Grafik der Woche (KW 39 2020)

Sonnenblumenöl teurer als Rapsöl

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Die wichtigsten Pflanzenöle haben sich seit den Lockerungsmaßnahmen im Zuge der Corona-Krise verteuert. In den vergangenen Wochen verbuchte vor allem Sonnenblumenöl einen steilen Anstieg.

Die Preise für Pflanzenöle in Deutschland haben seit Anfang Mai 2020 deutlich zugelegt. Unterstützt wurden sie hauptsächlich von den Lockerungsmaßnahmen in der Corona-Krise. Diese ließen die Nachfrage nach Kraftstoffen aufgrund der Aufhebung der Beschränkungen im privaten und öffentlichen Leben, einschließlich des Güter- und Personenverkehrs auf den Straßen, wieder steigen. Dadurch nahm auch der Bedarf an Biodiesel zur Beimischung und infolgedessen auch das Kaufinteresse an Pflanzenölen zu. Für den deutlichen Nachfrageanstieg dürfte zudem die Erhöhung der THG-Quote von 4 auf 6 % im Jahr 2020 mitverantwortlich sein. Da auch die Quotenübertragung aus dem Vorjahr nicht mehr möglich ist, muss die THG-Einsparung 2020 vollständig mit in Verkehr gebrachten, physischen Mengen erfüllt werden. Diese Regelung gilt EU-weit, sodass die Nachfrage nach Biokraftstoffen bis Jahresende weiter anziehen dürfte.

In den vergangenen drei Wochen kamen nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) weitere preisstützende Faktoren hinzu. Sojaöl profitierte beispielsweise von den festen Sojabohnenkursen in Chicago. Diese wurden von den lebhaften Käufen Chinas und den Spekulationen um die diesjährige US-Ernte in die Höhe getrieben.

Der steilste Anstieg lässt sich aber beim Sonnenblumenöl beobachten. Die Rallye begann am 11.08.2020. Damals kostete Sonnenblumenöl umgerechnet 684 EUR/t fob ARA. Innerhalb der folgenden fünf Wochen legte es um fast 200 EUR/t oder 28 % auf 875 EUR/t zu und kostet damit so viel wie seit sieben Jahren nicht mehr. Damit war Sonnenblumenöl zum ersten Mal seit mehr als zwei Jahren wieder teurer als Rapsöl. Ausschlaggebend für den starken Preisauftrieb waren die Ernteverzögerungen in der Ukraine, dem mit Abstand wichtigsten Lieferland von Sonnenblumenöl für die EU. Zudem fielen die Erträge dort noch schwächer aus als erwartet. Die ukrainischen Exporteure, die bereits umfangreiche Kontrakte mit EU-Käufern eingegangen waren, brachte das in Schwierigkeiten. Sie können ihren Vertragsverpflichtungen nicht fristgerecht nachkommen. Das bedeutet für den EU-Sonnenblumenölmarkt eine unerwartet Angebotsverknappung, die sich in den Preisen widerspiegelt. Zusätzlich wächst am Weltmarkt die Nachfrage nach Soja- und Palmöl, was auch in Europa zu festeren Preisen führt.

 

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Grafik der Woche (KW 38 2020)

Deutschland steigert Biodieselausfuhren

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Die deutschen Biodieselexporte erreichten 2019/20 das zweite Jahr in Folge die Marke von 2 Mio. t. Während der Hauptabnehmer Niederlande seine Käufe fast konstant auf Vorjahresniveau gehalten hat, steigerte vor allem Belgien seine Biodieselimporte deutlich.

 

Die deutschen Biodieselexporte setzten ihren Anstieg im Wirtschaftsjahr 2019/20 weiter fort. Rund 2,2 Mio. t entsprechen einem Zuwachs von 1,4 % gegenüber dem Vorjahr. Die Verkäufe stiegen damit in den vergangenen fünf Jahren um fast 40 %. Traditionell importieren die Niederlande die größten Mengen für den Weiterexport in andere EU-Länder oder in Drittstaaten. Die Niederlande importierten 2019/20 als Hauptempfangsland rund 827.000 t, etwa so viel wie im Vorjahr. Belgien kaufte etwa 316.000 t Biodiesel, das entspricht einem Anstieg von 68 % gegenüber 2018/19. Das Land ist damit erstmals zweitwichtigster Abnehmer für deutschen Biodiesel. In den vorangegangenen Jahren war es Polen, das mit 240.000 t nur etwa 3 % mehr orderte als im Vorjahr. Auch Frankreich kaufte zwar wieder etwas mehr Biodiesel als im Vorjahr (+5 %). Insgesamt wurden die Einkäufe aber in den vergangenen fünf Jahren deutlich zurückgefahren. 2014/15 lieferte Deutschland noch fast 180.000 t nach Frankreich, 2019/20 waren es nur noch 61.000 t.

