Informationen zu Ölsaaten-, Pflanzenöl- und Ölschrotpreisen

Kommentar:

von Steffen Kemper, 20.09.2018 (AMI) – Wegen niedriger Pegelstände sind entlang der Rheinschiene Rapslieferungen an die Ölmühlen zuletzt teilweise per LKW abgewickelt worden. Die Mühlen halten ihre Prämien relativ stabil, was nicht gerade für eine große Nachfrage spricht. Die Kassapreise orientieren sich somit in der Hauptsache am Terminmarkt. Die Rapskurse tendieren zwar fester aber große Sprünge blieben zuletzt aus, so auch am hiesigen Kassamarkt. Die Einkaufspreise für Inlandsraps vom Erzeuger wurden zuletzt bei 359 EUR/t im Bundesmittel festgestellt, was gerade einmal 1 EUR/t mehr als in der Vorwoche waren. Anbieter warten vor diesem Hintergrund eher ab, sodass die Geschäfte in ruhigen Bahnen verlaufen. Käufer konzentrieren sich dem Vernehmen nach auf Liefertermine im letzten Quartal von 2018, während der Bedarf für September bei den meisten durch Rapsimporte aus der Ukraine gut gedeckt sein soll.

Die Rapsschrotpreise zeigen sich relativ stabil. Mit 245 EUR/t im Bundesdurchschnitt liegen sie zwar rund 3 EUR/t unter Vorwochenlinie, sind aber zuletzt nicht weiter gesunken. Die Sojaschrotpreise haben ihren Rückgang beendet und konnten auf Wochensicht sogar zulegen. Für 44er Sojaschrot wurden zuletzt 304 EUR/t gefordert, 49er Ware kam auf 331 EUR/t – das waren jeweils 6 EUR/t mehr als eine Woche zuvor. Hinter den stabilen Ölschrotpreisen verbirgt sich allerdings kaum Umsatz. Unterstützung kommt lediglich vom Terminmarkt. An den Ölschrotmärkten geht es Marktteilnehmern zufolge sehr ruhig zu, da die meisten Mischfutterbetriebe vorne, teilweise auch schon bis Januar 2019 gut gedeckt sind. Die Versorgung ist vorerst gesichert und die Nachfrage demzufolge überschaubar.

Nach der Schwächephase, die den gesamten Pflanzenölsektor in den vergangenen zwei Wochen unter Druck gesetzt hatte, haben sich die Großhandelspreise für Pflanzenöl zuletzt durch die Bank weg befestigt. Deutlich zugelegt haben die Preise für Sojaöl. Mit 638 EUR/t fob Hamburg wurden 13 EUR/t mehr genannt als in der Vorwoche. Auch hier kommt die feste Tendenz vom Terminmarkt. Die Sojaölkurse in Chicago haben auf Wochensicht rund 1,2 % fester geschlossen und die höheren Palmölpreise ziehen das konkurrierende Sojaöl mit nach oben. Mit einem Plus von 5 EUR/t gegenüber Vorwoche auf 730 EUR/t fob Hamburg ist der Preisauftrieb bei Rapsöl weniger deutlich ausgefallen. Zwar fehlen aktuell Nachfrageimpulse aus der Biodieselindustrie und die Umsätze am Markt sind sehr überschaubar, dennoch können die Forderungen vor dem Hintergrund der knappen Rohstoffverfügbarkeit und der bevorstehenden saisonal üblichen Nachfragebelebung im Herbst das hohe Niveau halten.

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