Grafik der Woche (KW 39 2022)

Deutsche Biodieselexporte auf hohem Niveau

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Deutschland exportierte im ersten Halbjahr 2022 laut Statistischem Bundesamt rund 1,3 Mio. t Biodiesel. Demgegenüber belief sich der Import auf 755.539 t. Wichtigster Handelspartner sind mit 40 bzw. 48 % am Gesamtexport bzw. 
-import nach wie vor die Niederlande als bedeutendster EU-Marktplatz für Biodiesel. Dabei hat sich die Importmenge mehr als verdoppelt, nachdem sie im Vorjahr deutlich zurückgegangen war. Nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) kamen darüber hinaus größere Lieferungen aus Belgien, Malaysia und Polen. Während die Einfuhren aus Belgien sich ebenfalls mehr als verdoppelten, kamen direkt aus Malaysia rund 17 % weniger.

Unter den Empfängerländern für deutschen Biodiesel dominieren mit den Niederlanden, Belgien und Polen ebenfalls EU-Länder (76%). Wichtigstes Drittland sind hier die USA, die in der ersten Hälfte 2022 mit knapp 91.000 t den vierten Platz halten, auch weil die Liefermenge gegenüber Vorjahreszeitraum um 28 % stieg.
 
Die UFOP weist angesichts des Überschusses in der Handelsbilanz darauf hin, dass mit den exportierten Mengen auch Potenzial für den Klimaschutz im Verkehr ausgeführt werde. Niedriger könnten die Früchte nicht hängen, um mit diesen Mengen die vom Klimarat der Bundesregierung kürzlich festgestellte Lücke zu schließen. Wie alternativlos vor allem physisch verfügbare Biokraftstoffe sind, ist daran abzulesen, dass auch das Bundesumweltministerium nicht in der Lage ist, sofort wirksame Maßnahmen vorzuschlagen. Das Tempolimit reicht bei weitem nicht aus. Mit der Elektrifizierung des Verkehrs infolge der Förderung der E-Mobilität und von Wärmepumpen werde der Ausstoß von Treibhausgasen lediglich in den Energiesektor verlagert, zumal versorgungsbedingt weitere Kohlekraftwerke wieder in Betrieb genommen werden müssten. Verlierer sei am Ende der Klimaschutz, betont die Förderunion.

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Grafik der Woche (KW 38 2022)

EU-Hülsenfruchternte durchschnittlich

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Die EU-Erzeugung von Hülsenfrüchten zur Ernte 2022 dürfte mit einem Plus von 4 % das Vorjahresergebnis zwar übertreffen, bleibt aber im Mittel der vergangenen Jahre. Den größten Zuwachs verzeichnen Futtererbsen und Ackerbohnen.
 
Nach Einschätzung der EU-Kommission dürften 2022 knapp 6,2 Mio. t Hülsenfrüchte in der Union geerntet werden, 4 % mehr als im Vorjahr. Das Rekordergebnis von 6,9 Mio. t im Jahr 2017 wird jedoch deutlich verfehlt. Vor allem Futtererbsen und Ackerbohnen werden mit 2,1 bzw. 1,3 Mio. t und einem Plus von jeweils 13 % im Vergleich zum Vorjahr umfangreicher gedroschen. Nach Einschätzung der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) ist dieses Plus sowohl auf die Flächenausdehnung als auch auf voraussichtlich höhere Erträge zurückzuführen.
 
Wichtigste Hülsenfrucht der EU-27 bleibt die Sojabohne mit einem leicht reduzierten Anteil von 42 % an der Leguminosenernte. Die Erzeuger dürften 2022 rund 2,6 Mio. t und damit etwa 2 % weniger als im Vorjahr einfahren. Das langjährige Mittel wird trotz einer Ausweitung der Anbauflächen um voraussichtlich 4 % verfehlt, weil Hitze und Trockenheit das Ertragspotenzial deutlich reduziert haben. Der deutlichste Rückgang wird bei Süßlupinen erwartet. Mit 264.000 t wird die Ernte rund 18 % unterhalb des Vorjahresergebnisses gesehen. Ausschlaggebend dafür sind auch hier voraussichtlich deutlich geringere Erträge.
 
