Grafik der Woche (KW 29 2019)

EU-Sojafläche auf 10-Jahreshoch

 

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Die Sojabohnenfläche in der EU ist gegenüber 2018 um 4 % gestiegen und hat sich in den vergangenen 10 Jahren sogar verdreifacht. Die deutlichsten Zuwächse, wenn auch auf niedrigem Flächenniveau, gibt es in Deutschland.

Die EU-Sojaanbaufläche hat sich nach Angaben der EU-Kommission in den vergangenen 10 Jahren auf mittlerweile fast 1 Mio. ha verdreifacht. In Italien werden mit Abstand die meisten Sojabohnen kultiviert. Das dortige Areal macht knapp ein Drittel der gesamten EU-Fläche aus. Zweitgrößter Sojaerzeuger ist mit 173.000 ha Rumänien. Für Deutschland ist ein Anstieg des Anbauumfangs um 25 % gegenüber dem Vorjahr auf 30.000 ha zu verzeichnen. 2015 betrug die Anbaufläche noch 12.000 ha. Den zweitgrößten Zuwachs von 10,3 % verzeichnet Kroatien; dort steht Soja 2019 auf 85.000 ha. Rückläufig war die Sojafläche unter den größten Anbauern nur in Ungarn. Dort ging sie um 6.000 ha zurück.

Nach Angaben der Agrarmarkt Informationsgesellschaft mbH (AMI) werden die großen Flächenzuwächse in vielen Regionen der EU auch steigende Erntemengen zur Folge haben. In Deutschland könnte diese um fast ein Drittel auf 78.000 t steigen. Trotz großem Flächenwachstum in Kroatien dürfte die Ernte dort aufgrund witterungsbedingter Ertragseinbußen 2 % kleiner ausfallen als im Vorjahr. Auch in Rumänien wird voraussichtlich weniger geerntet als 2018, obwohl sich die Anbaufläche vergrößert hat. Die deutlichsten Produktionsrückgänge von 17 % berechnet die EU-Kommission für Ungarn. Aufgrund der Flächenrückgänge von fast 10 % ist das allerdings wenig überraschend.

Erfreulich ist aus Sicht der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) der für Deutschland verzeichnete Anstieg auf 30.000 ha. Die UFOP fordert deshalb einen sachgerechten Ausbau der Förderpolitik für heimische Proteinpflanzen mit dem Ziel, nicht nur Soja, sondern Körnerleguminosen insgesamt als gentechnikfreie Proteinquelle weiterzuentwickeln. Darüber hinaus sollten Körnerleguminosen als essenzielles Element bei der Ausgestaltung regionalspezifischer Fruchtfolgesysteme, im Rahmen der im Herbst 2019 erwarteten Ackerbaustrategie der Bundesregierung, berücksichtigt werden.

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Kritik über die Soja- und Urwaldpolitik der neuen brasilianischen Regierung ist zu hinterfragen, ob die Forderung nach einem entwaldungsfreien Bezug erfüllbar ist, wenn dieser lediglich zu Verlagerungseffekten führt. Die neu entflammte Sojadiskussion führt zu einem erheblichen Imageschaden in der Veredelungswirtschaft. Deshalb kritisiert die UFOP nachdrücklich, dass mit dem Abkommen der EU mit den MERCOSUR-Staaten europäische Standards im Bereich Umweltschutz, aber auch Pflanzenschutz unterlaufen werden und diese zugunsten einer einseitigen Exportpolitik geopfert werden. Größer könne die Widersprüchlichkeit in der Verknüpfung von Klima- und Industriepolitik nicht sein, kritisiert der Verband angesichts der aktuellen Diskussion über die notwendigen Maßnahmen zum Klimaschutz.

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Grafik der Woche (KW 28 2019)

Palm- und Sojaölpreise verlieren kräftig

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Der Pflanzenölindex der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) fiel innerhalb des vergangenen Wirtschaftsjahres um 12 % und liegt aktuell auf dem niedrigen Niveau von Dezember 2018.

Der FAO Pflanzenölindex stellt die Preisentwicklung für 10 Pflanzenöle am Weltmarkt - gewichtet nach ihrem Anteil am Welthandel – dar. Er ist nach einem leichten Anstieg in der ersten Jahreshälfte 2019 wieder um 6 auf 126 Punkte gesunken. Das ist ein Rückgang von 1,6 % gegenüber dem Vormonat und zudem der niedrigste Stand seit Dezember 2018. Dieser Rückgang ist auf die gesunkenen Palm- und Sojaölpreise zurückzuführen. Die internationalen Notierungen für Palmöl an der Börse in Kuala Lumpur gaben nach Angaben der Agrarmarkt Informationsgesellschaft mbH (AMI) in den vergangenen 6 Monaten um knapp 10 % nach. Grund dafür war die schleppende Nachfrage am Weltmarkt, der zu fast 90 % durch die beiden größten Palmölproduzenten Indonesien und Malaysia versorgt wird. Saisonbedingte Produktionssteigerungen in Südostasien belasteten den Markt zusätzlich. Die Sojaölpreise gaben ebenfalls nach, da geringe Exportaussichten und Prognosen für ein ausreichendes globales Angebot Druck erzeugten.

Die Preise für Sonnenblumen- und Rapsöl hingegen konnten sich dem rückläufigen Trend widersetzen. Dafür sorgten eine anhaltend robuste Nachfrage bei zu erwartenden kleineren Ernten in wichtigen Erzeugerländern.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) stellt fest, dass die Preissituation an den Pflanzenölmärkten noch dramatischer wäre, wenn nicht Länder wie Argentinien, Brasilien, die USA und Indonesien mit der Anhebung ihrer nationalen Beimischungsverpflichtungen von Biokraftstoffen aus Soja- und Palmöl die Märkte zugunsten der Erzeugerpreise entlasten würden. Mit über 6 Mio. t Produktionskapazität ist Indonesien inzwischen zum weltgrößten Biodieselproduzenten aufgestiegen. Das Land treibt ein Programm zur Markteinführung von Diesel mit einem Beimischungsanteil von 30% voran (B30). Während sich hierzulande und in der EU Regierungen hinter einer wenig sachgerecht geführten „Tank-Teller-Diskussion“ versteckten, demonstrierten die genannten Staaten, wie „Bioökonomie“ geht, so der Verband. Die UFOP geht davon aus, dass die genannten Länder – mit Ausnahme der USA – diese Biokraftstoffpolitik auch in ihren nationalen Klima- und Energieplänen berücksichtigen werden, die bis Ende 2020 infolge des Pariser Klimaschutzabkommens vorgelegt werden müssen. Die UFOP fordert deshalb erneut ein klares Bekenntnis der Politik zur „Anbaubiomasse“ als Option zur Dekarbonisierung des Verkehrssektors.

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Grafik der Woche (KW 27 2019)

Globale Rapsproduktion deckt trotz Trockenheit den Bedarf

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Der Internationale Getreiderat (IGC) avisiert in seiner aktuellen Prognose zur globalen Rapsversorgung 2019/20 einen deutlichen Rückgang der weltweiten Erzeugung. Gleichzeitig werden aber globale Lagerbestände in Rekordhöhe erwartet.

In seiner jüngsten Prognose für das Wirtschaftsjahr 2019/20 rechnet der IGC mit einer weltweiten Rapserzeugung von 69,8 Mio. t. Dieser Erntemenge liegt 3 % unter dem Vorjahresergebnis. Ursache ist wie im Vorjahr eine unzureichende Niederschlagsmenge und -verteilung im Vegetationsverlauf. Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) werden in der Europäischen Union etwa 17,9 Mio. t Raps geerntet werden, das wären knapp 2 Mio. t weniger als im Vorjahr. Die größten Rückgänge sieht der IGC in Frankreich, mit 4 Mio. t immer noch größter Rapserzeuger in der EU, in Rumänien und in Deutschland, wo voraussichtlich 3,1 Mio. t geerntet werden. Laut Ernteschätzung des Deutschen Raiffeisenverbandes (DRV) verringert sich die Erntemenge damit um 16% gegenüber dem Vorjahr.

Auch für Kanada wird mit 18,9 Mio. t eine deutlich kleinere Rapsernte prognostiziert. Für die Ukraine erwartet der IGC dagegen eine Erntemenge von 3,7 Mio. t. Das sind ca. 1 Mio. t mehr als im Vorjahr und 1,7 Mio. t mehr als im Fünfjahresdurchschnitt. Dies ist vor allem auf eine Ausdehnung der Anbaufläche um ein Drittel gegenüber dem Vorjahr zurückzuführen. Der Rapsanbau ist in der Ukraine sehr attraktiv geworden, da er dort die teuerste Kulturpflanze unter den Ölsaaten und deshalb sehr rentabel ist. Zudem ist die Nachfrage von Exporteuren und Verarbeitern hoch.

Größere Ernten in der Ukraine und in Australien können das Minus in der EU nicht ausgleichen. Bei unverändertem Rohstoffbedarf der deutschen bzw. europäischen Ölmühlen wird die Importmenge im Vergleich zu 2018 um 30 % steigen müssen. Deshalb wird insbesondere das ukrainische Angebot im kommenden Wirtschaftsjahr auf den EU-Markt drängen. Dies hängt allerdings davon ab, ob die europäischen Rapserzeuger wie nach der Ernte 2018 so zögerlich ihren Raps verkaufen werden. Die Ölmühlen waren gezwungen, sich neue Lieferanten zu suchen.

Obwohl der IGC einen deutlichen Ernterückgang prognostiziert, geht er gleichzeitig von steigenden weltweiten Rapsvorräten aus. Es sollen mit 7,1 Mio. t sogar die größten seit 10 Jahren werden, vor allem wegen steigender Lagerbestände in Kanada. Diese dürften auf die anhaltenden Lieferschwierigkeiten in Richtung China zurückzuführen sein.

 

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Grafik der Woche (KW 26 2019)

Kleine Rapsernte steht robuster Ölnachfrage gegenüber

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Die Nachfrage nach Biodiesel ist ungebrochen. Hauptbestandteil in Deutschland ist und bleibt Rapsöl, doch die deutsche Rapsproduktion deckt den Bedarf nicht.

Aufgrund der ungünstigen Vegetationsbedingungen, die den Winterraps schon seit der Aussaat begleiten, wird es 2019 in Deutschland nur eine kleine Rapsernte geben. Die Schätzung liegt bei rund 3,1 Mio. t, das wären noch einmal 17 % weniger als im bereits schwachen Vorjahr und die kleinste Winterrapsernte seit 21 Jahren.

Gleichzeitig ist die Nachfrage in Deutschland nach Raps groß. 2018 wurden allein in Deutschland 3,2 Mio. t Biodiesel hergestellt. Laut dem Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB) waren die wichtigsten Rohstoffe Rapsöl mit einem Anteil von knapp 60 % sowie Altspeiseöle und -fette mit einem Anteil von 27%. Diese stammen aus Sammlungen (u.a. Küchen, Restaurants), die abfallrechtlich vorgeschrieben sind. Soja- und Palmöl spielen als Rohstoff eine vergleichsweise kleine Rolle; tierische Fette, Fettsäuren und anderen Rohstoffe machen zusammen gerade einmal 5 % aus.

Der in Deutschland produzierte Biodiesel deckt vor allem die Nachfrage der Mineralölfirmen ab und belief sich 2018 laut BAFA auf 2,3 Mio. t. Diese müssen – wie im Vorjahr – eine Treibhausgasminderungspflicht von 4% erfüllen. Diese Verpflichtung steigt ab 2020 auf 6%. Damit ist absehbar, dass der Rapsölbedarf zur Biodieselherstellung auch im kommenden Jahr höher sein wird, denn gleichzeitig wird die Menge von Biodiesel aus Palmöl mit dem Jahr 2019 limitiert.

 

 

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Grafik der Woche (KW 25 2019)

Palmöl billiger als Dieselkraftstoff

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Die Verkaufspreise für Palmöl und Dieselkraftstoff haben zuletzt Preisgleichheit erreicht, nachdem das Tropenöl sechs Monate lang sogar billiger war. Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen erinnert an die Regelung in der neugefassten Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II) zur Festsetzung der Basismenge von Biokraftstoffen aus Anbaubiomasse mit hohem Risiko für Landnutzungsänderungen.

