Grafik der Woche (KW 04 2020)

Rekordsojaernte in Brasilien erwartet

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Brasilien dürfte sich 2019/20 mit einer Rekordernte an Sojabohnen vor die USA an die Spitze der Sojaerzeuger schieben. Die USA haben hingegen die kleinste Ernte seit sechs Jahren eingefahren.

Im Wirtschaftsjahr 2019/20 dürfte die globale Sojabohnenversorgung mit 338 Mio. t rund 6 % kleiner ausfallen als in den drei vorangegangenen Jahren. In den USA ist die Sojabohnenernte bereits beendet, rund 96,8 Mio. t wurden gedroschen, das sind 24 Mio. t weniger als im Vorjahr. Grund dafür waren die zu nassen Witterungsbedingungen von der Aussaat bis zur Ernte. Deshalb dürfte Brasilien im Wirtschaftsjahr 2019/20 mit einer avisierten Rekordernte von 123 Mio. t wieder an die Spitze der Sojaerzeuger rücken. Sowohl Flächenausweitungen als auch wachsende Erträge in Brasilien dürften nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) zur dortigen Erntesteigerung beitragen. Das gesamte brasilianische Getreide- und Ölsaatenareal wurde gegenüber Vorjahr um 967.200 ha auf 61,6 Mio. ha ausgeweitet. Alleine die Sojabohnenfläche verzeichnet einen Zuwachs von 923.900 ha auf 36,8 Mio. ha. Argentinien – drittgrößter Sojaerzeuger weltweit – sollen hingegen etwas weniger Sojabohnen von den Feldern geholt werden als im Vorjahr. Die Erntemenge wird voraussichtlich um 2,3 auf 53 Mio. t sinken. Trockenheit hatte dort das Aussaattempo gebremst. Für Südamerika könnten die Ernteschätzungen aber in den kommenden Monaten noch korrigiert werden, da der Drusch dort erst Anfang März beginnt. Die USA, Brasilien und Argentinien stellen rund 81 % der globalen Sojaerzeugung.

 

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Grafik der Woche (KW 03 2020)

Pflanzenölindex auf 2-Jahreshoch

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Feste Pflanzenölpreise haben den Preisindex für Pflanzenöle der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) zum Jahresende 2019 deutlich steigen lassen.

Seit Juni 2019 ist der FAO Pflanzenölindex stetig gestiegen. Damals lag er bei 126 Punkten und ist seitdem um knapp 40 auf 165 Punkte nach oben geklettert. Alleine von November bis Dezember stieg er um 9,4 % oder 14 Punkte, dem zweitgrößten Zuwachs im Jahr 2019. Er wurde vor allem durch die festen Palmölpreise nach oben getrieben. Aber auch die Forderungen für Soja-, Sonnenblumen- und Rapsöl legten kräftig zu. Der Grund für den starken Anstieg der Palmölpreise war eine lebhafte Nachfrage, insbesondere aus dem Biodieselsektor, bei gleichzeitig schrumpfendem Angebot. Die Soja-, Sonnenblumen- und Rapsölpreise profitierten Ende 2019 von kleineren Verarbeitungsmengen. Eine geringere Verarbeitung in den Ölmühlen führt auch zu einem geringeren Output an Nachprodukten; dies entlastet den Markt und stützt die Preise. Zudem war die weltweite Nachfrage nach Soja-, Sonnenblumen-, und Rapsöl rege.

Die Sorge um eine Verknappung des weltweiten Angebots stützte die Preise zusätzlich. Trotz des starken Preisanstiegs der Pflanzenöle seit November lag der FAO-Pflanzenölindex für das Kalenderjahr 2019 bei durchschnittlich 135,2 Punkten und damit 8,9 Punkte niedriger als 2018. Das ist zudem der tiefste Jahresdurchschnitt seit 2006.

Die Entwicklung der Erzeugerpreise für Rapssaat wird vorrangig vom Preisniveau der Ölkomponente vorgegeben. Trotz der zuletzt erfreulichen Entwicklung der Erzeugerpreise auf etwa 390 EUR je Tonne befinden sich diese immer noch auf einem Niveau, das aus Erzeugersicht zu niedrig sei, kommentiert die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP).

Die internationalen Pflanzenölmärkte würden vor allem durch staatliche Regelungen zur Erhöhung der Beimischungsanteile von Biodiesel in Südamerika und besonders in Asien gestützt. Hiervon habe auch Rapsöl profitiert. Die Biokraftstoffpolitik der Europäischen Union schränke dagegen die Verwendung von heimisch erzeugten Rohstoffen bzw. Biokraftstoffen bei der Umsetzung der Erneuerbare Energien-Richtlinie weiter ein, statt nachhaltig zertifizierte und treibhausgasoptimierte Biokraftstoffe zu fördern, beklagt die UFOP.

