Informationen zu Ölsaaten-, Pflanzenöl- und Ölschrotpreisen

Kommentar:

21.11.2019 (AMI) – Bis Jahresende 2019 sind die meisten Ölmühlen längst ausreichend versorgt. Entsprechend ruhig ist der Geschäftsverlauf auf Lieferterminen im November/Dezember. Doch auf Terminen im neuen Jahr hat sich der Markt gewandelt: Die Rohstoffnachfrage der Verarbeiter hat sich spürbar belebt; das Kaufinteresse gilt besonders dem Lieferzeitraum Februar und März 2020. Marktbeobachter berichten, dass die Versorgung der Ölmühlen im neuen Jahr noch lückig ist. Das und die drohenden Importrückgänge aus der Ukraine in Kombination mit einem voraussichtlich schwachen australischen Angebot am EU-Markt treibt die Verarbeiter als Rohstoffkäufer an den Markt. Die Rapserzeugerpreise tendieren fester, zuletzt wurden 375 EUR/t im Bundesdurchschnitt festgestellt, was einem Aufschlag von 2 EUR/t zur Vorwoche entspricht. Steigende Ölmühlennachfrage und festere Preise sowie die Aussicht auf Importrückgänge heben die Verkaufsbereitschaft von Rapserzeugern. Nach Angaben des Handels, gab es zuletzt mehr Raps-Offerten aus der Landwirtschaft. Es ist durchaus nicht unüblich, dass Rapserzeuger vor Weihnachten noch die eine oder andere Teilmenge verkaufen, wobei die Preisaufschläge die Abgabebereitschaft in diesem Jahr zusätzlich ankurbeln. Als schwierig erweist sich die Einschätzung der noch verfügbaren Rapsmengen aus inländischer Erzeugung. Die meisten haben aber wohl zwei Drittel ihrer Ernte oder auch schon mehr verkauft, doch einzelne könnten auch noch vergleichsweise große Mengen zurückhalten. Denn der Angebotsdruck aus der Ukraine könnte viele Landwirte bewogen haben, abzuwarten bis dieser nachlässt und die Preise steigen. Ein Szenario, das nach dem Jahreswechsel eintreten könnte.

Am Sojaschrotmarkt ist die Nachfrage nach 48er Ware wie auch schon in der Vorwoche lebhafter als das Kaufinteresse an Sojaschrot mit 44 % Pro-Fettgehalt. Für das Preisniveau am hiesigen Kassamarkt werden die Entwicklungen der Anbauflächen in Südamerika und die Witterungsbedingungen im Vegetationsverlauf entscheidend sein. Die Entwicklungen dort haben großen Einfluss auf die Sojabohnen- und Sojaschrotkurse in Chicago, die wiederum die Forderungen am Kassamarkt im Wesentlichen bestimmen.  

Am Rapsschrotmarkt sind die Preise zu Beginn der Berichtswoche zunächst auf 191 EUR/t gestiegen, da Verkäufer ihre Ware zurückhielten. Im Grunde ist aber auf allen Paritäten ausreichend Ware verfügbar. Gleichzeitig ist das Kaufinteresse der Mischfutterbetriebe aber weiterhin gering, sodass das höhere Preisniveau von 191 EUR/t im weiteren Wochenverlauf nicht gehalten werden konnte und die Forderungen zuletzt wieder leicht auf 187 EUR/t nachgaben.

Am deutschen Rapsölmarkt ist die Lage zur Vorwoche im Grunde unverändert. Die Rapsölpreise, die in den vergangenen zwei Wochen von den deutlich festeren Palmölpreisen profitierten, haben im Vergleich zur Vorwoche mangels Unterstützung nun um 12 auf 827 EUR/t fob Hamburg nachgegeben. Sie werden zudem von schwächeren Sojaölkursen belastet, die wegen der zuletzt pessimistischen Stimmung im Handelsstreit zwischen den USA und China unter Druck gerieten. Die Sojaölpreise widersetzten sich hingegen den schwächeren Vorgaben aus Übersee und legten im Vorwochenvergleich um 3 auf 703 EUR/t zu. 

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