Grafik der Woche (KW 05 2023)

Weltweit mehr Futtererbsen geerntet

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UFOP fordert von Bund und Ländern mehr Unterstützung für heimische Eiweißpflanzen

Sowohl in Kanada als auch in Russland sind 2022 deutlich mehr Futtererbsen gedroschen worden als im Vorjahr. Im Zuge dessen dürfte auch die globale Erzeugung das Vorjahresniveau übertreffen.

Der Internationale Getreiderat IGC geht für das Vermarktungsjahr 2022/23 von einer globalen Futtererbsenerzeugung von 13,6 Mio. t aus. Nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) wäre dies ein Plus von 11,3 % gegenüber der vorangegangenen Saison. Die Prognose fußt hauptsächlich auf den höheren Ernteschätzungen für Kanada und Russland. In Kanada – traditionell wichtigstes Erzeugerland weltweit – sollen mit 3,4 rund 1,1 Mio. t oder 51,6 % mehr Futtererbsen geerntet worden sein als im historisch schwachen Vorjahr.

Ein deutliches Plus verzeichnet auch Russland. Mit 3,7 Mio. t sind rund 15,2 % mehr Futtererbsen eingebracht worden als noch 2021. Dadurch steht das Land auch im zweiten Jahr in Folge an der Spitze der Futtererbsenproduzenten. An dritter Stelle folgt die EU-27 mit einer gegenüber Vorjahr unveränderten Produktion von 1,8 Mio. t. Ein Rückgang in Frankreich, Spanien und Rumänien dürfte durch größere Ernte in Deutschland und Litauen laut IGC vollständig ausgeglichen worden sein. Die Futtererbsenernte der Ukraine 2022 wird angesichts des anhaltenden Krieges mit 300.000 t rund 54,1 % unterhalb des Vorjahresergebnisses taxiert.

Mit Blick auf den großen Importbedarf der Europäischen Union bei Futterprotein unterstreicht die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) das mobilisierbare große Anbaupotenzial bei Futtererbsen und den übrigen großkörnigen Leguminosen wie Ackerbohne, Lupine und Sojabohne. Diese bestätigten die vom Verband im Februar 2022 veröffentlichten Studien zur „10+10“-Strategie der UFOP. Die Landwirtschaft stehe seit Jahren in den Startlöchern, komme aber mangels Nachfragevolumen über die Wertschöpfung in der Warenkette nicht voran. An das Bundeslandwirtschaftsministerium gerichtet fordert die UFOP, die Eiweißpflanzenstrategie in der Produktentwicklung und Absatzförderung stärker und verlässlich zu unterstützen, um die Fruchtfolgeerweiterung mit Körnerleguminosen nachhaltig ökonomisch anzureizen. Auch die Bundesländer seien aufgefordert, den Anbau über agrarpolitische Programme der 2. Säule zu fördern. Denn das Interesse der Verbraucherinnen und Verbraucher sei grundsätzlich groß, Dies bestätigten viele Gespräche am Stand der UFOP anlässlich der Internationalen Grünen Woche. Viele Hersteller entwickelten mit großem Engagement Produkte für die direkte Verwendung in der Humanernährung.

Die Bedeutung dieser Kulturarten als Blühpflanzen für die Biodiversität und die Stickstoff-Fixierung für den Klimaschutz und damit deren Beitrag für die gesamte Ökosystemleistung erweiterter Fruchtfolgen seien hinlänglich bekannt und auch allgemein anerkannt, betont die UFOP. Angesichts des Klimawandels und dessen Folgen sei der Handlungs- bzw. Erfolgsdruck enorm, bekräftigt der Verband unter Hinweis auf das 1,5-Grad-Ziel bis 2030. Körnerleguminosen seien ein essentielles Element zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit, für die Etablierung resilienter Fruchtfolgen und zur Erhöhung des Kohlenstoffgehaltes im Boden, betont die UFOP.


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Grafik der Woche (KW 04 2023)

Globaler Flächenanspruch durch Biokraftstoffe gering

UFOP: Rohstoffanbau für Biokraftstoffe puffert das Angebot für die Ernährungssicherung

2021 wurden weltweit auf ca. 1,4 Mrd. ha Kulturpflanzen wie Getreide, Ölsaaten, Eiweiß-, Zucker- und Faserpflanzen, Obst, Gemüse, Nüsse u.a. angebaut. Davon wurde das meiste direkt oder indirekt über die Verfütterung an Nutztiere zur Ernährung eingesetzt. Nur rund 8 % der Anbaufläche dienten der Lieferung von Rohstoffen für die Biokraftstoffproduktion.

Die Rohstofferzeugung für die Verwendung in Biokraftstoffen konzentriert sich auf Regionen mit strukturellen Überschüssen. Dies ist ablesbar an den im Vergleich zur EU hohen Mandaten für die Beimischung, z. B. in Indonesien (35 % Biodiesel) oder in den USA (15 % Bioethanol). Die Gründe liegen vorrangig in der Markt- und Preisstabilisierung der landwirtschaftlichen Erzeugerpreise sowie in der Lieferung eines Beitrages zur Energieversorgungssicherheit. Ohne Biokraftstoffe mit ihrer angebotspuffernden Wirkung würde sich der Druck auf die Rohstoffpreise erhöhen.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) betont, dass bei der Herstellung von Biokraftstoffen zugleich Protein in hoher Qualität anfällt, das zur Nutztierfütterung oder direkt für die Humanernährung eingesetzt wird. Der im Zusammenhang mit Diskussion um weltweite Landnutzungsänderungen angeführte Flächenbedarf für die Biokraftstoffproduktion wird der Tatsache nicht gerecht, dass der Flächenanteil für die Proteinproduktion bei Raps heraus- bzw. angerechnet werden müsse, stellt die UFOP fest. Bei einem Anteil von 60 % Futterprotein beim Raps wäre somit nur 40 % der Anbaufläche für die Biokraftstoffproduktion anzurechnen. Dieser Ansatz ist aus Sicht der Förderunion sachgerecht, denn andernfalls müssten fehlenden Proteinmengen durch Importe von zusätzlichen Flächenbedarf gedeckt werden müssten.

Dieser Kompensationseffekt wird bei allen sogenannten „iLUC-Studien“ und daraus abgeleiteten Diskussionen gewollt nicht berücksichtigt. Dies betont die UFOP mit allem Nachdruck vor dem Hintergrund der aktuell bekannt gewordenen Initiative von Bundesumweltministerin Lemke, die Biokraftstoffproduktion aus Anbaubiomasse ab 2030 auslaufen zu lassen. Aus Sicht der UFOP ist es unverständlich, dass Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir diese Initiative unterstützt und die hinlänglich bekannten Zusammenhänge ignoriert. Denn die heimische bzw. europäische Rapsproduktion für die Kraftstoffherstellung sichert zugleich die Versorgung mit gentechnisch unverändertem Rapsprotein für die Milchproduktion. Praktisch jedes Milchprodukt mit dem Siegel „Ohne Gentechnik“ signalisiert, dass die Kühe am Anfang dieser Warenkette mit nachhaltig zertifiziertem Rapsschrot aus der Biodieselproduktion gefüttert wurden.

Mit ihrer Initiative schafft Bundesumweltministerin Lemke zugleich Fakten, die den Sinn und die Notwendigkeit in Frage stellen, mit der Landwirtschaft eine Nationale Biomassestrategie (NABIS) zu erarbeiten und zu diskutieren. Wo ist dann noch eine Gesprächsbasis, wenn der Rechtsrahmen wie bei Biokraftstoffen einseitig vorgegeben werde, hinterfragt die UFOP. Die Gesetzesinitiative nehme das Ergebnis vorweg. Der in der Strategie formulierte Vorrang der stofflichen Nutzung nachwachsender Rohstoffe läuft in Ermangelung von Konzepten für den Marktzugang für Produkte aus heimisch angebauten Rohstoffen ins Leere. Der Anbauumfang spielt praktisch keine Rolle – trotz 30 Jahre Produktförderung durch das Bundeslandwirtschaftsministerium. Denn der Großteil der Rohstoffe, wie z. B. Palmöl, wird ohnehin importiert. Ironischerweise wird bei diesen Importen jetzt der Nachweis für den entwaldungsfreien Bezug gesetzlich vorgegeben mit Datum 2020. Für Biokraftstoffe gilt diese Anforderung seit 2009 mit dem Datum 2008, betont die UFOP mit dem Hinweis, dass der Verband immer wieder die Vorbildfunktion und Sanktionsmöglichkeiten der Nachhaltigkeitszertifizierung bei Biokraftstoffen aufgezeigt habe – auch in Drittstaaten. Außerdem sei der Nachweis der Treibhausgasminderung die Schwelle für den Marktzugang.


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Grafik der Woche (KW 03 2023)

IGC sieht globale Rapsfläche zur Ernte 2023 marginal unter Vorjahr

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Während das Rapsareal in Indien, China und Australien kleiner ausfallen dürfte, verzeichnen die EU-27 sowie die Ukraine voraussichtlich eine Zunahme der Flächen.

In der ersten Schätzung der weltweiten Rapsanbaufläche für die Vermarktungssaison 2023/24 hat der Internationale Getreiderat (IGC) eine Fläche von 40,2 Mio. ha in Aussicht gestellt. Die Schätzung liegt um 1,5 % unter der Rekordanbaufläche der laufenden Saison und wäre die zweitgrößte Anbaufläche aller Zeiten. Das langjährige Mittel würde damit deutlich übertroffen. Während der Rapsanbau in Indien, China und Australien voraussichtlich zurückgehen wird, wird die Fläche in Kanada nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) unverändert zum Vorjahr bei 8,6 Mio. ha gesehen. Der Rat weist darauf hin, dass die erste Prognose noch mit einer großen Unsicherheit verbunden ist.

Das Rapsareal der EU-27 zur Vermarktungssaison 2023/24 wurde gemäß den Schätzungen auf 6,0 Mio. ha ausgeweitet; das Vorjahresergebnis würde damit um 1,7 % übertroffen. Insbesondere Frankreich und Deutschland (1,2 Mio. ha) verzeichnen ein Flächenplus. Ende Dezember wurde der Zustand der meisten Winterkulturen als gut eingeschätzt. Auch im Vereinigten Königreich wurde Erzeugerumfragen zufolge die Rapsfläche im Vergleich zum Vorjahr um 14 % deutlich ausgeweitet.

