Grafik der Woche (KW 19 2021)

Deutschland bleibt wichtigster Rapserzeuger in der EU

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Die EU-Kommission erwartet für Deutschland trotz ungünstigem Vegetationsverlauf 2021 eine größere Rapsernte als im Vorjahr. Das sieht in Frankreich und Polen anders aus.

In Deutschland ist das Wetter seit Anfang März von großen Temperatur-schwankungen geprägt. Nach einer warmen Wetterperiode Ende März bremste der seit 40 Jahren kälteste April das Wachstum der Kulturen. Den-noch stehen die Winterungen bundesweit meist gut da. Bislang sind keine nennenswerten Schäden erkennbar. Die EU-Kommission erwartet eine deutsche Rapsernte in Höhe von 3,8 Mio. t. Das wären 7,5 % mehr als im Vorjahr. Demgegenüber hat in Frankreich der langanhaltende Frost einen Teil der Rapsbestände, die zu diesem Zeitpunkt blühten, schwer getroffen. Zusätzlich beeinträchtigt die Trockenheit die schnelle Regeneration der Be-stände. Nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) kürzte die EU-Kommission die Ernteprognose für Frankreich gegenüber der Vormonatsschätzung um 6 % auf 3,1 Mio. t. Das wären 3,2 % weniger als im Vorjahr. Auch in Polen könnte 2021 weniger Raps geerntet werden: mit geschätzten 2,7 Mio. t würde das Vorjahresergebnis um 8 % verfehlt.

Da das erwartete Plus in Deutschland, Rumänien und Ungarn wird die Rückgänge in anderen Ländern nicht ausgleichen können. Die Rapsernte der EU-27 dürfte deshalb in diesem Jahr mit 16,5 Mio. t voraussichtlich nur um 1 % über dem Vorjahresergebnis liegen, insgesamt aber unterdurch-schnittlich bleiben.

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Grafik der Woche (KW 18 2021)

Pflanzenölpreise steigen weiter

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Die insgesamt angespannte Versorgungslage am internationalen Ölsaatenmarkt mit überwiegend festen Notierungen beflügelt auch die Preise der wichtigsten Pflanzenöle.

Die Pflanzenölpreise erreichten im April das höchste Niveau seit Beginn der Aufzeichnungen der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) im Jahr 1995. Sonnenblumenöl wurde Ende April 2021 mit 1.341 EUR/t fob ARA bewertet und übertraf damit das Vorjahresniveau um mehr als das Doppelte. Unterstützung kam hauptsächlich vom begrenzten Rohstoffangebot in der EU, der Ukraine und Russland. Dies limitiert die Verarbeitung und begrenzt infolgedessen die Verfügbarkeit.

Für Sojaöl wurde in der letzten Aprilwoche fob Deutschland 1.245 EUR/t verlangt und damit ebenfalls doppelt so viel wie zum Vorjahreszeitpunkt. Ausschlaggebend für die kräftige Preissteigerung war die Sorge um ein ausreichendes Rohstoffangebot. Zunächst gab es in Brasilien Ernteverzögerungen bei Sojabohnen. Dann trieben Bedenken um eine unter den Erwartungen liegende Sojaflächenschätzung 2021 für die USA die Preise weiter in die Höhe. Des Weiteren setzte die lebhafte Nachfrage Chinas preistreibende Impulse.

Auch am Rapsölmarkt befürchteten Marktteilnehmer, dass das Angebot in der laufenden Saison knapp werden könnte. Diese Bedenken wurden ebenfalls von der begrenzten Rohstoffverfügbarkeit geschürt. Chinas reges Kaufinteresse heizte die Stimmung zusätzlich an. Mit 1.213 EUR/t fob Deutschland notierte Rapsöl Ende April rund 75 % über Vorjahresniveau.

Palmöl legte im Vorjahresvergleich um 121 % auf 1.055 EUR/t cif Rotterdam am deutlichsten zu. Die Vorräte des zweitgrößten Exporteurs – Malaysia – sollen deutlich schrumpfen, da es dort Corona-bedingt an Arbeitskräften mangelte, was die Produktion drosselte und damit auch das weltweite Angebot.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) bewertet die Preisentwicklung grundsätzlich positiv. Schließlich seien es insbesondere beim Raps neben Fruchtfolgerestriktionen vor allem die Preisanreize, die zu einer wirtschaftlich optimal ausgerichteten Fruchtfolgeplanung führen. Insofern kommen diese Preissignale rechtzeitig zur Aussaatplanung. Die deutschen Ölmühlen seien bei einer Verarbeitungskapazität von über 9 Mio. t Rapssaat vor allem auf deutschen und europäischen Raps angewiesen, um die Nachfrage nach Rapsöl und gentechnikfreiem Rapsschrot für die Tierernährung zu bedienen, stellt der Verband fest.

