Grafik der Woche (KW 25 2022)

USDA hebt Prognose bei Sojabohnen an

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In seinem jüngsten Monatsbericht hob das USDA die globale Ernteschätzung sowie die Außenhandelsprognose für Sojabohnen 2022/23 an.
 
Der Schätzung des US-Landwirtschaftsministeriums zufolge dürften im Wirtschaftsjahr 2022/23 global 395,4 Mio. t Sojabohnen erzeugt werden. Das wären 680.000 t mehr als im Vormonat avisiert und 12,3 % mehr als 2021/22. Den Ausschlag für die erwartete Rekordernte gab die Aussicht auf ein größeres Sojaangebot in der Ukraine, auch wenn Prognosen aus dieser Region aufgrund des anhaltenden Kriegsgeschehens mit Vorsicht zu betrachten sind. Nach Angaben des USDA dürften dort rund 2,8 Mio. t erzeugt werden und damit 500.000 t mehr als bislang erwartet, aber dennoch 1 Mio. t weniger als 2021/22. Die Schätzungen für Brasilien und Argentinien bleiben gegenüber dem Vormonat unverändert bei 149 Mio. t bzw. 51 Mio. t.
 
Angesichts des größeren Sojaangebotes dürfte auch der Welthandel 2022/23 das Volumen des Vorjahres deutlich übertreffen. So sieht das USDA die Ausfuhren bei 170,3 Mio. t und damit 420.000 t oberhalb der Mai-Prognose und 9,2 % über dem Niveau 2021/22. Eine Aufwärtskorrektur erfuhr dabei vor allem das Exportpotenzial der Ukraine.
 
Infolge höherer Erträge korrigierte das US-Landwirtschaftsministerium die argentinische Sojaerzeugung 2021/22 um 1,4 auf 43,4 Mio. t nach oben. Gleiches gilt nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) für die Erzeugung Brasiliens. Mit den aktuell avisierten 126 Mio. t dürften 2021/22 rund 1 Mio. t mehr Sojabohnen zusammenkommen als noch im Mai prognostiziert. Ein größeres Sojaareal in Mato Grasso veranlasste das USDA zu der Aufwärtskorrektur. Weltweit dürften im laufenden Wirtschaftsjahr 2021/22 rund 352 Mio. t Sojabohnen zusammenkommen und damit 2,6 Mio. t mehr als bislang erwartet.
 

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Grafik der Woche (KW 24 2022)

EU-Kommission erwartet deutlich höhere Leguminosenerzeugung

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Während der FAO-Getreidepreisindex auch im Mai weiter nach oben klettert und einen neuen Höchstwert erreicht, sank der Index für Pflanzenöle, bleibt aber dennoch deutlich über Vorjahresniveau.
 
Der FAO-Pflanzenölpreisindex ging im Mai um 8,3 Punkte oder 3,5 % auf durchschnittlich 229,3 Punkten zurück, liegt aber immer noch deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Ausschlaggebend sind rückläufige Preise für Palm-, Sonnenblumen-, Soja- und Rapsöl. Als Ursachen für den Rückgang ist unter anderem die Aufhebung des indonesischen Exportverbots für raffiniertes Palmöl zu nennen. Weitere Gründe sind die von einem Höchstniveau gesunkenen Weltmarktpreise für Sonnenblumenöl sowie reduzierte Forderungen für Soja- und Rapsöl infolge einer reduzierten Nachfrage. Bei Palmöl wirkt der nach wie vor bestehende Arbeitskräftemangel in Malaysia und das damit begrenzte Palmölangebot preiserhöhend.
 
Der FAO-Getreidepreisindex erreichte im Mai 22 durchschnittlich 173,4 Punkte und stieg damit um 2,2 % gegenüber dem Vormonat. Der Abstand zum Vorjahreswert beträgt damit rekordverdächtige 30 %. Auslöser waren der Anstieg der internationalen Weizenpreise als Reaktion auf ein von Indien angekündigtes Exportverbot und zudem die Besorgnis über die Export- und Erntebedingungen in mehreren führenden Exportländern, insbesondere die kriegsbedingt geringeren Produktionsaussichten in der Ukraine. Die Maispreise verloren gegenüber dem Vormonat, was auf leicht verbesserte Aussaatbedingungen in den USA, ein erntebedingt größeres Angebot in Argentinien und den bevorstehenden Beginn der brasilianischen Maishaupternte zurückzuführen war. Auch die internationalen Sorghumpreise fielen, während die Gerstenpreise aufgrund der Stärke der Weizenmärkte und der Besorgnis über die Erntebedingungen in der EU zulegen konnten. Der internationale Reispreis stieg im Mai den fünften Monat in Folge.


