Informationen zu Ölsaaten-, Pflanzenöl- und Ölschrotpreisen

Kommentar:

von Benita Burghard, 20.07.2017 (AMI) – Landwirte in Deutschland haben mit der Rapsernte begonnen, die allerdings bald darauf schon durch Regenfälle unterbrochen wurde, sodass umgehend Aufgelder für prompte Ware durchgesetzt werden konnten. Davon abgesehen hat sich an der Marktlage in Deutschland jedoch wenig verändert. Für die Ölmühlen ist die Erlössituation mit Rapsnachprodukten weiterhin unbefriedigend. Nach wie vor fehlt es an Nachfrageimpulsen aus dem Biodieselsektor, sodass die Rapsölpreise keine weitere Befestigung finden können. Aber auch die sinkenden Rapsschrotpreise belasten die Verarbeitungsmarge. Die Mühlen halten ihre Prämien somit nach wie vor relativ konstant, während die Terminkurse, schwächeren Vorgaben aus Chicago folgend, deutlich nachgegeben haben. Daher tendieren die Rapsreise gegenüber Vorwoche schwächer und sorgen so für  fortgesetzte Zurückhaltung bei den Anbietern. Mit laufender Ernte beleben sich die Verkäufe nur geringfügig. Das Preisniveau entspricht derzeit häufig nicht den Vorstellungen der Erzeuger, gleichzeitig ist in 2017 mit einer erneut engen Versorgungsbilanz zu rechnen. Beides könnte dazu führen, dass die aktuell noch nicht kontrahierten Mengen in stärkerem Maße als sonst üblich eingelagert werden. Rapsanbieter warten auf Preisimpulse. Bei schwachem Rapsschrotgeschäft müssten diese von der Rapsölnachfrage kommen. Hier geht es jedoch nach wie vor unerwartet ruhig zu. Zwar wurde in den vergangenen Wochen von einer belebten Biodieselnachfrage berichtet, die breite Masse der Beimischer scheint sich am Markt aber noch zurückzuhalten. Die Einkaufspreise für Inlandsraps vom Erzeuger lagen zuletzt bei 351 EUR/t und damit 6 EUR/t unter Vorwoche. Der Preisvorsprung gegenüber Vorjahresniveau ist damit von 25 EUR/t in KW 28 auf aktuell 14 EUR/t zurückgeschmolzen.

Avisierten Regenfälle kommen US-Sojabeständen zugute und heben die Erwartung an Qualität und Ertrag. Dementsprechend wächst auch am deutschen Sojaschrotmarkt auf der Käuferseite die Zuversicht auf eine reichliche Versorgung 2017/18. Die Forderungen wurden wieder zurückgenommen. Das kann die Käufer jedoch nicht animieren und der Markt zeigt sich weiterhin umsatzschwach, denn jetzt spekulieren die Mischfutterbetriebe auf weitere Vergünstigungen. Am Rapsschrotmarkt sind, außer für Liefertermine im August, derzeit mehr Käufer als Verkäufer aktiv, allerdings fast ausschließlich Händler, die in dem Bemühen ihre Versorgung abzusichern vermehrt Kaufanfragen bei den Ölmühlen stellen. Nachdem diese aber bereits größere Menge vorkontrahiert haben, halten sie sich mit weiteren Verkäufen nun eher zurück. Mischfutterhersteller signalisieren momentan sehr wenig Kaufinteresse für Rapsschrot und sind am Markt kaum aktiv.

Nachdem die Pflanzenölkurse genau vor einer Woche scharf angezogen waren, gaben sie nahezu stetig ihre Gewinne wieder ab. Sojaöl rutscht so an der Börse in Chicago 2 % unter Vorwochenlinie. Am Kassamarkt in Rotterdam verlieren die Liefertermine bis September 15 EUR/t zur Vorwoche, wo promptes Sojaöl aktuell mit 720 EUR/t fob bewertet wird, während spätere sogar 20 EUR/t nachgeben. Demgegenüber kann sich Rapsöl besser behaupten und baut so seinen Preisabstand zum Sojaöl wieder aus. Mit 738 EUR/t fob Niederlande zur Lieferung ab August ist es 28 EUR/t teurer als Sojaöl und auch nur 5 EUR/t günstiger als in der Vorwoche. Mit den starken Bewegungen am Währungs- und Rohstoffmarkt geht das Kaufinteresse wieder zurück. Außerdem ist das Angebot in Deutschland vergleichsweise teuer. So liegt die Preisdifferenz zwischen Holland-Papier und fob Deutschland bei rund 10 EUR/t. Da steigen keine Käufer ein. Gleichzeitig ist das Angebot an Rapsöl auch schon sehr gut verkauft. So gibt es nur noch an sehr wenigen Standorten nennenswerte Mengen zur Lieferung im August.

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