Angesichts der unsicheren Rahmenbedingungen infolge der Reform der GAP, der Biokraftstoffpolitik oder der Pflanzenschutzpolitik sei ein entsprechendes Preisniveau erforderlich. Die UFOP betont mit Nachdruck, dass diese Preisentwicklung den erforderlichen Trend vorwegnehme, um die von der EU-Kommission gewollte Reduktion des Ertragsniveaus bei allen Kulturarten und die neue Politik der Flächenstilllegung bei den landwirtschaftlichen Einkommen zu kompensieren. Statt mit der Produktion von nachhaltig und treibhausgasoptimierten Rohstoffen Absatzalternativen für die stoffliche und energetische Nutzung zu entwickeln, bremse die EU-Kommission mit ihrer Politik bestehende und bewährte Absatzpfade. Damit verhindere sie ein klares, zukunftsberichtetes Signal für die Hofnachfolgerinnen und -nachfolger. Die UFOP zeigt sich davon überzeugt, dass die Politik der EU-Kommission vom Markt eingepreist werde, ganz so wie die Bepreisung der fossilen CO2-Emissionen, die am Ende des Tages vom Verbraucher getragen werden müsse.

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Grafik der Woche (KW 17 2021)

Terminkurse mit kräftiger Tendenz nach oben

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Sowohl die Notierungen für Raps als auch für Sojabohnen befinden sich seit einigen Monaten im Höhenflug. Raps schloss zuletzt sogar auf Rekordniveau.

Die Rapsterminkurse in Paris haben sich seit Beginn des Kalenderjahres 2021 deutlich befestigt. Mit 595 EUR/t erreichten sie am 22.04.2021 sogar Rekordhöhe. Seither wird das Niveau gehalten. Der Grund für den jüngsten scharfen Preisauftrieb war die Kältewelle in Frankreich. Der Südwesten, der Nordosten und die Normandie sind nach Angaben von Terres Inovia am stärksten von den Auswirkungen betroffen. Dort wurden rund 10 % der Rapsanbaufläche (ca. 90.000 Hektar) aufgrund von Auswinterungsschäden umgebrochen. Mit Blick auf den Vegetationsverlauf werden auch die Erträge frostbedingt regional hinter den Erwartungen zurückbleiben. Die knappe EU-Rapsversorgung 2020/21 hatte die Kurse schon seit Jahresbeginn nach oben getrieben. Die Importe aus dem Baltikum und der Ukraine verloren aufgrund schrumpfender Vorräte an Fahrt. Auch die Lieferungen aus Kanada haben durch das immer kleiner werdende Angebot nachgelassen. Das Land hatte in der ersten Wirtschaftsjahreshälfte Raps im Rekordtempo exportiert. Die knappen Lagerbestände sind deshalb kräftig zurückgegangen. Kanada wird voraussichtlich nur äußerst knapp versorgt in die neue Saison starten.

Auch die Kurse für Sojabohnen in Chicago kennen seit einigen Monaten nur eine Richtung – nach oben. Am Sojabohnenmarkt stehen die Vegetations- und Erntebedingungen in Südamerika und den USA, die lebhafte Nachfrage sowie die unerwartet stark schrumpfenden Vorräte im Fokus. In Brasilien hatte zunächst Trockenheit die Bestellung der Felder und dann starke Regenfälle die Erntearbeiten verzögert. In Argentinien könnte etwas weniger gedroschen werden, da die dortige Trockenheit vermutlich Ertrag gekostet hat. Aufgrund der verspäteten Ernte in Brasilien musste zudem länger als üblich auf US-Soja zurückgegriffen werden. Die US-Läger sind daher stärker geräumt als erwartet. Die Vorräte in den USA waren aufgrund der unerwartet lebhaften Nachfrage aus China ohnehin weiter abgebaut worden als anfänglich prognostiziert. Daher befeuern ungünstige Angebotsprognosen für das nächste Wirtschaftsjahr die Sorgen um Versorgungsengpässe und so die Kurse.

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Grafik der Woche (KW 16 2021)

EU-Biodieselimporte deutlich gesunken

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Nachdem die Biodieseleinfuhren der EU-27 aus Argentinien bereits im Jahr 2019 eingebrochen sind, ist für 2020 ein starker Rückgang der Lieferungen aus Malaysia und Indonesien zu verzeichnen.