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Grafik der Woche (KW 23 2022)

EU-Kommission erwartet deutlich höhere Leguminosenerzeugung

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Zur Ernte 2022 erwartet die EU-Kommission auf der Basis einer um 6 % auf 2,5 Mio. ha ausgeweiteten Anbaufläche von Hülsenfrüchten für die EU-27 eine Erntemenge von etwa 6,9 Mio. t. Das wären 16 % mehr als im Vorjahr. Der Anbauumfang hätte damit ein 5-Jahres-Hoch erreicht.
 
Sojabohnen nehmen wie bereits im Vorjahr mit einer voraussichtlichen Fläche von 989.000 ha und einem Plus von 5,2 % den größten Anteil der Anbaufläche von Hülsenfrüchten ein. Dies wäre nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) ein neuer Rekord. Der Anbau von Futtererbsen wird nach der jüngsten Schätzung der EU-Kommission bei 824.000 ha gesehen, was einer Zunahme von knapp 7 % entspricht. Mit gut 6 % bzw. 8 % verzeichnen auch Ackerbohnen und Süßlupinen einen Zuwachs auf 506.000 ha bzw. 222.000 ha.
 
Aufgrund des positiven Flächenentwicklung bei Sojabohnen, Futtererbsen, Süßlupinen und Ackerbohnen dürfte auch die Ernte 2022 größer ausfallen – natürlich abhängig vom weiteren Witterungsverlauf. Nach derzeitigem Stand könnten mit 2,9 Mio. t knapp 11 % mehr Sojabohnen gedroschen werden als im Vorjahr. Die Erntemenge an Futtererbsen wird um voraussichtlich 21 % auf 2,2 Mio. t zulegen. Rund 1,4 Mio. t Ackerbohnen werden erwartet und damit knapp 27 % mehr als noch im Vorjahr. Demgegenüber dürften mit 284.000 t rund 12 % weniger Süßlupinen zusammenkommen und das, obwohl die Anbaufläche deutlich ausgeweitet wurde; ausschlaggebend sind die voraussichtlich geringeren Erträge. 
 
Die UFOP sieht das Anbaupotenzial der Körnerleguminosen bei weitem nicht ausgeschöpft. Der Erfolg einer europäischen und nationalen Eiweißpflanzenstrategie bemesse sich auch in einer größeren Anbaufläche. Aus Gründen der Biodiversität, ihrem Beitrag zum Klimaschutz und auch zu ökonomisch möglichst resilienten Fruchtfolgen könnten Leguminosen in ihrer Vielfalt vergleichsweise kurzfristig einen wichtigen Beitrag leisten. Die UFOP betont, dass dazu die Förderung im Rahmen der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik nachgebessert werden müsse – gemessen an den Vorteilen und den Zielvorgaben der „Farm-to-Fork“-Strategie der Kommission.
 
Entscheidend bleibe jedoch, dass der Markt, d. h. die Nachfrage nach Produkten aus Körnerleguminosen die Anbaufläche ziehen müsse. Das verwendungsseitige Entwicklungspotenzial sei bei weitem nicht ausgeschöpft, betont die UFOP und fordert mit Nachdruck eine Verbesserung der Finanzierung der BMEL-Eiweißpflanzenstrategie. Während im Energiesektor geklotzt werde, müsse sich die Landwirtschaft mit vergleichsweise bescheidenen Fördersummen begnügen, um vom „Fleck“ zu kommen.



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Grafik der Woche (KW 22 2022)

Australien: Größere Rapsfläche bei geringeren Erträgen erwartet

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Hohe Marktpreise infolge einer weltweit knappen Rapsversorgung und gute Aussaatbedingungen motivieren die australischen Rapserzeuger, ihre Anbaufläche auszudehnen. Diese Einschätzung bestätigt der erste Bericht der Australian Oilseed Federation AOF.
 