Dieser Regelung zufolge muss die im Jahr 2019 auf die nationalen Quotenverpflichtungen angerechnete Menge an „Palmölkraftstoffen“ (Biodiesel oder Hydriertes Pflanzenöl) ab Januar 2024 schrittweise bis 2030 auf „0“ Tonnen reduziert werden. 

Die UFOP befürchtet einen Anstieg der Palmölverwendung, da die Preise für Palmöl seit Januar 2017 auf ein sehr niedriges Niveau gesunken sind, das zeitweise sogar unter dem für Dieselkraftstoff lag. Ursächlich für diese Entwicklung ist vorrangig das weiter steigende globale Pflanzenölangebot, insbesondere bei Palmöl. Allein für Indonesien schätzen Experten einen Anstieg von 37 Mio. t in 2017 auf 43 Mio. t im laufenden Jahr. Die Angebotsüberschüsse sorgten folglich für Kursdruck. Besonders deutlich verloren die Preise im November 2018 und sackten nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) auf ein Niveau, so niedrig wie zuletzt vor 9 Jahren.

Im gleichen Zeitraum nahmen die Notierungen für Rohöl einen entgegengesetzten Verlauf. Diese stiegen kräftig an, bedingt durch Sanktionen der USA gegen den Iran und Selbstbeschränkungen der OPEC-Staaten hinsichtlich der Fördermengen. Zudem begrenzten verringerte Förderleistungen in Russland und den USA das Angebot und trieben damit die Ölnotierungen nach oben. In Deutschland erreichte Diesel ab Tanklager netto den Spitzenpreis von 68,14 Cent/l und damit ein 6-Jahreshoch. So überstieg Diesel im Juli 2018 erstmals die Linie der Palmölpreise und blieb für Wochen darüber. Aus Sicht der UFOP wäre es absurd, wenn ausgerechnet Palmölkraftstoffe von diesen Preiskapriolen in 2019 profitieren würden und – gemessen am Absatz in 2019 – für die Jahre bis Ende 2023 und von diesem Niveau ausgehend bis 2030 absinkend ihre Marktbedeutung in der Europäischen Union geradezu „befestigen“ würden.

 

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Grafik der Woche (KW 24 2019)

Anbau von Hülsenfrüchten ist attraktiv

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Hülsenfrüchte haben in der deutschen Landwirtschaft einen immer größeren Stellenwert und gewinnen an Anbaufläche.

Im Vergleich zum Erntejahr 2018 wurde die Anbaufläche für Futtererbsen in Deutschland ausgedehnt; das Ackerbohnenareal ist leicht geschrumpft. Damit werden zur Ernte 2019 auf knapp 180.000 ha Leguminosen kultiviert, denn zu diesen werden in Deutschland auch Sojabohnen und Süßlupinen gezählt.

Als größter Flächenstaat in Deutschland ist Bayern bei den meisten Leguminosen führend, nur bei den Ackerbohnen hat Nordrhein-Westfalen die Nase vorn. Diese werden vor allem in Nord- und Westdeutschland angebaut; neben den genannten Bundesländern auch in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hessen.

Demgegenüber stehen Futtererbsen nach Bayern vor allem in Ostdeutschland. Der Anteil am bundesweiten Futtererbsenanbau beträgt ca. 60 %. Die Futtererbse ist mit deutschlandweit geschätzten 74.400 ha die stärkste Leguminose, gefolgt von 52.200 ha Ackerbohnen. Der Anbau von Soja hat aufgeholt und hat in diesem Jahr mit voraussichtlich 28.000 ha die Süßlupine mit 25.000 ha überholt.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) sieht diese begrüßenswerte Entwicklung in einer zunehmenden Akzeptanz und einem gestiegenen Bewusstsein in der Landwirtschaft begründet. Denn mit Körnerleguminosen könne nicht nur ein wichtiger Beitrag zur Biodiversität und somit zur Diversifizierung von Fruchtfolgesystemen geleistet werden, sondern auch zur Schließung der nationalen Eiweißlücke.

Gemessen an anderen Ackerkulturen stehe die Entwicklung jedoch noch am Anfang. Die UFOP erwartet daher, dass mit der im Herbst erwarteten Ackerbaustrategie auch die ökonomischen Grundlagen geschaffen werden für eine nachhaltige Steigerung der Anbaufläche. Wichtig für die Entwicklung einer anbaustimulierenden Nachfrage sei die Entwicklung regionaler Wertschöpfungsketten, beispielsweise in der Ernährungswirtschaft.

Nachteile im Ertragsniveau und in der -stabilität sowie in der Eiweiß- bzw. Futterqualität müssten durch eine intensive und öffentlich geförderte Begleitforschung im Bereich der Pflanzenzüchtung beseitigt werden, fordert die UFOP. Die Ackerbaustrategie müsse daher auch ein Förderkonzept umfassen, dass eine gezielte und mit Meilensteinen versehene Entwicklung ermögliche.

 

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Grafik der Woche (KW 23 2019)

Kleinere Sonnenblumenernte in Rumänien erwartet

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Die Reduzierung der Anbaufläche lässt die Sonnenblumenernte in Rumänien zwar im Vergleich zum Vorjahr kleiner ausfallen. Dennoch erwartet die EU-Kommission EU-weit eine größere Ernte.

Die EU-Kommission beziffert die Anbaufläche von Sonnenblumen 2019 in der EU-28 mit 4,2 Mio. ha und damit rund 70.000 ha größer als im Vorjahr. Frankreich hat seine Aussaatfläche um rund 10 % ausgeweitet, in Spanien und Bulgarien lässt sich ebenfalls ein leichtes Flächenplus von rund 5 % verzeichnen. Top-Erzeugerland Rumänien hat nach Angaben der EU-Kommission seine Sonnenblumenfläche um 7 % gekürzt. Mit mehr als 1 Mio. ha hat das Land EU-weit aber immer noch die größte Anbaufläche.

Nach Angaben der EU-Kommission soll auch die Sonnenblumenernte infolge der größeren Aussaatfläche mit 10,1 Mio. t rund 2 % größer ausfallen als im Vorjahr. Dabei wird das avisierte Ernteminus in Rumänien, wo die Erzeugung um 9 % auf 2,8 Mio. t sinken soll, von deutlich höheren Ernteerwartungen in Frankreich, der Slowakei, Bulgarien und Ungarn mehr als ausgeglichen. Die Erträge werden von der EU-Kommission mit durchschnittlich 24,1 dt/ha derzeit auf Vorjahreshöhe gesehen. Dies wäre in etwa auf Vorjahresniveau und 2,1 dt/ha mehr als im langjährigen Mittel.

 

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Grafik der Woche (KW 22 2019)

Biodieselausfuhren kräftig gestiegen

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Im ersten Quartal 2019 sind die deutschen Biodieselausfuhren kräftig gestiegen, am deutlichsten Richtung Großbritannien.

In den ersten drei Monaten 2019 sind die Ausfuhren an Biodiesel gegenüber dem Vorjahreszeitraum um rund 33 % auf 581.248 t gestiegen. 87 % der Ausfuhren wurden in Länder der EU-28 geliefert und damit gut 37 % mehr als im Vorjahr. Größtes Abnehmerland für deutschen Biodiesel sind die Niederlande mit einem kräftigen Zuwachs von 47 % auf 230.465 t. Den bedeutendsten Anstieg kann jedoch Großbritannien für sich verbuchen, das mit fast 40.000 t gut 5-mal so viel Biodiesel aus Deutschland kaufte wie in der gleichen Zeit des Vorjahres. Große Mengen und kräftige Zuwächse verzeichnen darüber hinaus Belgien, die USA und Österreich. Belgien hat die Gesamtmenge von 88.350 t gekauft, was beinahe einer Verdopplung gegenüber dem Vorjahr entspricht. In die USA wurden mit 53.696 t derweil 26 % mehr als im Vergleichszeitraum geliefert. Österreich folgt dahinter mit einer Gesamtabnahme von 43.450 t im Betrachtungszeitraum, ebenfalls fast 26 % mehr als im Vorjahr. Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) führten auch Schweden und Tschechien bedeutende und gegenüber Vorjahreszeitraum größere Mengen an deutschem Biodiesel ein. Rückläufig haben sich hingegen die Lieferungen in die Schweiz, vor allem aber nach Frankreich entwickelt.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen unterstreicht die Bedeutung der Exportmärkte für die deutschen Biodieselproduzenten als wichtigste Rohstoffabnehmer für die Rapserzeuger. Diese Exporte wirkten preisstabilisierend und sicherten dadurch den Rapsanbau und dessen Vermarktung. Auslöser für diese Nachfrage seien nicht zuletzt die nationalen Biokraftstoffmandate zur Erfüllung des Erneuerbare Energien-Ziels im Verkehrssektor. Dieses sehe einen verpflichtenden Anteil erneuerbare Energien von mindestens 10% in 2020 und 14% in 2030 vor, betont die UFOP.

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Grafik der Woche (KW 21 2019)

Überangebot an Sojaschrot drückt Preise auch für Proteinalternativen

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Die großen Ernten in Argentinien und Brasilien und die gebremsten Absatzchancen der US-Ware Richtung China schicken die Sojapreise international auf Talfahrt.

Sojaschrot ist in den vergangenen Wochen regelrecht billig geworden. Die Großhandelspreise in Deutschland gaben allein seit Monatsbeginn um 3,5 % nach und erreichten für 44er Sojaschrot fast die Linie von 270 EUR/t. GVO-freies Sojaschrot hat ebenso viel verloren und kostetet zuletzt 370 EUR/t. Damit hat Sojaschrot seit dem Preishoch von Mitte Januar 2019 über 30 EUR/t verloren. Die anhaltende extreme Preisschwäche hat das Kaufinteresse der Landwirte belebt. Zuletzt wurde im September 2017 so wenig für Sojaschrot gefordert und in den vergangenen 7 Jahren gab es nur 3 Monate, in denen Sojaschrot noch preisgünstiger war als jetzt.

Landwirtschaftliche Betriebe nutzten folglich die sehr günstigen Offerten und schlossen verstärkt Lieferkontrakte ab, die sogar bis zu einem Jahr abdecken. Konventionelles Sojaschrot ist damit frei Hof fast ein Viertel preisgünstiger als vor einem Jahr. GVO-freie Partien weisen demgegenüber „nur“ einen Preisvorteil von knapp 18 % auf. Der Preisverfall macht den Anbietern zu schaffen, diese setzten am 15.05.2019 ihre Forderungen um 10 EUR/t nach oben. Ob sich dafür anhaltend lebhaftes Kaufinteresse generieren ließ, ist noch nicht bekannt.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) verfolgt diese Preisentwicklung mit großer Sorge. Die Gründe dafür liegen sowohl in den großen Ernten in Argentinien und Brasilien als auch in der Handelsauseinandersetzung zwischen den USA und China. Der Preisverfall verstärkt einerseits den Einkommensdruck im Sojagürtel der USA. Auf der anderen Seite wird es herausfordernder, die Wirtschaftlichkeit einer Eiweißpflanzenstrategie in Deutschland und der Europäischen Union darzustellen, wenn der Preis für Sojaschrot mit seiner Eckpreisfunktion weiterhin auf Talfahrt bleibt.

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Grafik der Woche (KW 20 2019)

Knappere Sojaversorgung 2019/20

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In den USA werden 2019 voraussichtlich so wenig Sojabohnen geerntet, wie seit 4 Jahren nicht mehr.

In der ersten Prognose zur Versorgungslage 2019/20 für Sojabohnen erwartet das US-Landwirtschaftsministerium eine kleinere Erzeugung bei gleichzeitig wachsendem Verbrauch. Demnach dürfte die globale Sojabohnenernte 2019/20 mit 356 Mio. t rund 6 Mio. t kleiner ausfallen als 2018/19. Die Erzeugung soll in China und Paraguay leicht und in Brasilien sogar auf ein Rekordhoch steigen, dafür aber in den USA auf den niedrigsten Stand seit 4 Jahren zurückgehen. Top-Produzent wäre dann mit 123 Mio. t Brasilien, gefolgt von den USA mit 113 Mio. t.

