Informationen zu Ölsaaten-, Pflanzenöl- und Ölschrotpreisen

Kommentar:

16.05.2019 (AMI) – Die Kursschwäche in Paris ist zwar vorerst gestoppt, den Kassamarkt kann das aber nicht beleben. Die ohnehin bereits lahmen Umsätze wurden von der Schwäche an den Vortagen vollständig gebremst. Die vereinzelten Partien, die Erzeuger jetzt verkaufen, um ihre Lager für die kommende Ernte vorbereiten zu können, werden nur mühsam und mit Abschlägen untergebracht. Ölmühlen zeigen Kaufinteresse nur auf Lieferpositionen in der nächsten Saison. Und auch dafür ist das Interesse vorerst erlahmt. Im Vergleich zur Vorwoche haben die Großhandelspreise für alterntigen Raps durchweg 5 EUR/t nachgegeben, wobei am Niederrhein mit 370 EUR/t noch am meisten genannt wird, franko Rostock sind 361 EUR/t im Gespräch. Hinsichtlich der kommenden Ernte haben Großhandelspreise nicht ganz so stark verloren, gaben aber immerhin auch um 3 EUR/t zur Vorwoche nach. Damit wird die Differenz zwischen den Preisen etwas geringer, aber Raps der Ernte 2019 wird auf Großhandelsebene weiterhin etwas niedriger bewertet. Anders auf Erzeugerstufe, hier stehen die ex Ernte-Preise weiterhin über denen für alterntige Partien, allerdings hat sich der Abstand etwas verringert, weil teilweise die Gebote für neuerntige Ware deutlich zurückgenommen wurden. Die wenigen alterntigen Partien, die noch verfügbar sind, werden mit 345,60 EUR/t bewertet und damit 2,50 EUR/t unter Vorwochenlinie. Ex Ernte werden 349 EUR/t genannt. Erzeuger sind weiterhin in Sorge um ihre Rapsfeldbestände und gehen daher kaum auf Offerten ein. Deutschlandweit geht die Rapsblüte zu Ende. In einigen Regionen mit knapper Wasserversorgung haben die Pflanzen, wie schon im Vorjahr, ein Teil ihrer Blüten abgeworfen. Vor diesem Hintergrund hat der DRV seine Ertragsschätzung auf 34,3 dt/ha zurückgenommen. Dies würde das schwache Vorjahresergebnis von 30 dt/ha zwar deutlich übertreffen, bliebe aber dennoch weit unter dem Durchschnitt von 38 dt/ha. Das und die reduzierte Anbauflächenschätzung des Statistischen Bundesamtes von nur noch 0,89 Mio. ha würde gegenwärtig eine Rapsernte in Höhe von 3 Mio. t ergeben. Damit wurde die Vormonatsschätzung um 0,2 Mio. t gekürzt, das Vorjahresergebnis liegt bei 3,7 Mio. t, der langjährige Durchschnitt bei 5,1 Mio. t.

Am Rapsschrotmarkt war es zu Beginn der Woche noch ruhig. Dann kam aber etwas Leben in den Markt, weil das Interesse an Kontrakten stark gestiegen ist. Bei physischer Ware sieht die Lage allerdings anders aus. Da diese etwas teurer ist als Rapsschrot auf dem Papier, wird hier weniger gehandelt, obwohl die Preise schwächeln. Mit durchschnittlich 202 EUR/t wurde am 14.05.2019 das niedrigste Niveau seit Juli 2018 erreicht. Mischfutterbetriebe haben bisher zu höheren Preisen gekauft und werden gerade deshalb nun auf Vergünstigungen warten.

Am Sojaschrotmarkt gaben die Preise zunächst innerhalb der vergangenen 7 Tage nach. Zuletzt sind sie gestiegen, dabei nutzten die Ölmühlen die festeren Kurse der Nachtbörse in Chicago, um ein paar Euro gut zu machen. Sojaschrot dürfte bei dem aktuell niedrigen Preisniveau unverändert solide nachgefragt werden. Diese knackten fast die 270 EUR/t, das war in den vergangenen 7 Jahren nur 4 Mal der Fall.

Die Geschäfte an den Pflanzenölmärkten laufen in dieser Woche schleppend. Die Rapsölpreise haben im Vergleich zur Vorwoche um 2 auf 727 EUR/t zugelegt. Gestützt werden die Rapsölpreise von einer soliden Nachfrage, die zwar nicht gerade lebhaft ist, aber wenigstens vorhanden. Sojaöl ist durch die Anhebung der Zölle, auf US-amerikanischer und auf chinesischer Seite, in Chicago stark unter Druck geraten. Am europäischen Sojaölmarkt spiegelt sich dieser Kursverlauf allerdings nicht wider. Die Sojaölpreise haben um 8 auf 641 EUR/t zugelegt.

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