In der Ukraine wird die Rapsfläche mit 1,3 Mio. ha voraussichtlich um 8,3 % ausgedehnt, während der Getreiderat das Areal Russlands gegenüber Vorjahr unverändert bei 2,3 Mio. ha sieht.


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Grafik der Woche (KW 02 2023)

FAO-Preisindex unter Vormonatslinie

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Nachhaltige Biokraftstoffe leisten Beitrag zur Sicherheit von Ernährung und Energieversorgung

Sowohl der FAO-Preisindex für Pflanzenöle als auch für Getreide haben gegenüber dem Vormonat nachgegeben. Dennoch wird auf Jahressicht ein Höchstwert erreicht.

Der FAO-Pflanzenölpreisindex lag im Dezember bei durchschnittlich 144,4 Punkten und somit 6,7 % unter dem Niveau des Vormonats. Damit erreichte der Index den niedrigsten Stand seit Februar 2021, insbesondere ausgelöst durch rückläufige Preise für Palm-, Soja-, Raps- und Sonnenblumenöl. Die Weltmarktpreise für Palmöl fielen um fast 5 %, nachdem sie sich im Vormonat kurzzeitig erholt hatten. Ausschlaggebend war vor allem die verhaltene globale Nachfrage, denn die Produktionsmengen der wichtigsten Palmölerzeuger sind aufgrund übermäßiger Regenfälle zurückgegangen. Unterdessen verzeichneten auch die Weltmarktpreise für Sojaöl ein Minus, allem aufgrund positiver Aussichten auf eine saisonal steigende Produktion in Südamerika. Die Preise für Raps- und Sonnenblumenöl sanken aufgrund des reichlichen Angebots und der gedämpften Nachfrage, insbesondere in der EU. Auch rückläufige Rohölpreise übten Druck aus. Für das gesamte Jahr 2022 lag der FAO-Pflanzenölpreisindex bei 187,8 Punkten. Dies ist ein Anstieg von 13,9 % gegenüber 2021 und stellt einen neuen Jahresrekord dar.

Die internationalen Getreidepreise tendierten im Dezember schwächer. Der FAO-Getreidepreisindex lag im Schnitt bei 147,3 Punkten, ein Minus von 4,8 % im Vergleich zum Vormonat, aber immer noch 4,8 % über dem Vorjahresmonat. Für das Jahr 2022 erreicht der Index nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft(mbH) mit 154,7 Punkten einen neuen Höchstwert. Er lag um 17,9 % höher als im Jahr 2021 und übertraf den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2011 um 8,8 %.

Aus Anlass der aktuellen Bekanntmachung der FAO weist die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) darauf hin, dass trotz des Krieges in der Ukraine die Nahrungsmittelversorgung pro Kopf der Weltbevölkerung angesichts guter Ernten bei Ölsaaten mit 0,644 Mrd. t und Getreide (inkl. Reis) mit 2,76 Mrd. t rechnerisch gedeckt ist. Dennoch weist die FAO 44 Länder aus, die auf externe Nahrungsmittelhilfe angewiesen sind. Davon liegen 33 in Afrika. Die UFOP kritisiert die negative Diskussion über Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse, bei der diese Zusammenhänge nicht berücksichtigt würden. Für Deutschland und die EU stelle sich die Frage der Ernährungssicherheit nicht, stellt der Verband klar.

Die UFOP erwarte von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir eine sachgerecht geführte Diskussion, bei der auch berücksichtigt werde, dass beim Rapsanbau ca. 60 % der Fläche der Produktion von Eiweißfuttermitteln zuzuschreiben sei, die wiederum nicht aus Drittstaaten importiert werden müssten. Die UFOP unterstütze ausdrücklich die Eiweißpflanzenstrategie des BMEL. Darin müssten jedoch alle proteinliefernden Kulturen berücksichtigt werden, auch wenn ein Teil des Ertrages zur Biokraftstoffproduktion verwendet werde. Dies sei die ideale Kombination aus Wertschöpfung und spürbaren Beitrag zum Klimaschutz. Dabei dürfe nicht außer Acht gelassen werden, dass der Anbau von Raps, Getreide und anderen Ackerkulturen natürlichen oder stetig verschärften gesetzlichen Anbaurestriktionen unterliege. Die UFOP fordert Bundesminister Özdemir auf, diese Aspekte ganzheitlich zu denken; nur so machten eine Ackerbau- oder eine Nationale Biomassestrategie mit Blick auf Versorgung Klimaschutz Sinn.

Mit Blick auf die gesetzlich vorgegebene Kappungsgrenze von 4,4 % für Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse unterstreicht der Verband erneut die Deckelung der Einsatzmöglichkeit von Agrarrohstoffen für die Biokraftstoff­produktion. Umso mehr müsse es mit Blick auf die Klimaschutzziele darum gehen, das aktuell genutzte Anbauflächenpotenzial auch im Sinne der nachhaltigen Wertschöpfung auszuschöpfen. Vor diesem Hintergrund sei auch die Umsetzung der Erneuerbare Energien-Richtlinie (RED II) zu sehen, mit der die Basis für globale Nachhaltigkeitsanforderungen für den Biomasseanbau auch in Drittstaaten geschaffen worden sei. Wer die Abschaffung der Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse fordere, müsse auch ehrlich bekennen, dass damit die Gestaltung eines international verbindlichen Regelungsrahmens für den nachhaltigen Anbau von Biomasse aufgeben werde.


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Grafik der Woche (KW 01 2023)

Mehr Sojabohnen aus Indien

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Das USDA sieht Erzeugung und Verbrauch, aber auch Endbestände und Welthandel mit Sojabohnen geringfügig über der Vormonatsschätzung.

Das US-Landwirtschaftsministerium USDA erwartet in seinem jüngsten Bericht für 2022/23 eine weltweite Sojabohnenerzeugung von rund 391,2 Mio. t. Damit werden 0,6 Mio. t mehr avisiert als noch im November 2022. Verglichen mit dem vorangegangenen Wirtschaftsjahr wäre das ein Plus von 35,6 Mio. t. Grund für die Anhebung im Vormonatsvergleich ist nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) die nach oben korrigierte Prognose für Indien, das in der laufenden Saison voraussichtlich rund 12 Mio. t Sojabohnen einfahren wird. Im November hatte das USDA noch von 11,5 Mio. t erwartet. Die Prognose für Kanada wurde marginal um 43.000 t auf 6,5 Mio. t erhöht. Im Gegensatz dazu hält das USDA an den bisherigen Schätzungen für wichtige Erzeugerländer wie Brasilien, die USA und Argentinien fest.

Aufgrund der voraussichtlich größeren weltweiten Verfügbarkeit an Sojabohnen erwartet das USDA für 2022/23 auch einen höheren Verbrauch. So dürften schätzungsweise 380,9 Mio. t verarbeitet werden, 0,7 Mio. t mehr als noch im Vormonat erwartet. 2021/22 wurden 363,4 Mio. t und damit 17,5 Mio. t weniger nachgefragt.

Demzufolge dürften die Vorräte verglichen mit der Novemberprognose voraussichtlich um 0,5 auf 102,7 Mio. t steigen. Damit lägen die weltweiten Endbestände 7,1 Mio. t über Vorjahresvolumen. Dieses Plus beruht insbesondere auf den erhöhten Schätzungen für Brasilien mit 31,7 Mio. t (+0,5 Mio. t gegenüber der Novemberprognose) und der EU mit 1,7 Mio. t (+0,3 Mio. t). Das kann den prognostizierten Rückgang der argentinischen Endbestände von 0,5 auf 23,5 Mio. t mehr als ausgleichen.

Ebenfalls höher als im Vormonat, wenn auch nur geringfügig, sieht das USDA den Welthandel mit Sojabohnen. Mit voraussichtlichen 169,4 Mio. t werden 0,2 Mio. t mehr verschifft als im November prognostiziert. Gegenüber 2021/22 ist das ein Plus von 15,6 Mio. t.


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Grafik der Woche (KW 51 2022)

Deutlich weniger Sojabohnen aus Brasilien

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Die Sojabohne ist vor Raps die wichtigste Ölsaat, die in die Europäische Union importiert wird. Die Einfuhren der EU-27 in den ersten viereinhalb Monaten des laufenden Wirtschaftsjahres beliefen sich auf knapp 4,9 Mio. t. Im gleichen Zeitraum der Saison 2021/22 waren es noch rund 900.000 t mehr. Unter den Lieferanten gab es deutliche Verschiebungen, sowohl bei den Importen von Sojabohnen, als auch bei verarbeiteter Ware.

Hauptlieferländer bleiben Brasilien und die USA. So kamen bis Mitte November rund 1,7 Mio. t Sojabohnen aus Brasilien in die Union, nur noch knapp die Hälfte des Vorjahresvolumens von 3,4 Mio. t. Der Anteil Brasiliens an den gesamten EU-Sojaimporten sank dadurch um 23 Prozentpunkte auf 36 %. Die Lücke konnte durch eine Steigerung der Lieferungen aus den USA gefüllt werden. So kamen vom 01.07.-11.12.2022 rund 2,1 Mio. t aus den Vereinigten Staaten und damit 31 % mehr als im Vorjahreszeitraum.

Ein ebenso wichtiges Importgut für Europa ist Sojaschrot. Hier bleibt das Volumen nur wenig hinter der Vorjahresmenge zurück. Mit 7,1 Mio. t wurden knapp 19.000 t weniger eingeführt als im Vorjahreszeitraum. Auch hier gab es Verschiebungen unter den Lieferanten. Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) hat sich Brasilien mit einer Steigerung von 800.000 t gegenüber dem Vorjahreszeitraum an die Spitze der Lieferanten gesetzt. Mit 3,8 Mio. t liegt Brasilien nun vor Argentinien, welches mit knapp 2,6 Mio. t rund 600.000 t weniger lieferte als im Vorjahreszeitraum.


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Grafik der Woche (KW 50 2022)

Spitzenjahr der Ölsaatenerzeugung

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UFOP betont langjährige Vorbildfunktion der Biokraftstoffe beim Herkunftsnachweis

Nach aktuellen Schätzungen des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) wird die globale Erzeugung von Ölsaaten im Wirtschaftsjahr 2022/23 bei dem Spitzenwert von rund 644,4 Mio. t und damit rund 7 % über Vorjahreslinie gesehen. Die aktuelle Prognose ist damit etwas zurückhaltender als die vorangegangene Schätzung.