Aufgrund bisher guter Aussaatbedingungen in weiten Teilen der australischen Anbaugebiete konnten die Erzeuger die geplante Ausweitung der Anbaufläche weitgehend realisieren. Die AOF erwartet eine Anbaufläche von 3,3 Mio. ha; dies wären 12 % mehr als im Vorjahr. Allerdings werden für 2022 keine neuen Rekorderträge erwartet, so dass die Ernte sogar kleiner ausfallen könnte als im Vorjahr. 2021 waren 21,3 dt/ha gedroschen worden. Die Schätzung für die Rapsernte liegt vorerst bei 5,2 Mio. t und damit 17 % unter dem Vorjahresvolumen. Das wäre ein durchschnittliches Ergebnis, so die AOF.
 
Die bisherigen Aussaatbedingungen waren weitgehend günstig, mit ausreichenden Niederschlägen in den Regionen New South Wales, Victoria und Western Australia in den ersten drei Monaten des Jahres 2022. An der Ostküste dürften die guten Bedingungen bis in den Winter hinein anhalten, da sich das La-Niña-Wetterphänomen länger als zunächst erwartet halten dürfte, prognostiziert die AOF. Im Süden bleibt es dagegen zu trocken.
 

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Grafik der Woche (KW 21 2022)

EU-Kommission erwartet Ausweitung der Sonnenblumenfläche in der EU

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Die EU-Kommission rechnet mit einem deutlichen Flächenplus zur Ernte 2022. Dabei könnte ein neues Rekordhoch erreicht werden. Ausschlaggebend ist die voraussichtliche Ausweitung des Anbaus der wichtigsten EU-Erzeugerländer.
 
Nach Prognose der EU-Kommission beträgt die Sonnenblumenfläche in der Gemeinschaft zur Ernte 2022 rund 4,7 Mio. ha. Das wären 199.000 ha mehr als noch im vergangenen Jahr. Der 2013 erreichte Höchstwert von 4,6 Mio. ha würde damit knapp übertroffen. Dies ist angesichts einer unklaren Aussaat- und Pflegesituation des Sonnenblumenanbaus in der Ukraine als Folge des anhaltenden Krieges ein wichtiges Signal für die Marktversorgung der europäischen Ölmühlen.
 
Flächenmäßig größter Produzent innerhalb der Europäischen Union bleibt weiterhin Rumänien, das ein Flächenplus von 56.000 ha auf rund 1,3 Mio. ha erwartet. Auf Platz 2 folgt Bulgarien mit aktuell avisierten 875.000 ha. Damit dürfte die Anbaufläche um 4,4 % ausgeweitet werde. Auch Frankreich dürfte nach den jüngsten Angaben der EU-Kommission ein Flächenplus von 4,4 % auf 729.000 ha verzeichnen. In Ungarn wird das Sonnenblumenareal im Vergleich zum vergangenen Jahr um voraussichtlich 29.000 oder 4,5 % auf 680.000 ha ausgedehnt.
 
Auch in Spanien dürfte der Sonnenblumenanbau gegenüber Vorjahr um 4,5 % auf 654.000 ha zugenommen haben. Ein deutlicheres Plus – allerdings auf niedrigem Niveau – wird indes nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) in Deutschland erwartet. So dürfte die Anbaufläche für Sonnenblumen um 5,3 % auf 40.000 t ausgedehnt werden.
 
In ihrer Prognose für das Jahr 2022 geht die EU-Kommission von Erträgen in Höhe von 23,8 dt/ha im Gesamtdurchschnitt aus, ein Zuwachs gegenüber dem Vorjahr von knapp 2 %. Die höchsten Erträge pro Hektar werden in Ungarn erwartet. Mit voraussichtlich 29,7 dt/ha könnten ungarische Produzenten mehr als 14 % höhere Erträge als im Vorjahr einfahren.


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Grafik der Woche (KW 20 2022)

EU-Rapsernte 2022 auf 5-Jahreshoch prognostiziert

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Die EU-Kommission erwartet für Deutschland und Frankreich trotz bislang regional geringer Niederschläge eine größere Rapsernte als im Vorjahr.
 