Deutlich weniger Biodiesel ging mit 36.000 t an Tschechien (-45 %). Schweden, Österreich, die Schweiz und die USA orderten ebenfalls deutlich weniger als im Vorjahr.

 

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Grafik der Woche (KW 37 2020)

Rapsölexporte wieder gestiegen

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Nachdem der Export von deutschem Rapsöl seit dem Spitzenjahr 2016/17 schrumpfte, ist 2019/20 eine Trendwende erkennbar. Vor allem die Niederlande nahmen mehr auf, aber auch die Nachfrage aus Dänemark und Belgien zog an.

Die deutschen Rapsölexporte sind im Wirtschaftsjahr 2019/20 wieder gestiegen, nachdem sie zuvor zwei Jahre in Folge deutlich zurückgegangen waren. Das Spitzenniveau des Wirtschaftsjahres 2016/17, als über 1,2 Mio. t Rapsöl ausgeführt wurden, wurde zwar noch nicht wieder erreicht; doch 935.000 t entsprechen immerhin einem Anstieg von 8,6 % zum Vorjahr.

Mit Abstand größter Empfänger für Rapsöl waren 2019/20 mit 642.500 t (+ 10,3%) die Niederlande, die als zentrale Drehscheibe für viele Agrarrohstoffe fungieren. Danach folgten Belgien, Dänemark, Frankreich und Norwegen als wichtigste Zielländer für deutsches Rapsöl. Belgien hat rund 95.000 t aus Deutschland gekauft (+ 11 %), Dänemark 60.700 t (+21 %). Nach Frankreich wurde weniger geliefert, mit einer Abnahmemenge von 49.300 t (-12 %) blieb das Nachbarland aber wichtiger Absatzmarkt für Deutschland. Norwegen nahm deutlich mehr, Polen hingegen deutlich weniger auf als im Vorjahr. Die schwindenden Rapsölexporte der Jahre 2017 bis 2019 werden häufig mit einer knapperen Rohstoffversorgung, einer geringeren Rapsverarbeitung und dem folglich geringeren Rapsölausstoß in Verbindung gebracht. Doch wenn es danach ginge, hätten die Ausfuhren 2019/20 noch weiter zurückgehen müssen – was sie aber nicht taten.

Als Begründung verweist die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) auf die Bedeutung der heimischen Biodieselindustrie als wichtigsten Abnehmer von Rapsöl. Dieser Sektor, dessen Produktionskapazitäten nicht ausgelastet sind, sei das Fundament der Rapssaatverarbeitung von jährlich mehr als 9 Mio. t.

Die UFOP stellt fest, dass die nachhaltig zertifizierten Rapsöl-Exportmengen auch in Deutschland zur Dekarbonisierung fossiler Kraftstoffe und damit zur Erfüllung der Treibhausgas-Minderungsverpflichtung im Verkehrssektor eingesetzt werden könnten. Allerdings nur dann, wenn die Minderungsverpflichtung entsprechend angehoben würde. Die UFOP fordert eine sachgerechte Anhebung der Treibhausgas-Minderungsverpflichtung, anstatt dieses Potenzial zu „exportieren“.

Die Bundesregierung sei gefordert, bei der nationalen Umsetzung der Neufassung der Erneuerbaren Energien-Richtlinie (RED II) die wiederholt von der Agrar- und Biokraftstoffwirtschaft geforderte schrittweise Erhöhung der Treibhausgas-Minderungsverpflichtung umzusetzen.

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Grafik der Woche (KW 36 2020)

Ukraine lieferte den meisten Raps

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Deutschland hat in der Saison 2019/20 die Gesamtmenge von 5,4 Mio. t Raps und Rübsen eingeführt und damit 7 % weniger als im Vorjahr. Ernterückgänge in einigen für die deutsche Rapsversorgung wichtigen EU-Staaten waren vor allem dafür verantwortlich.

Traditionell ist Frankreich der wichtigste Rapslieferant für Deutschland. Im Schnitt der Wirtschaftsjahre 2014/15 bis 2018/19 kamen mehr als 1,5 Mio. t Raps von dort, ein Viertel der gesamten deutschen Rapseinfuhren. Doch 2019 war auch für Frankreich ein enttäuschendes Erntejahr, entsprechend eingeschränkt waren die Exportmöglichkeiten. So hat Deutschland 2019/20 gerade einmal 870.000 t von dort erhalten, ein Rückgang von 44 % zum Vorjahr wie auch zum Fünfjahresschnitt. Auch aus anderen EU-Staaten wurde weniger eingeführt, beispielsweise aus Rumänien, Tschechien oder Belgien. Insgesamt hat Deutschland 2019/20 mit 3,7 Mio. t gut 15 % weniger aus EU-Staaten importiert als in der Saison zuvor.