Die UFOP betont den grundsätzlichen Aufwärtstrend im Anbau und in der Produktion von Körnerleguminosen. Damit wird das Interesse der landwirtschaftlichen Betriebe bestätigt, mit dem Anbau von Hülsenfrüchten neue Absatzmärkte zu erschließen und die Fruchtfolgesysteme angesichts der Klimawandels resilienter und risikoärmer zu gestalten. Die UFOP fordert von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir, die Begleit- und Fördermaßnahmen ausreichend attraktiv zu gestalten, um diese positive Entwicklung zu stützen. Der Instrumentenkasten liege vor, es bedürfe nur einer zukunftsgerichteten und mutigen Orchestrierung. Die Förderunion erneuert ihre Forderung nach einer angemessenen Prämiengestaltung in der ersten und zweiten Säule beim Anbau von Körnerleguminosen in vielfältigen Fruchtfolgen, aber auch nach einer sachgerechten Finanzierung der Eiweißpflanzenstrategie des BMEL. Beides seien wichtige „Leitplanken“ einer zukünftigen und von Verbrauchern ebenso wertgeschätzten Ackerbaustrategie, die dann auch den Namen verdiene.

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Grafik der Woche (KW 37 2022)

Ölschrotpreise weiterhin auf hohem Niveau

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Während promptes Rapsschrot nur vereinzelt nachgefragt wird, ist das Interesse an Kontrakten mit längeren Laufzeiten deutlich größer.
 
Das Angebot am Rapsschrotmarkt ist aufgrund der üppigen Rapsernte mehr als ausreichend. Dieses Angebot trifft allerdings auf eine schwindende Nachfrage, vor allem bei vorderen Lieferterminen. Demgegenüber erfreuen sich Lieferungen ab November 2022 über ein stärkeres Kaufinteresses und werden höher bewertet als September-Ware. Im August 2022 tendierten die Großhandelspreise noch durchweg fester und lagen im Schnitt nicht nur 10 % über Vormonatsniveau, sondern sogar 37 % über den Preisen im August 2021. Anfang September 2022 tendierten die Preise für prompte Ware allerdings schwächer. So meldete die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) am 08.09.2022 im Schnitt 325 EUR/t ex Mühle. Demgegenüber verteuerte sich Rapsschrot auf späteren Lieferterminen, die mit 341 EUR/t bewertet wurden.
 
Die Preise für Sojaschrot stiegen im August ebenfalls deutlich an. Zum einen gestützt von den ungünstigen Vegetationsbedingungen in den USA, dem wichtigsten Anbieter am Weltmarkt, zum anderen getrieben von den steigenden Energiekursen und infolgedessen steigenden Logistikkosten bei zusätzlich begrenztem Frachtraum. Im August 2022 wurden für 48er Partien im Schnitt 585 EUR/t fob Mühle aufgerufen und damit 3,1 % mehr als im Vormonatsdurchschnitt und sogar 45 % über der Vorjahreslinie. Mit dem Einbruch der Sojanotierungen Anfang September 2022 aufgrund der nach oben korrigierten US-Ertragsprognosen gaben die Kassapreise in Deutschland ebenfalls nach.

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Grafik der Woche (KW 36 2022)

Größerer Biodieselverbrauch im 1. Halbjahr 2022

 

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Im ersten Halbjahr 2022 summierte sich der Verbrauch von Biodiesel und Hydriertem Pflanzenöl (HVO) zur Beimischung auf rund 1,23 Mio. t und war damit 6,3 % größer als im Vorjahreszeitraum.
 
In diesem Zeitraum nahm nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) der Dieselbedarf um 1,6 % auf 15,15 Mio. t zu. Von Januar bis Juni 2022 betrug die durchschnittliche Beimischung von Biodiesel/HVO 7,5 %. Der Verbrauch von Bioethanol summiert sich auf 573.520 t und übertrifft damit das Vorjahresvolumen um fast 12 %. Im gleichen Zeitraum stieg der Verbrauch von Ottokraftstoff (E 5 / E 10) um gut 7 %.
 
