Informationen zu Ölsaaten-, Pflanzenöl- und Ölschrotpreisen

Kommentar:

25.05.2022 (AMI) –Die Notierungen an der Pariser Börse änderten in der laufenden Handelswoche die Richtung und gaben deutlich nach. So schloss der August-Kontrakt am 24.05.2022 bei 816,75 EUR/t und büßte damit binnen einer Woche 59,25 EUR/t an Wert ein. Unter Druck gerieten die Kurse durch die Aussicht auf eine Aufhebung der indonesischen Exportbeschränkung für Palmöl, nachdem die Regierung Indonesiens Ende April 22 beschlossen hatte, die Ausfuhr von raffiniertem Palmöl zu verbieten. Zudem schmälerte der feste Euro die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Ware am Weltmarkt. Das Auf und Ab der Terminmarktnotierungen reduziert die Handelsaktivität am Kassamarkt auf ein Minimum, alterntige Ware ist ohnehin bis auf kleine Restmengen vermarktet. Logistikprobleme in Australien erschweren zudem den Handel mit Importware. So dürfte diese nach jüngsten Angaben erst im Juli, und damit mit deutlicher Verzögerung und zum Start der kommenden Ernte, in Deutschland eintreffen. Angesichts der fehlenden Niederschläge in den vergangenen Monat bleibt die Abgabebereitschaft der kommenden Ernte gering. Auch wenn Regenschauer, insbesondere in den Küstenregionen und im Norden Deutschlands, die Lage etwas entspannten, bleiben die Mengen weit unter dem Monatsmittel. So sind Trockenstellen auf sandigen Böden schon früher sichtbar als im Trockenjahr 2018. Zusätzlich umsatzhemmend ist die Diskussion um eine Reduzierung der Beimischungsquote für Biodiesel, nachdem die Regierung ankündigte diese bereits 2023 von 7 auf 2,5 % zu senken. Auf Großhandelsstufe werden am 25.05.2022 auf Basis der standortabhängigen Differenz, gültige Offerten werden nur auf Anfrage genannt, bis zu 942 EUR/t für prompte Partien verlangt. Auf Wochensicht entspricht das einem deutlichen Rückgang von 63,50 EUR/t. Die Gebote von Raps der Ernte 22 haben ihren Abstand zu alterntigen Partien etwas verringert. So werden bis zu 827 EUR/t verlangt und damit 57,50 EUR/t weniger als noch in der Woche zuvor. Alterntiger Raps wird in der 21. KW auf Erzeugerstufe mit durchschnittlich 912,60 EUR/t (881,20-944,90 EUR/t) bewertet. Im Vorwochenvergleich entspricht das einem deutlichen Rückgang von knapp 14,20 EUR/t. Auch die Gebote für Raps der Ernte 22 haben an Wert eingebüßt. Im Bundesdurchschnitt werden 806,40 EUR/t (790,40-817,50 EUR/t) verlangt und so 24,60 EUR/t weniger als noch in der vergangenen Woche.

Mit Blick auf die neue Ernte fallen die Preise am Rapsschrotmarkt für alterntige Partien. Jüngst wurden 437 EUR/t gefordert, gegenüber der Vorwoche ist das ein Verlust von rund 53 EUR/t. Das Marktgeschehen ist nahezu zum Erliegen gekommen. Kaufinteresse besteht nicht, während das Angebot, insbesondere im Westen reichlich ist. Im Osten ist das Angebot zwar nicht so üppig wie im Westen, allerdings ist auch hier die Nachfrage gering. Falls Marktteilnehmer vereinzelt etwas benötigen, wird eine größere Transportstrecke in Kauf genommen. Am Sojaschrotmarkt liegen die Forderungen knapp über Vorwochenlinie. Prompte Partien, sowohl 44er als auch 48er Ware, verteuern sich jeweils um 4 auf 492 bzw. 518 EUR/t. Allerdings tendierten diese jüngst ebenfalls preisschwach. GVO-freie Partien vergünstigen sich hingegen binnen einer Woche um 35 auf 719 EUR/t. Auch Sojaschrot ist reichlich verfügbar, Marktteilnehmer sind jedoch versorgt, zudem bleibt das Kaufinteresse bei dem hohen Preisniveau äußerst gering. Das Interesse an GVO-freier Ware wächst allerdings allmählich.  

Die Preise für Rapsöl steige wieder an. So werden fob deutscher Mühle für Partien zur Lieferung ab Juni 22 aktuell 2.160 EUR/t genannt und damit 100 EUR/t mehr als noch in der Woche zuvor. Noch deutlicher fallen die Preisanhebungen für Rapsöl fob Niederlande aus. Mit den aktuell genannten 2.200 EUR/t werden für prompte Partien sogar 120 EUR/t mehr verlangt. Damit widersetzt sich die Preisbewegung für Rapsöl der Entwicklung an den Terminmärkten, nachdem der Fronttermin August in Paris zuletzt binnen einer Woche 59,25 EUR/t an Wert einbüßte. Auslöser dafür war die Aussicht auf eine Aufhebung der indonesischen Exportbeschränkungen für Palmöl sowie ein fester Euro. Indes bleibt die Handelsaktivität am Pflanzenölmarkt auch in der laufenden Handelswoche gering. Vereinzelt werden kleine Mengen prompter Ware gesucht, von einer belebten Nachfrage kann jedoch nicht die Rede sein. Das Kaufinteresse für Partien der nächsten Saison kommt nahezu vollständig zum Erliegen. Ausschlaggebend dafür ist die Unsicherheit über die Ernte 22 sowie die anhaltende Diskussion um eine reduzierte Beimischungsquote von Biodiesel in Deutschland. Somit bleibt auch die Nachfrage seitens des Energiesektors verhalten.

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