Im Kalenderjahr 2020 hat die EU-27 insgesamt 3,1 Mio. t Biodiesel aus Drittstaaten importiert. Das waren rund 16 % weniger als im Vorjahr und 13 % weniger als 2018. Während Argentinien vor zwei Jahren mit ca. 1,65 Mio. t noch fast die Hälfte der EU-Biodieseleinfuhren bestritt, sank dieser Anteil 2020 mit einer Menge von 895.000 t auf nur noch knapp ein Drittel. Das Land schöpft damit das im Januar 2019 mit der EU vereinbarte zollfreie Importkontingent von 1,2 Mio. t nur zu 74% aus. Noch kräftiger brachen 2020 die Lieferungen aus Indonesien ein. Von dort kamen 138.000 t, was einem Rückgang von 83 % gegenüber 2019 entspricht. Während das Land im Vorjahr noch gut ein Fünftel aller Importe stellte, waren es 2020 nur noch 4 %. Zurückgegangen sind zudem die Biodiesellieferungen aus Malaysia. Mit 476.000 t sanken diese um etwa 43 % gegenüber 2019. Die gesunkenen Einfuhrmengen aus Indonesien und Malaysia wurden durch Biodiesel aus anderen Drittländern teilweise kompensiert. Darunter befindet sich vor allem China, das 2020 sogar mehr lieferte als Indonesien und Malaysia zusammen.  

Fast die Hälfte der gesamten Biodieselmengen wird über die Niederlande als Handelsdrehscheibe importiert. Rund ein Drittel der Biodieselimporte gelangt direkt nach Spanien, 15 % nach Belgien.

Die Union zur Förderung von Oel und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) erklärt den geringeren Importbedarf mit einem geringeren Verbrauch von Biodiesel, der von 12,5 Mio. t im Jahr 2019 auf 11,4 Mio. t im Jahr 2020 gesunken ist. Gleichzeitig ist der Verbrauch von Hydriertem Pflanzenöl (HVO) von 2,6 auf 3,6 Mio. t angestiegen.


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Grafik der Woche (KW 15 2021)

EU-Leguminosenanbau wächst auf niedrigem Niveau

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Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) sieht sich durch die aktuelle Schätzung der EU-Kommission zum Anbau von Körnerleguminosen für die Ernte 2021 in ihrer Einschätzung bestätigt, dass der Eiweißpflanzenanbau weiterhin keine ausreichende förderpolitische Begleitung erfährt – gemessen am vorhandenen Anbaupotenzial für die heimische Proteinversorgung und für die Verbesserung der Treibhausgasbilanz bzw. der Biodiversität im Ackerbau. Dadurch sind diese Kulturarten für viele Ackerbaubetriebe in Europa weiterhin keine wirtschaftlich attraktive Alternative. Zur Ernte 2021 wurde der Anbau von Hülsenfrüchten in der EU-27 um rund 3 % ausgeweitet. Dazu beigetragen hat der gestiegene Anbau von Futtererbsen, Soja- und Ackerbohnen.

Zur Ernte 2021 wurde die mit Hülsenfrüchten bestellte Fläche in der EU-27 um ca. 3 % auf 2,5 Mio. ha ausgedehnt. Das wäre zwar das größte Areal seit vier Jahren; dennoch ist dies eine eher ernüchternde Entwicklung, stellt die UFOP kritisch fest. Sojabohnen nehmen wie im Vorjahr mit einer Fläche von 965.000 ha unter den Hülsenfrüchten mit knapp 40 % den größten Anteil ein. Damit wurden die Sojaflächen um 3,2 % gegenüber dem Vorjahr ausgedehnt. Dies wäre nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) ein neuer Rekord. Der Anbau von Futtererbsen wird von der EU-Kommission bei 866.000 ha gesehen, was einer Zunahme um 3,3 % entspricht. Ackerbohnen wurden auf einer um 3,1 % größeren Fläche von rund 459.000 ha gedrillt. Nur die Fläche für Süßlupinen liegt mit 169.000 ha rund 2,3 % unter dem Vorjahreswert.