Gleichzeitig wird der globale Verbrauch gegenüber 2018/19 um 8 auf schätzungsweise 355 Mio. t zunehmen. Das beruht vor allem auf den steigenden Verarbeitungszahlen in Brasilien und Argentinien. Aufgrund der großen Nachfrage nach Sojaschrot sollen in diesen Ländern 1 bzw. 3 Mio. t mehr Sojabohnen verarbeitet werden, auch in vielen anderen Ländern wird ein leichter Anstieg erwartet.

Der globale Handel mit Sojabohnen wird 2019/20 bei 151 Mio. t gesehen und damit nahezu auf Vorjahreshöhe. Top-Exporteur bleibt Brasilien, auch wenn von dort etwas weniger kommen soll als in der laufenden Saison. Demgegenüber wird mit einem deutlichen Exportplus für die USA gerechnet, auch wenn die Zielrichtung der Exporte sich von China nach Europa verschoben hat. Die wichtigsten Sojaimporteure bleiben 2019/20 China und die EU. Während im Reich der Mitte, trotz grassierender Afrikanischer Schweinepest, mit einem leichten Verbrauchsplus gerechnet wird, dürften die EU etwas weniger Sojabohnen importieren als 2018/19.

Aufgrund des rechnerisch nahezu ausgeglichenen Verhältnisses zwischen Erzeugung und Verbrauch erwartet das US-Landwirtschaftsministerium für 2019/20 keine nennenswerte Veränderung der Vorräte. Diese erreichen bereits in der laufenden Saison eine Rekordhöhe von 113 Mio. t. Das reicht aus, den weltweiten Bedarf für 3,7 Monate zu decken.

 

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Grafik der Woche (KW 19 2019)

FAO-Pflanzenölindex auf 11-Jahrestief

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Der globale Preisindex für Pflanzenöle ist im März unter Druck geraten. Mit 128 Punkten sank der Index um 4,4 % und erreichte den zweitniedrigsten Stand in 11 Jahren. Im Durchschnitt des gesamten Jahres 2018 lag der Pflanzenölindex noch bei 144 Punkten.

Die sehr gute Marktversorgung mit Palmöl bei gleichzeitig stagnierender weltweiter Nachfrage ließ die Lagerbestände in Malaysia und Indonesien, den beiden wichtigsten Erzeugerländern, ansteigen. Dies sorgt im Vergleich zum Vormonat für schwächere Preise, auch für Soja- und Rapsöl. Palmöl konnte damit den im Dezember begonnenen Kursauftrieb nicht fortsetzen. Im März 2019 gab auch Sojaöl nach, da profitable Margen für Sojasachrot die Verarbeitung in den USA vorantrieben und damit ein Überangebot an Sojaöl erzeugten. Auch die Rapsölpreise sind deutlich gesunken, was laut FAO den unerwartet hohen Vorräten in Kanada sowie den guten Ernteaussichten für Raps in der Schwarzmeerregion zuzuschreiben ist. Über allem steht aber der Preisdruck im Palmölmarkt.

Die Entwicklung der Nachfrage für Biokraftstoffe aus Pflanzenölen bestimmt nach Auffassung der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) maßgeblich die weitere Preisentwicklung. Infolge der Förderung von Biokraftstoffen aus Abfallölen und -fetten durch Doppelanrechnung oder Besserstellung in der Treibhausgas-Minderungseffizienz für die Quotenanrechnung werden Abfallöle derzeit als Biodiesel-Rohstoff bevorzugt. Damit verdrängen sie Biodiesel aus Pflanzenöl. Dies löst in einem Markt, der für Biodiesel durch die Kraftstoffnorm auf eine Beimischung von maximal 7 Volumenprozent „gedeckelt“ ist, einen entsprechenden Preisdruck aus. Dieser Effekt ist nicht nur in Deutschland, sondern auch international zu beobachten und ist eine weitere Erklärung für das 11-Jahrestief, so die UFOP. Abfallöle und -fette werden inzwischen global gehandelt. Wichtigster Exporteur in die EU ist China.

Auch der Getreidepreisindex ist im März unter Druck geraten, wobei der Rückgang bei den Weizenpreisen am stärksten ausfiel. Laut FAO war das weltweit große Exportangebot bei gleichzeitig gebremster Nachfrage, insbesondere nach US-Weizen, dafür ausschlaggebend. Zudem belasten die durchweg positiven Prognosen für die Ernte 2019 die Notierungen. Auch die Maiskurse gerieten durch ein reichliches Exportangebot und die hohe Ernteschätzung für Argentinien unter Druck. Gebremst wurde der Rückgang des FAO-Index von den etwas festeren Reisnotierungen. Im Durchschnitt des gesamten Jahres 2018 lag der Getreideindex bei 165,3 Punkten.

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Grafik der Woche (KW 18 2019)

Palmölproduktion wächst stärker als Verbrauch

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Saisonal nimmt die Produktivität der Ölpalmen ab Oktober ab. Dennoch fielen im Januar/März 2019 im Schnitt 10 % mehr Palmöl an als im Vorjahr. Die Exporte konnten allerdings nur um 7 % gesteigert werden.

In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres wurden in Malaysia knapp 5 Mio. t Palmöl produziert. Davon gingen 4,6 Mio. t ins Ausland. Folglich stiegen die Vorräte weiter an und dies kontinuierlich seit Februar 2017. Im Februar 2019 wurde mit 3,05 Mio. t ein Rekordniveau erreicht.

Hauptabnehmer für Palmöl aus Malaysia waren im 1. Quartal 2019 traditionell Indien und China, gefolgt von den Niederlanden und Pakistan. Spanien drängte sich als Abnehmer vor die USA und die Philippinen. Indien bezog rund 1,1 Mio. t und damit knapp 30 % mehr als im Vorjahrszeitraum. Das waren zudem doppelt so viel wie nach China exportiert wurde. Allerdings orderte das Reich der Mitte mit 571.253 t rund 50 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Auch wenn die Niederlande auf Platz drei immer noch 230.697 t aufnahmen, war dies doch 16 % weniger als im Vorjahreszeitraum. Das mag auch daran liegen, dass andere EU-Länder ihre Direktlieferungen vergrößerten. So erhielt Spanien aus Malaysia 171.161 t und damit über 50 % mehr als zuvor. Italien nahm mit 124.612 t sogar mehr als doppelt so viel ab. Deutschland spielt im Außenhandel mit Malaysia keine nennenswerte Rolle. Die Lieferungen erreichten im ersten Quartal 2019 rund 3.642 t, was nur noch ein Viertel der Vorjahresmenge war.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen erwartet, dass infolge dieser wachsenden Bestände der Preisdruck bei Palmöl steigt und folglich der Druck zunimmt, Biodiesel aus Palmöl verstärkt als Beimischungskomponente einzusetzen. Denn gleichzeitig steigen tendenziell die Rohölpreise infolge der US-Politik Iran als Erdöllieferanten zu isolieren. Die malaysische Regierung hat das Beimischungsmandat von 7 Prozent in 2018 auf 10 Prozent in 2019 erhöht.

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Grafik der Woche (KW 17 2019)

Weltrapsbilanz deutlich korrigiert

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In seiner jüngsten Schätzung nimmt das USDA teilweise deutliche Korrekturen zur weltweiten Rapserzeugung 2018/19 vor. Das führt gleichzeitig zur Anhebung der globalen Rapsendbestände.

Während die Anfangsbestände und die Verarbeitung für 2018/19 fast unverändert zum Vormonat auf 7,2 bzw. 68,4 Mio. t geschätzt werden, erwartet das US-Landwirtschaftsministerium USDA eine um 1 Mio. t höhere globale Erzeugung von 72 Mio. t. Damit würde das Vorjahresergebnis nur noch um 2 Mio. t verfehlt. Der aktuelle Anstieg ist auf eine erwartete Produktionssteigerung in Indien zurückzuführen. Im Vormonat wurden 6,6 Mio. t avisiert, aktuell sind es 8 Mio. t.

Gleichzeitig soll 2018/19 der weltweite Verbrauch von Raps nun doch das Vorjahresniveau erreichen. Die aktuelle Schätzung wurde gegenüber dem Vormonat um 0,5 % auf 71,6 Mio. t leicht angehoben. Besonders in Indien und Kanada dürfte 2018/19 mehr verbraucht werden als bislang angenommen. Gleichzeitig wird für China die Verbrauchsprognose etwas gekürzt, was das globale Plus begrenzt.

Der globale Handel mit Raps wurde gegenüber dem Vormonat deutlich nach unten korrigiert. Statt 17 Mio. t sollen 2018/19 nur noch 16 Mio. t am Weltmarkt gehandelt werden. Das entspricht knapp dem Niveau des Vorjahres. Ursache für diese Korrektur ist der aktuelle Konflikt zwischen China und Kanada. Das USDA kürzt für beide Länder die Import- bzw. Exportprognose um jeweils 1 Mio. t.

Mit dem Plus in der Erzeugung und dem Minus im Verbrauch ergeben sich rein rechnerisch höhere globale Endbestände für 2018/19. Die fallen damit nicht nur 1,1 Mio. t höher aus als bislang erwartet, sondern würden mit 7,6 Mio. t nun sogar das Vorjahresergebnis übertreffen. Es wären die umfangreichsten Rapsvorräte seit 8 Jahren.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) weist jedoch einschränkend darauf hin, dass im Hinblick auf die Handelbarkeit und Endverwendung eine Austauschbarkeit von kanadischem, in der Regel gentechnisch verändertem Raps gegen EU Raps nicht ohne weiteres möglich ist. Deshalb orientieren sich die Importe deutscher Ölmühlen aus Drittstaaten vorrangig in Richtung Osteuropa oder Australien, wie auch der Blick auf Bestandsentwicklung, Ernteergebnis bzw. Lagerbestände.

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Grafik der Woche (KW 16 2019)

Pflanzenöle bleiben gefragt

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In der Prognose für 2019/20 wird ein Rückgang der EU-Pflanzenölproduktion vorhergesagt; gleichzeitig soll der Verbrauch weiter wachsen.

In seiner Prognose für 2019/20 geht der landwirtschaftliche Dienst des US-Landwirtschaftsministeriums (FAS) von einem Rückgang der Ölsaatenverarbeitung und damit der Pflanzenölproduktion in der EU aus. Demgegenüber wird erwartet, dass der Verbrauch um 0,8 % auf knapp 14 Mio. t steigt. Dies wird mit einem höheren Bedarf in der Lebensmittelproduktion begründet. Der Anstieg wird allerdings gedämpft durch den rückläufigen Einsatz von Pflanzenöl zur Biokraftstoffherstellung.

Für den Rapsölmarkt 2019/20 geht das FAS von einer reduzierten Produktion aus europäischer Ernte aus. Infolge des erwarteten, leicht steigenden Verbrauchs könnte der Saatenimport das Vorjahresniveau übersteigen.

Die Sonnenblumenölproduktion in der EU ist in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Wettbewerbsfähige Ölpreise belebten die Nachfrage. Aufgrund des zu erwartenden niedrigeren Rapsölangebotes dürfte die Nachfrage nach Sonnenblumenöl 2019/20 von der Lebensmittelindustrie auf 4,45 Mio. t erneut leicht zunehmen, wobei sich der Anstieg allerdings verlangsamt. Die Nachfrage nach Rapsöl schwächt sich etwas ab, so das FAS. Für 2019/20 werden 2,9 Mio. t für den Nahrungsmittelsektor avisiert.

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Grafik der Woche (KW 15 2019)

Für Ernte 2019 wird mehr gezahlt

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Sowohl Käufer als auch Verkäufer von Raps glänzen derzeit durch Zurückhaltung. Die einen sind bis Saisonende gut eingedeckt, warten aber auch hinsichtlich der Kontrakte ex Ernte vorerst noch ab. Den anderen sind die Gebote zu niedrig und die Hoffnungen auf die Ernte 2019 sind etwas getrübt.

Nach dem Preisrutsch im Februar ist nichts mehr wie es war. Der Markt ist zwar nicht mehr so gelähmt wie noch vor drei Wochen, aber es fehlt definitiv an Schwung. Das mag auch daran liegen, dass sich die Preise nur langsam nach oben entwickeln. Erzeuger warten jetzt, vor dem Hintergrund fester Pariser Terminkurse, weiter ab, um vielleicht mehr für ihre letzte Lagerware zu realisieren. Auf der anderen Seite zeigen sich die Ölmühlen ausreichend gedeckt. Sie greifen auf einen umfangreichen Vorrat aus Importen zurück. Daher ist der Markt derzeit ausgesprochen ruhig.

