Grafik der Woche (KW 27 2020)

EU-27+UK importieren weniger Palmöl

GdW_2720.jpg

Die EU-Mitgliedsstaaten+UK haben im fast abgelaufenen Wirtschaftsjahr etwas weniger Palmöl eingeführt als im Vorjahr. Der Rückgang der Importe konzentriert sich besonders auf die Niederlande und Spanien.

Die EU-27+UK haben von Juli 2019 bis Ende Juni 2020 rund 5,5 Mio. t Palmöl importiert. Das sind rund 0,7 Mio. t bzw. 11 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Niederlande (ca. 1,61 Mio. t), Spanien (ca. 1,52 Mio. t) und Italien (ca. 1,35 Mio. t) bleiben die mit Abstand größten Importeure. Deutschland importierte nur etwa 0,2 Mio. t. Die Niederlande bleiben gemäß der Statistik der EU-Kommission zwar größter Palmölimporteur der EU; das Land ist aber zugleich Exportland in andere Mitgliedsstaaten. So importierte Deutschland aus den Niederlanden als internationale Drehscheibe für den Weiterexport nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) im Zeitraum Juli 2019 bis April 2020 ca. 0,245 Mio.t.

Spanien hat trotz einem Rückgang von 16 % zu 2018/19 die zweitgrößte Menge an Palmöl in die EU eingeführt. Italien importierte dagegen 13% mehr Palmöl. Besonders auffällig ist die Steigerung der Palmölimporte nach Frankreich um 38% auf 0,234 Mio. t.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) begrüßt die grundsätzlich rückläufige Tendenz der Palmölimporte. Die Union führt dies im Wesentlichen auf den Rückgang der Verwendung von Palmöl zur Herstellung von Biodiesel bzw. Hydriertem Pflanzenöl (HVO) zurück. Infolge der Umsetzung der Delegierten Verordnung zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsanforderungen für Biomasse mit hohem bzw. niedrigem Risiko für Landnutzungsänderungen (iLUC) erwartet der Verband einen weiteren Rückgang. Das Tempo des Rückgangs hänge allerdings vom Ambitionsniveau des Mitgliedsstaates ab, wie schnell der Einsatz von Palmöl beendet wird. Niemand müsse bis 2030 warten.

Die UFOP unterstreicht die unbefriedigende Datenqualität der Offizialstatistik der EU-Kommission sowie der Mitgliedsstaaten und fordert die schnellstmögliche Schaffung der in der Erneuerbare Energien-Richtlinie (RED II) angekündigten EU-Datenbank nach dem Muster des deutschen Datenbanksystems „Nabisy“ der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Unternehmen müssten dann Rohstoffarten und Herkünfte für deren Rückverfolgbarkeit verbindlich hinterlegen. Damit könnten mögliche Doppelanrechnungen und Betrügereien bestmöglich vermieden werden. Unter Verweis auf die internationale Bedeutung zur Einhaltung der Anforderungen an eine nachhaltige Produktion von Agrarrohstoffen betont die UFOP an dieser Stelle die Vorreiterrolle der Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse für andere Wirtschaftsbereiche.

 

Download Grafik (.jpeg)

Download Grafik (.ai)

Grafik der Woche (KW 26 2020)

Größere Ackerbohnenfläche avisiert

GdW_2620.jpg

Die Landwirte in Deutschland haben zur Ernte 2020 auf einem größeren Areal Ackerbohnen gesät. Besonders in Baden-Württemberg wurde die Fläche kräftig ausgedehnt.

Die Anbaufläche von Ackerbohnen zur Ernte 2020 in Deutschland dürfte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 56.500 ha betragen. Das entspricht einer Steigerung von 15 % gegenüber Vorjahr und einem Rekord. Damit hat sich die Ackerbohnenfläche in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdreifacht. Das größte Areal ist mit 12.700 ha, wie schon im Vorjahr, in Nordrhein-Westfalen zu finden. Dort haben die Landwirte die Ackerbohnenanbaufläche um 23 % ausgedehnt. Zweitgrößtes Anbauland ist mit 9.000 ha Schleswig-Holstein. Das entspricht einer Ausdehnung von 15 % gegenüber Vorjahr. Den größten Flächenzuwachs gab es allerdings in Baden-Württemberg. Dort wurde der Anbau um 39 % auf 3.900 ha gesteigert. Auch in vielen anderen Bundesländern haben die Landwirte ihre Ackerbohnenfläche ausgedehnt.