Im Juni 22 nahm der Verbrauch an Biodiesel gegenüber Vormonat um 5 % auf 195.000 t ab. Im Jahresvergleich ergibt sich damit ein deutlicher Rückgang von 8,7 %. Der Dieselverbrauch erreichte im Juni 2022 ein Volumen von 2,7 Mio. t, das sind zwar 14 % mehr als im Vormonat, das Vorjahresvolumen wird damit dennoch um 6 % verfehlt. Das reduzierte den Beimischungsanteil deutlich, der mit 6,7 % unter den Halbjahresdurchschnitt rutscht und einen deutlichen Abstand zu den 8 % im Vorjahresmonat aufweist. Der Einsatz von Bioethanol nahm im Juni 22 weiter ab. Mit 90.910 t wurden 3,4 % weniger verbraucht als im Vormonat. Die Beimischungsmenge Bioethanol reduzierte sich um 5,6 %, blieb damit aber 2,8 % größer als im Vorjahresmonat, während der Einsatz in ETBE gegenüber Vormonat um 18,3 % zulegte. Das Vorjahresvolumen wird damit dennoch um 31 % verfehlt.
 
Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) schätzt für das Jahr 2022 den Gesamtabsatz von Biodiesel und HVO auf ca. 2,5 Mio. t. Dies entspricht etwa 55 % der bisher aus Russland importierten Menge Dieselkraftstoff von etwa 4,5 Mio. t. Die Förderunion erwartet, dass im 4. Quartal preisstabilisierend die Nachfrage nach Biodiesel/HVO aus Rapsöl zunehmen wird. Im Winterhalbjahr wird in den nördlichen EU-Ländern zur Sicherstellung der Winterqualität Rapsölmethylester beigemischt und zudem werden mit Beginn 2023 Biokraftstoffe (Biodiesel/HVO) aus Palmöl hierzulande nicht mehr auf die THG-Quotenverpflichtung angerechnet. Weitere Mitgliedstaaten wie z. B. Frankreich, Schweden, Portugal, Belgien und die Niederlande haben ebenfalls Palmöl ausgeschlossen. Diese Bedarfslücke muss unter anderem mit Rapsöl geschlossen werden.



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Grafik der Woche (KW 35 2022)

Sojaernte in Brasilien 2023 auf Rekordkurs

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Angesichts der Ausdehnung der Anbaufläche und positiver Ernteerwartungen dürften die brasilianischen Ausfuhren das Vorjahresniveau deutlich übertreffen.
 
Auf 42,5 Mio. ha schätzt der Auslandservice des US-Landwirtschaftsministeriums, FAS, für das Wirtschaftsjahr 2022/23 die Anbaufläche für Soja. Das entspricht einem voraussichtlichen Plus gegenüber Vorjahr von 1,6 Mio. ha. Die 5-jährige Wachstumsrate von 1,2 Mio. ha dürfte damit um 400.000 ha übertroffen werden. Insbesondere die Grenzregionen zum Urwald im Norden und Nordosten des Landes sind laut FAS von einer verstärkten Ausdehnung des Sojaareals betroffen. Neben der Erwartung einer lebhaften weltweiten Nachfrage, stellt auch der günstige Wechselkurs des brasilianischen Reals zum US-Dollar und die Verbesserung der Infrastruktur infolge neuer und verbesserter Straßen und Häfen einen Anreiz für Farmer dar, ihre Sojaflächen, unter anderem auf degradierten Weiden, auszuweiten.
 
Bei einem voraussichtlichen Ertrag von 33,9 dt/ha dürfte nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) ein Rekordvolumen von rund 144 Mio. t Sojabohnen zusammenkommen, 17,4 Mio. t mehr als noch 2021/22. Damit korrigierte FAS seine vorangegangene Prognose nach oben, nachdem es Brasilien in den vergangenen Monaten gelang, ausreichend Phosphat-Düngemittel durch umfangreiche Einfuhren sicherzustellen. Brasilien importiert etwa 85 % seines Düngerbedarfs aus Russland und Weißrussland. Die Invasion Russlands in die Ukraine Anfang des Jahres schürte die Sorge um eine knappe Versorgung. In den ersten fünf Monaten des Jahres 2022 importierte das Land jedoch 16,5 % mehr Düngemittel als im gleichen Zeitraum 2021. So beliefen sich die Einfuhren von Januar bis Mai 22 auf 16,6 Mio. t, im Vorjahreszeitraum waren es lediglich 14,2 Mio. t.

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Grafik der Woche (KW 34 2022)

Globale Rapsernte erreicht neuen Höchstwert

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Angesichts einer voraussichtlich größeren Ernte in Russland und Australien dürfte die globale Rapserzeugung 2022/23 einen neuen Höchstwert erreichen. Das US-Landwirtschaftsministeriums erwartet mit 82,5 Mio. t Raps einen neuen Höchstwert.
 