Auch die globale Verarbeitung von Ölsaaten steigt nach jüngster Prognose des USDA auf einen Höchstwert von 533,4 Mio. t, das wären rund 21,9 Mio. t mehr als noch im Wirtschaftsjahr 2021/22. Die weltweiten Endbestände belaufen sich voraussichtlich auf 121,4 Mio. t und liegen damit 7,1 Mio. t über dem Niveau des Vorjahres. Der Rekordwert von 134,1 Mio. t aus der Saison 2018/19 wird jedoch deutlich verfehlt. Auch der Welthandel mit Ölsaaten verzeichnet einen voraussichtlichen Zuwachs um 20,3 Mio. t auf 198,3 Mio. t.

Mit ca. 391,2 Mio. t werden im laufenden Wirtschaftsjahr so viele Sojabohnen geerntet wie noch nie. Hingegen dürfte die globale Erzeugung von Sonnenblumenkernen gegenüber dem Vorjahr um 12 % auf 50,7 Mio. t sinken, im Gegensatz zur weltweiten Rapserzeugung, die um 10,4 Mio. t auf 84,3 Mio. t steigen soll. Diese Prognose fußt nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) auf Erntesteigerungen in wichtigen Produktionsländern, insbesondere in Kanada. In Bezug auf die geschätzte Menge an Ölsaaten ist darauf hinzuweisen, dass diese gemäß USDA-Schätzung u. a. auch Erdnüsse (ca. 50,3 Mio. t) und Baumwollsaat (ca. 42,1 Mio. t) berücksichtigt.

Der Anstieg in der Sojabohnenproduktion geht insbesondere auf Landnutzungsänderungen (Urwaldrodung) in Südamerika zurück. Nach einem Report der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) aus dem Jahr 2020 - Link) wurde zwischen 1990 und 2020 global eine Fläche entwaldet worden, die größer ist als die EU ist. Vor diesem Hintergrund begrüßt die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) die Anfang Dezember 2022 erzielte Einigung über das sogenannte EU-Lieferkettengesetz für den entwaldungsfreien Bezug, u.a. von Soja und Palmöl. Im Unterschied zur Nachhaltigkeitszertifizierung bei Biokraftstoffen besteht hier die Pflicht des Nachweises für die Flächennutzung ab 2020, bei Biokraftstoffen dagegen ab 2008.

Die UFOP hatte wiederholt die Vorbildfunktion der Erneuerbare Energien-Richtlinie betont bzgl. der Anforderungen an Nachhaltigkeit und Dokumentation, insbesondere des Nachweises der Treibhausgasminderung. Diese betrifft auch die Option der Verwendung von Satellitenbildern. Die UFOP erinnert an das von der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) geförderte Vorhaben „GRAS“. Umso mehr muss die Reaktion einiger Politiker des Europäischen Parlamentes verwundern, diese Regelung als „Weltneuheit“ zu bezeichnen. Diese Importbestimmungen sind für Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse seit 2008 relevant für den Marktzugang, betont die Förderunion


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Grafik der Woche (KW 49 2022)

Dürre schmälert Ertragspotenzial der EU-Sonnenblumen

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In der EU-27 wurde im Jahr 2022 trockenheitsbedingt eine deutlich kleinere Ernte an Sonnenblumenkernen eingefahren als noch im Vorjahr. Auch der langjährige Durchschnitt wurde verfehlt.

Gemäß der aktuellen Schätzung der EU-Kommission wurden in der Europäischen Union im Jahr 2022 9,3 Mio. t Sonnenblumenkerne geerntet. Das wären rund 10 % weniger als noch 2021. Das Rekordergebnis von 10,4 Mio. t aus dem Jahr 2017, wie auch das langjährige Mittel von 10,2 Mio. t, werden damit deutlich verfehlt. Zwar wurde die Anbaufläche im aktuellen Jahr mit 5,1 Mio. ha um rund 18 % auf einen neuen Höchststand ausgedehnt, doch die Erträge fielen mit 19,5 dt/ha fast 18 % kleiner aus als 2021. Die anhaltende Trockenheit und Hitze über die Sommermonate führten zu Ertragseinbußen. Das züchterische Ertragspotenzial konnte deshalb nicht ausgeschöpft werden.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) sieht dennoch im Sonnenblumenanbau regional eine Anbaualternative zur Erweiterung von Fruchtfolgen und zur Risikominimierung. Die UFOP empfiehlt, bei der Anbauplanung zur Aussaat 2023 Sonnenblumen angesichts der unsicheren Versorgungslage mit Sonnenblumenkernen bzw. Sonnenblumenöl aus der Ukraine zu berücksichtigen. Welches Ertragspotenzial, auch beim Ölgehalt konventionelle und HO Sorten aufweisen, bestätigen die jährlich von der UFOP geförderten und mit den zuständigen regionalen Dienststellen durchgeführten Sortenversuche. Diese und weitere Ergebnisse zu Raps und Körnerleguminosen stehen kostenlos als Download zur Verfügung: LINK


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Grafik der Woche (KW 48 2022)

Sommerkulturen mit deutlichen Ertragseinbußen

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UFOP: Ackerbaustrategie sichtbar machen

In Deutschland fielen sowohl die Erträge für Sojabohnen als auch die für Sonnenblumenkerne 2022 infolge ungünstiger Vegetationsbedingungen über die Sommermonate unterdurchschnittlich aus.

Nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes sind 2022 in Deutschland rund 159.400 t Sonnenblumenkerne geerntet worden. Das sind 59.700 t mehr als im vergangenen Jahr und fast dreimal so viele wie im langjährigen Mittel. Ursache für das Plus ist insbesondere die deutliche Ausweitung der Anbaufläche. 2022 standen Sonnenblumen auf einem Areal von 85.300 ha, mehr als doppelt so viel wir noch im Vorjahr. Die voraussichtlich erzielten Erträge von 18,7 dt/ha enttäuschten jedoch und verfehlten nicht nur das Vorjahresergebnis um 7,4 dt/ha, sondern blieben auch deutlich hinter dem langjährigen Mittel von 22,0 dt/ha zurück. Ausschlaggebend waren die Trockenheit und Hitze über die Sommermonate, die das Ertragspotenzial deutlich schmälerten.

Seit 2015 spielt auch der Sojaanbau in Deutschland eine nennenswerte Rolle und ist seitdem beständig und deutlich gewachsen. 2022 hat sich das Areal um weitere 17.200 auf 51.400 ha vergrößert. Aber auch hier verfehlten die Erträge infolge der ungünstigen Vegetationsbedingungen des Sommers mit 24,8 dt/ha das Vorjahresergebnis um 6,4 dt/ha. Aufgrund der deutlichen Ausweitung der Anbaufläche konnten dennoch mit 127.700 rund 21.100 t mehr Sojabohnen eingebracht werden als noch im vergangenen Jahr. Wichtigste Anbauregionen bleiben Bayern und Baden-Württemberg.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. UFOP) sieht in der positiven Entwicklung der Anbaufläche das grundsätzliche Interesse der Ackerbauern, die Fruchtfolgen zu diversifizieren und mit Blick auf den Klimawandel resilienter zu gestalten. Leider wurde diese Änderungsbereitschaft, insbesondere bei Sonnenblumen, nicht belohnt. Zum Teil fehlte auch die Erfahrung beim Anbau dieser Kultur. Die landwirtschaftliche bzw. öffentliche Beratung müsse sich hierauf einstellen und demzufolge in der Beratungspraxis und bei Anbauversuchen die sogenannten kleineren Kulturen wie Leguminosen und auch die Sonnenblume verstärkt berücksichtigen. Hier sieht die UFOP noch Luft nach oben, um die Ackerbaustrategie des Bundeslandwirtschaftsministeriums ganzheitlich zu entwickeln und auch über die Leitbetriebe sichtbar zu machen.


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Grafik der Woche (KW 47 2022)

IGC schätzt globale Rapsernte 2022/23 über Vorjahr

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Nach jüngsten Angaben des Internationalen Getreiderates (IGC) dürfte die weltweite Rapserzeugung das Vorjahresniveau um 15 % übertreffen. Für das Wirtschaftsjahr 2022/23 sieht der IGC den Verbrauch und das internationale Handelsvolumen auf Rekordniveau. Zugleich werden die globalen Rapsvorräte deutlich zunehmen.

Der IGC prognostiziert für das Wirtschaftsjahr 2022/23 eine global komfortable Rapsversorgung von 84,4 Mio. t. Für Australien korrigiert der Rat seine Prognose infolge von Überschwemmungen marginal um 0,1 Mio. t nach unten. Verglichen mit dem vorangegangenen Wirtschaftsjahr ist das dennoch ein voraussichtliches Plus von 15 %. Die prognostizierte größere Erzeugung in Kanada mit 19,1 Mio. t (+5,3 Mio. t gegenüber Vorjahr), der EU mit 19,6 Mio. t (+2,2 Mio. t) sowie in Russland mit 4,9 Mio. t (+1,9 Mio. t) kann die Einbußen in Australien mit 6,5 Mio. t (-0,3 Mio. t) und Indien mit 10,3 Mio. t (-0,2 Mio. t) mehr als ausgleichen.

Aufgrund der großen Verfügbarkeit dürfte der weltweite Verbrauch 2022/23 bei rund 83 Mio. t liegen, ein Plus von 11,2 % gegenüber dem Vorjahr. Innerhalb der EU dürfte der Verbrauch bei geschätzten 24,7 Mio. t liegen (+2,3 Mio. t).

Der IGC schätzt die Endbestände auf 5,5 Mio. t, 1,4 Mio. t oder 34 % über dem Vorjahresvolumen.

Der internationale Handel mit Raps dürfte sich 2022/23 aufgrund der üppigen Exportmöglichkeiten sowie dem hohen Preisniveau auf 18,4 Mio. t belaufen und damit das Vorjahresvolumen um 3,8 Mio. t übertreffen. Als wichtige Destinationen gelten weiterhin China, Japan und Pakistan. Die Einfuhren in die EU dürften aufgrund der eigenen großen Ernte geringer ausfallen als im Vorjahr. Die ukrainischen Exporte werden aktuell bei 2,8 Mio. t gesehen und dürften das Vorjahresvolumen trotz des anhaltenden Konflikts damit um 0,1 Mio. t übertreffen. Die kanadischen Ausfuhren werden aufgrund der größeren Ernte im Vergleich zum Vorjahr deutlich zulegen.


