Grafik der Woche (KW 47 2019)

FAO-Pflanzenölindex klettert nach oben

GdW_4719.jpg

Der FAO-Pflanzenölpreisindex erreichte im Oktober mit durchschnittlich 136 Punkten den höchsten Stand seit September 2018. Der Index liegt damit aber immer noch deutlich unter dem Durchschnitt des Jahres 2018 in Höhe von 144 Punkten.

Höhere Palmölpreisnotierungen haben den Index im Oktober 2019 nach oben getrieben und konnten die schwächeren Sonnenblumen- und Rapsölpreise mehr als ausgleichen. Damit sind die internationalen Forderungen für Palmöl den vierten Monat in Folge gestiegen. Im Juli lagen die Kurse noch bei umgerechnet 417 EUR/t, im Oktober gut 55 EUR/t darüber. Grund dafür war das große weltweite Kaufinteresse und die Erwartung einer Verlangsamung der Produktion in den führenden Erzeugerländern. Zudem wird in Indonesien im kommenden Jahr voraussichtlich eine höhere Beimischungsquote für Biodiesel eingeführt.

Die Sonnenblumenölpreise gaben hingegen nach. Große Ernten in der Schwarzmeerregion führten zu einer hohen Verarbeitung und sorgten somit auch für ein steigendes Angebot an Nachprodukten am Weltmarkt. Gleichzeitig wurden in der EU unerwartet hohe Mengen an Raps verarbeitet, wodurch viel Rapsöl anfiel und die Preise gedrückt wurden.

Auch der Getreidepreisindex ist im Oktober gestiegen und lag mit durchschnittlich 164 Punkten rund 4,2 % über Vormonatswert, verfehlte damit aber den Vorjahreswert um 1 %. Laut FAO waren dafür die internationalen Weizenpreise ausschlaggebend, die von lebhaften Exportgeschäften sowie geringen Ernteaussichten in Argentinien und Australien gestützt wurden. Zudem haben die globalen Maisexportpreise kräftig zugelegt, da sich die internationale Nachfrage belebt hat und sich in den USA eine kleine Ernte abzeichnete. Gebremst wurde der Anstieg des FAO-Getreideindex von den etwas schwächeren Reisnotierungen.

 

Download Grafik (.jpeg)

Download Grafik (.ai)

Grafik der Woche (KW 46 2019)

Preise für Sojaschrot: Brasilianische Ernte im Fokus

GdW_4619.jpg

Die Preise für konventionelles Sojaschrot erreichten Anfang Juni ihren bisherigen Jahreshöchststand, angetrieben durch die Sojabohnenkurse in Chicago. Seitdem gaben sie jedoch kontinuierlich nach.

Nach einer mehrmonatigen Schwächephase stiegen die hiesigen Sojaschrotpreise Anfang Juni sprunghaft an. Innerhalb von zwei Wochen legte 44er Sojaschrot um 18 % auf 320 EUR/t zu, 48er Ware um 16 % auf 346 EUR/t. Grund dafür waren die sprunghaft gestiegenen Sojabohnenkurse in Chicago. Diese sind auf anhaltende Regenfälle und Überschwemmungen in den USA zurückzuführen, die nicht nur die Mais-, sondern auch die Sojabohnenaussaat massiv beeinträchtigt haben.

Doch seit Juni sind die deutschen Sojaschrotpreise um durchschnittlich 9 % zurückgegangen. 44er Ware lag zuletzt bei 292 EUR/t, 48er Sojaschrot bei 317 EUR/t im Bundesdurchschnitt. Schwächere Sojakurse und ein nur sporadisches Kaufinteresse der Mischfutterbetriebe belasten die Notierungen.

Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) wird der größte Anteil des Sojaschrotes für den deutschen Kassamarkt aus Brasilien und Argentinien importiert. Alleine im Juli und August 2019 hat Deutschland 254.000 t aus Brasilien und 34.000 t aus Argentinien erhalten.

Da sich insbesondere in Brasilien für die Ernte 2020 erneut Rekordmengen abzeichnen, dürfte das Angebot von dort in der zweiten Hälfte des Wirtschaftsjahres groß bleiben und weiteren Preisdruck erzeugen.

 

 

Download Grafik (.jpeg)

Download Grafik (.ai)

Grafik der Woche (KW 45 2019)

Kleine Rapsernte forciert Importe

GdW_4519.jpg
 

Mäßige Erträge und eine kleine Anbaufläche führten in der EU zur kleinsten Rapsernte seit 13 Jahren. Die EU-Einfuhren haben sich schon fast verdoppelt.