Aufgrund des Flächenzuwachses für Sojabohnen, Futtererbsen und Ackerbohnen dürfte 2021 auch die Ernte größer ausfallen; dies hängt aber vom Witterungsverlauf der nächsten Wochen ab. Nach derzeitigem Stand könnten mit 2,9 Mio. t rund 10 % mehr Sojabohnen gedroschen werden als im Vorjahr. Während die Erntemengen von Futtererbsen um 6 % auf 2,2 Mio. t und die von Ackerbohnen um 1 % auf 1,2 Mio.t zulegen sollen, dürften mit 227.000 t rund 9 % weniger Süßlupinen geerntet werden, so die EU-Kommission.

Die UFOP stellt klar, dass sich der Erfolg der von der EU-Kommission angestrebten „Farm to Fork“-Strategie auch an der Entwicklung der Anbaufläche dieser Kulturarten ablesen lassen wird. Denn die Kommission hatte die Schaffung von Regionalität und lokaler Wertschöpfung richtigerweise zu einem zentralen Aspekt ihrer Strategie gemacht. Körnerleguminosen sind in Abhängigkeit von den Standortbedingungen eine essenzielle Kulturart zur Erweiterung von Fruchtfolgen in Richtung Nachhaltigkeit und Klimaresilienz.

Zusammen mit Raps und Sonnenblumen als weitere Blühpflanzen tragen diese Kulturarten zur Verbesserung der Biodiversität infolge unterschiedlicher Blühabfolge und der Bodenqualität durch Humus- bzw. Kohlenstoffanreicherung bei. Außerdem wird durch die Einsparung von Stickstoffgaben infolge der N-Bindungsleistung der Körnerleguminosen ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz geleistet. Außerdem trage der Anbau zur Produktion von heimischem, gentechnikfreiem Futter- bzw. Nahrungsprotein bei, das nicht aus Drittstaaten importiert werden müsse.

Die UFOP erwartet daher, dass der ganzheitliche Ansatz der Ökosystemleistung Eingang in die Zielsetzungen der Ackerbaustrategie des Bundeslandwirtschaftsministeriums findet. Dies sei Voraussetzung dafür, dass regional angepasste Fruchtfolgesysteme auch zu einer ökonomischen Nachhaltigkeit in den Ackerbaubetrieben beitragen können. Schlussendlich entscheide jedoch der Verbraucher an der Ladentheke, ob und wie erweiterte Fruchtfolgesysteme mit den gewünschten Ökosystemleistungen auch entlohnt würden.


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Grafik der Woche (KW 14 2021)

Größere globale Rapsernte 2021/22 avisiert

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Nach den jüngsten Schätzungen des Internationalen Getreiderates (IGC) dürfte im kommenden Wirtschaftsjahr weltweit wieder etwas mehr Raps gedroschen werden. Der Verbrauch bleibt nahezu unverändert.

Die vier größten Rapserzeuger der Welt, Kanada, EU, China und Indien dürften nach Angaben des IGC im Wirtschaftsjahr 2021/22 mehr Raps als im Vorjahr ernten. Der Schätzung des IGC zufolge wird die globale Rapserzeugung voraussichtlich von 70,4 Mio. t in 2020/21 auf 72,8 Mio. t in 2021/22 steigen. Der IGC stützt diese Prognose auf eine 2 % größere globale Anbaufläche, aber auch auf Ertragssteigerungen. Mit 72,9 Mio. t dürfte der globale Rapsverbrauch aufgrund der starken Nachfrage in Asien und Europa zwar gegenüber dem Vorjahr marginal zurückgehen. Er bleibt aber auf hohem Niveau.

Die Aussichten auf eine Erholung der globalen Rapsversorgung im Jahr 2021/22 scheinen angesichts der avisiert niedrigen Anfangsvorräte und einer nur mäßigen Produktionssteigerung gering. Die Endbestände 2021/22 werden mit 3,6 Mio. t daher in Vorjahreshöhe erwartet, wobei die Vorräte der drei großen Exporteure Australien, Kanada und Ukraine auf 1 Mio. t (Vorjahr 1,2 Mio. t) schrumpfen dürften. Dies hängt vor allem mit dem Bestandsabbau in Kanada zusammen.

Grundsätzlich werden die Aussichten für den Welthandel 2021/22 (Oktober bis September) letztlich von der Nachfrage der EU-27 und der wichtigsten Abnehmer in Asien abhängen, darunter China, Japan und Pakistan. Die Erntemengen in der EU 27 werden mit 17,3 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2021/22 vorläufig stabil gesehen. Die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) betont, dass eine Ausweitung der Anbaufläche in der EU die wichtigste Voraussetzung zur Verbesserung der Versorgung der europäischen Ölmühlen sei.