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Grafik der Woche (KW 46 2022)

Deutschland wichtiger EU-Versorger mit Rapsöl

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Die deutschen Rapsöllieferungen sind im Wirtschaftsjahr 2021/22 erstmals zurückgegangen, nachdem sie zuvor drei Jahre in Folge deutlich zulegten. Exportiert wurde weniger in Drittländer, sondern mehr in die EU-Nachbarländer.

Mit knapp 1,1 Mio. t führte die Bundesrepublik 2021/22 knapp 22 % weniger Rapsöl aus als noch in der vergangenen Saison. Das Volumen des Wirtschaftsjahres 2019/20 wurde allerdings um 13 % übertroffen.

Mit Abstand größter Empfänger für Rapsöl aus Deutschland waren auch 2021/22 mit knapp 600.000 t die Niederlande, die als zentrale Drehscheibe für den Welthandel mit Rohstoffen fungiert. In der vorangegangenen Saison war es allerdings ein Viertel mehr. Platz 2 belegt Belgien mit 86.500 t, rund 17 % weniger als 2020/21. Danach folgen Frankreich, Dänemark und Polen als wichtige Destinationen. Diese Länder haben deutlich mehr Rapsöl erhalten als im Vorjahr. Frankreich kaufte rund 65.000 t (+18%) und blieb damit ein wichtiger Absatzmarkt, nach Dänemark gingen rund 64.600 t (+12 %). Das deutlichste Plus verzeichneten jedoch die Lieferungen nach Polen: mit 58.000 t hat sich das Volumen des Vorjahres mehr als verdoppelt. Auch die Schweiz, Österreich, Litauen, Griechenland und Tschechien erhielten deutlich mehr als 2020/21, während nach Italien, Portugal und Irland weniger geliefert wurde.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) führt den Rückgang der Rapsölexporte auf einen gestiegenen Bedarf in der heimischen Biodieselverarbeitung zurück. Der Verband erwartet für das Wirtschaftsjahr 2022/2023 eine Versteigung dieser Entwicklung, weil ab 2023 aus Palmöl hergestellte Biokraftstoffe hierzulande nicht mehr auf die THG-Quotenverpflichtung angerechnet werden können. Der heimische bzw. europäische Anbau von Raps wird für die Marktversorgung der deutschen und europäischen Biokraftstoffindustrie zur Herstellung von Biodiesel oder Hydriertem Pflanzenöl (HVO) immer wichtiger. Die UFOP erwartet hiervon ausgehend eine Stabilisierung der Anbaufläche für Raps von derzeit etwa 5,8 Mio. ha in der EU 27. Mit Blick auf die Wintermonate wird in den nördlichen EU-Ländern zunehmend Biodiesel aus Rapsöl eingesetzt. Dieser genetische Vorteil der Fettsäurezusammensetzung von Rapsöl sichere ein Absatzpotenzial, das in diesem Zeitraum nur mit – im Vergleich zu Rapsmethylester (RME) teureren – Hydrierten Pflanzenöl (HVO) umgangen werden könnte.

Unter Hinweis auf die kriegsbedingte unsichere Versorgungssituation für das Jahr 2023 und infolge der Klimawandel-bedingten Herausforderungen empfiehlt die UFOP zudem den Anbau von Sonnenblumen über entsprechende Vorkontrakte zur Aussaat 2023 anzureizen. Im Sinne der Biodiversität und der Erweiterung regionaler Fruchtfolgen existiere hier neben Raps ein zusätzliches Flächen- bzw. Rohstoffpotenzial, das gehoben werden könne.

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Grafik der Woche (KW 45 2022)

Dieselkraftstoffverbrauch erreicht 3-Jahreshoch

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Der Einsatz vom Dieselkraftstoff erreichte im August mit 3,1 Mio. t den höchsten Stand seit Oktober 2019.
 
Im August 2022 wurden 212.960 t Biodiesel und damit 6,1 % mehr als im Vormonat beigemischt. Da der Dieselverbrauch gleichzeitig um 8,8 % auf 3,1 Mio. t zunahm und damit ein 3-Jahreshoch erreichte, reduziert sich der Beimischungsanteil um 0,2 Prozentpunkte auf 6,4 %, womit der geringste Beimischungsanteil seit Jahresbeginn erreicht wurde. Der Gesamtverbrauch von Diesel und Biodiesel summiert sich im August folglich auf gut 3,3 Mio. t, das sind 3,7 % mehr als noch im August 2021. Im laufenden Jahr summiert sich der Biodieselverbrauch damit auf gut 1,6 Mio. t. Der Beimischungsanteil lag im Schnitt über die ersten 8 Monate des Jahres 2022 bei 7,2 %, im Vorjahreszeitraum lag dieser bei 7,4 %.
 
Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) weist darauf hin, dass die Norm für Dieselkraftstoff, DIN EN 590, den Biodieselanteil auf 7 Volumenprozent begrenzt. Der diese Vorgabe überschreitende Beimischungsanteil ist Hydriertes Pflanzenöl (HVO). Diese Mengen werden vom zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) nach wie vor nicht ausgewiesen, kritisiert der Verband.
Die UFOP schätzt den Mengenbedarf an Biodiesel/HVO für das Kalenderjahr 2022 etwas geringer ein als im Vorjahr, als 2,53 Mio. t eingesetzt wurden. Tendenziell sinkt der Diesel- bzw. Energiebedarf infolge des Aufwuchses der E-Mobilität und der mit diesem Antrieb verbundenen steigenden Energieeffizienz.
 
Mit Blick auf die aktuelle Diskussion um das Klimaschutz-Sofortprogramm der Regierungskoalition und die Kritik des Expertenrates der Bundesregierung für Klimafragen betont die UFOP, dass im Jahr 2030, dem Zieljahr des Bundesklimaschutzgesetzes, noch mehr als 35 Mio. Fahrzeuge in Deutschland mit einem Verbrennungsmotor angetrieben sein werden. Für die Erfüllung der THG-Quotenverpflichtung und der Emissionsvorgaben für den Verkehr bedarf es daher eines technologieoffenen Ansatzes aller Erfüllungsoptionen, einschließlich nachhaltig zertifizierter und treibhausgasoptimierter Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse, Reststoffen und Abfällen, ist die UFOP überzeugt. Der Nachweis der Nachhaltigkeit ist der Passierschein für Marktzugang und Anrechnung, betont die UFOP mit Blick auf Produkte, die keine gleichrangigen Anforderungen erfüllen müssen.
                       

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Grafik der Woche (KW 44 2022)

Globale Pflanzenölerzeugung erneut auf Rekordkurs

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Die globale Erzeugung von Pflanzenölen wächst auch im Wirtschaftsjahr 2022/23 und erreicht erneut neue Höchstwerte. Dabei verzeichnet sowohl die Produktion von Raps- und Sojaöl als auch von Palm- und Sonnenblumenöl einen Anstieg.
 
Nach der jüngsten Schätzung des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) beläuft sich die globale Erzeugung von Pflanzenölen 2022/23 auf 219,8 Mio. t. Das wären 8,3 Mio. t mehr als 2021/22. Damit wird die Produktion den Bedarf von voraussichtlich 213,6 Mio. t auch im laufenden Wirtschaftsjahr vollständig decken.
 
Palmöl bleibt nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft(mbH) bei Produktion und Verbrauch das bedeutendste Pflanzenöl am Weltmarkt. Die weltweite Produktion wird auf 79,2 Mio. t geschätzt. Gegenüber 2021/22 entspricht das einem Plus von 3,2 Mio. t. Palmöl nimmt damit einen Anteil von gut 36 % der gesamten globalen Pflanzenölproduktion ein. Indonesien bleibt mit 46,5 Mio. t größter Erzeuger von Palmöl, gefolgt von Malaysia mit 19,8 Mio. t und Thailand mit knapp 3,3 Mio. t.
 
Die Produktion von Sojaöl dürfte um 4,2 % auf 61,9 Mio. t ausgedehnt werden und könnte damit einen neuen Höchstwert erreichen. Mit 17,2 Mio. t bleibt China Hauptproduzent, die USA nimmt mit knapp 11,9 Mio. t den zweiten Platz ein. Auch an Rapsöl dürfte infolge überraschend ertragreicher Ernten und hoher Ölgehalte mit 31,5 Mio. t rund 8,5 % mehr zusammenkommen als noch im vergangenen Wirtschaftsjahr.
 
Die Produktion von Sonnenblumenöl dürfte 2022/23 mit 20,1 Mio. t um rund 1 % ausgedehnt werden, obwohl das globale Angebot an Sonnenblumenkernen trotz einer Ausweitung der Anbauflächen deutlich hinter dem Vorjahresergebnis zurückgeblieben ist. Die UFOP weist darauf hin, dass auch die Landwirte in Deutschland den Anbau im Jahr 2022 aufgrund stabil hoher Sonnenblumenölpreise ausgedehnt hatten. Auch wenn sich aufgrund der extremen Hitze nicht alle Ertragserwartungen erfüllt haben, ist dennoch mit einer stabilen Entwicklung des Anbaus zur Aussaat 2023 zu rechnen.


                       

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Grafik der Woche (KW 43 2022)

IGC: Mehr Sonnenblumenkerne aus Amerika

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Während ungünstige Vegetationsbedingungen in der EU-27 die Erträge limitierten, dürften insbesondere in den USA und Argentinien deutlich mehr Sonnenblumenkerne zusammenkommen.
 
Global dürften im Wirtschaftsjahr 2022/23 nach Angaben des Internationalen Getreiderates IGC rund 52,1 Mio. t Sonnenblumenkerne zusammenkommen. Das wären zwar 700.000 t mehr als noch im September prognostiziert, das Vorjahresvolumen wird damit dennoch um 7,9 % verfehlt. Während in Russland rund 6,5 % mehr Sonnenblumenkerne erzeugt werden dürften als noch 2021/22, wird das Angebot der Ukraine, angesichts des anhaltenden Kriegsgeschehens und eines Rückgangs der Anbaufläche, voraussichtlich ein Drittel kleiner ausfallen. Berichten zufolge konnten bis zum 14.10.2022 knapp die Hälfte der ukrainischen Flächen geräumt werden. Niederschläge verzögerten die Erntearbeiten jedoch zuletzt und verstärkten die Sorge um deutliche Qualitätseinbußen.
 