Nach jüngsten Angaben der EU-Kommission dürfte die Rapsernte der Europäischen Union im Jahr 2022 mit den aktuell avisierten 18,30 Mio. t knapp 8 % größer ausfallen als noch im Vorjahr. Sie wäre damit sogar so groß wie seit 2017 nicht mehr. Ausschlaggebend sind die voraussichtlich größeren Ernten in den wichtigsten Rapserzeugerländern der EU infolge der gegenüber dem Vorjahr um 7,5 % auf 5,7 Mio. ha gestiegenen Anbaufläche. Zu diesem Zeitpunkt sind naturgemäß die Ernteschätzungen noch vage, weil der Witterungsverlauf in den kommenden Wochen das Ernteergebnis bestimmt.
 
Insbesondere im Norden und Osten Deutschlands fehlen Niederschläge. Aufgrund der anhaltend kühlen Temperaturen ist der Schädlingsdruck bislang jedoch gering, so stehen die Winterungen aktuell bundesweit dennoch meist gut da. Die EU-Kommission erwartet eine deutsche Rapsernte in Höhe von 3,97 Mio. t. Das wären gut 13 % mehr als im Vorjahr. Auch in Frankreich dürften trotz Frost und ausbleibender Niederschläge mit den avisierten 3,83 Mio. t rund gut 16 % mehr Raps zur Ernte stehen als noch im Jahr 2021. Demgegenüber dürften in Polen, dem drittwichtigsten Erzeuger für Raps innerhalb der Europäischen Union, nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft(mbH) rund 3,04 Mio. t und damit knapp 5 % weniger zusammenkommen als noch im vergangenen Jahr.
 
Für Tschechien, Rumänien, Ungarn, Litauen und Dänemark erwartet die EU-Kommission eine Ausweitung der Anbauflächen, die die Schätzung der Gesamterntemenge stützen.

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Grafik der Woche (KW 19 2022)

Einsatz von Ölschroten im Mischfutter rückläufig

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Die Verwendung von Ölschroten aus Raps und Sojabohnen zur Futtermittelherstellung ist in den vergangenen fünf Jahren gesunken.
 
Der Einsatz von Ölschroten im Mischfutter ist in den vergangenen fünf Jahren stetig zurückgegangen. In den ersten neun Monaten des Wirtschaftsjahres 2017/18 wurden 4,62 Mio. t verwendet, 2021/22 waren es mit 4,11 Mio. t rund 11 % weniger. Die Verarbeitung von Sojaschrot nahm binnen fünf Jahren um gut 9 % auf ca. 1,78 Mio. t ab. Gleiches gilt für den Einsatz von Rapsschrot, der ebenfalls um gut 9 % auf 1,85 Mio. t reduziert wurde. Die Anteile der Schrote an der Gesamtverarbeitung verschieben sich indes nur marginal. Während der Anteil von Sojaschrot in den vergangenen vier Jahren von auf 42 auf 43 % zulegte, nahm der von Rapsschrot von 44 auf 45 % zu.
 
Nach Angaben der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (mbH) ist der größte Teil des in der Futtermittelherstellung verarbeiteten Sojaschrotes gentechnisch verändert und wird aus Drittstaaten, insbesondere aus Argentinien, den USA oder Brasilien importiert. Dieses wird hauptsächlich in der Geflügel- und Schweinefütterung eingesetzt. Gründe für die Nachfrageentwicklung nach gentechnikfreiem Rapsschrot ist die von Molkereien eingeführte „ohne Gentechnik“-Kennzeichnung der Milchprodukte und das Preis- Leistungs-Verhältnis des Futterwertes von Rapsschrot bei Einsatz bei Wiederkäuern.
 
Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) verweist auf die langjährigen und erfolgreich vom Verband geförderten Projekte zur Einsatzoptimierung von heimischem Rapsschrot in der Milchviehfütterung, aber auch bei Schwein und Geflügel. Diese seien die Grundlage der 10 + 10-Strategie der Förderunion, mit der die Versorgung mit pflanzlichem Protein für die Tierfütterung aus heimischem Anbau verbessert werden soll. Zukünftig soll dieses Protein auch verstärkt in der Humanernährung eingesetzt werden.
 