Neu ist allerdings, dass für Raps der Ernte 2019 seit rund 2 Wochen mehr geboten wird als für alterntige Ware. Das kommt im Jahresverlauf, zumeist gegen Ende des Wirtschaftsjahres vor, besonders wenn die Ernteprognose niedrig ist. Den Erzeugern sind daher die Kontraktpreise viel zu niedrig.

Die Witterung birgt derzeit die größte Unsicherheit. Die überdurchschnittlich hohen Temperaturen in den vorangegangenen Monaten und regional unzureichende Niederschläge fördern die Verunsicherung hinsichtlich der Feldbestandentwicklung. Doch vorerst sieht es gut aus, Trockenstress an Pflanzen ist noch nirgends sichtbar.  Mit den Erfahrungen des Vorjahres im Nacken, sind die Erzeuger jetzt besonders vorsichtig. Kein Landwirt will Mengen in den Verträgen stehen haben, die er hinterher nicht liefern kann.

 

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Grafik der Woche (KW 14 2019)

Handelsstreit reduziert US-Sojafläche

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Wegen des US-Handelskonflikts mit China und der infolgedessen begrenzten Exportmöglichkeiten bauen US-Farmer weniger Sojabohnen an.

In den meisten US-Bundesstaaten dürften 2019 weniger Sojabohnen ausgesät worden sein. Das ergeben die Zahlen des US-Landwirtschaftsministerium USDA, die für die USA eine Anbaufläche von 34,3 Mio. ha erwarten. Das sind knapp 2 Mio. ha weniger als im Vorjahr.

Auslöser des Rückgangs dürfte in erster Linie der Handelsstreit zwischen den USA und China sein. Monatelang hatte China überhaupt keine Sojabohnen aus den USA gekauft. Mittlerweile ordert das Land immerhin sporadisch, doch dann folgen stets lange Pausen. Neben der um 3 % größeren Ernte hat dies die Erzeugerpreise für Sojabohnen gedrückt, die in der laufenden Saison rund 7 % unter Vorjahresniveau liegen. Solange der Konflikt noch anhält, ist keine Normalisierung der Handelsströme zu erwarten. Farmer ziehen die Konsequenzen und dürften den Sojaanbau zugunsten anderer Feldfrüchte einschränken. Zudem sitzen viele noch auf immensen Vorräten. Das USDA taxiert die US-Sojavorräte auf den Farmen zum Zeitpunkt 01.03.2019 auf 34,6 Mio. t. Das sind fast 50 % mehr als zum Vorjahreszeitpunkt. Damit wurden in der ersten Hälfte des laufenden Wirtschaftsjahres erst 40 % der Ernte vermarktet, zum Vorjahreszeitpunkt waren es immerhin 52 %.

 

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Grafik der Woche (KW 13 2019)

EU-Ölsaatenfläche geht leicht zurück

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Zur Ernte 2019 werden weniger Ölsaaten in der EU-28 angebaut als im Vorjahr. Ausschlaggebend ist die geschrumpfte Rapsanbaufläche, während Sonnenblumen zulegen sollen.

Für die Ernte 2019 geht die EU-Kommission von einer Gesamtfläche von 11,5 Mio. ha aus. Das sind im Vergleich zum Vorjahr gemäß der aktuellen Schätzung 6% weniger und die kleinste Fläche seit 7 Jahren. Ausschlaggebend für das Minus ist die im Vergleich zum Vorjahr um 10% auf 6,2 Mio. ha verringerte Rapsanbaufläche. Zu trockene Aussaatbedingungen verhinderten in weiten Teilen Europas die Rapsaussaat. Während die Sojaanbaufläche mit ca. 1 Mio. ha unverändert bleibt, erwartet die EU-Kommission bei Sonnenblumen eine leichte Ausdehnung, die aber mit einem Plus von 0,7 % kaum ins Gewicht fällt.

Demgegenüber sieht nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) die Kommissionsschätzung hinsichtlich der Ölsaatenernten nicht ganz so trüb aus. So wird erwartet, dass beim Raps höhere Erträge das Anbauminus ausgleichen, so dass mit 19,9 Mio. t immerhin so viel geerntet werden könnte wie 2018. Die Sonnenblumenernte wird mit vorläufigen 10,1 Mio. t etwas kleiner prognostiziert, läge damit aber immer noch 7 % über dem langjährigen Mittel. Für Sojabohnen schätzt die EU-Kommission die Ernte mit 2,9 Mio. t auf Vorjahresniveau.

 

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Grafik der Woche (KW 12 2019)

Rapsimporte 2018/19 überraschend gering

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Die Rapsernte 2018 fiel deutlich kleiner aus als im Vorjahr, diese Lücke wurde aber nicht – wie erwartet – mit Importen gefüllt, sondern Ölmühlen drosselten ihre Nachfrage.

In der ersten Wirtschaftsjahreshälfte 2018/19 hat Deutschland die Gesamtmenge von 3,1 Mio. t Raps eingeführt. Überraschenderweise sind das fast 8 % weniger als im Vorjahreszeitraum, obwohl die Rapsernte 2018 in Deutschland 14 % kleiner ausgefallen war als die vorjährige. Marktteilnehmer hatten mit wachsenden Importen gerechnet. Stattdessen verringerte sich der Importbedarf, weil die Ölmühlen die Verarbeitungsmenge von Juli bis Dezember 2018 um rund 6 % reduzierten.

Da nicht nur in Deutschland, sondern EU-weit die ungünstige Witterung die Ernte minimiert hatte, standen insgesamt rund 2,2 Mio. t weniger Raps zur Verfügung. Das drosselte das Exportpotenzial und spiegelt sich im Rückgang der Rapslieferungen nach Deutschland wider, die um 14 % schrumpften. Aus anderen Teilen der Welt kam dafür zwar mehr, aber nicht genug, um das Defizit zu kompensieren.

Während in den Vorjahren Raps vor allem aus Frankreich kam, setzte sich im laufenden Wirtschaftsjahr die Ukraine an die Spitze. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes kamen von dort knapp 30 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Auf Platz zwei folgt Rumänien, dass fast 40 % mehr lieferte, während aus Frankreich 18 % weniger kamen. Über die Niederlande vergrößerte sich das Volumen um 15 % und dürfte ausschließlich ukrainischen Raps beinhalten, mutmaßt die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH.

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Grafik der Woche (KW 11 2019)

Biodieselimporte fast verdoppelt

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Die Einfuhren von Biodiesel nach Deutschland sind 2018 sprunghaft angestiegen. Auslöser war das überreichliche Angebot an von der argentinischen Regierung subventioniertem und daher preisgünstigem Biodiesel aus Argentinien. Eine analoge Entwicklung befürchtet die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) nun auch nach Abschluss des laufenden Antisubventionsverfahrens der EU-Kommission gegen Indonesien.  

Im Kalenderjahr 2018 sind die Einfuhren an Biodiesel inkl. HVO (hydrierte Pflanzenöle) um über 50 % gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Waren es 2017 rund 790.000 t, überschritt das Volumen 2018 mit 1,2 Mio. t deutlich die Millionen-Grenze.

Die größten Mengen kamen aus EU-Nachbarländern. Hauptlieferland für Deutschland bleiben die Niederlande. Von dort stammen 2018 über 620.000 t Biodiesel/HVO und somit mehr als doppelt so viel wie im Jahr zuvor. Als größter Produzent von HVO (1,2 Mio. t in 2018) exportieren die Niederlande den größten Teil, denn nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) beträgt der inländische Verbrauch weniger als 400.000 t Biodiesel/HVO im Jahr.

Zusätzliche Import aus Übersee kamen über die Drehscheibe der Häfen an der Nordseeküste: Amsterdam, Rotterdam, Antwerpen (oft abgekürzt als „ARA“) in den deutschen Markt. Daher steht Belgien für Deutschland auf Platz 2 der Biodiesellieferländer und hat seine Exporte seit der zollfreien Verfügbarkeit von argentinischem Biodiesel mit einem Plus von 75 % ebenfalls stark ausgeweitet. Deutschland erhält aber auch direkte Biodiesellieferungen aus Übersee und zwar aus Malaysia. Diese Mengen sind seit 2014/15 relativ konstant und schwanken um 130.000 t.

Nach Auffassung der UFOP unterstreichen diese Zahlen den Handlungsdruck, Biokraftstoffe aus Palmöl gemäß der Neufassung der Erneuerbare Energien-Richtlinie jetzt auslaufen zu lassen. Die öffentliche und umweltpolitische Akzeptanz der Biokraftstoffe insgesamt sinke mit jeder importierten Tonne Palmöl zur Kraftstoffherstellung bzw. Biodiesel/HVO aus Palmöl. Die UFOP fordert daher mit Nachdruck das Europäische Parlament auf, den Entwurf des Delegierten Rechtsaktes der EU-Kommission mit seinen offensichtlichen Schlupflöchern für Importe aus Urwaldregionen abzuweisen. Die EU-Kommission nehme mit dem Entwurf billigend in Kauf, dass der europäische Rapsanbau zunehmend seine wichtigste Absatzperspektive verliere und untergrabe damit ihren eigenen Proteinplan. Raps ist bis heute die mit Abstand wichtigste gentechnikfreie Proteinquelle in Europa, betont der Verband.

 

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Grafik der Woche (KW 10 2019)

Biodiesel wieder günstiger als Agrardiesel

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Landwirte bezahlen Anfang März erstmals seit knapp einem Jahr wieder weniger für Biodiesel als für Agrardiesel, obwohl Diesel preisgünstiger als vor einem Jahr ist.

Die Biodieselpreise hängen in erster Linie von den Pflanzenölpreisen ab, in den Wintermonaten Rapsöl, in den Sommermonaten Soja- und Palmöl. Rapsöl stammt aus deutscher bzw. europäischer Erzeugung, letztere werden zumeist aus Übersee importiert. Hinzu kommen die Verarbeitungskosten. Deshalb ist Biodiesel stets teurer als Rapsölkraftstoff.

Im Frühjahr 2018 vergünstigten sich Pflanzenöle so sehr, dass nach Angaben der Agrarmarkt Informationsgesellschaft (AMI) Biodiesel günstiger angeboten werden konnte als fossiler Diesel, der den steigenden Mineralölkursen nur mit Verzögerung folgte. Erst die rege Nachfrage nach Biodiesel gegen Ende des Jahres hob die Biodieselpreise wieder über Diesel. Aber die rückläufige Nachfrage bei gleichzeitig stark sinkenden Pflanzenölpreisen drückte den Biodieselpreise Ende Februar 2019 unter die Linie von Diesel.

Denn treibhausgasoptimierte und nachhaltig zertifizierte Biokraftstoffe können insbesondere in der Land- und Forstwirtschaft ihre Treibhausgaseffizienz in bestehenden und neu zugelassenen Fahrzeugen ausspielen. Gleichzeitig tragen sie zur regionalen Wertschöpfung bei. Die Produktion von gentechnikfreiem Futterprotein als Ersatz für Sojaimporte muss in diesem Zusammenhang sachgerecht berücksichtigt werden, fordert die UFOP mit Hinweis auf dem EU-Proteinplan.

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Grafik der Woche (KW 09 2019)

Sprunghafter Anstieg der Biodiesel-Importe

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Nach dem Ende der Anti-Dumping-Zölle auf Biodiesel aus Argentinien und Indonesien sind die Importe kräftig gestiegen.

Spielten die Biodieselimporte aus Argentinien und Indonesien in den Vorjahren nur eine untergeordnete Rolle, hat sich dies seit Oktober 2017 grundlegend geändert. Allein 2018 hat sich das Volumen der Biodieselimporte aus beiden Ländern vervielfacht. In den Jahren zuvor hatte Biodiesel aus Malaysia den größten Anteil an den Importen; weitere Mengen kamen aus Indien, China, Norwegen und Honkong. Nach der erfolgreichen Klage der argentinischen Biodieselwirtschaft gegen die von der EU-Kommission verhängten Strafzölle vor der Welthandelsorganisation WTO musste die EU-Kommission die Zusatzzölle abschaffen. Infolge dessen stieg der Biodieselexport aus Argentinien sprunghaft an. Nach Angaben der Agrarmarkt Informationsgesellschaft mbh (AMI) geht über die Hälfte der argentinischen Biodieselproduktion in den Export. Dies ist das Ergebnis der von der argentinischen Regierung betriebenen und von der Biodieselwirtschaft in Europa kritisierten Politik der differenzierten Exportsteuern (DET‘s).

