Informationen zu Ölsaaten-, Pflanzenöl- und Ölschrotpreisen

Kommentar:

von Steffen Kemper, 25.05.2018 (AMI) – Geringe Vermarktungsmöglichkeiten der Ölmühlen an die Biodieselindustrie hält die Rapsprämien weiter im Zaum. Aber aus Paris kommt Unterstützung, wo sich die Terminkurse für Raps deutlich befestigt haben und der Fronttermin mit 358,25 EUR/t zuletzt auf dem höchsten Stand seit Ende Februar 2018 schloss. Die feste Tendenz ist auch am Kassamarkt in Form leichter Preissteigerungen spürbar, versetzt Rapserzeuger zwar nicht in Kauflaune, kann die Verkaufsbereitschaft aber doch ein wenig steigern. Die meisten spekulieren aber weiterhin auf Preissteigerungen im Übergang auf die neue Ernte und halten alterntige Restmengen unter Verschluss. Ex Ernte hat sich das Kaufinteresse der Ölmühlen etwas belebet. Ausschlaggebend sind Unsicherheiten im Hinblick auf die Rapsversorgung 2018/19. Laut MARS steht der Winterraps in Deutschland alles andere als optimal. Bereits in den vergangenen Wochen war immer wieder von Knospenwelke und geringer Bestockung zu hören. Am stärksten ist wohl die Mitte Deutschlands betroffen. Beispielsweise wurden in Niedersachsen etwa 5 % der Rapsflächen wieder umgepflügt. Die Analyten von MARS korrigierten ihre Ertragsschätzung für Deutschland jüngst auf 35,6 dt/ha, im April waren es noch 39 dt/ha gewesen. Die neue Schätzung entspräche zwar einem Plus von 8,8 % gegenüber Vorjahr, würde das langjährige Mittel aber um 6,9 % verfehlen. Die Rapserzeugerpreise erreichten zuletzt 332 EUR/t im Bundesdurchschnitt, ein Plus von 3 EUR/t zur Vorwoche. Ex Ernte war der Aufschlag wegen der deutlichen Kürzung der Ertragsprognosen sogar noch gravierender. Die Kontraktpreise für die Ernte 2018 legten um 13 auf 335 EUR/t zu und lagen damit sogar erstmals über Kassapreisniveau.

Die Rapsschrotpreise lagen zuletzt bei 237 EUR/t im Bundesdurchschnitt. Das waren zwar 4 EUR/t mehr als noch vor einer Woche, aber 4 EUR/t weniger als am Vortag. Marktteilnehmer berichteten jüngst von nachlassender Nachfrage aus der Mischfutterindustrie, die Preiswirkung erzielt. Die meisten zeigen keinen Bedarf mehr und sind bis auf weiteres gut mit Ware versorgt. Gegebenenfalls wird es in den kommenden Wochen noch die eine oder andere kleine Lücke zu stopfen geben, aber mit einer spürbaren Nachfragebelebung ist nicht zu rechnen. Die Sojaschrotpreise finden keine Unterstützung und werden weiter zurückgenommen. Dabei zeichnen sich regionale Unterschiede ab, während die Preise im Norden zuletzt leicht angehoben wurden, tendieren sie im Süden der Republik schwächer. Unter dem Strich bleibt ein leichtes Minus auf einen Durchschnittspreis von 393 EUR/t für 49er und 366 EUR/t für 44er Ware, das sind 4 bzw. 5 EUR/t weniger als in der Vorwoche.

Die Annäherung im Handelsstreit zwischen den USA und China hat zu einem deutlichen Anstieg der USSojaölkurse geführt. Marktteilnehmer hoffen nun auf unbeschränktes Geschäft mit China. Das Land hat in den vergangenen Wochen kaum noch US-Sojabohnen gekauft und seinen Bedarf mit brasilianischer Ware gedeckt. Die festeren Sojaölnotierungen in Chicago haben auch zu einer Befestigung der Sojaölpreise in Deutschland geführt. Mit 685 EUR/t fob Hamburg wurden 17 EUR/t mehr genannt als in der Vorwoche. Die Großhandelspreise für Rapsöl haben sich ebenfalls befestigt. Allerdings kaum aus eigener Stärke, sondern durch die feste Entwicklung anderer Pflanzenöle. Die Nachfrage nach Rapsöl hat sich zwar etwas belebt, allerdings nur für prompte Ware. Mit 700 EUR/t fob Hamburg wurden 10 EUR/t mehr verlangt als in der Vorwoche.

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