Das wären 2,2 Mio. t mehr im Vergleich zur Schätzung im Juli und 14 % mehr als 2021/22. Insbesondere die Rapsernteschätzung für Russland wurde angehoben. So dürfte dort die Rekordmenge von 3,9 Mio. t zusammenkommen und damit 1,1 Mio. t mehr als noch im Juli prognostiziert. Ausschlaggebend dafür ist die größere Anbaufläche. Auch die australische Rapsernte dürfte mit den aktuell avisierten 6,1 Mio. t um rund 700.000 t größer ausfallen als bislang erwartet. Günstige Vegetationsbedingungen erhöhten das Ertragspotenzial und veranlassten das USDA zu der Korrektur. Auch in der EU-27 dürften mit rund 18 Mio. t rund 100.000 t mehr Raps eingefahren werden als noch im Juli prognostiziert.
 
Bei einem voraussichtlichen globalen Verbrauch von 79,2 Mio. t, 830.000 t mehr als noch im Vormonat erwartet und 5,1 Mio. t mehr als in der vergangenen Saison, ergibt sich erstmals seit 3 Jahren ein Überschuss von 3,3 Mio. t. Das Ministerium erwartet aktuell für Russland und China eine größere Nachfrage als bislang prognostiziert.
Angesichts der voraussichtlich größeren Rapserzeugung dürften die Jahresendbestände 2022/23 deutlich wachsen. Mit 6,8 Mio. t sieht das Ministerium die Vorräte nicht nur knapp 900.000 t über der Vormonatsschätzung, sondern auch 47,5 % über dem Vorjahresvolumen. Das wären die größten Endbestände seit 3 Jahren.
 
Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) sieht mit dieser Schätzung den Bedarf für alle Verwendungsbereiche zur Nahrungs- und Futtermittelverwendung sowie zur Biokraftstoffherstellung ausreichend versorgt. Deutsche Ölmühlen verarbeiten jährlich ca. 10 Mio. t Rapssaat zu 4 Mio. t Rapsöl.  Die aktuelle Herausforderung sei die Sicherung der Lieferkette, damit die Ware termingerecht verarbeitet werden könne. Mit Sorge verfolgt die UFOP die Niedrigwasserstände sowie die zunehmend an die Grenze der Kapazität stoßende Verlagerung des Transports auf die Schiene. Die UFOP erinnert mit Blick auf die aktuell zwischen Bundeswirtschafts- und -verkehrsministerium abzustimmende Verordnung für eine Vorrangregelung, dass mit Raps auch ein Energieträger transportiert werde, der in vielerlei Hinsicht als Energiequelle genutzt werde. Die Regelung des Rheinpegels bedürfe angesichts des Klimawandels ohnehin grundsätzlich in die Zukunft gerichtete neue Konzepte.


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Grafik der Woche (KW 33 2022)

Massiver Anstieg der EU-Importe an Sonnenblumenkernen

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Nach Angaben der EU-Kommission hat sich der Außenhandel mit Raps und Sonnenblumenkernen zwar verändert, aber nicht so stark wie erwartet. Auslöser war das stark eingeschränkte Exportpotenzial der Ukraine, wichtigster Lieferant für Ölsaaten, Ölschrote und insbesondere Sonnenblumenöl. Wie aktuelle Daten zeigen, kamen größere Mengen von dort als prognostiziert – von einem Einbruch der Lieferungen kann daher pauschal nicht gesprochen werden.

Im Juli 22 importierte die EU-27 rund 491.443 t Raps, während im Vorjahresmonat lediglich 286.826 t aus Drittländern kamen. Den größten Anteil von rund 78 % oder 381.164 t lieferte dabei Australien. Die Ukraine folgte mit knapp 50.000 t bzw. 10 % auf Platz 2 und reduzierte damit seinen Marktanteil gegenüber Vorjahreszeitraum marginal um 2 Prozentpunkte.