Trotz einer Ausweitung des Areals dürfte auch die EU-Erzeugung mit 9,5 Mio. t rund 8,9 % hinter dem Vorjahresergebnis zurückbleiben, nachdem ungünstige Vegetationsbedingungen über die Sommermonate das Ertragspotenzial deutlich schmälerten. Indes blickt der Rat optimistisch auf das Sonnenblumenkernangebot in Nord- und Südamerika. Vor dem Hintergrund einer größeren Anbaufläche wird die US-Erzeugung bei 1,3 Mio. t und damit 45 % über Vorjahreslinie gesehen. Gleiches gilt für Argentinien, hier dürften rund 8,7 % mehr und damit die Rekordmenge von 4,4 Mio. t zusammenkommen.
                       

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Grafik der Woche (KW 42 2022)

Kanadas Rapsernte noch nicht wieder in alter Größe

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Die kanadische Ernte 2022 überschreitet das durch Dürre geschmälerte Vorjahresergebnis bei weitem, bleibt allerdings dennoch unterdurchschnittlich.
 
Nach dem zurückliegenden Dürrejahr 2021 und dem Rekordtief der kanadischen Canolaerzeugung blickt der Internationale Getreiderat IGC optimistisch auf das kanadische Rapsangebot 2022. Trotz einer Reduzierung der Anbauflächen um 4 % auf 8,7 Mio. ha dürfte eine deutlich größere Ernte eingefahren werden. Ausschlaggebend sind insbesondere größere Erträge infolge der im Vergleich zum Vorjahreszeitraum erheblich besseren Vegetationsbedingungen für die Feldbestände. Mit schätzungsweise 22,3 dt /ha verdoppelt sich der prognostizierte Durchschnittsertrag um 44,8 % über Vorjahr. Vor diesem Hintergrund dürften nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) 19,1 Mio. t Raps zusammenkommen, im dürregeplagten Vorjahr waren es lediglich 13,8 Mio. t. Dennoch werden die Jahre 2020 und 2019 um voraussichtlich 0,4 Mio. t bzw. 0,5 Mio. t verfehlt.
 
Bei einem inländischen Rapsverbrauch von 10,5 Mio. t, rund 1,1 Mio. t mehr als im vergangenen Wirtschaftsjahr, ergibt sich ein Überschuss von 8,6 Mio. t. Dennoch dürften die Vorräte angesichts der geringen Anfangsbestände mit 900.000 t deutlich hinter dem Vorjahresvolumen von 1,7 Mio. t zurückbleiben. Angesichts der größeren kanadischen Erzeugung dürften, nach Einschätzung der AMI, die Rapsexporte mit rund 8,5 Mio. t deutlich zunehmen. Das wären 60,3 % mehr als noch im Vorjahr. Der inländische Verbrauch könnte ebenfalls zunehmen. Mit prognostizierten 10 Mio. t läge er 16,3 % über dem Vorjahresvolumen.
                       

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Grafik der Woche (KW 41 2022)

EU-Rapsimporte 40 % über Vorjahresniveau

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Die bisherigen Rapseinfuhren der EU-27 übertreffen das Vorjahresniveau deutlich - und das, obwohl die EU-Rapsernte deutlich größer ausfiel als im Vorjahr.
 
Die EU-27 hat in den ersten 14 Wochen der Saison 2022/23 knapp 1,7 Mio. t Raps importiert. Gegenüber dem vergangenen Wirtschaftsjahr entspricht das einem Anstieg von gut 40 %. Im Vergleich zur Saison 2020/21 reduziert sich das Volumen geringfügig um rund 1,5 %. Naturgemäß ausschlaggebend für die Schwankungen der Importmengen ist neben dem europäischen Rapsangebot die Verfügbarkeit am Weltmarkt. Im laufenden Wirtschaftsjahr beläuft sich die europäische Rapsernte nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) auf voraussichtlich 18,8 Mio. t. Das sind zwar knapp 11 % mehr als im Vorjahr, der Gesamtbedarf der Ölmühlen in der EU beträgt jedoch rund 23,3 Mio. t. Die EU-Kommission schätzt deshalb den Importbedarf aus Drittländern auf 4,5 Mio. t, das wären immerhin 1,1 Mio. t weniger als 2021/22.
 
Mit Blick auf den Importbedarf sind deutliche Verschiebungen bei den Handelsströmen zu erwarten. Wie in den Vorjahren ist die Ukraine wichtigster Lieferant. Die Importe nahmen nach Angaben der AMI trotz des anhaltenden Kriegsgeschehens um 40 % zu. Gleichzeitig stieg mit der doppelten Liefermenge im 3. Quartal die Importmenge aus Australien deutlich an im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Auch Kanada gewinnt nach den massiven Ertragseinbußen im vergangenen Dürrejahr wieder an Bedeutung und lieferte rund 25 % mehr. Demgegenüber gingen die Importe aus Moldawien und Serbien, allerdings auf einem geringen Mengenniveau, um 29 und 57 % zurück.

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Grafik der Woche (KW 40 2022)

IGC reduziert Sojabohnenprognose, sieht aber dennoch steigende Vorräte

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Das globale Angebot an Sojabohnen wird vom Internationalen Getreiderat (IGC) geringer, aber weiter auf Rekordniveau eingeschätzt. Auch wenn die Nachfrage nach Sojabohnen weltweit gegenüber dem Vorjahr steigt, dürften die Vorräte noch deutlicher wachsen als bislang erwartet.
 
Im Zuge seines jüngsten Berichts korrigierte der Internationale Getreiderat (IGC) seine Schätzung des globalen Sojaangebots 2022/23 um 2 auf 387 Mio. t nach unten. Dennoch dürfe das Angebot im laufenden Wirtschaftsjahr ein Rekordniveau erreichen und das Vorjahresniveau um knapp 10 % übertreffen.
 
Ausschlaggebend für die Korrektur sind insbesondere schwächere Erwartungen der US-Ernte. So dürften dort rund 119,2 Mio. t Sojabohnen zusammenkommen und damit 4,1 Mio. t weniger als bislang erwartet. Ungünstige Vegetationsbedingungen schmälerten das Ertragspotenzial zuletzt deutlich. Zudem dürfte die Anbaufläche in den USA kleiner ausfallen als noch im August prognostiziert. Die jüngsten Niederschläge in einigen Regionen wurden jedoch als potenziell günstig für spätreifende Bestände angesehen. Demgegenüber wurde die Schätzung des brasilianischen Sojaangebotes auf 146 Mio. t angehoben, rund 1 Mio. t mehr als im Vormonat avisiert. Auslöser ist insbesondere eine voraussichtlich 3 % größere Anbaufläche. Auch in der Ukraine dürften mit 3,6 Mio. t rund 0,7 Mio. t mehr Sojabohnen eingefahren werden.
 
Der globale Sojaverbrauch wird aktuell auf 378 Mio. t beziffert. Das sind 1 Mio. t weniger als noch im August prognostiziert, aber 4,3 % mehr als 2021/22. Insbesondere in China wird mit einem deutlichen Anstieg der Nachfrage gerechnet, gleiches gilt für Bangladesch und Pakistan.
 
Angesichts der Rekordernte bei Soja dürften auch die Jahresendbestände 2022/23 wachsen. Rein rechnerisch ergibt sich nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) ein weltweiter Sojaüberschuss von 9 Mio. t. Zusammen mit den Anfangsbeständen werden die Vorräte Ende 2022/23 auf rund 53 Mio. t anwachsen, 1 Mio. t mehr als noch im August prognostiziert. Das Vorjahresvolumen dürfte damit um 19,3 % übertroffen werden. Die Endbestände der größten Exporteure dürften im Vorjahresvergleich um 19,5 % zulegen. In Bezug auf die US-Sojavorräte wird davon ausgegangen, dass diese in der vierten Saison in Folge schrumpfen werden und mit 4,6 Mio. t sogar den tiefsten Stand seit 13 Jahren erreichen.



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Grafik der Woche (KW 39 2022)

Deutsche Biodieselexporte auf hohem Niveau

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Deutschland exportierte im ersten Halbjahr 2022 laut Statistischem Bundesamt rund 1,3 Mio. t Biodiesel. Demgegenüber belief sich der Import auf 755.539 t. Wichtigster Handelspartner sind mit 40 bzw. 48 % am Gesamtexport bzw. 
-import nach wie vor die Niederlande als bedeutendster EU-Marktplatz für Biodiesel. Dabei hat sich die Importmenge mehr als verdoppelt, nachdem sie im Vorjahr deutlich zurückgegangen war. Nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) kamen darüber hinaus größere Lieferungen aus Belgien, Malaysia und Polen. Während die Einfuhren aus Belgien sich ebenfalls mehr als verdoppelten, kamen direkt aus Malaysia rund 17 % weniger.

Unter den Empfängerländern für deutschen Biodiesel dominieren mit den Niederlanden, Belgien und Polen ebenfalls EU-Länder (76%). Wichtigstes Drittland sind hier die USA, die in der ersten Hälfte 2022 mit knapp 91.000 t den vierten Platz halten, auch weil die Liefermenge gegenüber Vorjahreszeitraum um 28 % stieg.
 
Die UFOP weist angesichts des Überschusses in der Handelsbilanz darauf hin, dass mit den exportierten Mengen auch Potenzial für den Klimaschutz im Verkehr ausgeführt werde. Niedriger könnten die Früchte nicht hängen, um mit diesen Mengen die vom Klimarat der Bundesregierung kürzlich festgestellte Lücke zu schließen. Wie alternativlos vor allem physisch verfügbare Biokraftstoffe sind, ist daran abzulesen, dass auch das Bundesumweltministerium nicht in der Lage ist, sofort wirksame Maßnahmen vorzuschlagen. Das Tempolimit reicht bei weitem nicht aus. Mit der Elektrifizierung des Verkehrs infolge der Förderung der E-Mobilität und von Wärmepumpen werde der Ausstoß von Treibhausgasen lediglich in den Energiesektor verlagert, zumal versorgungsbedingt weitere Kohlekraftwerke wieder in Betrieb genommen werden müssten. Verlierer sei am Ende der Klimaschutz, betont die Förderunion.

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Grafik der Woche (KW 38 2022)

EU-Hülsenfruchternte durchschnittlich

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Die EU-Erzeugung von Hülsenfrüchten zur Ernte 2022 dürfte mit einem Plus von 4 % das Vorjahresergebnis zwar übertreffen, bleibt aber im Mittel der vergangenen Jahre. Den größten Zuwachs verzeichnen Futtererbsen und Ackerbohnen.
 