Ziel der Strategie sei es auch, jetzt beschleunigt das Anbaupotenzial der Körnerleguminosen zur Erweiterung der Fruchtfolgesysteme mit den positiven Effekten für Biodiversität, Bodenqualität und den hiermit verbundenen Wertschöpfungspotenzialen in einem auf Resilienz ausgerichteten Ackerbau auszuschöpfen. Die UFOP fordert, dass die Ackerbaustrategie des Bundeslandwirtschaftsministerium und die hierfür inzwischen gewonnenen Leitbetriebe diesen Fruchtfolgeansatz als Demonstration für die Praxis und Öffentlichkeit berücksichtigen müssten. Die Eiweißpflanzenstrategie werde hierdurch grundsätzlich in der Öffentlichkeit sichtbarer, auch im Sinne der hierdurch erbrachten Ökosystemleistungen, die in einer Studie der Universität Hohenheim im vergangenen Jahr besonders hervorgehoben wurden. Diese Ökosystemleistungen werden auch Thema des UFOP-Perspektivforums 2022 sein, das in Kooperation mit der Fachhochschule Südwestfalen am 
22. September 2022 in Soest stattfinden wird.

 

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Grafik der Woche (KW 18 2022)

Europäische Ölsaatenerzeugung 2022/23 marginal über Vorjahr erwartet

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Die Ölsaatenerzeugung in der EU dürfte im kommenden Wirtschaftsjahr lediglich 0,4 % über Vorjahreslinie liegen, obwohl ein Flächenplus von 5 % erwartet wird. Auslöser dafür sind voraussichtlich geringere Erträge aufgrund der Einschränkungen bei Betriebsmitteln.
 
Der russische Einmarsch in die Ukraine hat nach Einschätzung der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft(mbH) zu einer massiven Volatilität auf dem Ölsaatenmarkt geführt. Insbesondere der zusätzliche deutliche Anstieg der Preise für Betriebsmittel wie Energie, Dünge- und Pflanzenschutzmittel verschärfen die ohnehin bereits angespannte Situation. Die aktuellen Prognosen für das Wirtschaftsjahr 2022/23 sind daher unter Vorbehalt zu betrachten und sind naturgemäß auch vom weiteren Witterungsverlauf abhängig. Bisher waren die Aussaat- und Wachstumsbedingungen für alle Ölsaaten bis ins Frühjahr hinein günstig.
 
Auch wenn die EU-Anbaufläche für Ölsaaten 2022/23 nach Angaben des Auslandservices des US-Landwirtschaftsministeriums (FAS) mit aktuell avisierten 11,67 Mio. ha knapp 5 % größer ausfallen dürften als im Vorjahr, wird nur ein geringer Anstieg der Erzeugung erwartet. Dem FAS zufolge dürften im kommenden Wirtschaftsjahr rund 31,07 Mio. t zusammenkommen und damit lediglich 0,4 % mehr als noch in der Saison 2021/22. Ausschlaggebend für das marginale Plus sind nach Angaben des FAS voraussichtlich deutlich geringere Erträge. Insbesondere die Durchschnittserträge für Sonnenblumen dürften deutlich hinter dem Rekordergebnis des Vorjahres zurückbleiben infolge der Verknappung von Betriebsmitteln wie Energie, Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Den aktuell hohen Kosten für Betriebsmittel stehen attraktive Erzeugerpreise in Verbindung mit einem hohen Wert in der Fruchtfolge gegenüber. Diese könnten regional zu einer Ausdehnung des Anbaus von Sojabohnen führen.

 

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Grafik der Woche (KW 17 2022)

Rapskurse erreichen ungeahnte Höhen

 

Sowohl die Notierungen für Raps als auch für Sojabohnen befinden sich seit Jahresbeginn im Höhenflug. Raps schloss zuletzt erstmals viertstellig und auch Sojabohnen erreichten einen Rekordwert.

