Informationen zu Ölsaaten-, Pflanzenöl- und Ölschrotpreisen

Kommentar: 02.02.2023 (AMI) – Die Rapsnotierungen an der Pariser Börse änderten in der laufenden Handelswoche die Richtung und legten zu. So schloss der Fronttermin Februar am 31.01.2023 bei rund 552 EUR/t und damit knapp 19 EUR/t über dem Niveau der Vorwoche. Auch der August-Kontrakt tendierte fester und legte binnen fünf Börsentagen rund 13,50 auf 543,50 EUR/t zu. Ausschlaggebend für die Aufwärtskorrektur waren neben festen Palmölnotierungen in Kuala Lumpur auch feste Sojanotierungen in Chicago, nachdem ausbleibende Niederschläge in Argentinien die Sorge um deutliche Ertragseinbußen schürten. Der Trendwechsel reduziert die Umsätze am Kassamarkt auf ein Minimum. Vereinzelt vermarkten Erzeuger Kleinstmengen der Rapsernte 23, von nennenswerten Umsätzen kann jedoch nicht gesprochen werden. Allerdings rückt die Vermarktung der Sonnenblumenernte 23 in den Fokus. Auf Erzeugerstufe wurden die Gebote für Raps der Ernte 22 angehoben. So werden aktuell im Bundesdurchschnitt 515 EUR/t genannt, was einem Anstieg von 8,30 EUR/t gegenüber Vorwoche entspricht. Die Meldungen aus den einzelnen Bundesländern rangieren dabei in einer Spanne von 475-538 EUR/t. Auch die Vorkontraktpreise der Ernte 23 wurden um 5,40 auf 510,30 (486-526) EUR/t angehoben. Ölmühlen verweisen auf ihre gute Deckung und warten vorerst ab, lediglich für den dringenden, vorderen Bedarf werden kleinere Mengen geordert. So bestimmt die Abwicklung bestehender Kontrakte auf allen Marktstufen das Tagesgeschehen. Angesichts der Aufwärtskorrekturen an der Pariser Börse wurden die Gebote auf Großhandelsstufe angehoben. So sind franko Niederrhein am 01.02.2023 bis zu 561 EUR/t für prompte Partien möglich, 16 EUR/t mehr als noch in der Woche zuvor. Für Partien franko Hamburg zur Lieferung ab Februar werden mit 540 ebenfalls rund 16 EUR/t mehr verlangt. Die Entwicklung der Feldbestände gibt momentan keinen Anlass zur Sorge. Die Vegetationsbedingungen, mit aktuell optimalen Temperaturen leicht über Null und ausreichenden Niederschlagsmengen, sind günstig.

In der zurückliegenden Berichtswoche haben sich die Rapsschrotpreise am heimischen Markt befestigt. Am 31.01.2023 wurden prompte Partien im Bundesdurchschnitt mit 374 EUR/t bewertet, ein Plus zur Vorwoche von 9 EUR/t. Ausschlaggebend ist das mangelnde Angebot. Es ist schwierig zeitnah an fob-Partien zu gelangen. Dringend benötigte Ware muss ab Hafen bezogen werden, was zum einen Aufgelder gegenüber den Partien im Landesinneren bedeutet und zudem über weite Strecken transportiert werden. Damit scheint der rückläufige Preistrend vorerst beendet zu sein. Hatten Marktteilnehmer noch in den ersten Januarwochen auf weitere Vergünstigungen gehofft und abgewartet, erscheint nun mehr Nachfrage am Rapsschrotmarkt. Konventionelles Sojaschrot verteuert sich ebenfalls. Im Schnitt wird prompte Ware mit 44 % ProFett für 575 EUR/t offeriert und damit rund 25 EUR/t über Vorwochenlinie. Die Börsennotierung für Sojabohnen klettern mit Blick auf die vertrocknende argentinische Sojabohnenernte weiter nach oben und ziehen die Preise für Nachprodukte mit. GVO-freie Partien drehen ebenfalls ins Plus. Die Forderungen legten im Vergleich zur Vorwoche um 31 EUR/t auf 626 EUR/t zu.

Auch in der laufenden Handelswoche setzen die Forderungen für Rapsöl ihre Abwärtsbewegung fort. So werden Partien zur Lieferung ab Februar aktuell für 1.080 EUR/t fob deutscher Mühle offeriert. Auf Wochensicht entspricht das einem Minus von 15 EUR/t. Zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr kostete Rapsöl noch rund 480 EUR/t mehr. Etwas weniger deutlich fällt die Preiskorrektur für Partien fob Niederlande aus, mit 1.050 EUR/t werden hier für prompte Partien rund 5 EUR/t weniger verlangt als noch in der Woche zuvor. Damit widersetzt sich die Preisentwicklung den jüngsten Rapskursbewegungen in Paris, wo der Fronttermin zuletzt kräftig zulegte. Unter Druck gerieten die Forderungen durch eine verhaltene Nachfrage bei mehr als ausreichendem Angebot. Hinzu kommen rege Rapsimporte aus Australien. Die unerwartet deutlichen Aufwärtskorrekturen in Paris reduzierten die Umsätze auf ein Minimum. Marktteilnehmer agieren zurückhaltend und warten die weiteren Entwicklungen ab. Lediglich der vordere und dringende Bedarf wird gedeckt. Auch seitens des Energiesektors bleibt es ruhig. Die Margen sind zwar weiterhin recht attraktiv, allerdings nicht mehr ganz so zugkräftig wie noch vor zwei Wochen. Auch in diesem Marktsegment überwiegt aktuell abwartende Haltung.

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