Nach Einschätzung der EU-Kommission dürften 2022 knapp 6,2 Mio. t Hülsenfrüchte in der Union geerntet werden, 4 % mehr als im Vorjahr. Das Rekordergebnis von 6,9 Mio. t im Jahr 2017 wird jedoch deutlich verfehlt. Vor allem Futtererbsen und Ackerbohnen werden mit 2,1 bzw. 1,3 Mio. t und einem Plus von jeweils 13 % im Vergleich zum Vorjahr umfangreicher gedroschen. Nach Einschätzung der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) ist dieses Plus sowohl auf die Flächenausdehnung als auch auf voraussichtlich höhere Erträge zurückzuführen.
 
Wichtigste Hülsenfrucht der EU-27 bleibt die Sojabohne mit einem leicht reduzierten Anteil von 42 % an der Leguminosenernte. Die Erzeuger dürften 2022 rund 2,6 Mio. t und damit etwa 2 % weniger als im Vorjahr einfahren. Das langjährige Mittel wird trotz einer Ausweitung der Anbauflächen um voraussichtlich 4 % verfehlt, weil Hitze und Trockenheit das Ertragspotenzial deutlich reduziert haben. Der deutlichste Rückgang wird bei Süßlupinen erwartet. Mit 264.000 t wird die Ernte rund 18 % unterhalb des Vorjahresergebnisses gesehen. Ausschlaggebend dafür sind auch hier voraussichtlich deutlich geringere Erträge.
 
Die UFOP betont den grundsätzlichen Aufwärtstrend im Anbau und in der Produktion von Körnerleguminosen. Damit wird das Interesse der landwirtschaftlichen Betriebe bestätigt, mit dem Anbau von Hülsenfrüchten neue Absatzmärkte zu erschließen und die Fruchtfolgesysteme angesichts der Klimawandels resilienter und risikoärmer zu gestalten. Die UFOP fordert von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir, die Begleit- und Fördermaßnahmen ausreichend attraktiv zu gestalten, um diese positive Entwicklung zu stützen. Der Instrumentenkasten liege vor, es bedürfe nur einer zukunftsgerichteten und mutigen Orchestrierung. Die Förderunion erneuert ihre Forderung nach einer angemessenen Prämiengestaltung in der ersten und zweiten Säule beim Anbau von Körnerleguminosen in vielfältigen Fruchtfolgen, aber auch nach einer sachgerechten Finanzierung der Eiweißpflanzenstrategie des BMEL. Beides seien wichtige „Leitplanken“ einer zukünftigen und von Verbrauchern ebenso wertgeschätzten Ackerbaustrategie, die dann auch den Namen verdiene.

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Grafik der Woche (KW 37 2022)

Ölschrotpreise weiterhin auf hohem Niveau

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Während promptes Rapsschrot nur vereinzelt nachgefragt wird, ist das Interesse an Kontrakten mit längeren Laufzeiten deutlich größer.
 
Das Angebot am Rapsschrotmarkt ist aufgrund der üppigen Rapsernte mehr als ausreichend. Dieses Angebot trifft allerdings auf eine schwindende Nachfrage, vor allem bei vorderen Lieferterminen. Demgegenüber erfreuen sich Lieferungen ab November 2022 über ein stärkeres Kaufinteresses und werden höher bewertet als September-Ware. Im August 2022 tendierten die Großhandelspreise noch durchweg fester und lagen im Schnitt nicht nur 10 % über Vormonatsniveau, sondern sogar 37 % über den Preisen im August 2021. Anfang September 2022 tendierten die Preise für prompte Ware allerdings schwächer. So meldete die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) am 08.09.2022 im Schnitt 325 EUR/t ex Mühle. Demgegenüber verteuerte sich Rapsschrot auf späteren Lieferterminen, die mit 341 EUR/t bewertet wurden.
 
Die Preise für Sojaschrot stiegen im August ebenfalls deutlich an. Zum einen gestützt von den ungünstigen Vegetationsbedingungen in den USA, dem wichtigsten Anbieter am Weltmarkt, zum anderen getrieben von den steigenden Energiekursen und infolgedessen steigenden Logistikkosten bei zusätzlich begrenztem Frachtraum. Im August 2022 wurden für 48er Partien im Schnitt 585 EUR/t fob Mühle aufgerufen und damit 3,1 % mehr als im Vormonatsdurchschnitt und sogar 45 % über der Vorjahreslinie. Mit dem Einbruch der Sojanotierungen Anfang September 2022 aufgrund der nach oben korrigierten US-Ertragsprognosen gaben die Kassapreise in Deutschland ebenfalls nach.

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Grafik der Woche (KW 36 2022)

Größerer Biodieselverbrauch im 1. Halbjahr 2022

 

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Im ersten Halbjahr 2022 summierte sich der Verbrauch von Biodiesel und Hydriertem Pflanzenöl (HVO) zur Beimischung auf rund 1,23 Mio. t und war damit 6,3 % größer als im Vorjahreszeitraum.
 
In diesem Zeitraum nahm nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) der Dieselbedarf um 1,6 % auf 15,15 Mio. t zu. Von Januar bis Juni 2022 betrug die durchschnittliche Beimischung von Biodiesel/HVO 7,5 %. Der Verbrauch von Bioethanol summiert sich auf 573.520 t und übertrifft damit das Vorjahresvolumen um fast 12 %. Im gleichen Zeitraum stieg der Verbrauch von Ottokraftstoff (E 5 / E 10) um gut 7 %.
 
Im Juni 22 nahm der Verbrauch an Biodiesel gegenüber Vormonat um 5 % auf 195.000 t ab. Im Jahresvergleich ergibt sich damit ein deutlicher Rückgang von 8,7 %. Der Dieselverbrauch erreichte im Juni 2022 ein Volumen von 2,7 Mio. t, das sind zwar 14 % mehr als im Vormonat, das Vorjahresvolumen wird damit dennoch um 6 % verfehlt. Das reduzierte den Beimischungsanteil deutlich, der mit 6,7 % unter den Halbjahresdurchschnitt rutscht und einen deutlichen Abstand zu den 8 % im Vorjahresmonat aufweist. Der Einsatz von Bioethanol nahm im Juni 22 weiter ab. Mit 90.910 t wurden 3,4 % weniger verbraucht als im Vormonat. Die Beimischungsmenge Bioethanol reduzierte sich um 5,6 %, blieb damit aber 2,8 % größer als im Vorjahresmonat, während der Einsatz in ETBE gegenüber Vormonat um 18,3 % zulegte. Das Vorjahresvolumen wird damit dennoch um 31 % verfehlt.
 
Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) schätzt für das Jahr 2022 den Gesamtabsatz von Biodiesel und HVO auf ca. 2,5 Mio. t. Dies entspricht etwa 55 % der bisher aus Russland importierten Menge Dieselkraftstoff von etwa 4,5 Mio. t. Die Förderunion erwartet, dass im 4. Quartal preisstabilisierend die Nachfrage nach Biodiesel/HVO aus Rapsöl zunehmen wird. Im Winterhalbjahr wird in den nördlichen EU-Ländern zur Sicherstellung der Winterqualität Rapsölmethylester beigemischt und zudem werden mit Beginn 2023 Biokraftstoffe (Biodiesel/HVO) aus Palmöl hierzulande nicht mehr auf die THG-Quotenverpflichtung angerechnet. Weitere Mitgliedstaaten wie z. B. Frankreich, Schweden, Portugal, Belgien und die Niederlande haben ebenfalls Palmöl ausgeschlossen. Diese Bedarfslücke muss unter anderem mit Rapsöl geschlossen werden.



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Grafik der Woche (KW 35 2022)

Sojaernte in Brasilien 2023 auf Rekordkurs

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Angesichts der Ausdehnung der Anbaufläche und positiver Ernteerwartungen dürften die brasilianischen Ausfuhren das Vorjahresniveau deutlich übertreffen.
 
Auf 42,5 Mio. ha schätzt der Auslandservice des US-Landwirtschaftsministeriums, FAS, für das Wirtschaftsjahr 2022/23 die Anbaufläche für Soja. Das entspricht einem voraussichtlichen Plus gegenüber Vorjahr von 1,6 Mio. ha. Die 5-jährige Wachstumsrate von 1,2 Mio. ha dürfte damit um 400.000 ha übertroffen werden. Insbesondere die Grenzregionen zum Urwald im Norden und Nordosten des Landes sind laut FAS von einer verstärkten Ausdehnung des Sojaareals betroffen. Neben der Erwartung einer lebhaften weltweiten Nachfrage, stellt auch der günstige Wechselkurs des brasilianischen Reals zum US-Dollar und die Verbesserung der Infrastruktur infolge neuer und verbesserter Straßen und Häfen einen Anreiz für Farmer dar, ihre Sojaflächen, unter anderem auf degradierten Weiden, auszuweiten.
 
Bei einem voraussichtlichen Ertrag von 33,9 dt/ha dürfte nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) ein Rekordvolumen von rund 144 Mio. t Sojabohnen zusammenkommen, 17,4 Mio. t mehr als noch 2021/22. Damit korrigierte FAS seine vorangegangene Prognose nach oben, nachdem es Brasilien in den vergangenen Monaten gelang, ausreichend Phosphat-Düngemittel durch umfangreiche Einfuhren sicherzustellen. Brasilien importiert etwa 85 % seines Düngerbedarfs aus Russland und Weißrussland. Die Invasion Russlands in die Ukraine Anfang des Jahres schürte die Sorge um eine knappe Versorgung. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2022 importierte das Land jedoch 16,5 % mehr Düngemittel als im gleichen Zeitraum 2021. So beliefen sich die Einfuhren von Januar bis Mai 22 auf 16,6 Mio. t, im Vorjahreszeitraum waren es lediglich 14,2 Mio. t.

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Grafik der Woche (KW 34 2022)

Globale Rapsernte erreicht neuen Höchstwert

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Angesichts einer voraussichtlich größeren Ernte in Russland und Australien dürfte die globale Rapserzeugung 2022/23 einen neuen Höchstwert erreichen. Das US-Landwirtschaftsministeriums erwartet mit 82,5 Mio. t Raps einen neuen Höchstwert.
 