Die EU-28 deckt ohnehin ihren Bedarf immer umfangreicher mit Biodieselimporten, obwohl die Gemeinschaft mit etwa 13 Mio. t (inkl. HVO) weltweit größter Biodieselproduzent ist und die Produktionskapazitäten mangels Absatzmöglichkeiten schon lange nicht mehr ausgeschöpft werden. 2018 wurden insgesamt 3,3 Mio. t Biodiesel aus Drittländern eingeführt, fast dreimal mehr als im Vorjahr. Hauptempfangsländer für Biodiesel aus Übersee sind die Niederlande, Spanien und Belgien aufgrund der großen Hafenlagerkapazitäten. Von dort wird die Ware in andere EU-Länder weiter transportiert.

Mit Blick auf die immens gestiegenen Importe aus Argentinien und die kürzlich zwischen der EU und Argentinien getroffenen Vereinbarung zum Umgang mit den subventionierten Importen aus Argentinien zeigt sich die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) enttäuscht von der Haltung der EU-Kommission, die sich nur wenig für den Schutz der europäischen Biodiesel- und Rapsproduktion engagiert. Der Verband befürchtet vielmehr, dass auch im Falle des anhängigen Verfahrens mit Indonesien ein weiterer handelspolitisch geprägter Kompromiss zustande kommt. Hintergrund ist die Initiative der EU zur Wiederaufnahme der Verhandlungen mit den Mitgliedern des Verbandes der südostasiatischen Nationen (ASEAN). Die EU muss hier schon etwas anbieten, um das Interesse zu wecken. 2019 hat Thailand die Präsidentschaft des asiatischen Blocks übernommen, dem neben Malaysia auch Indonesien angehören.

 

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Grafik der Woche (KW 08 2019)

Außenhandel mit Biodiesel auf Rekordniveau

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Das Statistische Bundesamt bestätigt den lebhaften Außenhandel Deutschlands mit Biodiesel. Bei einem Gesamtvolumen von rund 3 Mio. t fällt vor allem der deutliche Anstieg der Importe auf.

Im Kalenderjahr 2018 erreichte der Außenhandel mit Biodiesel neue Höchstwerte, sowohl beim Export, aber vor allem beim Import. Dieser lag erstmals über 1 Mio. t und erreichte nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 1,2 Mio. t. Das sind knapp 55 % bzw. 430.000 t mehr als im Jahr 2017.

Ein großer Teil der Lieferungen kommt nach Recherche der Agrarmarkt Informationsgesellschaft mbH (AMI) mit rund 860.000 t über die Niederlande und Belgien. Der Anteil hat sich damit mehr als verdoppelt. Dieser Biodiesel stammt allerdings nicht nur aus den Beneluxländern, sondern kommt aus Drittländern und wird dann in Mittel- und Nordeuropa verteilt.

Deutschland konnte mit gut 1,8 Mio. t auch eine Rekordmenge an Biodiesel ins Ausland absetzen, das waren rund 16 % mehr als im Vorjahr. Hauptabnehmerländer sind traditionell die Niederlande und Polen, deren Nachfrage sich in den vergangenen drei Jahren kaum verändert hat.

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Grafik der Woche (KW 07 2019)

USDA-Report ohne Überraschung

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Aufgrund der Haushaltssperre musste der Sojamarkt einen Monat ohne USDA-Schätzung auskommen und gierte geradezu nach dem neuen Bericht. Doch der brachte letztendlich wenig neue Erkenntnisse.

Für einen „Aha-Effekt“ sorgte die Absenkung des Ernteergebnisses für US-Sojabohnen. Die Durchschnittserträge und damit die Gesamtmenge sollen doch nicht so hoch liegen, wie bislang erwartet. Dies sorgt für Entspannung am Markt – denn damit steigen die Vorräte nicht so, wie bislang befürchtet.

Auch die Ernteschätzungen für Brasilien und Argentinien wurden deutlich korrigiert. Dies wurde allerdings von den Marktteilnehmern erwartet, denn die Vegetationsbedingungen in beiden Ländern sind suboptimal. Die Korrektur der brasilianischen Ernteschätzung um 5 auf 117 Mio. t wird von den Marktteilnehmern als eher vorsichtig bewertet. Andere Prognosen liegen bereits deutlich darunter. Insgesamt wird für 2018/19 eine globale Sojaernte von 361 Mio. t erwartet. Das sind gut 8 Mio. t weniger als noch im Dezember veröffentlicht wurde. Dies bedeutet aber immer noch ein großes Plus von 6 % gegenüber dem Vorjahr. Damit ist die Sojaproduktion nach Angaben der Agrarmarkt Informationsgesellschaft mbH (AMI) in 10 Jahren um 70 % ausgedehnt worden. Trotz einer steigenden Nachfrage wachsen die Vorräte auf neue Rekordhöhen an. Infolgedessen steigt der Preisdruck.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen befürchtet, dass die derzeit perspektivlose europäische und nationale Biokraftstoffpolitik die Situation weiter verschärfen wird. Entlastung könnte eine Anhebung der Kappungsgrenze für Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse oder die stufenweise Anhebung der Treibhausgas-Minderungsverpflichtung bringen. Die aktuelle Politik der EU-Kommission steht dem gegenüber für einen verordneten Preis- und Einkommensdruck durch den zollfreien Import von Sojamethylester aus Argentinien in Höhe von 1,2 Mio. t. Darüber hinaus läuft der gerade erst durch die EU-Kommission vorgelegte Vorschlag einer iLUC-Regelung dem politischen Willen des Europäischen Parlamentes geradezu entgegen, Palmöl für die Biokraftstoffproduktion bis 2030 auslaufen zu lassen, bekräftigt der Verband.

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Grafik der Woche (KW 06 2019)

Pflanzenölindex auf 11-Jahrestief

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Nach einem Jahr endete im Dezember 2018 endlich die Talfahrt des Pflanzenölindex der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO).

Seit November 2017 tendierte der FAO Pflanzenölindex schwach. Damals lag der Index bei 172 Punkten und sank bis November 2018 auf 125 Punkte auf den niedrigsten Stand seit November 2006.

Der Index bildet die Preisentwicklung der 10 für den Welthandel bedeutendsten Pflanzenöle ab und stand vor allem unter dem Druck des schwachen Palmöls. Die Palmölkurse verloren in den genannten 12 Monaten fast ein Drittel an Wert. Wesentlicher Grund dafür war die geringere Nachfrage am Weltmarkt, der von von den 2 Hauptproduktionsländer Indonesien und Malaysia versorgt wird. Aber es herrscht Überproduktion, so dass vor allem Indonesien versuchte, den Inlandsverbrauch durch eine stetige Erhöhung der Biodieselbeimischung zu steigern. Die festen Rohölpreise unterstützten diese Strategie, denn die Notierungen in New York erreichten im Oktober 2018 immerhin ein 4-Jahreshoch. Dies konnte er aber nicht halten und verlor in nur 12 Wochen die Hälfte an Wert.

Gleichzeitig verzeichnet Sojaöl aufgrund des Handelsstreites zwischen den USA und China eine geringere Nachfrage, Das daraus resultierende Überangebot spiegelt sich ebenfalls in schwachen Kursen wider. Diese gaben nach Angaben der Agrarmarkt Informationsgesellschaft mbH (AMI) von November 2017 bis November 2018 um ein Viertel nach. Rapsöl konnte indes die Preisschwäche bereits im April des Jahres 2018 abschütteln und bis November um 21 % zulegen. Gründe dafür waren eine rege Nachfrage bei gleichzeitig begrenztem Rapsangebot aus der Ernte 2018. Seither ist der Auftrieb allerdings beendet.

Für das Gesamtjahr 2018 lag der FAO-Index für pflanzliche Öle im Durchschnitt bei 144 Punkten, ein Minus von 15 % gegenüber 2017 und der niedrigste Stand seit 2007.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) stellt fest, dass Indonesien mit einer ambitionierten Biokraftstoffquotenpolitik versucht, den Markt zu entlasten. Das Land ist mit etwa 6,8 Mio. t Biodiesel inzwischen weltgrößter Biodieselproduzent. 2018 wurden nach Angaben des indonesischen Biodieselherstellerverbandes, APROBI, etwa 4 Mio. t Palmölmethylester über höhere Beimischungsquoten (landesweit B20) und ca. 1,4 Mio. t im Export abgesetzt. Das Land setzt diese Quotenpolitik durch Prüfung von B50 fort. Die UFOP erwartet, dass Indonesien sich als Mitunterzeichner des Pariser Klimaabkommens diese Beimischungsmengen auf die nationale Treibhausgas-Minderungsverpflichtung für den Verkehrssektor anrechnen lassen will.

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Grafik der Woche (KW 05 2019)

Gedrosselte Rapsverarbeitung

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Eine kleine Rapsernte in Deutschland und der EU-28, ein unzureichendes Drittlandsangebot, unbefriedigende Margen und dann auch noch Niedrigwasser. Die deutschen Ölmühlen verarbeiteten im laufenden Wirtschaftsjahr bislang weniger Raps als im Vorjahr.

Bereits im Wirtschaftsjahr 2017/18 war die Menge aufgrund der geringeren Rohstoffverfügbarkeit gedrosselt worden. Als 2018 erneut eine kleine Rapsernte eingefahren wurde, stand noch weniger heimischer Raps zur Verfügung.

Dieses Minus konnte nicht vollständig durch Importware ausgeglichen werden, denn auch in den traditionellen Lieferländern war zum Teil weniger Raps gedroschen worden. Insgesamt lag der Anteil heimischer Ware am Gesamtverbrauch bei 43 % und damit auf dem gleichen Niveau wie 2017.

In den Monaten Juli bis November 2018 wurden rund 3,7 Mio. t Raps verarbeitet und damit knapp 200.000 t weniger als im Vorjahreszeitraum. Im Schnitt wurden so pro Monat 741.600 t eingesetzt. 2017 waren es monatlich noch 785.400 t und 2016 sogar 814.600 t.

Der geringere Rapseinsatz wurde auch nicht durch eine Zunahme anderer Ölsaaten ausgeglichen, denn auch hier gingen die Verarbeitungszahlen im Vergleich zum Vorjahr zurück.

Offizielle Zahlen für die Rapsverarbeitung im Dezember 2018 liegen noch nicht vor. Die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) erwartet jedoch einen starken Rückgang gegenüber dem Vorjahresmonat. Begründet wird dies mit dem Niedrigwasser auf den Binnenwasserwegen, das zum einen den Abtransport der Nachprodukte, vor allem von Rapsschrot, drosselte, zum andern die Anlieferung des Rohstoffes spürbar limitierte. Und da ein Großteil der ausländischen Ware direkt per Schiff zur Verfügung gestellt wird, könnte gerade dessen Verarbeitung deutlich gesunken sein, da die Schiffe auf dem Rhein im Dezember 2018 nur zu einem Viertel beladen werden durften. Die Vorräte dürften die Versorgungslücke zum Teil ausgeglichen haben, denn diese betrugen Anfang Dezember rund 250.000 t. Dennoch wurde im Dezember weniger Raps verarbeitet, was am Rapsschrotmarkt selbst im Januar noch spürbar war.

 

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Grafik der Woche (KW 04 2019)

Raps kostet weniger als Heizöl

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Ab Freitag dieser Woche besuchen in den kommenden zehn Tagen wieder zigtausend Besucher die Internationale Grüne Woche in Berlin und lassen es sich schmecken. Dabei schätzen sie die Vielfältigkeit der Agrarprodukte – aber wissen sie auch, wie billig die Rohstoffe wie Brotweizen und Raps für deren Herstellung sind?

