Informationen zu Ölsaaten-, Pflanzenöl- und Ölschrotpreisen

Kommentar:

von Steffen Kemper, 15.11.2018 (AMI) – Am Rapsmarkt geht es weiterhin ruhig zu, da beide Seiten nur bedingt zu Zugeständnissen bereit sind. Die Ölmühlen zahlen Preise bis maximal 393 EUR/t, Abgeber wollen aber mindestens 395 EUR/t für ihre Ware haben. Auf den vorderen Positionen sind die meisten Verarbeitern aber ohnehin gut gedeckt, sodass allenfalls noch kleinere Lücken zu stopfen sind. Die meiste Ölmühlen konzentrieren sich nun auf Termine im neuen Jahr. Die niedrigen Flusspegel sind weiterhin ein Problem. Der Transport per Schiff ist oft nicht oder nur teilweise beladen möglich und es werden deutliche Frachtaufschläge erhoben. Vor allem entlang der Rheinschiene könnte sich die Situation noch bis ins Frühjahr hinziehen, da sich der Rhein aus dem Bodensee speist, dessen Hauptwasserzufuhr die Schneeschmelze ist. Die Rapserzeugerpreise profitieren von der Kleinwasserproblematik und den auf Wochensicht festeren Vorgaben aus Paris. Sie wurden zuletzt bei 362 EUR/t im Bundesdurchschnitt und damit 2 EUR/t über Vorwochenlinie festgestellt.

Am Rapsschrotmarkt geht es äußerst ruhig zu. Dem Vernehmen nach, sind in der aktuellen Handelswoche so gut wie keine Käufer aktiv. Es wird allenfalls vereinzelt eine LKW-Ladung angefragt, die dann aber mit kräftigen Preisaufschlägen aufgrund logistischer Probleme versehen wird. Denn auch am Rapsschrotmarkt ist die prekäre Lage auf den Flüssen spürbar. Es heißt, dass die Ölmühlen aber durchaus noch einige Partien vorrätig haben. Wegen gut gedeckter Mischfutterhersteller und der fortwährenden Logistikprobleme könnte die Ware aber noch einige Wochen im Lager schlummern. Bis Jahresende wird sich an der ruhigen Marktlage kaum etwas ändern. Rapsschrot zu sofortigen Lieferung kostete zuletzt 248 EUR/t im Bundesdurchschnitt und damit 16 EUR/t mehr als in der Vorwoche. Auch Sojaschrot wird derzeit kaum umgesetzt. Marktteilnehmer berichten von einem impulsarmen Handel und Käufern die vor allem eines tun – abwarten. Dabei ist es die Kombination aus gut gefüllten Mischfutterlagern und der Spekulation auf Preisnachlässe für Sojaschrot in den Monaten nach Abschluss der US-Sojaernte.

Die Rapsölpreise tendieren leicht fester, mit 760 EUR/t fob Hamburg wurden zuletzt 2 EUR/t mehr gefordert als in der Vorwoche. Stabilisierend auf die Preise für Raps und Nachprodukte bis hin zum Biodiesel wirken sich nach wie vor niedrige Flusspegel aus, die den Transport erschweren und verteuern. Die Rapsölpreise profitieren neben logistischen Problemen von festeren Vorgaben aus Paris, wo die Terminkurse auf Wochensicht um 5 auf 380 EUR/t zulegten. Einen deutlichen Preissprung legten die Sojaölpreise hin. Zuletzt wurden 663 EUR/t fob Hamburg genannt und damit 15 EUR/t mehr als in der Vorwoche. 

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