Einen außerordentlichen Anstieg verzeichneten die Lieferungen von Sonnenblumenkernen. Während die EU-27 im Juli 21 rund 13.827 t importierte, waren es im Juli 22 rund 259.895 t und damit die 18-fache Menge. Wichtigster Lieferant ist die Ukraine mit einem Marktanteil von 93 %, gefolgt von Moldawien mit 4 %. Einen Rückgang verzeichneten indes die europäischen Einfuhren von Sonnenblumenöl. So erhielt die Union nach jüngsten Angaben im Juli 22 rund 126.033 t, im Juli 21 waren es noch 136.733 t. Auch wenn die Einfuhren das Vorjahresvolumen verfehlen, fällt die Kürzung dennoch geringer aus als im Vorfeld befürchtet.


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Grafik der Woche (KW 32 2022)

Anbauflächenplus bei EU-Sonnenblumen von Ertragsschwäche zunichte gemacht

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Der Ukrainekrieg und die damit verbundene Knappheit an Sonnenblumenöl veranlasste viele Erzeuger in der Europäischen Gemeinschaft, im Frühjahr 2022 mehr Sonnenblumen auszusäen. Die anfänglich optimistischen Ernteaussichten lassen sich aber aufgrund der Trockenheit in weiten Teilen Europas nicht halten.

Die anhaltende Trockenheit in Europa, vor allem in den östlichen und südöstlichen Regionen, hat die EU-Kommission dazu bewogen, die Ernteschätzung für Sonnenblumenkerne drastisch zu kürzen. Ende Juli avisierte Brüssel eine Menge von 10,5 Mio. t und damit 636.600 t weniger als noch im Vormonat. Das wären dann nur noch 200.000 t bzw. 1 % mehr als im Jahr 2021.

Aufgrund der geschätzten großen Flächenausdehnung auf knapp 4,8 Mio. ha – dies entspricht einem Anstieg um rund 10 % gegenüber dem Vorjahr – waren die Ernteerwartungen anfänglich sehr positiv. Die EU-Kommission war dabei von durchschnittlichen Ergebnissen auf Vorjahresniveau ausgegangen, also von 23,8 dt/ha. Ausbleibende Niederschläge und eine anhaltende Trockenheit in weiten Teilen Europas haben diese Erwartung jedoch zunichte gemacht. Aktuell rechnet die EU-Kommission nur noch mit Erträgen in Höhe von 21,8 dt/ha.

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Grafik der Woche (KW 31 2022)

Überraschend gute Ergebnisse der Rapsernte sorgen für Preisdruck

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Durch das zunehmende Aufkommen aus der laufenden Ernte geraten die Kassapreise saisonüblich zunehmend unter Druck. Regional überraschten die guten Erträge bei Weizen und Raps, so dass sich in der Folge der Abwärtstrend bei den Erzeugerpreisen verstetigte.  Gleichzeitig verteuern Niedrigwasserzuschläge und der Schienentransport die Anlieferung bei den Ölmühlen.
 
Unsicherheit über die Verschiffungspotenziale der Ukraine, der „Wettermarkt“ in Nordamerika und die laufenden Ernten in Europa lassen die Kurse an den Terminbörsen kräftig schwanken. Die überraschend guten Ergebnisse der Rapsernte öffnen laut Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) den Preisspielraum nach unten. Nachdem Marktteilnehmer angesichts der anhaltenden Trockenheit und Hitze mit deutlichen Ertragseinbußen gerechnet hatten, überraschten die erzielten Erträge bislang positiv. In Frankreich wurden beispielsweise nach jüngsten Angaben zwischen 30 und 55 dt Raps je Hektar von den Feldern geholt. So blicken Marktteilnehmer vorsichtig optimistisch auf die Rapsversorgung im laufenden Wirtschaftsjahr. Auch in Deutschland schreitet die Rapsernte voran, regional ist sie sogar bereits beendet. Die Erträge sind bei Feuchtigkeitsgehalten bis 5,5 % mit 35 bis 45 dt/ha gut bis sehr gut. Die Ölgehalte liegen ersten Berichten zufolge zwischen 43 und 45 % und sind damit ebenfalls mehr als zufriedenstellend. Regional unterbrachen Niederschläge und Unwetter vereinzelt die Erntearbeiten, die danach aber wieder rasch aufgenommen werden konnten.
 
Die Nachfrage ist demgegenüber sehr gering, Verarbeiter sind über Kontrakte ausreichend gedeckt. Die dargestellten Preise spiegeln demnach nicht die tatsächlichen Verkaufs- bzw. Kontraktpreise der Erzeuger wider. Allerdings muss derzeit einiges getan werden, um Versorgungslücken aufgrund der eingeschränkten Frachtmöglichkeiten zu entgehen. Niedrige Wasserstände erschweren massiv den Transport über Flüsse in die Binnenhäfen. Frachtraum ist knapp und teuer, zumal die hohen Energiepreise die Transportkosten ohnehin in die Höhe treiben.
 