Seit Jahren bestimmt ein dramatisch niedriges Preisniveau die Erlöse bei Raps und Brotweizen. Daran hat auch das Dürrejahr 2018 nichts geändert. Wer also immer noch von einem preiserhöhenden Effekt der Biokraftstoffherstellung spricht, die Tank oder Teller-Frage aufwirft oder immer wieder die Debatte um indirekte Landnutzungsänderungen (iLUC) gegen nachhaltig zertifizierte Biokraftstoffe ins Feld führt, verkennt die Sachlage. Denn Heizöl ist bei weitem „mehr wert“ als Raps und Getreide. Die Preise für Energie und Agrarrohstoffe entwickeln sich sogar in entgegengesetzte Richtungen. Damit wird die Landwirtschaft zur Inflationsbremse. Die Biokraftstoff-Verwendung bleibt vielmehr ein wichtiger Absatzmarkt für Agrarrohstoffe und verhindert ein weiteres Abrutschen der Erzeugerpreise. Zunehmend wichtiger für die Preisbildung wird das bei der Biokraftstoffherstellung anfallende Rapsschrot, das als gentechnikfreies Eiweißfuttermittel in der Milchviehfütterung eingesetzt wird. Diese gentechnikfreie Fütterung ist Voraussetzung für die auch beim Verbraucher bekannte Auszeichnung auf der Verpackung „ohne Gentechnik“. 

Eine zusätzliche Nachfrage zur dringend notwendigen Stützung der Preise für Raps und Getreide wäre hilfreich, ist derzeit aber nicht absehbar. Die Landwirte wollen ihr Einkommen am Markt verdienen. Eine politische Diskussion über die prekäre Marktsituation findet aber nicht statt. Weder die EU-Kommission noch die europäische Politik sind in der Lage, Marktperspektiven zu schaffen, die im Rahmen der sogenannten Bioökonomie außerhalb der energetischen Nutzung zu einer Verbesserung der Erzeugerpreissituation beitragen könnten. Im Gegenteil: mit der kürzlich in Kraft getretenen Neufassung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II) wurde diese Option verpasst, beklagt die Union zur Förderung zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP). Sie fordert die Politik auf, das nachhaltig verfügbare Potenzial an Anbaubiomasse zur Kraftstoffnutzung in den Beratungen für eine nationale Klimaschutzstrategie im Verkehrssektor zu berücksichtigen. Die 2015 in Deutschland eingeführte Treibhausgas-Minderungspflicht hat sich als Steuerungsinstrument grundsätzlich bewährt und wird auch in der EU anerkannt. Denn sie wird in der RED II erstmals als Regelungsoption ausdrücklich aufgeführt. Nun gilt es, diese Minderungspflicht nach 2020 weiterzuentwickeln.

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Grafik der Woche (KW 03 2019)

US-Sojaimporte verdoppelt

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Nachdem China die US-Sojabohnen verbannt hat, benötigen die USA neue Abnehmer. Davon profitiert auch die EU-28, deren US-Sojaimporte sich vervielfacht haben. Die EU-28 ist seit jeher auf Ölsaatenimporte aus Drittländern angewiesen, da die Nachfrage die EU-Erzeugung um rund 30 % übersteigt. Dabei sind vor allem Sojabohnen gefragt, die in der EU-28 bisher kaum erzeugt werden. In der ersten Hälfte des Wirtschaftsjahres 2018/19 wurden 6,95 Mio. t Sojabohnen aus Drittländern eingeführt, 12 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Hauptlieferant bleiben die USA, die sich aber in dieser Saison mit 5,2 Mio. t (Vj. 2,3 Mio. t) deutlich nach oben absetzen. Damit stammen drei Viertel der EU-Sojaimporte aus den USA, so die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI).

Grund für den starken Anstieg der US-Lieferungen ist vor allem der Handelskrieg zwischen den USA und China. Als Reaktion auf die einseitig von den USA eingeführten Importzölle auf chinesische Produkte reagierte China wiederum mit Zöllen auf US-Sojaimporte. China bezieht daher seinen Bedarf in Höhe von rund 90 Mio. t vorerst hauptsächlich aus Südamerika. Das drückt die Preise für US-Sojabohnen und macht sie für andere Importeure wie die EU attraktiv.

An zweiter Stelle der EU-Sojalieferanten im Zeitraum Juli-Dezember 2018 steht Brasilien mit 1,3 Mio. t und damit einem Viertel weniger als im Vorjahreszeitraum. Die weiteren Plätze teilen sich Kanada, Paraguay und die Ukraine, allerdings mit deutlich geringeren Mengen als 2017/18. Gegen Ende des Wirtschaftsjahres könnte Brasilien wieder die erste Stelle der EU-Sojalieferanten einnehmen, denn ab Januar steht dort die neue Ernte zur Verfügung. Selbst wenn die Sojaernte etwas kleiner ausfallen sollte als im Vorjahr, bleibt noch genügend Ware für den Export übrig.  

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen kritisiert, dass infolge der Handelsverschiebungen auch der Preisdruck auf die  europäische Produktion von Raps- und Körnerleguminosen zugenommen hat. Sieht so die Zukunft einer nachhaltigen Bioökonomie aus, wenn Nachhaltigkeitsanforderungen durch Handelskonflikte ausgehebelt werden?

 

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Grafik der Woche (KW 02 2019)

Dürre 2018 – kleine Ernte und niedrige Preise

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Obgleich die deutsche Rapsernte die kleinste der vergangenen 15 Jahre ist, spiegelt sich das nicht in den Erlösen der Landwirte wider.Rapserzeuger erhielten in den ersten sechs Monaten des laufenden Wirtschaftsjahres 2018/19 im Schnitt 356 EUR/t und damit gerade einmal 2 % mehr als im Vorjahreszeitraum, obwohl die Ernte das Vorjahresergebnis um 14 % verfehlte. Zwar wurden zwischenzeitlich Einzelpreise von 376 EUR/t frei Landlager erzielt, solche Preisspitzen wurden allerdings nur für eine sehr kurze Zeitspanne in Norddeutschland genannt. Demgegenüber verkauften Landwirte in Süddeutschland Raps der Ernte 2018 zu Beginn der Saison auch zu 330 EUR/t. Zuletzt bewegten sich die Gebote kaum noch und pendelten laut Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) zwischen 335 EUR/t in Bayern und 370 EUR/t in Niedersachsen.

Der Gesamterlös der Rapsernten schwankt immens. Rein rechnerisch erzielte die Rekordernte 2009 einen Erlös von 1,6 Mrd. Euro. Ein Jahr später stieg dieser bei einer um 9 % kleineren Rapsernte um 24 % auf ca. 2,1 Mrd. Euro. Maßgeblich für die Höhe der deutschen Rapspreise sind neben dem Angebot an Raps in Deutschland auch das konkurrierende Angebot an Raps aus dem Ausland sowie die Erlösentwicklung aus den Nach- und Verarbeitungsprodukten Rapsschrot und Rapsöl.

Nach Auffassung der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP)  muss sich der Raps in einem Wettbewerb mit Sojanachprodukten und Palmöl behaupten. So verhinderten in den vergangenen Monaten das reichliche Sojaangebot, die niedrigen Palmölpreise als „Eckpreis“ für die energetische Nutzung und das zunehmende Angebot an Abfallölen einen Anstieg der Rapspreise. Die Wirkung des internationalen Biodieselmarktes verpuffte praktisch. Zudem beeinflussen die Rohölkurse und das Euro-Dollar-Verhältnis das Preisgefüge.

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Grafik der Woche (KW 01 2019)

Uneinheitliche Entwicklung der Anbauflächen auf Nord- und Südhalbkugel

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Die ureigenste Aufgabe der Landwirtschaft ist es, die Menschen zu ernähren. Die stetig wachsende Bevölkerung und Änderungen der Ernährungsgewohnheiten infolge höherer Einkommen erfordern eine nachhaltige Intensivierung und Steigerung der landwirtschaftlichen Erzeugung.

So hat sich zwischen 1960 und 2014 die Produktion von Getreide und Reis von 1,3 Mrd. t auf 2,6 Mrd. t verdoppelt, die von Pflanzenölen sogar verzwölffacht. Auf der Südhalbkugel fußt diese Steigerung neben der Nutzung des technischen Fortschritts in der Produktionstechnik (Saatgut, Dünger, Pflanzenschutz, Landtechnik) vor allem auf der Zunahme der Ackerfläche. Auf der Nordhalbkugel ist diese indes rückläufig. Nachhaltige Produktivitätssteigerungen sind hier vorrangig Ergebnis der Forschungs- und Innovationsleistung von Hochschulen und Unternehmen. Diese ist verbunden mit einer guten Ausbildung der Landwirte, deren Beratung und einer zeitnahen Umsetzung neuer Erkenntnisse in die landwirtschaftliche Praxis.

Die Umwandlung von Urwald und anderer, für den Umwelt- und Klimaschutz notwendiger Flächen stoßen zunehmend auf öffentlichen und politischen Widerstand. Daher müssen für alle Anbauregionen verbindliche Nachhaltigkeitsanforderungen geschaffen werden. Auf deren Grundlage muss die Biomasseproduktion zertifiziert werden, um die Herkunft konkret rückverfolgbar zu machen.

Auf der Südhalbkugel sind die Durchsetzung sozialer Standards sowie die Frage des Landerwerbs und -besitzes die entscheidenden Voraussetzungen für eine nachhaltige Biomasseproduktion. Illegale Urwaldrodungen bzw. Landnutzungsänderungen für neue Palmölplantagen oder für die Ausweitung des Sojaanbaus müssen beendet werden. Die Biokraftstoffpolitik der Europäischen Union stellt mit der Neufassung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II) verschärfte Anforderungen an die Dokumentationspflicht und die Anforderungen zur Minderung von Treibhausgasen, erstmals auch für feste Biomasse. Gleichzeitig werden mit Blick auf die Landnutzungsänderungen in Südamerika und Asien (Urwaldrodung) Forderungen lauter, diese Systemanforderungen unabhängig von der Endverwendung weiterzuentwickeln und gesetzlich zu verankern. Ziel muss die Schaffung eines „level-playing-fields“ für einen globalen, fairen Wettbewerb ohne Umwelt- oder Sozialdumping sein.

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Grafik der Woche (KW 51)

Welt-Rapsanbau 2019/20 stabil

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Daher geht der Internationale Getreiderat (IGC) nur von einer minimalen Ausweitung der globalen Rapsfläche um weniger als 1 % aus.

Nach einer äußerst schwierigen Saison 2018/19 sind in der EU die Aussichten auf eine Durchschnittsernte im kommenden Wirtschaftsjahr schon mit der Aussaat spürbar getrübt. Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) hat die lang anhaltende Trockenheit vielerorts nicht nur die Aussaat verhindert, sondern den Feldbeständen auch einen schlechten Start beschert. Das schürt die Ängste vor Auswinterungen. In der EU deutet vieles auf eine erhebliche Reduzierung der Anbaufläche hin. Die prognostizierten 5,8 Mio. ha für das Wirtschaftsjahr 2019/2020 wäre die schlechteste Flächenbasis seit 12 Jahren.

Demgegenüber lief die Aussaat in der Ukraine gut, so dass bis Anfang November bereits 16 % mehr gedrillt war als 2017. In der Ukraine macht Winterraps rund 90 % der Anbaufläche aus, in Russland dominiert hingegen Sommerraps. Auch dort wird mit einer Zunahme gerechnet – die Schätzung liegt bisher bei 1,6 Mio. ha und somit 14 % über Vorjahr. In China soll die Aussaat von Winterraps im Süden nahezu abgeschlossen sein. Aufgrund des Wegfalls der staatlichen Förderung wird sich der negative Flächentrend wohl auch 2019/20 fortsetzen.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) fordert die EU-Kommission auf, dem europäischen Rapsanbau als wichtigste gentechnikfreie Proteinquelle und Blühpflanze in getreidereichen Fruchtfolgen eine wirtschaftlich nachhaltige Perspektive zu schaffen. Die UFOP erwartet im Zusammenhang mit der Neufassung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II) ein starkes politisches Signal, dass Palmöl zur Biokraftstoffverwendung in der EU in 2019 erheblich reduziert wird und schrittweise ausläuft. Dieses Ziel muss in dem, bis zum 1. Februar 2019 von der EU-Kommission vorzulegenden, delegierten Rechtsakt rechtlich verankert sein. Außerdem sollten in dem gegen Indonesien eröffneten Anti-Subventionsverfahren möglichst schnell die erforderlichen Fakten für eine Importbeschränkung geschaffen werden.