Das wären 2,2 Mio. t mehr im Vergleich zur Schätzung im Juli und 14 % mehr als 2021/22. Insbesondere die Rapsernteschätzung für Russland wurde angehoben. So dürfte dort die Rekordmenge von 3,9 Mio. t zusammenkommen und damit 1,1 Mio. t mehr als noch im Juli prognostiziert. Ausschlaggebend dafür ist die größere Anbaufläche. Auch die australische Rapsernte dürfte mit den aktuell avisierten 6,1 Mio. t um rund 700.000 t größer ausfallen als bislang erwartet. Günstige Vegetationsbedingungen erhöhten das Ertragspotenzial und veranlassten das USDA zu der Korrektur. Auch in der EU-27 dürften mit rund 18 Mio. t rund 100.000 t mehr Raps eingefahren werden als noch im Juli prognostiziert.
 
Bei einem voraussichtlichen globalen Verbrauch von 79,2 Mio. t, 830.000 t mehr als noch im Vormonat erwartet und 5,1 Mio. t mehr als in der vergangenen Saison, ergibt sich erstmals seit 3 Jahren ein Überschuss von 3,3 Mio. t. Das Ministerium erwartet aktuell für Russland und China eine größere Nachfrage als bislang prognostiziert.
Angesichts der voraussichtlich größeren Rapserzeugung dürften die Jahresendbestände 2022/23 deutlich wachsen. Mit 6,8 Mio. t sieht das Ministerium die Vorräte nicht nur knapp 900.000 t über der Vormonatsschätzung, sondern auch 47,5 % über dem Vorjahresvolumen. Das wären die größten Endbestände seit 3 Jahren.
 
Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) sieht mit dieser Schätzung den Bedarf für alle Verwendungsbereiche zur Nahrungs- und Futtermittelverwendung sowie zur Biokraftstoffherstellung ausreichend versorgt. Deutsche Ölmühlen verarbeiten jährlich ca. 10 Mio. t Rapssaat zu 4 Mio. t Rapsöl.  Die aktuelle Herausforderung sei die Sicherung der Lieferkette, damit die Ware termingerecht verarbeitet werden könne. Mit Sorge verfolgt die UFOP die Niedrigwasserstände sowie die zunehmend an die Grenze der Kapazität stoßende Verlagerung des Transports auf die Schiene. Die UFOP erinnert mit Blick auf die aktuell zwischen Bundeswirtschafts- und -verkehrsministerium abzustimmende Verordnung für eine Vorrangregelung, dass mit Raps auch ein Energieträger transportiert werde, der in vielerlei Hinsicht als Energiequelle genutzt werde. Die Regelung des Rheinpegels bedürfe angesichts des Klimawandels ohnehin grundsätzlich in die Zukunft gerichtete neue Konzepte.


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Grafik der Woche (KW 33 2022)

Massiver Anstieg der EU-Importe an Sonnenblumenkernen

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Nach Angaben der EU-Kommission hat sich der Außenhandel mit Raps und Sonnenblumenkernen zwar verändert, aber nicht so stark wie erwartet. Auslöser war das stark eingeschränkte Exportpotenzial der Ukraine, wichtigster Lieferant für Ölsaaten, Ölschrote und insbesondere Sonnenblumenöl. Wie aktuelle Daten zeigen, kamen größere Mengen von dort als prognostiziert – von einem Einbruch der Lieferungen kann daher pauschal nicht gesprochen werden.

Im Juli 22 importierte die EU-27 rund 491.443 t Raps, während im Vorjahresmonat lediglich 286.826 t aus Drittländern kamen. Den größten Anteil von rund 78 % oder 381.164 t lieferte dabei Australien. Die Ukraine folgte mit knapp 50.000 t bzw. 10 % auf Platz 2 und reduzierte damit seinen Marktanteil gegenüber Vorjahreszeitraum marginal um 2 Prozentpunkte.

Einen außerordentlichen Anstieg verzeichneten die Lieferungen von Sonnenblumenkernen. Während die EU-27 im Juli 21 rund 13.827 t importierte, waren es im Juli 22 rund 259.895 t und damit die 18-fache Menge. Wichtigster Lieferant ist die Ukraine mit einem Marktanteil von 93 %, gefolgt von Moldawien mit 4 %. Einen Rückgang verzeichneten indes die europäischen Einfuhren von Sonnenblumenöl. So erhielt die Union nach jüngsten Angaben im Juli 22 rund 126.033 t, im Juli 21 waren es noch 136.733 t. Auch wenn die Einfuhren das Vorjahresvolumen verfehlen, fällt die Kürzung dennoch geringer aus als im Vorfeld befürchtet.


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Grafik der Woche (KW 32 2022)

Anbauflächenplus bei EU-Sonnenblumen von Ertragsschwäche zunichte gemacht

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Der Ukrainekrieg und die damit verbundene Knappheit an Sonnenblumenöl veranlasste viele Erzeuger in der Europäischen Gemeinschaft, im Frühjahr 2022 mehr Sonnenblumen auszusäen. Die anfänglich optimistischen Ernteaussichten lassen sich aber aufgrund der Trockenheit in weiten Teilen Europas nicht halten.

Die anhaltende Trockenheit in Europa, vor allem in den östlichen und südöstlichen Regionen, hat die EU-Kommission dazu bewogen, die Ernteschätzung für Sonnenblumenkerne drastisch zu kürzen. Ende Juli avisierte Brüssel eine Menge von 10,5 Mio. t und damit 636.600 t weniger als noch im Vormonat. Das wären dann nur noch 200.000 t bzw. 1 % mehr als im Jahr 2021.

Aufgrund der geschätzten großen Flächenausdehnung auf knapp 4,8 Mio. ha – dies entspricht einem Anstieg um rund 10 % gegenüber dem Vorjahr – waren die Ernteerwartungen anfänglich sehr positiv. Die EU-Kommission war dabei von durchschnittlichen Ergebnissen auf Vorjahresniveau ausgegangen, also von 23,8 dt/ha. Ausbleibende Niederschläge und eine anhaltende Trockenheit in weiten Teilen Europas haben diese Erwartung jedoch zunichte gemacht. Aktuell rechnet die EU-Kommission nur noch mit Erträgen in Höhe von 21,8 dt/ha.

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Grafik der Woche (KW 31 2022)

Überraschend gute Ergebnisse der Rapsernte sorgen für Preisdruck

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Durch das zunehmende Aufkommen aus der laufenden Ernte geraten die Kassapreise saisonüblich zunehmend unter Druck. Regional überraschten die guten Erträge bei Weizen und Raps, so dass sich in der Folge der Abwärtstrend bei den Erzeugerpreisen verstetigte.  Gleichzeitig verteuern Niedrigwasserzuschläge und der Schienentransport die Anlieferung bei den Ölmühlen.
 
Unsicherheit über die Verschiffungspotenziale der Ukraine, der „Wettermarkt“ in Nordamerika und die laufenden Ernten in Europa lassen die Kurse an den Terminbörsen kräftig schwanken. Die überraschend guten Ergebnisse der Rapsernte öffnen laut Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) den Preisspielraum nach unten. Nachdem Marktteilnehmer angesichts der anhaltenden Trockenheit und Hitze mit deutlichen Ertragseinbußen gerechnet hatten, überraschten die erzielten Erträge bislang positiv. In Frankreich wurden beispielsweise nach jüngsten Angaben zwischen 30 und 55 dt Raps je Hektar von den Feldern geholt. So blicken Marktteilnehmer vorsichtig optimistisch auf die Rapsversorgung im laufenden Wirtschaftsjahr. Auch in Deutschland schreitet die Rapsernte voran, regional ist sie sogar bereits beendet. Die Erträge sind bei Feuchtigkeitsgehalten bis 5,5 % mit 35 bis 45 dt/ha gut bis sehr gut. Die Ölgehalte liegen ersten Berichten zufolge zwischen 43 und 45 % und sind damit ebenfalls mehr als zufriedenstellend. Regional unterbrachen Niederschläge und Unwetter vereinzelt die Erntearbeiten, die danach aber wieder rasch aufgenommen werden konnten.
 
Die Nachfrage ist demgegenüber sehr gering, Verarbeiter sind über Kontrakte ausreichend gedeckt. Die dargestellten Preise spiegeln demnach nicht die tatsächlichen Verkaufs- bzw. Kontraktpreise der Erzeuger wider. Allerdings muss derzeit einiges getan werden, um Versorgungslücken aufgrund der eingeschränkten Frachtmöglichkeiten zu entgehen. Niedrige Wasserstände erschweren massiv den Transport über Flüsse in die Binnenhäfen. Frachtraum ist knapp und teuer, zumal die hohen Energiepreise die Transportkosten ohnehin in die Höhe treiben.
 
Die Erzeugerpreise wurden in der 30. KW erneut zurückgenommen. Im Bundesdurch-schnitt werden 610,50 EUR/t verlangt und damit 39,20 EUR/t weniger als in der Woche zuvor. Die Meldungen aus den einzelnen Bundesländern rangieren dabei in einer Spanne von 555 bis 675 EUR/t.


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Grafik der Woche (KW 30 2022)

Deutsche Rapsschrotexporte stark rückläufig


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Die Rapsschrotexporte Deutschlands verfehlten das Rekordvolumen des Vorjahreszeitraums um 22 %. Hauptabnehmer wie die Niederlande, Spanien und Frankreich importierten deutlich weniger, während Dänemark, Finnland und die Schweiz umfangreicher orderten.
 
Insgesamt hat Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes von Juli 2021 bis Mai 2022 gut 1,5 Mio. t Rapsschrot exportiert und damit etwa 22 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Es ist die kleinste Menge seit 3 Jahren. Das lag zum einen an der geringeren Verfügbarkeit. In deutschen Ölmühlen fielen im genannten Zeitraum mit 4,8 Mio. t rund 5,5 % weniger an, wodurch das Exportpotenzial limitiert wurde. Auf der anderen Seite bremsten die vergleichsweise hohen Marktpreise das Kaufinteresse aus dem Ausland. Das Protein im Rapsschrot war von Oktober 2021 bis Mai 2022 teurer bzw. preisidentisch mit Protein aus GVO-Sojaschrot. In Ländern, in denen die GVO-Freiheit von Futtermitteln keine große Rolle spielt, wurde daher eher auf Sojaschrot als auf die Alternative zurückgegriffen. 
 
Deutsches Rapsschrot wird hauptsächlich in die EU-Mitgliedstaaten geliefert (rund 1,45 der 1,55 Mio. t). Mit 660.000 t floss das meiste davon in die Niederlande. Damit hat sich das Volumen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast ein Drittel reduziert. Um fast zwei Drittel schrumpften die Rapsschrotlieferungen nach Frankreich, nach Spanien wurden 56 % weniger ausgeführt. Beide Länder hatten aufgrund der eigenen größeren Rapsernte weniger Bedarf an Rapsschrotlieferungen aus dem Ausland.
 