Die Terminmarktnotierungen für Raps in Paris bewegen sich seit einigen Monaten nahezu ungebremst nach oben. Ausschlaggebend für den starken Preisauftrieb in den vergangenen Wochen ist die durch den russischen Einmarsch im Februar 2022 ausgelöste Krise in der Schwarzmeerregion. Nachrichten um das Kriegsgeschehen in Osteuropa trieben die ohnehin infolge einer knappen Marktversorgung gestiegenen Kurse an den internationalen Terminmärkten im Minutentakt nach oben. Die Verknappung des Angebotes durch das Ausbleiben kontrahierter Liefermengen aus den ukrainischen Exporthäfen beeinflusst inzwischen den gesamten Weltmarkt. Die Sorge vor globalen Angebotsengpässen führt auch zu Exporteinschränkungen oder sogar -verboten, wie dies die indonesische Regierung zum 28. April 2022 verfügt hat. Dieses Umfeld ließ die Rapskurse an der Pariser Börse explodieren. Kursschwankungen von bis zu 68 EUR/t an einem Tag gehörten nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft(mbH) im März 2022 zur Tagesordnung. Aktuell treiben Schnee und Kälte in Kanada, wo gerade die Rapsaussaat laufen sollte, die Notierungen nach oben. Erstmals wurde die Linie von 1.000 EUR/t überschritten. So schloss der Fronttermin Mai 22 am 21. April 2022 bei 1.064,50 EUR/t. Zum Vorjahreszeitpunkt lag der Schlusskurs bei 561,75 EUR/t, im April 2020 waren es sogar nur 366,75 EUR/t. Damit haben sich die Notierungen binnen zwei Jahren fast verdreifacht. 

Auch die Kurse für Sojabohnen in Chicago bewegen sich seit Beginn des Kalenderjahres 2022 nach oben. Am Sojabohnenmarkt stehen die Vegetations- und Erntebedingungen in Südamerika und den USA sowie eine lebhafte Nachfrage im Fokus. Fehlende Niederschläge schmälerten das Ertragspotenzial der laufenden Sojabohnenernte in Brasilien erheblich. Auch in Argentinien dürfte infolge ungünstiger Vegetationsbedingungen deutlich weniger gedroschen werden als zuvor erwartet worden war. Das trieb die Notierungen an der CBoT mit umgerechnet 590 EUR/t am 21. April 2022 nicht nur nahe an die Linie von 600 EUR/t heran, sondern auch auf einen neuen Rekordwert.

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Grafik der Woche (KW 16 2022)

Globale Versorgungsbilanz Raps mit marginalen Korrekturen

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Das US-Landwirtschaftsministerium schätzt aktuell die globale Rapserzeugung für das laufende Wirtschaftsjahr 2021/2022 bei 71,18 Mio. t und damit 60.000 t über der Schätzung des Vormonats. Das wären nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft(mbH) nur 2,43 Mio. t weniger zum vergangenen Wirtschaftsjahr. Insbesondere in der Europäischen Union dürfte mehr Raps zusammenkommen sein als bislang erwartet.
 
Auch den globalen Rapsverbrauch 2021/22 korrigiert das USDA im Zuge seines jüngsten Monatsberichts nach oben. Mit 72,99 Mio. t dürften rund 449.000 t mehr verbraucht werden als noch im März avisiert. Damit bleibt das laufende Wirtschaftsjahr voraussichtlich 1,14 Mio. t hinter dem Vorjahresergebnis zurück. Die EU-27 dürfte mit 16,35 Mio. t rund 100.000 t mehr verbrauchen als bislang erwartet. Auch in China sieht das USDA einen erhöhten Bedarf.
 
Vor dem Hintergrund eines größeren Verbrauchs dürften die Jahresendbestände 2021/22 zurückgehen. So belaufen sich diese nach der April-Schätzung des US-Landwirtschaftsministeriums auf 4,32 Mio. t. Damit wurde die Vormonatsprognose nicht nur um 130.000 t gekürzt, das laufende Wirtschaftsjahr bleibt auch deutlich hinter dem Vorjahresergebnis von 5,97 Mio. t zurück. Insbesondere die Vorräte in China dürften angesichts eines erhöhten Verbrauchs deutlich schrumpfen. Ein voraussichtlicher Anstieg der Jahresendbestände in den Vereinigten Arabischen Emirate kann den Rückgang dabei nur in Teilen ausgleichen.
 
Indes wird der Welthandel mit Raps 2021/22 mit 13,75 Mio. t rund 19.000 t über der Prognose des Vormonats gesehen. Gegenüber dem vergangenen Wirtschaftsjahr entspricht das dennoch einem voraussichtlichen Rückgang von 4,24 Mio. t. So dürften das Vereinigte Königreich, Kasachstan und Paraguay etwas mehr liefern als bislang erwartet. Einen deutlich geringeren Importbedarf sieht das USDA in der Europäischen Union. Das USDA avisierte die Exporte der Ukraine 2021/22 unverändert zum Vormonat bei 2,7 Mio. t und damit 304.000 t über dem Volumen des Vorjahres. Angesichts der bombardierten Häfen und des Lieferstopps auf dem Schiffsweg dürften die Zahlen jedoch deutlich geringer ausfallen als angegeben und sind daher unter Vorbehalt zu betrachten. 