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Grafik der Woche (KW 13 2021)

Kanada exportiert mehr Rapsöl in die EU

GdW_1321.jpgKanada hat 2020 mehr Rapsöl ausgeführt als in den Vorjahren. Die größten Mengen gingen wie üblich in die USA und nach China; doch auch die EU-27 meldete sich als Käufer zurück.

Die kanadischen Rapsölexporte erreichten im Kalenderjahr 2020 eine Höhe von knapp 3,4 Mio. t und übertrafen das Vorjahr damit um 7 %, den Fünfjahresschnitt sogar um 13 %. Der Hauptgrund für den Zuwachs ist die stark gestiegene Nachfrage chinesischer Importeure, die auf 1,1 Mio. t bzw. um 26 % gegenüber 2019 angewachsen ist. Das Nachfrageniveau Chinas aus dem Jahr 2018 wurde jedoch um 5 % verfehlt. Die USA kauften mit 1,7 Mio. t zwar eine kleinere Menge als im Vorjahr, sind aber im Ländervergleich immer noch Abnehmer Nummer 1. Weitere wichtige Abnehmer waren Südkorea, Chile und Mexiko.

Mit 48.200 t landet die Europäische Gemeinschaft auf Platz 6 der wichtigsten Destinationen. Dies ist bemerkenswert, denn die EU hatte in den beiden Vorjahren keine einzige Tonne Rapsöl aus Kanada gekauft. Nach Einschätzung der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) ließ die kleine Rapsernte der EU-27 das Kaufinteresse an Rohstoff und Nachprodukten aus Drittstaaten steigen. Gleichzeitig dürften die kanadischen Rapsölanbieter aufgrund attraktiver Weltmarktpreise zum Export motiviert worden sein.


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Grafik der Woche (KW 12 2021)

Mehr Importraps verarbeitet

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Der Anteil von ausländischem Raps an der Verarbeitung deutscher Ölmühlen war in der ersten Saisonhälfte 2020/21 so hoch wie noch nie. Und das obwohl aus einer größeren Rapsernte 2020 wieder mehr Rohstoff zur Verfügung stand.

In der ersten Hälfte des Wirtschaftsjahres 2020/21 wurden in deutschen Ölmühlen rund 4,8 Mio. t Raps verarbeitet, rund 5 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Dies war gleichzeitig die höchste Verarbeitungsmenge seit vier Jahren. In den vergangenen Jahren wurde immer weniger inländischer Raps in den deutschen Ölmühlen verarbeitet. Gut ein Drittel des Rapses stammte in der ersten Saisonhälfte 2020/21 aus dem Inland. Im Vorjahreszeitraum betrug der Anteil noch über 40 %. Vier Jahre ist es her, dass das Verhältnis zwischen Inlands- und Importraps ausgeglichen war. 2016/17 machte Inlandsraps mit einem Anteil von 52 % sogar noch den etwas größeren Teil aus.

Nie war der Anteil von Importraps an der Rohstoffbasis der Ölmühlen größer als in der ersten Hälfte des laufenden Wirtschaftsjahres. Das erscheint in mancher Hinsicht paradox, da die deutsche Rapsernte 2020 mit etwa 3,5 Mio. t wieder größer ausgefallen ist als im Vorjahr (2,8 Mio. t). Nach Einschätzung der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (mbH) verdeutlicht dies, dass der Inlandsanteil an der Rapsversorgung deutscher Ölmühlen nicht allein eine Frage der einheimischen Ernte ist. Auch der Preis ist entscheidend, und da waren Offerten aus dem Ausland für die Verarbeiter in Deutschland offenbar sehr attraktiv.

Die Union zur Förderung von Öl und Proteinpflanzen e.V. weist auf die mit dieser Einkaufspolitik verbundenen Versorgungsrisiken hin, auch angesichts möglicher staatlicher Eingriffe in den Export. Außerdem sind wichtige Lieferländer wie die Ukraine und andere osteuropäische Erzeuger auch von Wetterextremen betroffen, sodass sich das Lieferrisiko in den letzten Jahren erhöht hat. Die UFOP empfiehlt den Verarbeitern daher, ihre Rohstoffversorgung bereits mit der nächsten Rapsaussaat soweit wie möglich zu sichern. Die Förderunion sieht den Agrarhandel in einer entscheidenden Position für die Vermittlung entsprechender Kontrakte.