Der trockene Herbst 2018 durchkreuzte die Aussaatpläne vieler Landwirte und führte zur kleinsten EU-Rapsanbaufläche seit mehr als 10 Jahren. Witterungsbedingt erreichte der Gesamtertrag EU-weit mit knapp 17 Mio. t und hierzulande mit weniger als 3 Mio. t einen Tiefststand.

Die europäischen Ölmühlen verarbeiteten in den Jahren zuvor 47 Mio. t Ölsaaten, davon 24 Mio. t Raps. Die EU-Rapsernten deckten knapp 90 % des Bedarfes der Ölmühlen. Das wird in diesem Jahr wohl nicht mehr erreicht werden; die Schätzung der EU-Kommission liegt bei 75 %. Das macht mehr Rapsimporte notwendig. In der laufenden Saison kauften die europäischen Ölmühlen rund 2,6 Mio. t aus dem Ausland, im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum erst 1,3 Mio. t. Bis zum Ende des Wirtschaftsjahres wird diese Menge auf etwa 5,5 Mio. t ansteigen.

Als wichtigste Quelle für Raps aus Drittländern hat sich in den vergangenen Jahren die Ukraine etabliert. Bereits im laufenden Wirtschaftsjahr kamen von dort 2 der insgesamt 2,6 Mio. t Rapsimporte. Nach Angaben den Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) wird das Angebot in diesem Jahr mit Raps aus Kanada erweitert. Aufgrund der Handelsstreitigkeiten mit China und dem damit verbundenen Überangebot – China war bislang der wichtigste Abnehmer kanadischer Ware – suchen die dortigen Erzeuger händeringend nach neuen Absatzpotenzialen. Kanadischer Raps ist meist gentechnisch verändert und unterliegt damit scharfen Regeln, die allerdings eine Nutzung der Ölschrote als Viehfutter nicht ausschließen. Kleinere Mengen bezieht die EU aus Moldawien, Serbien und Russland.

 

Download Grafik (.jpeg)

Download Grafik (.ai)

Grafik der Woche (KW 44 2019)

Sojaerträge steigen deutlich

GdW_4419.jpg
 

In Deutschland gewinnt der Sojaanbau zunehmend an Bedeutung. Seit 2016 steigen Anbaufläche und Erzeugungsmenge.

Im aktuellen Wirtschaftsjahr stieg die Sojaernte der deutschen Erzeuger um 43 % auf 84.100 t. Damit wurde ein weiterer Schritt in Richtung der Top-Erzeuger in der EU, Italien, Rumänien und Frankreich unternommen. Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (AMI) werden hierzulande erst seit 2015 nennenswerte Mengen an Sojabohnen erzeugt. Damals wurde auf einer Fläche von 12.000 ha und mit einem Ertrag von 27,3 dt/ha eine Ernte von 33.000 t erzielt. Seitdem ist das Areal um mehr als das Doppelte auf zuletzt 29.000 ha gewachsen. Auch die Erntemenge hat sich mehr als verdoppelt. Nachdem die Erträge im Vorjahr mit 24 dt/ha unterdurchschnittlich ausfielen, dürften 2019 mit knapp 29 dt/ha rund 5 dt/ha mehr erzielt worden sein. Bayern und Baden-Württemberg erzeugen zusammen rund 84 % der Gesamtmenge. Mit einer Anbaufläche von 16.000 ha und einer Ernte von 49.000 t führt Bayern, gefolgt von Baden-Württemberg mit 7.600 ha und 21.000 t. Allerdings erzielten Landwirte in Nordrhein-Westfalen mit 36 dt/ha die höchsten Erträge, während Erzeuger in Bayern und Baden-Württemberg 32 dt/ha bzw. 28 dt/ha einfuhren.

Angesichts des stetig steigenden Bedarfs von gentechnikfreiem Protein für die Tier- und Humanernährung sieht die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) im Verbund mit den übrigen großkörnigen Leguminosen noch ein großes Entwicklungspotenzial. Landwirte haben zunehmend ein Interesse daran, mit Körnerleguminosen eine neue Absatzalternative zu erschließen und die Fruchtfolgen mit Blühpflanzen zu erweitern. Dies müsse auch bei der Entwicklung einer auch unter Beachtung der ökonomischen Nachhaltigkeit ausgerichteten Ackerbaustrategie berücksichtigt werden, betont die UFOP. Das „Alleinstellungsmerkmal“ der Gentechnikfreiheit und die regionale Herkunft schaffe Verbraucherakzeptanz und liefere einen klaren Vermarktungsvorteil.