Der Verband erwartet, dass mit dem von der EU-Kommission angekündigten „Green Deal“ auch diese Förderpolitik überprüft werde. Andere Maßnahmen der Marktstützung infolge einer nationalen oder europäischen Bioökonomiestrategie seien nicht in Sicht. Ankündigungen reichten nicht; nun müssten markt- bzw. erzeugerpreiswirksame Absatzalternativen geschaffen werden, fordert die UFOP.

 

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Grafik der Woche (KW 02 2020)

Biokraftstoffe beanspruchen wenig Fläche

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Obwohl der Anteil der Fläche zur Biokraftstofferzeugung 2018 um 1 Prozentpunkt zugelegt hat, ist er weiterhin sehr gering.

Weltweit werden auf 1,56 Mrd. ha Kulturpflanzen wie Getreide, Ölsaaten, Eiweiß-, Zucker- und Faserpflanzen, Obst, Gemüse, Nüsse u.a. angebaut. Von diesen Produkten gelangt das meiste in die Nahrung, nur rund 5 % der Fläche wurden 2018 für die Biokraftstoffproduktion genutzt.

Dabei zeichnet sich sehr deutlich ab, dass die Biokraftstoffproduktion zumeist dort angesiedelt ist, wo es ohnehin Rohstoffüberschüsse gibt. Ohne Biokraftstoffe müssten diese am Weltmarkt platziert werden, was die ohnehin niedrigen Rohstoffpreise stark belasten würde. Die Biokraftstoff-Verwendung verringert den Produktionsüberhang, sorgt für eine zusätzliche Wertschöpfung und verringert den Bedarf an Devisen für den Import von Rohöl oder fossilen Kraftstoffen. Dieses Problem betrifft besonders die ärmeren Länder. Ein weiterer Vorteil ist der gleichzeitige Anfall von hochwertigen Eiweißfuttermitteln bei der Biokraftstoffherstellung. Deren Bedarf steigt stetig. Der Anteil und die Qualität der Eiweißfuttermittel nehmen maßgeblich Einfluss auf die Preise der Rohstoffe. Sie bestimmen somit auch den Umfang der Anbauflächen. So sind Biokraftstoffe mitnichten die Preistreiber an den Rohstoffmärkten. Im Bedarfsfall stehen die Rohstoffe, die für die Biokraftstoffproduktion angebaut wurden, in erster Linie der Nahrungsmittelversorgung zur Verfügung. Im Falle einer politisch geförderten Extensivierung entfällt diese Option zur „Pufferung“ der Nahrungsmittelnachfrage.

 

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Grafik der Woche (KW 01 2020)

Knappes Rapsangebot treibt Rapsschrotpreise

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Die Aussicht auf eine knappe Marktversorgung mit Raps sowohl im laufenden als auch im kommenden Wirtschaftsjahr trieb die Preise vor Weihnachten kräftig nach oben. Und das nicht nur bei den Ölsaaten, sondern auch bei den Nachprodukten.

Die Ölschrotpreise legten seit November kräftig zu. Ursache ist die reduzierte Vermahlung von Rapssaat in den Ölmühlen und das hierdurch verknappte Angebot an Rapsschrot. Dies treibt die Preise nach oben, zumal vor Weihnachten zusätzlich die Nachfrage kurzzeitig aufflammte. Zudem erhielten die Rapsschrotpreise am deutschen Kassamarkt Unterstützung von den Terminnotierungen in Paris. Vor allem die Prognose auf eine knappe Marktversorgung mit Raps trieb die Kurse kräftig nach oben.

Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den Verkaufspreisen für Rapsschrot wider. Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) wurden Mitte Dezember ab deutscher Ölmühle 212 EUR/t verlangt und somit 24 EUR/t mehr als Mitte November. Das bedeutet umgerechnet 6,06 EUR/Prozent Protein in einer Tonne Rapsschrot im Dezember gegenüber 5,37 EUR im Vormonat. Damit büßt Rapsschrot gegenüber Sojaschrot im Vergleich zum vorangegangenen halben Jahr zwar an Wettbewerbsfähigkeit ein. Der Preisunterschied von 2,56 EUR/t für ein Prozent bleibt dennoch über dem Durchschnitt. Vor einem Jahr lagen die Preiskurven für Protein nur 1,50 EUR/t auseinander.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) erwartet auch für das kommende Wirtschaftsjahr ein ähnlich knappes Angebot, wenn die erforderlichen Vorkontraktpreise zur Aussaatzeit die Rapserzeuger nicht dazu anreizen sollten, die betriebliche Anbaufläche auszudehnen. Die Ölmühlenwirtschaft befinde sich in dem Dilemma, dass die Preiszurückhaltung auf Sicht das Angebot verknappt und Raps zur Auslastung der Vermahlungskapazität dann importiert werden muss.

 

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Grafik der Woche (KW 52 2019)

Globale Rapsanbaufläche stabil

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Während die Rapsanbaufläche in der EU-28, Russland und China im kommenden Wirtschaftsjahr gegenüber dem Vorjahr etwas steigen dürfte, bleibt die Anbaufläche in Kanada voraussichtlich konstant und nimmt in der Ukraine leicht ab.