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Grafik der Woche (KW 11 2021)

FAO-Preisindex für Pflanzenöle und Getreide kräftig gestiegen

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Feste Preise an den internationalen Absatzmärkten für Palm-, Soja-, Raps- und Sonnenblumenöl haben den Preisindex der FAO für Pflanzenöl nach oben getrieben. Auch der Getreideindex hat deutlich zugelegt.

Sowohl der FAO-Index für Pflanzenöl als auch für Getreide ist seit Mitte 2020 kräftig gestiegen. Der FAO-Pflanzenölindex bildet die Preisentwicklung der zehn im Welthandel bedeutendsten Pflanzenöle ab und erreichte im Februar 2021 147 Punkte. Das entspricht einem Anstieg von rund 6 % gegenüber dem Vormonat und ist der höchste Stand seit April 2012. Seit Mai 2020 hat er sich damit fast verdoppelt. Ausgelöst wurde die kräftige Steigerung von den anhaltend festen Preisen für Palm-, Soja-, Raps- und Sonnenblumenöl. Palmöl verteuerte sich im Februar den neunten Monat infolge, getrieben von der Sorge um sinkende Lagerbestände in wichtigen Exportländern.

Auch für Sojaöl gingen die Notierungen im vergangenen Monat weiter nach oben. Die schleppende Sojaernte in Brasilien und das damit verbundene verringerte Angebot wirkte dabei preisstützend. Raps- und Sonnenblumenöl profitierten derweil vom begrenzten Exportangebot der Schwarzmeerregion in der Saison 2020/21 sowie von mäßigen Produktionsaussichten in der EU für 2021. Auftrieb verliehen außerdem die festen Rohölnotierungen.

Der FAO-Getreidepreisindex basiert auf internationalen Exportmarktpreisen für Weizen, Mais, Gerste, Sorghum und Reis und lag im Februar 2021 bei durchschnittlich 126 Punkten. Das stellt einen Anstieg von 1 % gegenüber dem Vormonat und 30 % gegenüber Mitte 2020 dar. Am stärksten stiegen die Futtergetreidepreise, getrieben vom Nachfrageboom in China. Weizen blieb im Februar nahezu unverändert, hier lagen die Preise bereits im Januar aufgrund des lebhaften Kaufinteresses knapp 20 % über dem Vorjahreswert. Und auch bei Reis übersteigt die Nachfrage regional das Angebot.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) bewertet die Preisentwicklung an den Pflanzenöl- bzw. Ölsaatenmärkten grundsätzlich positiv und überfällig vor dem Hintergrund der Niedrigpreisphase der vergangenen Jahre. Infolge verschärfter ordnungsrechtlicher Vorgaben bei der Anwendung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln sind höhere Erzeugerpreise ein notwendiger Ausgleich der hierdurch bedingten Wettbewerbsbenachteiligung und als wirtschaftlicher Anreiz erforderlich. Attraktive Erzeugerpreise führten auch zu einer steigenden Anbaufläche und sicherten somit die Rohstoffversorgung der Ölmühlen, betont die UFOP. Die Förderunion verfolge kritisch, dass der Anteil von Importen in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist, während hierzulande bzw. in der EU das mögliche Fruchtfolgepotenzial nicht ausgeschöpft wurde. Insbesondere der Rapsanbau und seine Verwertungsoptionen für Teller, Tank und Trog seien ein Musterbeispiel für die in der „Farm to Fork-Strategie“ adressierten kurzen Lieferketten. Außerdem sei die umfassende Nachhaltigkeitszertifizierung ein Alleinstellungsmerkmal des Rapsanbaus. Zertifiziert, erfasst und vermarktet werde hierzulande die gesamte Rapsernte, betont die Förderunion.

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Grafik der Woche (KW 10 2021)

Rapspreise auf mehrjährigem Höchststand

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Das begrenzte Rapsangebot sowohl im Inland als auch aus dem Ausland treibt die Preise weiter in die Höhe. Die Rapspreise in Deutschland sind seit Beginn des Wirtschaftsjahres fast durchgehend gestiegen. Besonders im Februar 2021 legten sie noch einmal deutlich zu.

Wurden Ende Januar noch 411 EUR/t frei Lager des Erfassers festgestellt, waren es fünf Wochen später bereits 469 EUR/t. Einen solch steilen Preisanstieg hat es in der zurückliegenden Dekade nicht gegeben. Ein Ende des Höhenfluges ist nicht in Sicht. Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) wurde der Preisauftrieb durch die knappe Versorgungslage ausgelöst. Zugleich wirken die festen Notierungen für Canola in Kanada, für Soja in den USA und vor allem die steigenden Rohölkurse in New York preisstützend. Der Rapskurs in Paris hat seit Anfang Februar um knapp 17 % zugelegt.