Flächenrückgänge gab es nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) in Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Bayern. Der stärkste Rückgang ist in Sachsen zu verzeichnen. Dort ist die Fläche um 21 % auf 1.900 ha gesunken. In Brandenburg werden am wenigsten Ackerbohnen in ganz Deutschland angebaut, das dortige Areal ist um 20 % auf 400 ha geschrumpft.

 

Download Grafik (.jpeg)

Download Grafik (.ai)

Grafik der Woche (KW 25 2020)

EU-27 weitet Sojabohnenanbau aus

GdW_2520.jpg

Der Sojabohnenanbau in der EU-27 wird im Jahr 2020 weiter ausgeweitet. Grund hierfür sind deutliche Flächensteigerungen in den wichtigsten EU-Mitgliedsstaaten.

Der Sojabohnenanbau in der EU-27 hat sich nach Angaben der EU-Kommission in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Die Anbaufläche im Jahr 2020 beträgt den Angaben zufolge fast 1 Mio. ha. Das ist ein Zuwachs von rund 11 % gegenüber dem Vorjahr. Mit weitem Abstand dürfte Italien mit einem Anbau von voraussichtlich 306.000 ha und einem Flächenplus von 12 % größter Sojaerzeuger der EU-27 bleiben. Italien hält damit seinen Anteil von rund einem Drittel an der gesamten Anbaufläche in der EU-27. Auch in anderen EU-Mitgliedsstaaten wurde das Sojabohnenareal deutlich ausgeweitet. In Rumänien wird ein Plus von 20 % auf 174.000 ha verzeichnet, in der Slowakei von 15 % auf 55.000 ha. Auch die Landwirte in Deutschland haben mehr Felder mit dieser Hülsenfrucht bestellt als im Vorjahr. 33.000 ha entsprechen einem Zuwachs von 14 %. Nur in Österreich wird ein Rückgang um 9 % auf 63.000 ha verzeichnet, weil es zur Aussaat zu trocken war.

Durch die Ausdehnung der Anbauflächen in vielen EU-Staaten dürfte nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) auch die Sojaernte größer ausfallen. In Deutschland, wo erst seit 2016 nennenswerte Mengen an Sojabohnen geerntet werden, erwartet die EU-Kommission 91.000 t. Damit wurde die hiesige Erzeugung in den vergangenen vier Jahren mehr als verdoppelt. In Rumänien wird es mit einem Anstieg von über 20 % auf 454.000 t voraussichtlich die größte Produktionssteigerung geben. Rückgänge soll es aufgrund der Flächenverkleinerung nur in Österreich geben.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) sieht in der Entwicklung die grundsätzliche Bereitschaft der Landwirte bestätigt, den Anbau von Körnerleguminosen weiter auszudehnen. In Abhängigkeit von den Standortbedingungen sind Körnerleguminosen eine essenzielle Kulturart zur Erweiterung von Fruchtfolgen in Richtung Nachhaltigkeit und Klimaresilienz. In der „Farm to Fork“-Strategie der EU-Kommission sei dieser Aspekt richtigerweise ein zentraler Aspekt zur Schaffung von Regionalität und lokaler Wertschöpfung. Neben Körnerleguminosen gehörten auch Raps und Sonnenblumen als weitere Blühpflanzen in diese Fruchtfolgesysteme.

In der Summe tragen diese Kulturarten zur Verbesserung der Biodiversität infolge unterschiedlicher Blühabfolge und der Bodenqualität durch Humus- bzw. Kohlenstoffanreicherung sowie zum Klimaschutz durch Einsparung von Stickstoffgaben infolge der N-Bindungsleistung der Körnerleguminosen bei. Außerdem trage der Anbau zur Produktion von gentechnikfreiem Futter- bzw. Nahrungsprotein bei, das nicht aus Drittstaaten importiert werden müsse.

Die UFOP erwartet daher, dass der ganzheitliche Ansatz der Ökosystemleistung Eingang in die Zielsetzungen der Ackerbaustrategie des Bundeslandwirtschaftsministeriums findet. Dies sei Voraussetzung dafür, dass regional angepasste Fruchtfolgesysteme auch zu einer ökonomischen Nachhaltigkeit in den Ackerbaubetrieben beitragen können. Schlussendlich entscheide jedoch der Verbraucher an der Ladentheke, ob und wie erweiterte Fruchtfolgesysteme mit den gewünschten Ökosystemleistungen auch entlohnt würden.

 

Download Grafik (.jpeg)

Download Grafik (.ai)

Grafik der Woche (KW 24 2020)

Mehr heimischer Raps verarbeitet

GdW_2420.jpg

Die Rapsverarbeitung ist im März 2020 leicht gestiegen. Dabei hat sich der Anteil von Inlandsraps deutlich erhöht. 