Ein deutliches Plus weisen nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) indes die Lieferungen nach Dänemark, Finnland und Österreich auf. Dänemark als zweitwichtigster Handelspartner im Geschäft mit Rapsschrot hat mit 193.000 t seine Importe aus Deutschland nahezu verdoppelt. Außerhalb der Europäischen Gemeinschaft war die Schweiz erneut wichtigster Abnehmer und steigerte die Menge sogar um 82 % auf 70.000 t.
 
Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) weist mit Blick auf die Verarbeitungskapazität von ca. 9 Mio. t Rapssaat darauf hin, dass Deutschland damit der wichtigste Verarbeiter und Lieferant der EU-27 von gentechnikfreiem Rapsschrot ist.
 
Die Bereitstellung dieses heimischen, in der Milchviehfütterung fest etablierten Futtermittels sei jedoch gefährdet, wenn das Bundesumweltministerium seine Pläne umsetzt, die Obergrenze für Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse massiv zu reduzieren bzw. deren Anrechnung auf die Klimaschutzverpflichtung in Zukunft auszuschließen. Denn nur in Kombination mit der Verarbeitung von Raps zu Biodiesel sei die Versorgung mit heimischem Futterprotein auch in Zukunft gewährleistet.


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Grafik der Woche (KW 28 2022)

EU-Sojaerzeugung 2022 auf Rekordkurs

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Das Sojaangebot der EU-27 dürfte auch in diesem Jahr wachsen, nachdem auch die Anbauflächen ausgeweitet wurden. Das deutlichste Plus wird dabei in Italien verzeichnet.
 
Die Sojaerzeugung der Europäischen Union hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdreifacht. Nach jüngsten Angaben der EU-Kommission dürften 2022 rund 3 Mio. t Sojabohnen geerntet werden und damit knapp 15 % mehr als noch im vergangenen Jahr. Damit dürfte die Produktion der EU-27 einen neuen Rekordwert erreichen. Auch 2022 bleibt Italien mit den aktuell prognostizierten 1,1 Mio. t größter EU-Erzeuger. Das Vorjahresvolumen wird somit um voraussichtlich 29 % übertroffen. Damit wächst der Anteil Italiens an der europäischen Sojaerzeugung auf knapp 38 %. Auch in anderen Mitgliedsstaaten sieht die Kommission das diesjährige Sojaangebot über der Vorjahreslinie. In Frankreich, dem zweitgrößten EU-Anbieter der Bohne, wird ein Plus von 4 % auf 457.000 t erwartet. In Österreich dürften mit 286.000 t knapp 22 % mehr zusammenkommen als noch im vergangenen Jahr. Auch die Erzeuger in Deutschland dürften, nachdem 2016 erstmals nennenswerte Mengen an Sojabohnen geerntet wurden, mit 136.000 t rund 27 % mehr einfahren als noch 2021. Damit hätte sich die hiesige Erzeugung in den vergangenen sechs Jahren mehr als verdreifacht. Demgegenüber dürfte Rumänien mit den aktuell avisierten 331.000 t das Vorjahresergebnis um 4 % verfehlen.
 
Ausschlaggebend für das größere Sojaangebot der EU-27 ist nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) insbesondere eine Ausweitung der Anbauflächen. So avisiert die Europäische Kommission das Areal 2022 aktuell bei rund 1 Mio. ha. Gegenüber dem vergangenen Jahr entspricht das einem voraussichtlichen Flächenplus von knapp 9 % und markiert damit einen neuen Höchstwert.
 
Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) begrüßt die positive Entwicklung des europäischen Sojaanbaus nachdrücklich, denn damit steht vielen Landwirten eine weitere Kulturart zur Fruchtfolgeerweiterung und zur Bedienung einer wachsenden Nachfrage nach regional erzeugten Produkten zur Verfügung. Gleichzeitig weist die Förderunion auf die noch notwendigen, erheblichen züchterischen Investitionen hin, um regional angepasste, wettbewerbsfähige Sorten bereit stellen zu können. Zur schnelleren Verfügbarkeit könnten die neuen Züchtungstechnologien wie CRISPR/Cas einen wichtigen Beitrag leisten.



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Grafik der Woche (KW 27 2022)

Unerwartete Liefermengen aus der Ukraine

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Der Krieg in der Ukraine hat die Exportmöglichkeiten des Landes deutlich eingeschränkt. Aber nicht alle Produkte aus der Ernte 2021 kamen deswegen in geringerem Umfang nach Deutschland.
 
Der Einmarsch Russlands in die Ukraine und insbesondere die Sperrung der Schwarzmeerhäfen haben das Exportvolumen spürbar limitiert. Vor allem Massegüter wie Weizen und Raps, die in normalerweise im Umfang von Millionen Tonnen ausgeführt werden, verlassen seit Kriegsbeginn nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) nur noch sporadisch das Land.  Deutschland importierte nach jüngsten Angaben des Statistischen Bundesamtes in den ersten vier Monaten des Jahres 2022 rund 113.768 t Ölfrüchte aus der Ukraine und damit knapp 49 % weniger als noch im Januar bis April 2021. Den kräftigsten Rückgang verzeichneten dabei die Rapslieferungen. Mit 56.579 t wird das Vorjahresvolumen um knapp 72 % verfehlt. Allerdings lag der Importanteil der Ukraine an der deutschen Rapsverarbeitung in den vergangenen Jahren bei vergleichsweise niedrigen 10 %. Dagegen lieferte die Ukraine in den ersten vier Monaten Mais im Umfang rund 53.815 t in die Bundesrepublik,46 % weniger als im Vergleichszeitraum 2021.
 
Anders die Produkte, die schon in der Vergangenheit eher in geringeren Chargen ausgeführt wurden. So erhielt Deutschland direkt aus der Ukraine von Januar bis April 2022 mit 51.707 t fast die dreifache Menge GVO-freier Sojabohnen. Auch die Lieferungen von Sonnenblumenöl übertreffen, entgegen der Befürchtungen einiger Marktteilnehmer, mit 43.261 t das Vorjahresvolumen von 36.942 t um 17 %.
 
Bei der in Kürze anstehenden Ernte sind nach Einschätzung der Union zur Förderung von Proteinpflanzen e.V. (UFOP) erhebliche Einbußen möglich. Auch wenn ein großer Teil der ukrainischen Ackerfläche in der Bewirtschaftung gehalten werden konnte, konnten viele Bestände nicht termingerecht bzw. ausreichend gedüngt bzw. gepflegt werden. Regional mangelt es an Dieselkraftstoff und zudem an Lagerraum, weil die letztjährige Ernte nicht vermarktet werden konnte. Die UFOP begrüßt daher die vielfältigen Initiativen des Handels und der EU-Mitgliedsstaaten, im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten Unterstützung zu leisten, wenngleich die exportierbaren Mengen über Güterzüge bei weitem nicht den Export durch Schiffe ersetzen können. Grundsätzlich ist offen, ob, und in welchem Umfang die Anbauflächen praxisüblich geerntet und für die kommende Aussaat bestellt werden können. Die UFOP blickt daher gespannt auf die Rapsernte in Kanada und in anderen Ländern und in welchem Umfang der zu erwartende Ausfall des Angebotes aus der Ukraine kompensiert werden kann. Diese Frage betrifft alle Ölsaaten bzw. Sonnenblumenöl sowie Weizen.


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Grafik der Woche (KW 26 2022)

Raps- und Weizenpreise rutschen ab


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Die Erzeugerpreise von Raps und Weizen verließen in den vergangenen Wochen ihr Hochplateau und folgten der Schwächetendenz an den Terminmärkten nach unten.
 
Die Rapsnotierungen an den Terminmärkten konnten ihren Höchstwert nicht halten, nachdem die Aussicht auf eine größere Ernte in Europa sowie das nachlassende Kaufinteresse die Kurse unter Druck setzten. Auch die in Frankreich begonnene Rapsernte belastet die Kurse und ließ auch die Preise am Kassamarkt abrutschen. So wurden Ende Juni durchschnittlich 783 EUR/t für alterntige Partien genannt und damit zwar rund 65 % mehr als noch zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr, allerdings 200 EUR/t weniger als noch im April 2022, als der Rekordwert von 983 EUR/t erreicht wurde. Auch die Forderungen für die jetzt beginnende Rapsernte gaben zuletzt deutlich nach. Mit den Ende Juni durchschnittlich geforderten 710 EUR/t wird der Höchstwert von 826 EUR/t vom April um 116 EUR/t verfehlt.
 
Auch bei Brotweizen geben die Kassapreise infolge der anstehenden Ernte nach, auch wenn die Ertragsaussichten aufgrund der regionalen Trockenheit und der europaweiten Hitze getrübt sind. So büßten die Forderungen binnen 5 Wochen 38 EUR/t oder 10 % an Wert ein. Regional haben die Preisrücknahmen das Interesse an Vorkontrakten bei den Erzeugern noch einmal aufleben lassen.
 
Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) weist mit Blick auf die erläuterte Preisentwicklung hin, dass ein Großteil der Ernte bereits zu niedrigeren Preisen in den Vormonaten kontrahiert wurde. Die Förderunion unterstreicht diese Feststellung, weil sich die Frage der Marktversorgung und zu welchen Preisen diese erfolgt in der öffentlichen Diskussion oft an den Höchstpreisen orientiert und nicht an den Preisen, zu denen tatsächlich vermarktet wurde und wird. Auch die Entwicklung der Produktionskosten für die Landwirte, insbesondere bei Düngemitteln, müsse ebenso berücksichtigt werden.
 
Erzeugerpreise auf diesem Niveau sind daher zur Kostendeckung aktuell und wohl auch in Zukunft erforderlich, denn mit einem Sinken der Energiepreise, insbesondere bei Erdgas als wichtiger Energieträger für die Düngemittelherstellung, kann derzeit nicht gerechnet werden. Verbraucherinnen und Verbraucher müssten sich auf das für die Kostendeckung erforderliche höhere Preisniveau einstellen. Ein reduzierter Düngeraufwand und die Einflüsse des Klimawandels ließen derzeit keine Produktionssteigerungen erwarten, zumal auch die neuen europäischen Rahmenbedingungen der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik kein Entwicklungspotential aufzeigten, so die UFOP.


 

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