Download Grafik (.jpeg)

Download Grafik (.ai)

Grafik der Woche (KW 43 2019)

Mehr Sojabohnen aus Deutschland

GdW_4319.jpg 

Größere Aussaatflächen stellten bereits im Frühjahr eine höhere Leguminosenernte in Aussicht. Hinzu kamen teils deutliche Ertragssteigerungen, die die Ernteerwartungen nochmals zunehmen ließen.

Nach dem witterungsbedingt schwachen Vorjahr dürfte die Leguminosenernte 2019 wieder etwas höher ausfallen. Im vergangenen Jahr wurden aufgrund von Flächenrückgängen und massiven Ertragseinbrüchen nur knapp 439.000 t gedroschen, im aktuellen Jahr sollen mit 501.000 t rund 14 % mehr geerntet worden sein. Im Bundesdurchschnitt hat vor allem die Sojaerzeugung deutlich zugenommen: 2019 wurden mit 84.000 t rund 43 % mehr als im Vorjahr erzeugt. Es wurden aber auch 16 % mehr Futtererbsen von den Feldern geholt und 3 % mehr Ackerbohnen gedroschen. Die Süßlupinenernte fiel nur marginal größer aus als im Vorjahr.

Sojabohnen werden erst seit 2015 in nennenswertem Umfang in Deutschland angebaut. Seitdem ist die Fläche um 17.000 ha gewachsen, allein im Vorjahresvergleich nahm sie nochmals um 5.100 auf 29.000 ha zu. Die bayerischen Bauern bauen mit Abstand am meisten Soja an und erzeugen knapp 60 % der Gesamtmenge. Flächen- und Ertragssteigerungen in ganz Deutschland ließen die Erntemenge 2019 steigen.

Der deutliche Erntezuwachs bei Futtererbsen sind nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) auf eine größere Anbaufläche und höhere Erträge zurückzuführen. Von der Gesamtfläche von 74.800 ha ist das größte Areal in Bayern zu finden, gefolgt von Sachsen-Anhalt. Die größte Menge wurde aber aufgrund von deutlichen Ertragssteigerungen mit 37.000 t in Mecklenburg-Vorpommern erzielt. Obwohl die Anbaufläche an Ackerbohnen im Vergleich zum Vorjahr um 11 % verkleinert wurde, ist die Erntemenge aufgrund von gestiegenen Erträgen gewachsen. In Schleswig-Holstein sind Erträge von 46,3 dt/ha erzielt worden, im Vorjahr waren es noch 12 dt/ha weniger. Mit rund 10.000 ha ist die größte Anbaufläche in Nordrhein-Westfalen zu finden; mit 37.700 t wurde dort auch die größte Ernte eingebracht.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) richtet unter Hinweis auf die insgesamt stabile Entwicklung die Erwartung an die Bundesregierung, Körnerleguminosen als zunehmend wichtigere Eiweißquelle für die Tier- aber auch Humanernährung weiterzuentwickeln. Mit Blick auf die Ackerbaustrategie müssen diese Kulturen in den Fokus rücken als Multitalente zur Erweiterung der Fruchtfolgen, zur Steigerung der Biodiversität und der Verbesserung Treibhausgasbilanz durch die organische Bindung von Luftstickstoffe für Nachfolgekulturen.

Neben Raps sind Körnerleguminosen die einzige gentechnikfreie Eiweißalternative zu Sojaimporten. Diese Entwicklung einer solchen Strategie ist der Prüfstein, ob es die Bundesregierung ernst damit meint, die Bioökonomie im Sinne einer regionalen Kreislaufwirtschaft nicht nur beim Kohlenstoff, sondern insbesondere beim Stickstoff voranzutreiben. Diese Strategie würde zugleich einen wichtigen Beitrag leisten, die öffentliche Akzeptanz zu verbessern, betont der Verband. Die bestehenden Förderansätze über Netzwerke müssten daher verstetigt und intensiviert werden.

 

Download Grafik (.jpeg)

Download Grafik (.ai)

Grafik der Woche (KW 42 2019)

EU-Sonnenblumenernte 2019 verfehlt Vorjahresergebnis knapp

GdW_4219.jpg
 

Sonnenblumen sind mit aktuell einem Drittel der Anbaufläche die zweitwichtigste Ölsaat in der EU.