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Grafik der Woche (KW 15 2022)

Preise für Pflanzenöle erreichen Allzeithoch

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Die insgesamt angespannte Versorgungslage am internationalen Ölsaatenmarkt und historische Höchststände an den Terminmärkten beflügeln die Preise der wichtigsten Pflanzenöle am hiesigen Markt.
 
Die Pflanzenölpreise erreichten im März das höchste Niveau seit Beginn der Aufzeichnungen der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) im Jahr 1995. Befeuert wurden die Forderungen vom Kriegsgeschehen in Osteuropa. Ausbleibende Lieferungen von Sonnenblumenöl aus der Schwarzmeerregion schüren die Angst um eine Verknappung des globalen Angebots. So ließ der Krieg zwischen Russland und der Ukraine, den beiden wichtigsten Anbietern für Sonnenblumenöl am Weltmarkt, die Preise explodieren. Immerhin zeichnet die Ukraine für rund 50 % der weltweiten Exporte verantwortlich; auf Platz 2 folgt Russland mit knapp 30 %.
 
Potenzielle Käufer müssen sich nun nach Alternativen umsehen, was zu einem massiven Nachfrageanstieg auf die übrigen Pflanzenöle führte. So wurden für Sojaöl Mitte März 1.880 EUR/t fob deutscher Mühle verlangt und damit rund 85 % mehr als zum Vorjahreszeitpunkt. Ausschlaggebend für die kräftige Preissteigerung war neben der Krise in Osteuropa die Sorge um ein ausreichendes Rohstoffangebot. Trockenheit und Hitze in den südamerikanischen Anbaugebieten schmälerten das Ertragspotenzial, was die Forderungen in die Höhe trieb.
 
Auch am Rapsölmarkt bewegten sich die Preise im März nahezu ungebremst nach oben. Ein knappes Rohstoffangebot, historische Höchststände an den Terminmärkten und ein massiver Anstieg der Nachfrage ließ die Forderungen explodieren. Das spiegelte sich auch in Aufschlägen für Rapsölraffinat von bis zu 288 EUR/t wider. So wurden Ende März 2.170 EUR/t fob deutscher Mühle für prompte Partien genannt und damit mehr als doppelt so viel wie zum Vorjahreszeitpunkt. Angesichts der hohen Volatilität der Märkte konnte der Wert nicht gehalten werden.
 
Die Forderungen für Palmöl schnellten infolge der Invasion Russlands in die Ukraine ebenfalls nach oben. Ausbleibende Pflanzenöllieferungen vom Schwarzen Meer steigerten die Attraktivität des Öls und befeuerten die Preise. Mit umgerechnet 1.759 EUR/t cif Rotterdam wurden Anfang März 95 % höhere Forderungen gestellt als zum Vorjahreszeitpunkt. Auch hier konnte das Preisniveau nicht gehalten werden. Auslöser für den Rückgang war eine Ausweitung des malaysischen Angebots.
 
Die UFOP geht davon aus, dass diese Preisanreize von den Betrieben in Deutschland und in der EU in die Anbauplanung einbezogen werden. Allerdings sei zu beachten, dass bei der Kalkulation der Fruchtfolge auch die erheblich gestiegenen Kosten für Kraftstoffe und Düngemittel einbezogen werden. Für die Nachfrageseite ist das Signal sehr deutlich mit Blick auf die Preisentwicklung bei Weizen. Denn die deutschen Ölmühlen sind mit ihrer Verarbeitungskapazität von über 9 Mio. t Rapssaat im kommenden Wirtschaftsjahr vor allem auf deutschen und europäischen Raps angewiesen, um die Nachfrage nach Rapsöl und Rapsschrot für die Tierernährung zu bedienen, stellt der Verband fest.

