Informationen zu Ölsaaten-, Pflanzenöl- und Ölschrotpreisen

Kommentar: 16.05.2024 (AMI) – Auch wenn sich die Notierungen an der Pariser Börse zum Ende der 19. KW noch aufwärts bewegten, sogar zwischenzeitlich wieder auf den höchsten Stand seit 10 Monaten kletterten, konnte das Niveau zuletzt nicht gehalten werden. Auf Wochensicht bleibt der Fronttermin, trotz des Auf und Abs, unverändert. So schloss der Fronttermin bei 477,50 EUR/t. Anders der August-25-Kontrakt, welcher mit 475 rund 3,75 EUR/t unter dem Niveau der Vorwoche schloss. Kurswirkung zeigten dabei insbesondere die Witterungsbedingungen, sowohl in der EU als auch in Übersee. Angesichts der unveränderten Rapsnotierungen in Paris verharren auch die Offerten für Raps auf Großhandelsstufe auf Vorwochenniveau. So sind franko Hamburg auch weiterhin 466 EUR/t für Partien der Ernte 2024 möglich. Franko Niederrhein werden bei leicht angehobenem Aufgeld (+1) mit 478 EUR/t demgegenüber rund 1 EUR/t mehr in Aussicht gestellt. Die Handelsaktivität bleibt dabei jedoch gering. Marktteilnehmer agieren zurückhaltend und warten die weitere Preisentwicklung ab. Gedeckt wird nur der vordere und dringende Bedarf. Zusätzlich gebremst werden die Umsätze durch die preisgünstige Ware aus Osteuropa. Entgegen den Vorgaben des Terminmarkts wurden die Forderungen für Raps auf Erzeugerstufe weiter angehoben. Mit 434,90 EUR/t sind im Bundesdurchschnitt rund 11,80 EUR/t mehr im Gespräch als noch in der Woche zuvor. Damit erhalten Erzeuger rund 32 EUR/t mehr als noch zum Vorjahreszeitpunkt. Für Partien der Ernte 2024 werden im Mittel 449,40 EUR/t aufgerufen, 8,30 EUR/t mehr. Die Preissteigerungen konnten die Abgabebereitschaft merklich beleben. Aufgrund der aktuellen Witterung herrscht jedoch Vorsicht. Es ist relativ trocken, der Wind zieht die Feuchtigkeit aus den Böden. Noch sind jedoch keine größeren Schäden aufgetreten. Vereinzelt werden noch kleine Restmengen aus der Ernte 23 verkauft, wer an das Überlagern gedacht hatte, wurde durch die erhöhten Erzeugerpreise zur Abgabe überzeugt. Von Verarbeiterseite besteht jedoch nur wenig Bedarf. 

Die heimischen Rapsschrotpreise haben im Bundesdurchschnitt etwas nachgegeben. Im Schnitt waren am 14.5.2024 rund 311 EUR/t im Gespräch, wobei die Preise regional sehr weit auseinanderdriften. Im Westen waren final für Partien zur Lieferung im Mai bereits knapp unter 299 EUR/t möglich, während in der Osthälfte Deutschlands bis zu 327 EUR/t für prompte Ware gefordert wurden. Im Westen ist das Angebot derzeit deutlich größer, auch weil einige Mühlen wegen anstehender Wartungsarbeiten im Juni ihre Lager räumen. Im Osten dagegen bleibt die Ware vor allem auf den vorderen Terminen knapp und teuer, auch weil einige Mühlen Termine teilweise komplett gestrichen haben. Kontrakte für die neue Ernte sind derzeit kaum gefragt und werden nur in geringem Umfang abgeschlossen. Grund dafür ist das immer noch zu hohe Preisniveau, heißt es von Marktteilnehmern. Auch die Preise für Sojaschrot gaben nach dem kräftigen Anstieg in der Vorwoche zuletzt nach. Vor allem die Aussicht auf eine große US-Ernte setzte die Rohstoffnotierungen zuletzt unter Druck, konnte aber die durch Überschwemmungen in Teilen der brasilianischen Sojaanbaugebiete ausgelösten Angebotssorgen nicht ganz ausblenden. Gleichzeitig ist die Nachfrage hierzulande nach wie vor sehr verhalten und trifft auf ein reichliches Angebot. Vor diesem Hintergrund wird GVO-freie Ware mit 585 EUR/t bewertet, ein Minus von 22 EUR/t auf Wochensicht. Auch konventionelle Partien mit 44% Fett haben sich deutlich vergünstigt. Wurden eine Woche zuvor noch 446 EUR/t notiert, waren zuletzt nur noch 424 EUR/t möglich. 

Rapsöl zieht auch weiterhin im Preis an, verliert jedoch etwas an Tempo. Während in der Vorwoche noch 975 EUR/t für Partien zur Lieferung ab Juli im Gespräch waren, werden aktuell 980 EUR/t in Aussicht gestellt. Das Plus wurde dabei insbesondere durch den jüngsten Kursrückgang an der Pariser Börse begrenzt. Vor diesem Hintergrund wurden die Forderungen für Rapsöl fob Niederlande sogar marginal zurückgenommen. So sind hier zur Lieferung ab Mai mit 1.005 EUR/t rund 5 EUR/t weniger möglich als noch in der Woche zuvor. Bislang konnte der Preisrückgang die Nachfrage nach Rapsöl jedoch nicht beleben, dafür wären nach Einschätzung des Handels weitere Abwärtskorrekturen nötig. So bleiben die Umsätze gering. Auch hinsichtlich des Energiesektors sind die Margen nicht zufriedenstellend. Obwohl die Biodieselpreise zuletzt wieder angehoben wurden, passen die Forderungen aktuell nicht überein. Zu hoch bleibt das Preisniveau für Rapsöl. Auch der Lebensmitteleinzelhandel agierte zurückhaltend. Ohnehin konnte der Bedarf, teilweise bis zum 4. Quartal 2024, bereits gedeckt werden. 

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