Die ungünstigen Vegetationsbedingungen des Jahres 2019 betrafen vor allem die Winterfrüchte. Weniger beeinträchtigt war der Anbau von Sommerungen wie der Sonnenblume. Die Trockenheit im Frühjahr war für die Keimung zwar nicht optimal, ermöglichte aber eine termingerechte Aussaat. EU-weit wurden nach Angaben der EU-Kommission 4,4 Mio. ha mit Sonnenblumen bestellt und damit 5,5 % mehr als 2018. Das Fünfjahresmittel wurde ebenfalls um 3 % übertroffen. Die größten Sonnenblumenflächen finden sich mit 1,3 Mio. ha in Rumänien, mit 0,8 Mio. ha in Bulgarien und mit 0,7 Mio. ha in Spanien.

Im Vegetationsverlauf regnete es dann in den meisten Regionen nicht ausreichend, sodass die Ernteprognosen – einhergehend mit den Hitzewellen im Sommer – für viele Teile Europas gekürzt werden mussten. Die Ertragsprognose für die EU-28 liegt bei durchschnittlich 22,9 dt/ha, 1,3 dt/ha unter dem Vorjahr. Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) werden in Slowenien, Rumänien und Spanien mit durchschnittlich 12 % die deutlichsten Ertragsrückgänge prognostiziert. In Rumänien dürfte aber dennoch die größte Menge geerntet werden. Mit 3,2 Mio. t wird dort die Erzeugung voraussichtlich das Vorjahr sogar noch um 0,2 Mio. t übertreffen. In Bulgarien hingegen wird die Erntemenge mit 1,9 Mio. t fast unverändert zum Vorjahr bleiben. Obwohl Spanien flächenmäßig den dritten Platz im Sonnenblumenanbau einnimmt, liegt das Land aufgrund der unterdurchschnittlichen Erträge mit 0,8 Mio. t nur auf Platz 5 der EU-weit größten Produzenten. Ungarn und Frankreich liegen mit 1,8 bzw. 1,3 Mio. t noch davor. Insgesamt kommt die EU damit auf eine Ernte 2019 von 9,95 Mio. t. Das sind nur 0,2 % weniger als 2018.

Download Grafik (.jpeg)

Download Grafik (.ai)

Grafik der Woche (KW 41 2019)

Schwankungen der Rohstoffpreise bewegen Verbraucherpreise kaum

GdW_4119.jpg 

Die trockenheitsbedingten kleinen Rapsernten in Deutschland in den Jahren 2018 und 2019 wirken sich kaum auf die Verbraucherpreise für Rapsspeiseöl aus.

Unterdurchschnittliche Ernteergebnisse werfen regelmäßig die Frage auf, ob durch das begrenzte heimische Rohstoffangebot die Verarbeitungsprodukte teurer werden, zum Beispiel ob die Preise für Rapsspeiseöl oder Margarine infolge der kleinen Rapsernte 2019 steigen werden. Für die deutschen Rapserzeuger war das Ernteergebnis auch finanziell enttäuschend. Daraus lassen sich aber nur bedingt Rückschlüsse auf die Entwicklung der Produktpreise für die Konsumenten ziehen. Der Grund liegt im Ausgleich dieses Angebotsdefizits durch eine rechtzeitige Sicherung von Rapsimportmengen zur Deckung des Bedarfs insbesondere aus Osteuropa. Hierzulande wird ausschließlich gentechnikfreier Raps für die Lebensmittelindustrie und für die Produktion von Rapsschrot als wichtigste gentechnikfreie Futterproteinquelle verarbeitet. Einzelne Unternehmen loben das Produktmerkmal „ohne Gentechnik“ auf den Gebinden aus. Diese Deklaration findet sich bereits auf vielen Milchprodukten und ist heute schon selbstverständlich im Lebensmitteleinzelhandel etabliert.

Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) hielten sich die Verbraucherpreise für Rapsöl in den vergangenen 5 Jahren im Bundesdurchschnitt nahezu auf dem Niveau von 0,99 EUR/l. Dagegen fielen die Bewegungen der Großhandelspreise für Rapsöl ab Ölmühle deutlich stärker aus. Dies hatte aber kaum Wirkung auf die Verbraucherpreise.

Auch zwischen den Erzeugerpreisen für Raps und den Forderungen der Ölmühlen für Rapsöl ist nur ein bedingter Zusammenhang gegeben. Während Rapsöl seit März 2019 stetig um 11 % zugelegt hat, sind die Preise für die Rapssaat im gleichen Zeitraum nur um 5 % gestiegen. Auch die Verwendung von Rapsöl zur Biodieselherstellung beeinflusst das Preisniveau für Rapsspeiseöl für den Endverbraucher praktisch nicht. Die strittige „Tank-Teller-Debatte“ wird also am tatsächlichen Marktgeschehen vorbei geführt.

 

Download Grafik (.jpeg)

Download Grafik (.ai)

Weitere Grafiken der Woche finden Sie im Archiv.