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Grafik der Woche (KW 14 2022)

IGC erwartet deutlichen Rückgang der Sonnenblumenfläche in der Saison 2022/23

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Nach jüngsten Angaben des Internationalen Getreide-Rates (IGC) schrumpft die weltweite Sonnenblumenfläche 2022/23 um 7,2 %. Insbesondere die Anbauflächen in der Ukraine dürften infolge des Kriegsgeschehens deutlich zurückgehen.
 
Der IGC sieht die Anbauflächen für Sonnenblumen im Wirtschaftsjahr 2022/23 bei 26,4 Mio. ha, das wäre ein deutlicher Rückgang von 2 Mio. ha oder 7,2 %. Als Grund für den deutlichen Rückgang wird vorrangig die infolge des Ukraine-Krieges voraussichtlich ausbleibende Aussaat auf einem Großteil der Flächen angegeben. Der IGC schätzt die Aussaatfläche von Sonnenblumen in der Ukraine auf nur 4,5 Mio.  ha. Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) wären das 32,4 % weniger als noch in der laufenden Anbausaison. Allerdings ist diese Flächenerwartung mit einer großen Unsicherheit versehen, denn es ist aufgrund der andauernden Kampfhandlungen unsicher, welche Flächen gedüngt, gepflegt und schließlich geerntet werden können.
 
Demgegenüber wird erwartet, dass Russland mit unveränderten 9,6 Mio. ha auch im Wirtschaftsjahr 2022/23 weltweit größter Erzeuger für Sonnenblumen bleiben wird. Die Sonnenblumenfläche 2022/23 in der EU-27 avisiert der IGC mit 4,7 Mio. ha, dies sind rund 5,1 % mehr als im laufenden Wirtschaftsjahr. Auslöser für den voraussichtlichen Anstieg sind das historisch hohe Preisniveau und das absehbar begrenzte Angebot aus der Schwarzmeerregion.


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Grafik der Woche (KW 13 2022)

IGC nimmt deutliche Kürzungen in der Sojabilanz vor

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In Erwartung großer Ertragseinbußen in Südamerika kürzt der Internationale Getreiderat (IGC) seine Prognose für die weltweite Erzeugung von Sojabohnen. Auch Verbrauch, Endbestände und Welthandel werden nach unten korrigiert.
 
Der Internationale Getreiderat IGC reduzierte in seinem jüngsten Monatsbericht seine Schätzung für die weltweite Sojaerzeugung im laufenden Wirtschaftsjahr deutlich. Mit einer Produktion von voraussichtlich 350 Mio. t würde die Erzeugung gut 3 Mio. t unter der Vormonatsschätzung und knapp 19 Mio. t unter dem Vorjahresvolumen liegen. Ausschlagend dafür waren insbesondere gekürzte Ernteprognosen für Argentinien und Brasilien, welche die Verfügbarkeit deutlich einschränken werden. Anhaltend trockene und heiße Vegetationsbedingungen veranlassten den IGC zu dieser Korrektur, auch wenn die Ernten in der nördlichen Hemisphäre, einschließlich des Rekordergebnisses in den USA, üppig ausfallen.
 
In Anbetracht der knapperen Versorgungslage senkte der IGC auch die Schätzung für den weltweiten Verbrauch von Sojabohnen. Für das laufende Wirtschaftsjahr wird ein Verbrauch von 362 Mio. t erwartet, das wären 5 Mio. t weniger als im vergangenen Wirtschaftsjahr. Es wird zwar in einigen Verbraucherländern, vor allem China und den USA, mit einem marginalen Plus gerechnet, doch überwiegt ein möglicher Rückgang in Südamerika. In der Nachfrage-Prognose für China noch nicht berücksichtigt sind die möglichen Auswirkungen des gerade verhängten Corona-Lockdowns in der 26 Millionen Metropole Shanghai.
 
In Verbindung mit der reduzierten Ernteschätzung hat der IGC auch seine Prognose für die weltweiten Endbestände 2021/22 gesenkt. Mit 42 Mio. t liegt die Erwartung um gut 1 Mio. t niedriger als in der Februar-Prognose. Gegenüber dem vorangegangenen Wirtschaftsjahr wäre das ein Rückgang von knapp 22 % bzw. 12 Mio. t. Nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft(mbH) ist ein Großteil dieses Rückgangs auf stark schrumpfende Bestände in Argentinien und Brasilien zurückzuführen.

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Weitere Grafiken der Woche finden Sie im Archiv.