Im März 2020 wurde nach Zahlen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) mehr Raps in deutschen Ölmühlen verarbeitet als im Februar. Die Gesamtmenge wird mit 737.000 t angegeben, etwa 10.000 t über dem Vormonat. Doch weniger die Höhe, sondern vielmehr die Herkunft der verarbeiteten Rapsmenge ist beachtenswert. Denn nach Berechnung der Agrarmarkt-Informations Gesellschaft (mbH) stammten rund 50 % der Verarbeitungsmenge aus dem Inland. Dies entspricht einer Steigerung von 11 Prozentpunkten zum Vormonat. Es ist zugleich der größte Anteil von Inlandraps an der gesamten Verarbeitung seit Beginn des Wirtschaftsjahres im Juli 2019, als der Anteil aufgrund der hohen Verfügbarkeit neuerntiger Ware bei rund 57 % lag. In den Folgemonaten wurde überwiegend Importware verarbeitet, sodass die Verwendung inländischer Partien von August bis November unter 40 % sank. Steigende Rapspreise ab Dezember 2019 mobilisierten dann noch einmal den Verkauf von Inlandsraps aus heimischer Erzeugerhand, so dass deren Anteil an der Verarbeitung sprunghaft auf 47 % zulegte.

Von Juli 2019 bis März 2020 haben Ölmühlen in Deutschland 6,8 Mio. t Raps verarbeitet, 42 % aus dem Inland, 58 % wurden importiert. Im Vorjahreszeitraum waren es 6,7 Mio. t, die zu 41,5 % aus heimischer Erzeugung stammten.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) weist angesichts der Zahlen darauf hin, dass Deutschland EU-weit der mit Abstand bedeutendste Verarbeitungsstandort für Ölsaaten ist. Vor allem die Nachfrage nach Rapsöl für die deutschen Biodieselhersteller sowie der nationale Proteinfuttermittelmarkt bestimmen den Mengenbedarf. Die UFOP unterstreicht, dass diese Nachfrage zugleich zur Kulturartenvielfalt im Sinne vielfältigerer Getreidefruchtfolgen beiträgt und folglich die Biodiversität als Beitrag zur Ökosystemleistung in anderen Ländern der EU und in Drittstaaten wie der Ukraine verbessert.

Download Grafik (.jpeg)

Download Grafik (.ai)

Grafik der Woche (KW 23 2020)

Mehr Sonnenblumenkerne in der EU-27

GdW_2320.jpg

Obwohl die Anbaufläche in Rumänien, dem größten Sonnenblumenerzeuger der EU-27, im Vergleich zum Vorjahr kleiner ausfallen dürfte, erwartet die EU-Kommission EU-weit ein Ernteplus.

Nach einer Prognose der EU-Kommission ist in der EU-27 zur Ernte 2020 mit einer Sonnenblumenfläche von rund 4,4 Mio. ha zu rechnen. Das wären rund 81.000 ha mehr als im Vorjahr. In der April-Schätzung wurde noch ein Rückgang des Sonnenblumenanbaus erwartet. In Rumänien dürfte es einen deutlichen Flächenrückgang um 9 % auf 1,2 Mio. ha gegeben haben. Dennoch bleibt das Land EU-weit der größte Anbauer. Auch in Italien und Deutschland wird das Sonnenblumenareal gegenüber dem Vorjahr voraussichtlich um 5 % bzw. 19 % schrumpfen. Dagegen soll es in Bulgarien, Spanien, Frankreich und Ungarn teils deutliche Flächenzuwächse geben. Ein besonders großes Plus wird nach der von der Agrarmarkt-Informations Gesellschaft (mbH) ausgewerteten Statistik der EU-Kommission in Frankreich erwartet. Dort stehen auf 690.000 ha Sonnenblumen, 14 % mehr als im Vorjahr.

Die EU-Kommission rechnet mit Erträgen in Höhe von 23,4 dt/ha (+1,2 % gegenüber dem Vorjahr und 4,4 % über dem Fünfjahresschnitt). Damit erreicht die EU-Sonnenblumenernte infolge der größeren Aussaatfläche voraussichtlich 10,3 Mio. t. Das avisierte Minus in Rumänien und Italien wird von deutlich höheren Ernteerwartungen für Slowenien, Frankreich und Bulgarien mehr als ausgeglichen.

Download Grafik (.jpeg)

Download Grafik (.ai)

Weitere Grafiken der Woche finden Sie im Archiv.