Die Erzeugerpreise wurden in der 30. KW erneut zurückgenommen. Im Bundesdurch-schnitt werden 610,50 EUR/t verlangt und damit 39,20 EUR/t weniger als in der Woche zuvor. Die Meldungen aus den einzelnen Bundesländern rangieren dabei in einer Spanne von 555 bis 675 EUR/t.


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Grafik der Woche (KW 30 2022)

Deutsche Rapsschrotexporte stark rückläufig


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Die Rapsschrotexporte Deutschlands verfehlten das Rekordvolumen des Vorjahreszeitraums um 22 %. Hauptabnehmer wie die Niederlande, Spanien und Frankreich importierten deutlich weniger, während Dänemark, Finnland und die Schweiz umfangreicher orderten.
 
Insgesamt hat Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes von Juli 2021 bis Mai 2022 gut 1,5 Mio. t Rapsschrot exportiert und damit etwa 22 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Es ist die kleinste Menge seit 3 Jahren. Das lag zum einen an der geringeren Verfügbarkeit. In deutschen Ölmühlen fielen im genannten Zeitraum mit 4,8 Mio. t rund 5,5 % weniger an, wodurch das Exportpotenzial limitiert wurde. Auf der anderen Seite bremsten die vergleichsweise hohen Marktpreise das Kaufinteresse aus dem Ausland. Das Protein im Rapsschrot war von Oktober 2021 bis Mai 2022 teurer bzw. preisidentisch mit Protein aus GVO-Sojaschrot. In Ländern, in denen die GVO-Freiheit von Futtermitteln keine große Rolle spielt, wurde daher eher auf Sojaschrot als auf die Alternative zurückgegriffen. 
 
Deutsches Rapsschrot wird hauptsächlich in die EU-Mitgliedstaaten geliefert (rund 1,45 der 1,55 Mio. t). Mit 660.000 t floss das meiste davon in die Niederlande. Damit hat sich das Volumen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um fast ein Drittel reduziert. Um fast zwei Drittel schrumpften die Rapsschrotlieferungen nach Frankreich, nach Spanien wurden 56 % weniger ausgeführt. Beide Länder hatten aufgrund der eigenen größeren Rapsernte weniger Bedarf an Rapsschrotlieferungen aus dem Ausland.
 
Ein deutliches Plus weisen nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) indes die Lieferungen nach Dänemark, Finnland und Österreich auf. Dänemark als zweitwichtigster Handelspartner im Geschäft mit Rapsschrot hat mit 193.000 t seine Importe aus Deutschland nahezu verdoppelt. Außerhalb der Europäischen Gemeinschaft war die Schweiz erneut wichtigster Abnehmer und steigerte die Menge sogar um 82 % auf 70.000 t.
 
Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) weist mit Blick auf die Verarbeitungskapazität von ca. 9 Mio. t Rapssaat darauf hin, dass Deutschland damit der wichtigste Verarbeiter und Lieferant der EU-27 von gentechnikfreiem Rapsschrot ist.
 
Die Bereitstellung dieses heimischen, in der Milchviehfütterung fest etablierten Futtermittels sei jedoch gefährdet, wenn das Bundesumweltministerium seine Pläne umsetzt, die Obergrenze für Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse massiv zu reduzieren bzw. deren Anrechnung auf die Klimaschutzverpflichtung in Zukunft auszuschließen. Denn nur in Kombination mit der Verarbeitung von Raps zu Biodiesel sei die Versorgung mit heimischem Futterprotein auch in Zukunft gewährleistet.


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Grafik der Woche (KW 28 2022)

EU-Sojaerzeugung 2022 auf Rekordkurs

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Das Sojaangebot der EU-27 dürfte auch in diesem Jahr wachsen, nachdem auch die Anbauflächen ausgeweitet wurden. Das deutlichste Plus wird dabei in Italien verzeichnet.
 
