Informationen zu Ölsaaten-, Pflanzenöl- und Ölschrotpreisen

Kommentar:

21.03.2019 (AMI) – Von der Terminbörse in Paris erhält der hiesige Kassamarkt keine Unterstützung mehr. Ihre Gewinne haben die Rapskurse größtenteils wieder abgegeben, das Niveau von 360 EUR/t ist längst wieder unterschritten. Die Branche rechnet mit hohen Importen aus Kanada und der Ukraine in den kommenden Monaten, das setzt die Terminkurse weiter unter Druck und lässt auch am Kassamarkt keine großen Preissteigerungen zu. Denn Ölmühlen sehen wegen des absehbar steigenden Importangebots keinen Grund, heimischen Raps zu kaufen. Erzeuger, die teilweise noch große Mengen aus der alten Ernte vor sich herschieben, sind verzweifelt. Mancher bereut sogar die 360 EUR/t, die ihm vor sechs Wochen geboten wurden, nicht akzeptiert zu haben. Sich jetzt mit 343 EUR/t zufriedengeben, ist keine Alternative. Doch die Hoffnung auf Preissteigerungen im Übergang auf die Ernte 2019 dürfte sich mit der Aussicht auf steigende Importe ein ganzes Stück weit zerschlagen haben – sie öffnen den Preisspielraum weiter nach unten.

Die Lage am Rapsschrotmarkt ist nach wie vor eher ruhig, mit geringen Umsätzen. Es besteht kaum Kaufinteresse aus der Mischfutterindustrie. Wenn überhaupt, wird auf den vorderen Positionen gehandelt, spätere Liefertermine werden fast gar nicht nachgefragt. Die Preise haben sich nicht großartig verändert und liegen mit 220 EUR/t für prompte Ware auf dem Niveau von vor zweieinhalb Wochen. Solange die Preise nicht steigen oder sogar zurückgehen, kaufen Mischfutterhersteller so gut wie nichts und warten auf weitere Vergünstigungen. Am Sojaschrotmarkt sieht es ähnlich aus. Die Nachfrage ist weiterhin gering, weshalb nur kleine Mengen umgesetzt werden. Mischfutterhersteller sind immer noch so gut gedeckt, dass sie weitere Preisnachlässe abwarten können. Erst wenn die Preise stark ansteigen schlagen die Käufer zu, weil dann keine weiteren Vergünstigungen mehr in Aussicht stehen.

Die Rapsölpreise haben sich gegenüber der Vorwoche kaum verändert, mit 715 EUR/t fob Hamburg wurde 1 EUR/t weniger verlangt. Dem Einfluss schwacher Rapsterminkurse konnten sich die Preise damit weitgehend widersetzen, das liegt auch an der lebhafteren Nachfrage. Die wurde durch den Preisrückgang vor zwei Wochen entfacht. Der Spielraum für weitere Preisanpassungen nach oben ist nun allerdings begrenzt. Das liegt an der schwächeren Tendenz der anderen Pflanzenöle, aber auch daran, dass Biodieselkäufer allmählich auf Sommerware (Soja- und Palmmethylester) umstellen, die ab Mitte April den Markt für die kommenden sechs Monate bestimmen wird.

Für Sojaöl wurden mit 655 EUR/t fob Hamburg zuletzt 5 EUR/t weniger verlangt als in der Vorwoche. Den internationalen Sojanotierungen fehlen richtungsweisende Impulse, insbesondere Sojaöl zeigt sich unentschlossen. Lediglich börsentechnische Einflüsse bestimmen den Kursverlauf, während die Verhandlungen zwischen China und den USA ein großer Unsicherheitsfaktor am Markt bleiben.

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