 

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Grafik der Woche (KW 50)

Biodiesel verteuert sich kräftig

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Es wird häufig argumentiert, dass die EU-Biokraftstoffpolitik die Preise für Agrarrohstoffe verteuert; belegen lässt sich dies allerdings nicht.Mit der weltweiten Preisexplosion für Agrarrohstoffe und Grundnahrungsmittel in den Jahren 2007 und 2008 und der damit einhergehenden Preisvolatilität rückte das Thema Welternährung wieder verstärkt in den Vordergrund. Die fortwährende Hunger- und Armutssituation wird seither vorrangig mit der weltweiten Preisentwicklung für Agrarrohstoffe und der Förderung von Biokraftstoffen in Verbindung gebracht. Insbesondere Umweltverbände beantworten diese Frage öffentlichkeitswirksam häufig vorrangig mit der EU-Biokraftstoffpolitik.

Dabei wird ausgeblendet, dass die Angebotsseite laut FAO durch Intensivierung und höhere Erträge „reagiert“: Rekordernten führen seit mehreren Jahren zu einem globalen Überhang und damit zu einem Aufbau an Vorräten auf hohem Niveau. Gleichzeitig stieg der Biokraftstoffanteil in den wichtigsten Agrarexportländern in Asien sowie Nord- und Südamerika auf neue Höchststände. Die Regierungen hatten infolge der Überschüsse mit einer Anhebung der nationalen Biokraftstoffquoten reagiert, um die Erzeugerpreise zu stabilisieren. Dass die Kraftstoffpreise selbst nur einen geringen Einfluss auf die Agrarrohstoffpreise haben, zeigt derzeit der Biodieselhype, der auf die Abgabepreise von rohem Rapsöl kaum Wirkung zeigt. Die Nachfrage nach Rapsmethylester in den vergangenen Wochen hat zwar das Angebot verknappt, der Rohstoff war dennoch immer reichlich vorhanden. Daher sind die Rapsölpreise nur wenig gestiegen. Gleichzeitig hat sich der Preisabstand zwischen Raps- und Palmöl nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) auf etwa 300 EUR je t erhöht. Bestimmendes Thema für die Warenkette der Rapsverarbeitung und Biodieselherstellung ist hierzulande vielmehr die prekäre Transportsituation. Denn die Niedrigwassersituation in Deutschland schmälert und verteuert den Warenfluss.

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Grafik der Woche (KW 49)

Rapsöl bleibt in der EU wichtigster Biodieselrohstoff

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Auch in der Biodieselherstellung bestimmen maßgeblich Verfügbarkeit und Preis der pflanzlichen und tierischen Öle und Fette den Einsatz. In der Europäischen Union ist Rapsöl nach wie vor die wichtigste Rohstoffquelle für die Biodieselproduktion. Mit dem geringeren Angebot und der damit einhergehenden Verteuerung des Rohstoffes schrumpfte der Anteil jedoch leicht von 48% in 2016 auf 44% in 2017%. Die wachsende Konkurrenz billiger Rohstoffe aus Übersee bei gleichzeitig knappem und damit teurem Rapsöl drosselte die Chancen für die heimische Ölsaat. So wuchs der Anteil an Biodiesel und hydriertem Pflanzenöl (HVO) aus Südostasien an der EU-Biodieselerzeugung (einschließlich HVO) auf 29 %. In Ländern wie Italien, Spanien und den Niederlanden ist importiertes Palmöl Rohstoff Nr. 1 zur Biodieselherstellung, in Deutschland und Frankreich ist es Rapsöl. Die Verwendung von Altspeisefetten hat demgegenüber nur noch marginal zugenommen, obgleich die Politik dessen Einsatz besonders fördert. Biokraftstoffe aus Abfall- und Reststoffen werden, mit Ausnahme von Deutschland, doppelt auf nationale Quotenverpflichtungen (energetisch) angerechnet, um den für alle Mitgliedsstaaten verbindlichen Anteil erneuerbarer Energien im Transportsektor bis 2020 auf 10 % zu erhöhen.

Vor dem Hintergrund der vom Europäischen Parlament und Rat kürzlich bestätigten  Neufassung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie fordert die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP), dass in dem von der EU-Kommission bis zum 1. Februar 2019 vorzulegenden delegierten Rechtsakt zwingend das Auslaufen der Verwendung von Palmöl als Rohstoff zu verankern ist. Der Verband erinnert nachdrücklich an diesen im Rahmen des Trilog-Verfahrens mit dem Europäischen Parlament erzielten Kompromiss. Das Europäische Parlament hatte im April 2017 in seiner Entschließung das Verbot beschlossen, das im Trilog nicht durchsetzbar war. Die UFOP betont die strategische Bedeutung des Biokraftstoffmarktes für den europäischen Rapsanbau, insbesondere für eine nachhaltige Fruchtfolgegestaltung. Etwa 6 Mio. t nachhaltig zertifizierter Biodiesel leisten nicht nur einen spürbaren Beitrag zum Klimaschutz im Verkehr. Das dabei anfallende gentechnikfreie Rapsschrot von ca. 9 Mio. t reduziere im gleichen Maße den Import von GVO-Soja und den hierfür andernfalls erforderlich Flächenbedarf. Diese Kompensationseffekte werden in der iLUC-Debatte und zur Frage der Definition von Rohstoffen mit hohem „iLUC-Risiko“ unzureichend anerkannt, kritisiert die UFOP.

 

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Grafik der Woche (KW 48)

Rapsmarkt geht ruhig in den Winter

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Nach dem kräftigen Anstieg im Sommer haben sich die Rapspreise nur noch wenig bewegt, allerdings wurde auch wenig verkauft.Seit dem starken Preisanstieg im Sommer aufgrund der kleinen Rapsernte, entwickelten sich die Rapspreise in sehr kleinen Schritten leicht nach oben. Damit konnten sie sich von den rückläufigen Sojanotierungen absetzen, allerdings nicht auf das Niveau der Rapspreise der letzten Jahre. Die zuletzt genannten 359 EUR/t lagen auf Vorjahreslinie. Damit war Raps 26 EUR/t preisgünstiger als vor 2 Jahren bei einer damals deutlich größeren deutschen Rapsernte. Die aktuelle Preisentwicklung und vergleichsweise geringen Vorräte veranlassen die Erzeuger, ihren Raps vorerst nicht zu verkaufen. Nach Angaben der Agrarmarkt Informationsgesellschaft mbH (AMI) werden für das 2. Quartal 2019 bessere Absatzchancen erwartet, wo die Versorgung der Ölmühlen noch sehr lückig ist. Dennoch werden Rapserzeuger und Landhandel auch in diesem Vermarktungszeitraum nicht überstürzt Ware abgegeben, weil schon jetzt rege auf Preissteigerungen im Übergang auf die Ernte 2019 spekuliert wird. Die kleine EU-Rapsernte 2018, das absehbar geringe Exportpotenzial Australiens, traditionell wichtigster Lieferpartner der EU, sowie nicht zuletzt die problematische Winterrapsaussaat in Deutschland und Frankreich schüren die Hoffnung auf ein knappes Rapsangebot und infolgedessen steigende Preise. Mit einer Belebung des Rapsmarktes ist deshalb zu Beginn des neuen Jahres nicht zu rechnen, weil die Preisvorstellungen von Ölmühlen und Erzeugern dann noch zu weit auseinanderliegen dürften.

 

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Grafik der Woche (KW 47)

Ohne Biodieselherstellung deutlich weniger gentechnikfreies Rapsschrot

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Der Futtermittelmarkt profitiert maßgeblich von der Biodieselherstellung, weil Rapsschrot als Koppelprodukt bei der Ölpressung anfällt. Rapsschrot ist europaweit die wichtigste heimische gentechnikfreie Eiweißquelle für die Nutztierfütterung, bilanziert die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP). 2017 wurden in Deutschland 9,2 Mio. t Raps verarbeitet. Daraus entstanden knapp 4 Mio. t Rapsöl und 5,2 Mio. t Rapsschrot. Da Raps in Europa und in vielen anderen Ländern der Welt ohne Einsatz von Gentechnik erzeugt wird, gilt auch das Nachprodukt Rapsschrot als „gentechnikfrei“ (GVO-frei). Das fördert den Einsatz vor allem in der Milchviehfütterung, denn hier kann es Sojaschrot vollständig ersetzen. Hintergrund ist die verstärkte Nachfrage nach Milchprodukten, die mit dem Prädikat „ohne Gentechnik“ ausgezeichnet sind.

Rapsschrot verringert aber auch die Abhängigkeit von Importen an GVO-Soja bzw. GVO-Sojaschrot. Von den knapp 4 Mio. t Rapsöl wurden nur noch 33 % für Nahrungszwecke und 66 % für technische Zwecke bzw. zur Energiegewinnung verwendet. Sollte zukünftig der Bedarf an Rapsöl zur Biodieselproduktion schrumpfen, weil Biodiesel als Beitrag zur Dekarbonisierung des Verkehrs nicht mehr gefördert wird, würden über 60 % der produzierten Rapsschrotmenge wegfallen. Diese Lücke müsste folglich durch Sojaimporte gedeckt werden. Rein rechnerisch wären das im zurückliegenden Jahr immerhin 3,5 Mio. t Rapsschrot gewesen. Um diese Menge zu kompensieren, wären jährlich 2,7 Mio. t mehr Sojaschrotimporte notwendig, was über 1 Mio. ha Sojaanbauentspricht. Damit würde sich der Trend, einheimische gentechnikfreie Proteinträger zu fördern, umkehren. Denn erst seit 2012 deckt Rapsschrot die Hälfte des verfütterten Schrotes in Deutschland. Ein Aspekt, der in der aktuellen Diskussion um sogenannte „indirekte Landnutzungsänderungen“ (iLUC) zu wenig Beachtung findet, stellt die UFOP fest. Die Berücksichtigung dieses Substitutionseffektes in der Treibhausgas-Bilanzierung würde heimischen Raps im Wettbewerb um die THG-Effizienz besserstellen. Die UFOP empfiehlt diesen Ansatz, um die Bedeutung des Rapsanbaus in getreidereichen Fruchtfolgesystemen zu sichern, auch mit Blick auf die vom Bundeslandwirtschaftsministerium angekündigte Ackerbaustrategie. Der heimische Rapsanbau leiste so einen Beitrag zur THG-Minderung auf dem Acker und im Tank.

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Grafik der Woche (KW 46)

Komfortable Versorgung mit Sojabohnen – Raps etwas knapper

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Während die größere globale Soja- und Sonnenblumenernte zu einem besseren Verhältnis zwischen Vorräten und Verbrauch führt, wird es für Raps etwas knapper. Das Verhältnis zwischen Vorräten und Verbrauch (auch „Stock-to-Use-Ratio“ genannt) ist eine wichtige Kenngröße zur Einschätzung der Versorgung und infolgedessen auch für die mögliche Preisentwicklung. Die Stock-to-Use-Ratio für Raps und Sonnenblumenkerne ist seit Jahren rückläufig. Anders sieht es für Sojabohnen aus. Rekordernten lassen Angebot und Vorräte kräftig steigen. Allerdings gibt es auch einen stetig wachsenden Bedarf an Sojaprotein für die Tierfütterung, ganz besonders in China. Durch die positive Konjunktur- und Einkommensentwicklung im bevölkerungsreichsten Land der Welt wächst die Kaufkraft und damit die Nachfrage nach Fleisch und folglich auch die Nachfrage nach Ölschroten zur Versorgung der steigenden Viehzahlen. Dem wachsenden Sojabedarf Chinas stehen 2018/19 Rekordernten in den USA und Brasilien gegenüber. Dieses Wechselspiel sorgt zwar für eine dynamische Preisentwicklung, die sich angesichts der gut versorgten Märkte jedoch abschwächt.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) stellt fest, dass selbst die Diskussion über die Verlagerung von Sojabohnenimporten aus Südamerika infolge des Handelskonfliktes zwischen China und den USA nicht zu nachhaltig steigenden Preisen geführt hat. Dies bestätigt einmal mehr, wie robust die Marktversorgung ist. Es zeigt sich aber auch die Flexibilität der europäischen Ölmühlen, die von der Raps- auf die Sojaverarbeitung umstellen. So gesehen bleiben die Rohstoffe beliebig austauschbar, mit Ausnahme des Alleinstellungsmerkmals „ohne Gentechnik“. Hierdurch ist eine regionale Rohstoffbindung gegeben, die aber der Verbraucher mit seinem Einkaufsverhalten antreiben müsse. Im bedeutenden Kraftstoffsektor stelle sich die Frage, ob die Biodieselhersteller sich ihrer „Verantwortung“ bewusst sind, mahnt die UFOP vor dem Hintergrund der aktuell zwischen EU-Kommission und den Mitgliedsstaaten beginnenden Debatte zum Auslaufen von Palmöl in der europäischen Biodieselverarbeitung.