Die Sojaerzeugung der Europäischen Union hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdreifacht. Nach jüngsten Angaben der EU-Kommission dürften 2022 rund 3 Mio. t Sojabohnen geerntet werden und damit knapp 15 % mehr als noch im vergangenen Jahr. Damit dürfte die Produktion der EU-27 einen neuen Rekordwert erreichen. Auch 2022 bleibt Italien mit den aktuell prognostizierten 1,1 Mio. t größter EU-Erzeuger. Das Vorjahresvolumen wird somit um voraussichtlich 29 % übertroffen. Damit wächst der Anteil Italiens an der europäischen Sojaerzeugung auf knapp 38 %. Auch in anderen Mitgliedsstaaten sieht die Kommission das diesjährige Sojaangebot über der Vorjahreslinie. In Frankreich, dem zweitgrößten EU-Anbieter der Bohne, wird ein Plus von 4 % auf 457.000 t erwartet. In Österreich dürften mit 286.000 t knapp 22 % mehr zusammenkommen als noch im vergangenen Jahr. Auch die Erzeuger in Deutschland dürften, nachdem 2016 erstmals nennenswerte Mengen an Sojabohnen geerntet wurden, mit 136.000 t rund 27 % mehr einfahren als noch 2021. Damit hätte sich die hiesige Erzeugung in den vergangenen sechs Jahren mehr als verdreifacht. Demgegenüber dürfte Rumänien mit den aktuell avisierten 331.000 t das Vorjahresergebnis um 4 % verfehlen.
 
Ausschlaggebend für das größere Sojaangebot der EU-27 ist nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) insbesondere eine Ausweitung der Anbauflächen. So avisiert die Europäische Kommission das Areal 2022 aktuell bei rund 1 Mio. ha. Gegenüber dem vergangenen Jahr entspricht das einem voraussichtlichen Flächenplus von knapp 9 % und markiert damit einen neuen Höchstwert.
 
Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) begrüßt die positive Entwicklung des europäischen Sojaanbaus nachdrücklich, denn damit steht vielen Landwirten eine weitere Kulturart zur Fruchtfolgeerweiterung und zur Bedienung einer wachsenden Nachfrage nach regional erzeugten Produkten zur Verfügung. Gleichzeitig weist die Förderunion auf die noch notwendigen, erheblichen züchterischen Investitionen hin, um regional angepasste, wettbewerbsfähige Sorten bereit stellen zu können. Zur schnelleren Verfügbarkeit könnten die neuen Züchtungstechnologien wie CRISPR/Cas einen wichtigen Beitrag leisten.



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Grafik der Woche (KW 27 2022)

Unerwartete Liefermengen aus der Ukraine

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Der Krieg in der Ukraine hat die Exportmöglichkeiten des Landes deutlich eingeschränkt. Aber nicht alle Produkte aus der Ernte 2021 kamen deswegen in geringerem Umfang nach Deutschland.
 
Der Einmarsch Russlands in die Ukraine und insbesondere die Sperrung der Schwarzmeerhäfen haben das Exportvolumen spürbar limitiert. Vor allem Massegüter wie Weizen und Raps, die in normalerweise im Umfang von Millionen Tonnen ausgeführt werden, verlassen seit Kriegsbeginn nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) nur noch sporadisch das Land.  Deutschland importierte nach jüngsten Angaben des Statistischen Bundesamtes in den ersten vier Monaten des Jahres 2022 rund 113.768 t Ölfrüchte aus der Ukraine und damit knapp 49 % weniger als noch im Januar bis April 2021. Den kräftigsten Rückgang verzeichneten dabei die Rapslieferungen. Mit 56.579 t wird das Vorjahresvolumen um knapp 72 % verfehlt. Allerdings lag der Importanteil der Ukraine an der deutschen Rapsverarbeitung in den vergangenen Jahren bei vergleichsweise niedrigen 10 %. Dagegen lieferte die Ukraine in den ersten vier Monaten Mais im Umfang rund 53.815 t in die Bundesrepublik,46 % weniger als im Vergleichszeitraum 2021.
 
Anders die Produkte, die schon in der Vergangenheit eher in geringeren Chargen ausgeführt wurden. So erhielt Deutschland direkt aus der Ukraine von Januar bis April 2022 mit 51.707 t fast die dreifache Menge GVO-freier Sojabohnen. Auch die Lieferungen von Sonnenblumenöl übertreffen, entgegen der Befürchtungen einiger Marktteilnehmer, mit 43.261 t das Vorjahresvolumen von 36.942 t um 17 %.
 
