Informationen zu Ölsaaten-, Pflanzenöl- und Ölschrotpreisen

Kommentar:

von Benita Burghard, 11.01.2018 (AMI) – Die Rapsölnachfrage aus der Biodieselindustrie ist sehr gering, es scheint, dass Biodieselhersteller für das erste Quartal 2018 besser eingedeckt sind als erwartet. Zudem ergänzen Biodieselimporte seit Mitte Dezember das Angebot. Das begrenzt die Erlösmöglichkeiten der Ölmühlen mit Rapsöl und dämpft somit deren eigene Rohstoffnachfrage. Sie halten ihre Prämien auf Rapssaat daher unverändert oder haben sie leicht zurückgenommen. Aber zumindest die festeren Rapsterminkurse in Paris bescheren leichte Preissteigerungen, auch auf Erzeugerebene. Trotzdem liegen die Forderungen weiterhin deutlich unter Vorjahr, sodass viele Landwirte nicht bereit sind Ware abzugeben. Zuletzt lag der Preis für Inlandsraps vom Erzeuger bei 343 EUR/t im Bundesdurchschnitt, leichte 2 EUR/t mehr als in der Vorwoche aber 57 EUR/t weniger als zum Vergleichszeitpunkt 2016. Die Kontraktpreise für die Ernte 2018 konnten sich auf 337 EUR/t befestigen.

In der vergangenen Woche hatte sich die Rapsschrotnachfrage belebt, Mischfutterhersteller und Handel zeigten sich interessiert an Ware zur Lieferung im Zeitraum Februar bis April 2018 und es wurde die eine oder andere Partie gehandelt. Mittlerweile hat sich die Nachfrage wieder etwas beruhigt, festere Rapsterminkurse liefern allerdings nach wie vor Preisunterstützung. Am 09.01.2018 lagen die Forderungen bei 192 EUR/t und damit 7 EUR/t über Vorwoche. Die Sojaschrotnachfrage ist anhaltend gering. Vor dem Hintergrund einer avisiert reichlichen globalen Versorgung spekulieren viele auf Preisnachlässe und kaufen tendenziell nur das Nötigste. Für Sojaschrot mit Proteingehalt 44 % lagen die Forderungen am 09.01.2018 bei 303 EUR/t und damit 13 EUR/t über Vorwoche. 49er Ware kam auf einen Durchschnittspreis von 327 EUR/t, ebenfalls ein Plus von 13 EUR/t auf Wochensicht.

Nach dem Weihnachtsurlaub kehrt langsam wieder Aktivität am Markt für Pflanzenöle ein. Allerdings mit eher überschaubaren Umsätzen. Bei Sojaöl gab es keine relevanten Impulse. Sowohl die Notierungen für US-Sojabohnen, als auch für US-Sojaöl haben sich in der vergangenen Woche kaum verändert. Entsprechend stabil tendieren die Forderungen für Sojaöl am inländischen Kassamarkt. Fob Hamburg wurden 730 EUR/t verlangt, 5 EUR/t über Vorwochenlinie. Auch die Rapsölpreise konnten sich auf dem relativ niedrigen Niveau behaupten. Mit 720 EUR/t fob Hamburg, lagen die Forderungen rund 5 EUR/t über dem Niveau der vergangenen Woche. Zum Vergleich: Mitte Januar 2017 wurden 880 EUR/t verlangt, das waren knapp 20 % mehr als derzeit.

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