Andere Länder haben diesen Rückgang zumindest teilweise auffangen können. Dazu gehörten allen voran die Ukraine und Kanada. In den vergangenen Jahren hat die Ukraine als Rapslieferant für Deutschland stetig an Bedeutung gewonnen. Der Schwarzmeerstaat steuerte 2019/20 rund 992.000 t zur deutschen Rapsversorgung bei und damit gut ein Drittel mehr als im Vorjahr. Den kräftigsten Anstieg verzeichneten jedoch die Zufuhren aus Kanada. Von dort kamen 2019/20 rund 372.000 t, ein Vielfaches der Liefermengen vergangener Jahre. Allein das Vorjahresvolumen wurde um mehr als das Fünffache übertroffen. Hintergrund ist die zunehmende Orientierung kanadischer Lieferungen nach Europa aufgrund der Handelsauseinandersetzungen mit China.

Deutschland deckt gut 60 % seines Rapsbedarfes aus dem Ausland.

 

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Grafik der Woche (KW 35 2020)

Größere Rapsfläche zur Ernte 2020 in Deutschland

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Die Rapsfläche zur Ernte 2020 in Deutschland dürfte nach jüngster Schätzung des Statistischen Bundesamtes doch etwas größer ausgefallen sein als bisher erwartet. Das wird auch im Ernteergebnis zu sehen sein.

In seiner jüngsten Schätzung weist das Statistische Bundesamt eine Winterrapsfläche von 954.200 ha zur Ernte 2020 aus. Damit fällt die Fläche doch etwas größer aus als bisher prognostiziert und übertrifft das Vorjahresergebnis um 12 %. Damit bleibt das Ergebnis aber weiterhin unterdurchschnittlich. Nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) hatten schwierige Aussaatbedingungen im Herbst 2019 und teilweise ungünstige Witterungsbedingungen im Frühjahr 2020 dazu geführt, dass sich einige Landwirte gegen den Rapsanbau entschieden haben oder bestellte Flächen umgebrochen werden mussten. In einigen Bundesländern wurde das Rapsareal gegenüber dem Vorjahr deutlich ausgeweitet. Hessen verzeichnet die größte Flächenausdehnung. Zur Ernte 2020 wurden dort 46.000 ha mit Winterraps bestellt und damit knapp 70 % mehr als im Vorjahr. In Sachsen-Anhalt wurde der Anbau um knapp 40 % auf 101.000 ha ausgeweitet. In Thüringen und Brandenburg wurden mit 99.000 ha und 78.000 ha rund 29 % mehr bestellt. In Baden-Württemberg und in Mecklenburg-Vorpommern wurden die Winterrapsfläche um jeweils 7 % vergrößert, in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen um etwa 5 %.

Mecklenburg-Vorpommern führt mit 179.000 ha die Riege der rapsanbauenden Länder Deutschlands. An zweiter Stelle folgt, wie schon im Vorjahr, Sachsen mit 102.000 ha.

 

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Grafik der Woche (KW 34 2020)

FAO-Pflanzenölindex erneut gestiegen

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Feste Palm-, Soja- und Rapsölpreise haben den Preisindex für Pflanzenöle der FAO im Juli weiter nach oben getrieben. Der Getreideindex liegt fast unverändert auf Vormonatsniveau.

Der Pflanzenölindex der FAO, der die Preisentwicklung der zehn für den Welthandel bedeutendsten Pflanzenöle abbildet, ist im Juli auf 93 Punkte gestiegen, was einem Anstieg von 7 Punkten oder 8 % gegenüber dem Vormonat und einem Fünfmonatshoch entspricht. Auslöser für den steigenden Index sind feste Palm-, Soja- und Rapsölpreise. Palmöl profitierte von der Aussicht auf eine Verlangsamung der Produktion in den wichtigsten Erzeugerländern infolge von Überschwemmungen. Zusätzlicher Auftrieb kam von der weltweit hohen Importnachfrage und der anhaltenden Sorge über den Arbeitskräftemangel in Malaysia. Rapsöl bekam von der steigenden Nachfrage aus dem Biodiesel- und Lebensmittelsektor in der EU Unterstützung.

Der Getreidepreisindex lag im Juli hingegen mit 97 Punkten auf Vormonatsniveau. Die Weizenpreise haben sich trotz des schwächeren US-Dollars, der Bedenken hinsichtlich der Ernteaussichten in Europa, der Schwarzmeerregion und Argentinien und großen Ernteerwartungen in Australien kaum bewegt. Auch die Gerstenpreise blieben stabil. Mais und Sorghum haben sich aufgrund der jüngsten Käufe Chinas und Bedenken um die Vegetationsbedingungen in den USA verteuert. Die Reispreise haben hingegen nachgegeben. Der Auslöser waren der ruhige Handelsverlauf und die Aussicht auf eine große Ernte 2020.

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