Bei der in Kürze anstehenden Ernte sind nach Einschätzung der Union zur Förderung von Proteinpflanzen e.V. (UFOP) erhebliche Einbußen möglich. Auch wenn ein großer Teil der ukrainischen Ackerfläche in der Bewirtschaftung gehalten werden konnte, konnten viele Bestände nicht termingerecht bzw. ausreichend gedüngt bzw. gepflegt werden. Regional mangelt es an Dieselkraftstoff und zudem an Lagerraum, weil die letztjährige Ernte nicht vermarktet werden konnte. Die UFOP begrüßt daher die vielfältigen Initiativen des Handels und der EU-Mitgliedsstaaten, im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten Unterstützung zu leisten, wenngleich die exportierbaren Mengen über Güterzüge bei weitem nicht den Export durch Schiffe ersetzen können. Grundsätzlich ist offen, ob, und in welchem Umfang die Anbauflächen praxisüblich geerntet und für die kommende Aussaat bestellt werden können. Die UFOP blickt daher gespannt auf die Rapsernte in Kanada und in anderen Ländern und in welchem Umfang der zu erwartende Ausfall des Angebotes aus der Ukraine kompensiert werden kann. Diese Frage betrifft alle Ölsaaten bzw. Sonnenblumenöl sowie Weizen.


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Grafik der Woche (KW 26 2022)

Raps- und Weizenpreise rutschen ab


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Die Erzeugerpreise von Raps und Weizen verließen in den vergangenen Wochen ihr Hochplateau und folgten der Schwächetendenz an den Terminmärkten nach unten.
 
Die Rapsnotierungen an den Terminmärkten konnten ihren Höchstwert nicht halten, nachdem die Aussicht auf eine größere Ernte in Europa sowie das nachlassende Kaufinteresse die Kurse unter Druck setzten. Auch die in Frankreich begonnene Rapsernte belastet die Kurse und ließ auch die Preise am Kassamarkt abrutschen. So wurden Ende Juni durchschnittlich 783 EUR/t für alterntige Partien genannt und damit zwar rund 65 % mehr als noch zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr, allerdings 200 EUR/t weniger als noch im April 2022, als der Rekordwert von 983 EUR/t erreicht wurde. Auch die Forderungen für die jetzt beginnende Rapsernte gaben zuletzt deutlich nach. Mit den Ende Juni durchschnittlich geforderten 710 EUR/t wird der Höchstwert von 826 EUR/t vom April um 116 EUR/t verfehlt.
 
Auch bei Brotweizen geben die Kassapreise infolge der anstehenden Ernte nach, auch wenn die Ertragsaussichten aufgrund der regionalen Trockenheit und der europaweiten Hitze getrübt sind. So büßten die Forderungen binnen 5 Wochen 38 EUR/t oder 10 % an Wert ein. Regional haben die Preisrücknahmen das Interesse an Vorkontrakten bei den Erzeugern noch einmal aufleben lassen.
 
Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) weist mit Blick auf die erläuterte Preisentwicklung hin, dass ein Großteil der Ernte bereits zu niedrigeren Preisen in den Vormonaten kontrahiert wurde. Die Förderunion unterstreicht diese Feststellung, weil sich die Frage der Marktversorgung und zu welchen Preisen diese erfolgt in der öffentlichen Diskussion oft an den Höchstpreisen orientiert und nicht an den Preisen, zu denen tatsächlich vermarktet wurde und wird. Auch die Entwicklung der Produktionskosten für die Landwirte, insbesondere bei Düngemitteln, müsse ebenso berücksichtigt werden.
 
Erzeugerpreise auf diesem Niveau sind daher zur Kostendeckung aktuell und wohl auch in Zukunft erforderlich, denn mit einem Sinken der Energiepreise, insbesondere bei Erdgas als wichtiger Energieträger für die Düngemittelherstellung, kann derzeit nicht gerechnet werden. Verbraucherinnen und Verbraucher müssten sich auf das für die Kostendeckung erforderliche höhere Preisniveau einstellen. Ein reduzierter Düngeraufwand und die Einflüsse des Klimawandels ließen derzeit keine Produktionssteigerungen erwarten, zumal auch die neuen europäischen Rahmenbedingungen der Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik kein Entwicklungspotential aufzeigten, so die UFOP.


 

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Weitere Grafiken der Woche finden Sie im Archiv.