In Deutschland kommen Neugeschäfte trotz der festen Preise aber kaum noch zustande. Das liegt an den ausgedünnten Vorräten in Erzeugerhand. Schon in den drei Monaten zuvor hatten sich Erzeuger von ihren Lagermengen getrennt, die in dieser Saison aufgrund der mäßigen Ernte zudem nicht sehr umfangreich waren. Die jetzt noch verbliebenen Restmengen werden zur Spekulation auf weitere Preissteigerungen zurückgehalten. Auch für Raps der Ernte 2021 werden kaum noch Lieferverträge abgeschlossen. Der Vermarktungsstand ist schon weit über das übliche Maß hinaus fortgeschritten. Erzeuger halten sich jetzt zurück und wollen zunächst die weitere Vegetationsentwicklung abwarten, denn Ertragsrisiken bis zur Ernte müssen einkalkuliert werden. Niemand möchte riskieren, kontrahierte Mengen nicht liefern zu können.

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Grafik der Woche (KW 09 2021)

Biodieselabsatz erreicht 2020 Rekordniveau

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Mit etwa 3,025 Mio. t erreichte die Beimischung von Biokraftstoffen zu Dieselkraftstoff im vergangenen Jahr seit Einführung der Quotenregelung im Jahr 2007 ein Rekordniveau. Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. beruft sich hierbei auf die zu Beginn dieser Woche vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) veröffentlichte Statistik. Die UFOP sieht sich in ihrer Erwartung bestätigt, dass die für das Jahr 2020 von 4 auf 6 Prozent erhöhte THG-Quote problemlos erfüllt werden konnte. Eine wichtige Rolle spielte dabei die ausreichende Verfügbarkeit von Hydriertem Pflanzenöl (HVO).

UFOP: THG-Quote bereits 2021 auf 6,5 Prozent anheben

Die Norm für Dieselkraftstoff (DIN EN 590) begrenzt den Beimischungsanteil von Fettsäuremethylester (Biodiesel) auf maximal 7 Volumenprozent. HVO kann gemäß dieser Norm bis zu 26 Prozent beigemischt werden. Die UFOP schätzt den Anteil von Biodiesel an der Quotenerfüllung auf ca. 2,46 Mio. t und von HVO auf etwa 0,56 Mio. t. Die Quotenvorgabe sei problemlos erfüllt worden, obwohl für das Jahr 2020 eine Quotenübertragung aus den Vorjahren nicht möglich war, erläutert die Förderunion. Diese und weitere Optionen zur Erfüllung der Quotenverpflichtung können und werden im Jahr 2021 angewendet werden. Vor diesem Hintergrund fordert die UFOP eine Anhebung der THG-Quote auf 6,5 Prozent bereits im laufenden Jahr. Auch ab dem Jahr 2022 seien ambitioniertere Anhebungsschritte möglich und im Sinne des Klimaschutzes dringend notwendig, betont die Förderunion unter Hinweis auf die Stellungnahme des Bundesverbandes Bioenergie (BBE) zum Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur Weiterentwicklung der Treibhausgas-Minderungsquote.

Die UFOP unterstreicht nachdrücklich den Handlungsbedarf, Palmöl als Rohstoff für die Biokraftstoffherstellung bzw. die Anrechnung auf die THG-Quote auslaufen zu lassen. Hierdurch werde das heimische bzw. europäische Rohstoffpotenzial gehoben, anstatt Biodiesel aus Rapsöl zu exportieren. Die UFOP begrüßt daher, dass die Bundesregierung von der Ermächtigung der Delegierten Verordnung der EU-Kommission (2019/807) Gebrauch macht, Biokraftstoffe aus Palmöl ab 2026 nicht mehr anzurechnen. Frankreich und Österreich machen jedoch vor, dass ein Ausschluss sofort bzw. noch früher als von der Bundesregierung geplant möglich ist.

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Grafik der Woche (KW 08 2021)

Deutsche Biodieselausfuhren erreichen neuen Höchststand

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Mit einem Ausfuhrvolumen von etwa 2,33 Mio. t und einem Exportüberschuss von etwa 0,9 Mio. t unterstreicht Deutschland seine Bedeutung für die Produktion und Vermarktung von Biodiesel in der Europäischen Union. Dies stellt die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) unter Hinweis auf die aktuellen amtlichen Statistiken fest. Insgesamt wurden ca. 1,45 Mio. t Biodiesel importiert. Mit etwa 1 Mio. t bzw. 0,7 Mio. t sind die Niederlande erneut das mit Abstand wichtigste Empfänger- und Exportland. Im Kalenderjahr 2020 hat Deutschland so viel Biodiesel aus- und eingeführt wie noch nie.

Nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) kamen darüber hinaus größere Importmengen aus Belgien, Malaysia und Polen. Besonders auffällig ist der Importzuwachs aus Frankreich, das mit rund 74.000 t gut dreimal mehr Biodiesel in den deutschen Markt lieferte als im Vorjahr. Während aus den Niederlanden mit 700.000 t etwa 2 % weniger kamen, lieferte Malaysia mit 139.000 t rund 9 % weniger. Im Jahr 2020 lieferte Deutschland die Rekordmenge von 955.000 t in die Niederlande. Das entspricht einer Steigerung von knapp 12 % gegenüber dem Vorjahr. Die Lieferungen nach Belgien machten 2020 einen Anteil von 15 % an den Gesamtausfuhren aus. Das Land führte rund 356.000 t ein und damit rund 35 % mehr als im Vorjahr.

Die UFOP weist darauf hin, dass die dargestellte Statistik ausschließlich Biodiesel berücksichtigt. Hydriertes Pflanzenöl (HVO) ist nicht berücksichtigt. In diesem Zusammenhang weist die UFOP auf einen dringenden Handlungsbedarf zur Anpassung der in den amtlichen Statistiken veröffentlichten Angaben hin. Infolge der zunehmenden Bedeutung von HVO müssten Biodiesel und HVO getrennt erfasst und ausgewiesen werden, um eine bessere Markttransparenz zu ermöglichen. Die Förderunion begründet die Forderung mit dem Hinweis, dass es sich hier um unterschiedliche Kraftstoffe mit einer jeweils spezifischen Kraftstoffnorm handele.

Welche Mengen an Biodiesel und HVO – differenziert nach Rohstoffarten und -herkünften – im Jahr 2020 tatsächlich auf die Treibhausgasquote von 6 % angerechnet wurden, werde der nächste Evaluations- und Erfahrungsbericht der Bundesanstalt für Landwirtschaft (BLE) zeigen, den die UFOP für Ende Oktober 2021 erwartet.

 

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Grafik der Woche (KW 07 2021)

Größere Rapserzeugung schmälert Importbedarf

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In der EU-27 wurde 2020/21 mehr Raps erzeugt als im Vorjahr. Der Verbrauch wird niedriger eingeschätzt, was den Importbedarf verringert. Dennoch sollten die Vorräte wachsen.

In der EU-27 wurde im Jahr 2020 nach Angaben der EU-Kommission etwas mehr Raps geerntet als im Vorjahr. Die Erntemenge wird auf 16,1 Mio. t beziffert, was eine Steigerung von knapp 5 % gegenüber 2019 bedeutet. Dieses Plus ist nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) auf größere Rapsernten in Deutschland, Polen, Litauen und Tschechien zurückzuführen. Produktionsrückgänge in anderen Mitgliedstaaten wurden dadurch mehr als ausgeglichen. Dennoch ist dieses Ergebnis erneut unterdurchschnittlich.

Der Verbrauch in der EU-27 wird 2020/21 auf 21,2 Mio. t geschätzt, ein Minus von 4 % gegenüber dem Vorjahr. Durch die etwas höhere Erntemenge und den geringeren Bedarf dürfte die Lücke zwischen Erzeugung und Verbrauch 2020/21 etwas schrumpfen. Im Vorjahr konnte der EU-Verbrauch zu 70 % durch die europäische Erzeugung gedeckt werden. 2020/21 wird dieser Anteil voraussichtlich bei 76 % liegen. Die EU-Kommission geht deshalb davon aus, dass im laufenden Wirtschaftsjahr insgesamt weniger Raps aus Drittstaaten zugekauft werden muss als im Vorjahr. Die Einfuhren werden auf 5,5 Mio. t geschätzt und damit etwa 11% geringer ausfallen. Nach AMI-Einschätzung dürfte die EU-27 in diesem Wirtschaftsjahr bereits etwa 70 % der erwarteten Importmenge eingeführt haben.

Die Lagerbestände dürften in der EU auf ca. 0,8 Mio. t zunehmen. Dies wäre eine Zunahme von ca. 60%, allerdings gegenüber einem Vorjahr mit sehr geringen Vorräten.

 

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