Nach den jüngsten Angaben des Internationalen Getreiderates (IGC) dürfte die weltweite Rapsfläche für das Vermarktungsjahr 2020/21 mit 35,5 Mio. ha rund 3 % größer ausfallen als im laufenden Wirtschaftsjahr. In der EU-28, Russland und China wird mit einem Flächenplus gerechnet. Insbesondere in der EU könnte die Rapsanbaufläche nach dem starken Rückgang 2019/20 um 7,4 % auf 5,9 Mio. ha zunehmen, auch wenn nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) ungünstiges Aussaatwetter im Norden und Osten der EU die Bestellung der Felder beeinträchtigt hat. In Russland erwartet der IGC eine Flächenausdehnung aufgrund der weltweit steigenden Nachfrage um 6,3 % auf 1,7 Mio. ha, in China dürften zur kommenden Ernte 6,8 Mio. ha Raps angebaut werden (+1,2 %).

Für Kanada wird dagegen eine unveränderte Anbaufläche von 8,5 Mio. ha erwartet. Die kanadischen Farmer entschieden sich infolge der unsicheren Exportnachfrage nach kanadischem Raps – besonders aus China – gegen eine Flächenausdehnung. Der dortige Rapsimport kam aufgrund politischer Unstimmigkeiten im Jahr 2019 praktisch zum Erliegen. Zugleich dämpfen hohe Lagerbestände und ein geringer Export in die EU die Markterwartungen. Europäische Ölmühlen bedienen sich vorzugsweise aus Osteuropa, weil diese Saaten gentechnikfrei sind und das Rapsschrot folglich problemlos vermarktet werden kann.

Dennoch erwartet der IGC für die Ukraine einen Rückgang des Rapsareals um 7,1 % auf 1,2 Mio. ha. Bis heute wurden 1,1 Mio. ha ausgesät, die verbleibenden Flächen dürften im Frühjahr bestellt werden. Durch die anhaltende Trockenheit befinden sich die ukrainischen Feldbestände jedoch in einem suboptimalen Zustand. Es bleibt daher abzuwarten, ob die Erzeuger die Erwartung des IGC für die Aussaat im Frühjahr bestätigen werden.

Aus Sicht der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) ist die Entwicklung der Rapsanbauflächen in der Europäischen Union für die heimische Marktversorgung bedenklich, weil die Anbaufläche – auch infolge trockenheitsbedingt schlechter Hektarerträge – reduziert wird. Es fehlt offensichtlich an Impulsen von Seiten der Verarbeiter mit entsprechenden Preisangeboten vor der Aussaat, um den Anbau anzustoßen. Nach der Aussaat werde dann beklagt, dass die Differenz importiert werden müsse, hinterfragt die UFOP die Rohstoffsicherungsstrategie der Ölmühlen.

 

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Grafik der Woche (KW 51 2019)

EU ist weiterhin größter Biodieselhersteller

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In der EU wurde ein weiteres Jahr in Folge die Biodieselproduktion gesteigert und macht mehr als ein Drittel der weltweiten Erzeugung aus.

Der mit Abstand bedeutendste Biodieselproduzent ist die Europäische Union mit einem Anteil von 34 Prozent an der globalen Produktion, die im Jahr 2018 gut 41 Mio. t. erreichte. Unter dem Begriff „Biodiesel“ werden in der Statistik Biodiesel (FAME = Fettsäuremethylester), Hydrierte Pflanzenöle (HVO) sowie Biokraftstoffmengen aus der Mitverarbeitung von Pflanzenölen in Erdölraffinerien zusammengefasst. Während dies in Europa hauptsächlich Rapsöl ist, wird auf dem amerikanischen Kontinent in erster Linie Sojaöl verwendet. Sojaöl ein Nebenprodukt, das infolge der stetig wachsenden Anbaufläche und Verarbeitung zur Deckung der Schrotnachfrage für die Tierernährung ebenso stetig zunehmend in der Biodieselproduktion eingesetzt wird. Die Biodieselproduktion konzentriert sich auf die EU 28, USA, Brasilien und Argentinien. Eine große Bedeutung am Biodieselmarkt erlangt inzwischen der südostasiatische Raum. In den Haupterzeugungsländern von Palmöl, Indonesien und Malaysia, wächst die Biodieselproduktion stetig, bedingt durch zunehmende Angebotsüberhänge und dem damit verbundenen Preisdruck auf den Märkten für Pflanzenöl. Diese Länder heben, im Gegensatz zur EU, ihre nationale Beimischungsverpflichtung (Indonesien: B20 / B30) an als Beitrag zur Erzeugerpreisstabilisierung und Reduzierung der Devisenausgaben für Erdölimporte. Die globale Pflanzenölproduktion übersteigt im Wirtschaftsjahr 2019/2020 zum zweiten Mal in Folge die Menge von 200 Mio. t.

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