Informationen zu Ölsaaten-, Pflanzenöl- und Ölschrotpreisen

Kommentar:

von Benita Burghard, 19.10.2017 (AMI) – Die Situation am Rapsmarkt bleibt weiterhin unverändert. Das Erzeugerpreisniveau liegt aus Sicht der Landwirte zu niedrig, sodass das Angebot unverändert dünn ausfällt. Zudem gibt es aber auch keine Nachfrage der Verarbeiter, denn viele Ölmühlen sind vorerst noch gut mit Importware aus dem nahen Ausland versorgt. Ein Zustand der noch bis Mitte November andauern könnte. Dementsprechend haben die Mühlen in Deutschland keinen weiteren Bedarf und heben ihre Prämien nicht an, im Gegenteil, sie haben sie sogar noch zurückgenommen. Grund dafür sind aber auch die nach wie vor fehlenden Impulse aus dem Biodieselsektor. Hier kommen die Umsätze nicht wirklich in Gang und gerade die Nachfrage nach Rapsmethylester bleibt verhalten. Trotz zunehmend drängenden Quotenerfüllung für Biodiesel halten sich die Mineralölkonzerne zurück. Teilweise dürfte dies an einer geringeren Dieselnachfrage liegen.

Im August 2017 gab es nach Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft BLE einen Zugang bei den Ölmühlen von 1,11 Mio. t. Ölsaaten in- und ausländischer Provenienz. Davon waren fast 850.000 t Raps und so 12 % weniger als im August 2016. Ähnlich hoch fiel auch die Verarbeitung mit 1,1 Mio. t aus, davon 832.000 t Raps. Das waren 4 % weniger als im Vorjahresmonat. Damit beginnt das laufende Wirtschaftsjahr mit einer kleineren Rapsverarbeitung. Aus Raps wurden im August 352.000 t Öl und 476.000 t Schrot gewonnen. Die Rapsvorräte der Ölmühlen sind ebenfalls gegenüber Vorjahresmonat gesunken. Demgegenüber lagerte bei den Ölmühlen Ende August noch deutlich mehr Rapsöl und unterstreicht damit die schleppende Vermarktung aufgrund der verhaltenen Nachfrage; mit 69.600 t waren es knapp eine Viertel mehr. Demgegenüber war die Höhe der Rapsschrotlagerbestände mit 54.300 nahezu identisch mit dem Vorjahresstand.

Am Sojaschrotmarkt geht es äußerst ruhig zu. Die zurückgenommene USDA-Ernteschätzung für US-Soja hatte in der vergangenen Woche einen Sprung der Sojakurse in Chicago ausgelöst. Auch an den hiesigen Sojaschrotmarkt hat sich das bullische Signal übertragen. Auf den vorderen Positionen schnellten die Sojaschrotpreise am 13.10.2017 um bis zu 10 EUR/t nach oben. Das hat die Nachfrage komplett auf Eis gelegt. Das hat sich bis jetzt auch so fortgesetzt, denn Mischfutterhersteller verweigern den Preisaufschlag. Was für den Sojaschrotmarkt gilt, lässt sich auch auf den Rapsschrotmarkt übertragen. Auch hier gibt es kaum Kaufinteresse. Lediglich auf späteren Terminen wird vereinzelt Ware geordert. In Magdeburg und Wittenberg ist nun auch wieder vorderes Angebot verfügbar, das aber keine Beachtung findet. Zwar haben sich die Rapsschrotpreise nach der Spitze am vergangenen Freitag wieder etwas abgeschwächt, Käufer werden dadurch aber nicht animiert.

Am deutschen Pflanzenölmarkt war es in den zurückliegenden Tagen anhaltend ruhig. Seit dem USDABericht vom 12.10.2017 ist kaum etwas am passiert. Marktbeobachter werten die Oktober-Schätzung des US-Agrarministeriums deutlich weniger bullisch, als es die Börsenakteure in Übersee tun. Die USSojaölkurse tendierten fester, denn die Prognose der US-Versorgungsbilanz fiel erneut enger aus. Für weitere Verunsicherung sorgt allerdings die geplante Reduzierung der US-Biodieselmandate, denn nach wie vor ist unklar, in welcher Höhe diese ausfällt. Marktteilnehmer in Europa sehen die festen Kurse aber mit Skepsis und glauben nicht an eine nachhaltige Trendwende der Notierungen, sie erwarten mittelfristig wieder schwächere Tendenzen. Fob Hamburg kam die abrupte Befestigung der US-Sojanotierungen zumindest noch nicht an, Sojaöl zur sofortigen Lieferung gab leicht auf 733 EUR/t und damit 5 EUR/t gegenüber Vorwoche nach. Sonnenblumenöl fob Rotterdam hielt das Vorwochenniveau von 671 EUR/t. Die bald endende EU-Ernte scheint keinen weiteren Druck mehr auszuüben. Der Euro notierte zudem kaum verändert zur Vorwoche und brachte auch keine Impulse in den Handel. Palmöl cif Rotterdam legte hingegen kräftig zu und wurde zuletzt mit 625 EUR/t bewertet, rund 18 EUR/t über der zurückliegenden Woche. Damit spiegelt die  Preisentwicklung die festeren Kurse an der Börse in Kuala Lumpur exakt wieder.

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