Informationen zu Ölsaaten-, Pflanzenöl- und Ölschrotpreisen

Kommentar:

von Steffen Kemper, 18.01.2019 (AMI) – An der Terminbörse in Paris geht es impulslos zu, leichte Kursan- und -abstiege wechseln sich fast täglich ab, eine klare Richtung fehlt. Mit 368,75 EUR/t schlossen die Kurse zuletzt nur marginal um 0,25 EUR/t über Vorwochenlinie. Damit liefern die Terminkurse keine Impulse für den hiesigen Kassamarkt, an dem vor allem die Erzeuger unzufrieden mit dem Preisniveau sind und auf Befestigung warten. Doch auch von den Ölmühlen kommen weiterhin keine Impulse, da sie sich mit dem Rohstoffeinkauf eher zurückhalten, zumal sie nur wenig Rapsschrot an die Mischfutterindustrie absetzen können. Nur vereinzelt treten sie daher auf den vorderen Terminen als Käufer in Erscheinung. Die Ernte 2019 ist bei den meisten ebenfalls noch kein Thema. Grund für die Zurückhaltung soll auch die immer noch gute Abdeckung vieler Verarbeiter auf den vorderen Positionen sein. Immerhin hat sich die Situation auf den Flüssen wieder entspannt, denn die Pegel sind gestiegen und der Schiffsverkehr hat sich normalisiert. Doch auch wenn nun wieder geringere Frachtkosten erhoben werden, kann das die Kaufbereitschaft der Ölmühlen offenbar nicht wecken. Hatte man das verhaltene Geschäft der vergangenen Monate vor allem auf die Kleinwasserproblematik zurückgeführt, müssen Anbieter nun erkennen, dass die Nachfrage grundsätzlich gering ist. Ohne Unterstützung vom Terminmarkt und bei fortgesetzter Zurückhaltung der Ölmühlen werden die Erzeuger auch weiterhin den Fuß auf der Bremse halten. Sie hoffen wenigstens im Übergang auf die Ernte 2019 höhere Forderungen durchzusetzen, wenn sich bei dem einen oder anderen Verarbeiter kurzfristige Versorgungslücken auftun könnten. Überraschend ist die Haltung der Landwirte nicht, da die Erzeugerpreise kurz nach der Ernte 2018 im Schnitt noch rund 10 EUR/t höher lagen als aktuell. Wer zum damaligen Preisniveau eingelagert hat, hält die Ware nun zurück, um keinen Verlust zu machen.

Die Sojaschrotpreise konnten das Vorwochenniveau nicht halten. Für Ware mit einem ProFett-Gehalt von 49 % wurden zuletzt im Schnitt 332 EUR/t gefordert. 44er Ware wurde bei 308 EUR/t festgestellt. Ware beider Qualitäten hat sich damit um 11 EUR/t gegenüber Vorwoche vergünstigt. Vor allem die Vorgaben aus Chicago bestimmen die Preisentwicklung. Dort haben die Schrotkurse im Wochenverlauf 2,6 % an Wert verloren und dieser Rückgang überträgt sich auch auf den hiesigen Markt. Die Rapsschrotpreise befinden sich weiterhin in der Rückwärtsbewegung. Zuletzt wurden die Forderungen im Bundesdurchschnitt auf 236 EUR/t gekürzt und verfehlen die Vorwochenlinie damit um 4 EUR/t und den Vormonat sogar um 23 EUR/t. Die meisten Mischfutterbetriebe sind auf den vorderen Positionen ausreichend mit Ware versorgt und müssen keine ergänzenden Mengen zukaufen, zumal sich die Mischfutternachfrage vor Weihnachten deutlich beruhigte und bislang noch nicht wieder angezogen hat.

In der vergangenen Handelswoche hatten die Rapsölpreise aufgrund des knappen Angebotes auf den vorderen Lieferterminen noch kräftig zugelegt und 750 EUR/t fob Hamburg erreicht. Die Lücken, die das Niedrigwasser im Dezember gerissen hatte, sind noch nicht wieder gefüllt. Aktuell wird das Rapsölangebot aber vor allem durch die geringere Verarbeitung der Ölmühlen limitiert, weil sich Rapsschrot nur schwer verkaufen lässt, aber auch weil die Rohstoffanlieferung an die Ölmühlen überschaubar bleibt. Hier macht sich die kleine Rapsernte 2018 in Kombination mit Zurückhaltung auf Erzeugerseite bemerkbar. Auch wenn die Rapsölpreise zuletzt nur noch bei 738 EUR/t fob Hamburg und damit 12 EUR/t unter Vorwochenlinie festgestellt wurden ist dies aber immer noch ein Plus von 26 EUR/t gegenüber dem Niveau von vor zwei Wochen.

Die Sojaölpreise haben sich um weitere 10 auf aktuell 640 EUR/t fob Hamburg befestigt, was zugleich einem 6-Wochenhoch entspricht. Vom internationalen Terminmarkt kam zuletzt jedoch keine Unterstützung mehr. Obwohl größere Sojaölgesuche aus Ägypten und dem Iran sowie die Aussicht auf Ertragseinbußen in Brasilien eigentlich Kursauftrieb bringen müssten, bewegen sich die US-Notierungen für Sojaöl sogar leicht unter Vorwochenlinie.

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