, die deutsche Ernte nur rund 3 Mio. t erreichen, so die aktuelle Schätzung.

Sojaöl kostet aktuell 660 EUR/t fob Hamburg und damit 10 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Unterstützung bringen feste Sojaölkurse in Chicago, die sich seit nunmehr sechs Handelstagen in kleinen Schritten, aber beständig, nach oben entwickeln. Ein wesentlicher Grund ist der deutliche Rückgang der Sojabohnenverarbeitung in den USA, der die Sojaölvorräte schrumpfen lässt, den Markt entlastet und dadurch Kursunterstützung bringt.

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