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Grafik der Woche (KW 45)

Überraschend gute Sonnenblumenernte

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Sonnenblumenkerne sind die zweitwichtigste Ölsaat in Europa und machten 2018 über ein Drittel der Anbaufläche aus. Unter den ungünstigen Vegetationsbedingungen, die in diesem Jahr vor allem für die Winterungen herrschten und der Rapsernte massiv zusetzten, hatten die Sonnenblumen weniger zu leiden. Die Aussaatbedingungen im Frühjahr waren gut und EU-weit wurden zur Ernte 2018 rund 4,2 Mio. ha angebaut. Dies ist nur marginal weniger als im Vorjahr – und der heiße und trockene Sommer schadete den Sonnenblumen keineswegs. Auch die qualitätsschädigenden Niederschläge gegen Ende der Saison blieben aus, so die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI). Im Gegenteil: Sonnenblumenkerne sind eine der wenigen Feldfrüchte, deren Ernteergebnis sogar besser ausfiel als prognostiziert. Die zuletzt genannte Ertragsschätzung von 23,9 dt/ha liegt deutlich über den noch im Juni angenommenen 22,4 dt/ha und verfehlen das Vorjahresergebnis nur um 6 %. Damit fielen die Erträge im langjährigen Vergleich sogar überdurchschnittlich aus. Hochburgen des Sonnenblumenanbaus sind Rumänien, Bulgarien und Ungarn sowie Spanien, Frankreich und Italien, in Deutschland spielt der Sonnenblumenanbau eine sehr kleine Rolle. Die Erträge lagen in Osteuropa sogar durchweg höher als im Westen, so dass EU-weit 2018 schätzungsweise 9,6 Mio. t geerntet wurden. Das sind zwar 8 % weniger als im Vorjahr, aber 6 % mehr als im langjährigen Mittel. Aufgrund des mangelnden Raufutters in Deutschland sind faserreiche Futterkomponenten gefragter denn je. Dies gilt besonders für Sonnenblumenschrot, das mit 205 EUR/t zur Lieferung ab Dezember – vordere Ware ist ausverkauft – 60 % teurer ist als vor einem Jahr.

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Grafik der Woche (KW 44)

Rapsölpreise setzen sich nach oben ab

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Seit 7 Monaten entwickeln sich die Großhandelspreise für Rapsöl und Palmöl in entgegengesetzte Richtungen. Die Preisdifferenz zwischen Rapsöl fob Deutschland und Palmöl cif Rotterdam, stieg im Zeitraum April bis Ende Oktober von 87 EUR/t auf mehr als 300 EUR/t. Die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) stellte zuletzt im Dezember 2012 einen so ungewöhnlich großen Abstand fest. Hauptgrund für die ungleiche Preisentwicklung ist die unterschiedliche Angebotsentwicklung: Rapsöl ist gesucht und erntebedingt knapp; dagegen ist das Palmölangebot reichlich. Das Kaufinteresse der Beimischer ist bei Rapsmethylester-Biodiesel aufgrund seiner besseren Wintereigenschaften ungebrochen. Auch wenn sich die Nachfrage bis zum Jahresende beruhigen dürfte, werden weiterhin Bedarfslücken zu füllen sein, die für Marktimpulse sorgen. Nicht nur die kleinere Rapsernte ließ die Preise steigen. Denn auch die seit Wochen niedrigen Pegelstände auf den Wasserwegen verteuern die Frachten für die Saatanlieferung, aber auch für den Abtransport der Produkte insbesondere Rapsschrot. Demgegenüber haben sich die Forderungen für Palmöl sukzessive abgeschwächt und erreichten Ende Oktober ein 3-Jahrestief. Ausgelöst wurde dies durch steigende Vorräte in den Produktionsländern infolge geringer Exporte. Denn die Erzeugung war zeitweise kleiner als in den Vorjahresmonaten. Außerdem steigt die Produktion in der zweiten Jahreshälfte saisonal an und wird voraussichtlich sogar deutlich über den Vorjahresmengen liegen. Profiteure dieser gegenläufigen Preisentwicklung sind die Unternehmen, die Palmöl in der Lebensmittel- und in der chemischen Industrie weiterverarbeiten. Eine Marktpreisdifferenzierung zwischen als nachhaltig und nicht zertifiziertem Palmöl hat sich in den Marktpreisnotierungen bisher nicht durchsetzen können, stellt die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) fest. Die vom Bundeslandwirtschaftsministerium geförderte Branchenplattform „Forum Nachhaltiges Palmöl“ (FONAP) beklagte kürzlich zurecht, dass sich insbesondere der Anteil an nachhaltig zertifiziertem Palmöl zur stofflichen Nutzung nicht weiter entwickle und bei 27% verbleibe, trotz eines Überangebotes an zertifiziertem Palmöl. Die UFOP stellt die Frage, ob bei 464 EUR/t eine nachhaltige Palmölproduktion überhaupt möglich ist, wenn insbesondere soziale Kriterien in die Betrachtung einbezogen werden.

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Grafik der Woche (KW 43)

Agrardiesel – die teuerste Alternative

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Die Großhandelspreise für Agrardiesel, Biodiesel und Rapsöl sind in den vergangenen Monaten kräftig gestiegen, aber keiner der drei Kraftstoffe hat sich so stark verteuert wie Agrardiesel. Im Oktober erreichten die Rohölpreise ein Vierjahreshoch, was dazu führte, dass sich Agrardiesel, die steuervergünstigte Alternative der landwirtschaftlichen Betriebsmittel, auf 87,50 Cent/l verteuerte. Noch im März 2018 lagen Agrardiesel und Biodiesel preislich gleich auf, schon seit Ende des Jahres 2017 war Rapsölkraftstoff günstiger als Agrardiesel. Zwar weisen die Preiskurven einen ähnlichen Verlauf auf, aber die Preisabstände sind teils deutlich gestiegen. Daher rechnet sich die Verarbeitung von Rapsöl zu Biodiesel und der wiederum findet nicht zuletzt durch die notwendige Erfüllung der Winterqualität flott Absatz in der Beimischung. Die unerwartet lebhafte Nachfrage hat – neben den Mineralölkursen –  auch die Preise für Biodiesel nach oben getrieben. Dieser kostet nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) jetzt 22 % mehr als noch im Frühjahr 2018. Aber auch Niedrigwasser, die kleinere Ernte 2018 und die schwache Aussaat für 2019 verteuern den Raps.

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Grafik der Woche (KW 42)

Witterungsbedingt enttäuschende Leguminosenernte

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Schon mit der etwas geringeren Anbaufläche wurden bereits im Frühjahr die Weichen für eine kleinere Leguminosenernte 2018 in Deutschland gestellt. Hinzu kam noch ein massiver Einbruch der Erträge, wie bei anderen Fruchtarten bedingt durch die lang anhaltende Trockenheit.

Insgesamt wurden 2018 schätzungsweise 436.400 t Leguminosen gedroschen und damit 28 % weniger als im Vorjahr. Bundesweit wurden die Durchschnittserträge des Vorjahres deutlich verfehlt. Der Rückgang fiel bei Futtererbsen mit einem Minus von 20 % noch am geringsten aus. Am härtesten traf es die Süßlupinen, bei denen die Erträge um knapp 50 % einbrachen. Verbunden mit der Einschränkung des Anbaus um 20 % führten die hohen Ertragsausfälle zu einem gegenüber 2017 um rund 58% verringerten Ernteergebnis von 22.300 t. Mit deutlichem Abstand verfehlten auch die Futtererbsen das Vorjahresergebnis. Bei einer um 17% verringerten Anbaufläche und um 20% geringeren Erträgen wurden mit 197.900 t rund ein Drittel weniger geerntet als im Vorjahr. Mit 154.300 t wurden zudem 18 % weniger Ackerbohnen als im Jahr zuvor geerntet. Ein Teil der massiven Ertragseinbußen von fast einem Drittel wurden durch die Ausdehnung der Anbaufläche von 20 % kompensiert. Im Artenvergleich stehen die Sojabohnen noch am besten da, denn hier konnte das Flächenplus von 25 % das Ertragsminus nahezu kompensieren, so dass mit knapp 62.000 t nur 6 % weniger geerntet wurde als 2017. Ausschlaggebend für die schlechten Erträge waren nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) die langanhaltende Trockenheit in weiten Teilen Nord- und Ostdeutschlands und der hohe Anbauflächenanteil auf Grenzstandorten. So gingen die Süßlupinenerträge in Sachsen-Anhalt nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gegenüber 2017 um 67 % zurück.

Nach Einschätzung der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) ist der Rückgang der Anbaufläche von Körnerleguminosen auf das Verbot des Pflanzenschutz-Einsatzes auf Greeningflächen zurückzuführen. Der Effekt dieser agrarpolitisch negativen Entscheidung wurde durch die Witterung im Herbst 2017 abgemildert, als viele Flächen nicht mit Winterungen bestellt werden konnten. Dadurch wurden Flächen für den Anbau von Körnerleguminosen frei.

 

 

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Grafik der Woche (KW 41)

Globale Pflanzenölproduktion erreicht neues Rekordniveau

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Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) prognostiziert für 2018/19 eine weltweite Rekord-Pflanzenölproduktion von 204 Mio. t. Besonders das Palm- und Sojaölangebot könnte zulegen. Die weltweite Pflanzenölproduktion 2018/19 dürfte nach Schätzung des USDA um mehr als 3 % gegenüber dem Vorjahr auf ein Rekordniveau von knapp 204 Mio. t steigen. Davon entfallen rund 87 % auf Palm-, Soja-, Raps- und Sonnenblumenöl. Mit einem Plus von 5 % dürfte Sojaöl den größten Zuwachs erzielen. Die üppige Rohstoffverfügbarkeit aus der Rekord-Sojaernte 2018 in Brasilien und den USA und die anhaltend rege internationale Nachfrage nach Verarbeitungsprodukten aus Soja begünstigten die Entwicklung. Günstige Vegetationsbedingungen in Südostasien und unerwartet hohe Erträge auf den Palmölplantagen führen bei Palmöl zu einer Produktionssteigerung gegenüber 2017/18 von 4,5 % auf 72,8 Mio. t. Die Produktion von Sonnenblumenöl dürfte um 4 % wachsen, da die ukrainische Sonnenblumenerzeugung rund 6 % größer ausfällt als im Vorjahr. Demgegenüber dürfte die Rapsölproduktion 2018/19 mit 28,1 Mio. t um rund 1 % kleiner ausfallen als im Wirtschaftsjahr 2017/18. Grund dafür ist nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) die trockenheitsbedingt enttäuschende Rapsernte 2018 in der EU-28 und Australien.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen erwartet infolge dieser Angebotsentwicklung einen anhaltenden Preisdruck auf den internationalen Pflanzenölmärkten. Diese haben sich schon länger von den Rohölpreisen abgekoppelt und zwingen zu einer aktiveren Biokraftstoffpolitik in den Erzeugerländern. Mit einer Anhebung der von Biokraftstoffmandaten versuchten Länder wie Indonesien, Brasilien und Argentinien dem Preisdruck zu begegnen. Bei tendenziell sinkenden Palmöl- und gleichzeitig steigenden Rohölpreisen steige auch die wirtschaftliche Attraktivität von Biokraftstoffmandaten.

 

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Weitere Grafiken der Woche finden Sie im Archiv.