Grafik der Woche (KW 09 2021)

Biodieselabsatz erreicht 2020 Rekordniveau

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Mit etwa 2,8 Mio. t erreichte die Beimischung von Biokraftstoffen zu Dieselkraftstoff im vergangenen Jahr seit Einführung der Quotenregelung im Jahr 2007 ein Rekordniveau. Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. beruft sich hierbei auf die zu Beginn dieser Woche vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) veröffentlichte Statistik. Die UFOP sieht sich in ihrer Erwartung bestätigt, dass die für das Jahr 2020 von 4 auf 6 Prozent erhöhte THG-Quote problemlos erfüllt werden konnte. Eine wichtige Rolle spielte dabei die ausreichende Verfügbarkeit von Hydriertem Pflanzenöl (HVO).

Die Norm für Dieselkraftstoff (DIN EN 590) begrenzt den Beimischungsanteil von Fettsäuremethylester (Biodiesel) auf maximal 7 Volumenprozent. HVO kann gemäß dieser Norm bis zu 26 Prozent beigemischt werden. Die UFOP schätzt den Anteil von Biodiesel an der Quotenerfüllung auf ca. 2,38 Mio. t und von HVO auf etwa 0,42 Mio. t. Die Quotenvorgabe sei problemlos erfüllt worden, obwohl für das Jahr 2020 eine Quotenübertragung aus den Vorjahren nicht möglich war, erläutert die Förderunion. Diese und weitere Optionen zur Erfüllung der Quotenverpflichtung können und werden im Jahr 2021 angewendet werden. Vor diesem Hintergrund fordert die UFOP eine Anhebung der THG-Quote auf 6,5 Prozent bereits im laufenden Jahr. Auch ab dem Jahr 2022 seien ambitioniertere Anhebungsschritte möglich und im Sinne des Klimaschutzes dringend notwendig, betont die Förderunion unter Hinweis auf die Stellungnahme des Bundesverbandes Bioenergie (BBE) zum Gesetzesentwurf der Bundesregierung zur Weiterentwicklung der Treibhausgas-Minderungsquote.

Die UFOP unterstreicht nachdrücklich den Handlungsbedarf, Palmöl als Rohstoff für die Biokraftstoffherstellung bzw. die Anrechnung auf die THG-Quote auslaufen zu lassen. Hierdurch werde das heimische bzw. europäische Rohstoffpotenzial gehoben, anstatt Biodiesel aus Rapsöl zu exportieren. Die UFOP begrüßt daher, dass die Bundesregierung von der Ermächtigung der Delegierten Verordnung der EU-Kommission (2019/807) Gebrauch macht, Biokraftstoffe aus Palmöl ab 2026 nicht mehr anzurechnen. Frankreich und Österreich machen jedoch vor, dass ein Ausschluss sofort bzw. noch früher als von der Bundesregierung geplant möglich ist.

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Grafik der Woche (KW 08 2021)

Deutsche Biodieselausfuhren erreichen neuen Höchststand

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Mit einem Ausfuhrvolumen von etwa 2,33 Mio. t und einem Exportüberschuss von etwa 0,9 Mio. t unterstreicht Deutschland seine Bedeutung für die Produktion und Vermarktung von Biodiesel in der Europäischen Union. Dies stellt die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) unter Hinweis auf die aktuellen amtlichen Statistiken fest. Insgesamt wurden ca. 1,45 Mio. t Biodiesel importiert. Mit etwa 1 Mio. t bzw. 0,7 Mio. t sind die Niederlande erneut das mit Abstand wichtigste Empfänger- und Exportland. Im Kalenderjahr 2020 hat Deutschland so viel Biodiesel aus- und eingeführt wie noch nie.

Nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) kamen darüber hinaus größere Importmengen aus Belgien, Malaysia und Polen. Besonders auffällig ist der Importzuwachs aus Frankreich, das mit rund 74.000 t gut dreimal mehr Biodiesel in den deutschen Markt lieferte als im Vorjahr. Während aus den Niederlanden mit 700.000 t etwa 2 % weniger kamen, lieferte Malaysia mit 139.000 t rund 9 % weniger. Im Jahr 2020 lieferte Deutschland die Rekordmenge von 955.000 t in die Niederlande. Das entspricht einer Steigerung von knapp 12 % gegenüber dem Vorjahr. Die Lieferungen nach Belgien machten 2020 einen Anteil von 15 % an den Gesamtausfuhren aus. Das Land führte rund 356.000 t ein und damit rund 35 % mehr als im Vorjahr.

Die UFOP weist darauf hin, dass die dargestellte Statistik ausschließlich Biodiesel berücksichtigt. Hydriertes Pflanzenöl (HVO) ist nicht berücksichtigt. In diesem Zusammenhang weist die UFOP auf einen dringenden Handlungsbedarf zur Anpassung der in den amtlichen Statistiken veröffentlichten Angaben hin. Infolge der zunehmenden Bedeutung von HVO müssten Biodiesel und HVO getrennt erfasst und ausgewiesen werden, um eine bessere Markttransparenz zu ermöglichen. Die Förderunion begründet die Forderung mit dem Hinweis, dass es sich hier um unterschiedliche Kraftstoffe mit einer jeweils spezifischen Kraftstoffnorm handele.

Welche Mengen an Biodiesel und HVO – differenziert nach Rohstoffarten und -herkünften – im Jahr 2020 tatsächlich auf die Treibhausgasquote von 6 % angerechnet wurden, werde der nächste Evaluations- und Erfahrungsbericht der Bundesanstalt für Landwirtschaft (BLE) zeigen, den die UFOP für Ende Oktober 2021 erwartet.

 

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Grafik der Woche (KW 07 2021)

Größere Rapserzeugung schmälert Importbedarf

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In der EU-27 wurde 2020/21 mehr Raps erzeugt als im Vorjahr. Der Verbrauch wird niedriger eingeschätzt, was den Importbedarf verringert. Dennoch sollten die Vorräte wachsen.

In der EU-27 wurde im Jahr 2020 nach Angaben der EU-Kommission etwas mehr Raps geerntet als im Vorjahr. Die Erntemenge wird auf 16,1 Mio. t beziffert, was eine Steigerung von knapp 5 % gegenüber 2019 bedeutet. Dieses Plus ist nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) auf größere Rapsernten in Deutschland, Polen, Litauen und Tschechien zurückzuführen. Produktionsrückgänge in anderen Mitgliedstaaten wurden dadurch mehr als ausgeglichen. Dennoch ist dieses Ergebnis erneut unterdurchschnittlich.

Der Verbrauch in der EU-27 wird 2020/21 auf 21,2 Mio. t geschätzt, ein Minus von 4 % gegenüber dem Vorjahr. Durch die etwas höhere Erntemenge und den geringeren Bedarf dürfte die Lücke zwischen Erzeugung und Verbrauch 2020/21 etwas schrumpfen. Im Vorjahr konnte der EU-Verbrauch zu 70 % durch die europäische Erzeugung gedeckt werden. 2020/21 wird dieser Anteil voraussichtlich bei 76 % liegen. Die EU-Kommission geht deshalb davon aus, dass im laufenden Wirtschaftsjahr insgesamt weniger Raps aus Drittstaaten zugekauft werden muss als im Vorjahr. Die Einfuhren werden auf 5,5 Mio. t geschätzt und damit etwa 11% geringer ausfallen. Nach AMI-Einschätzung dürfte die EU-27 in diesem Wirtschaftsjahr bereits etwa 70 % der erwarteten Importmenge eingeführt haben.

Die Lagerbestände dürften in der EU auf ca. 0,8 Mio. t zunehmen. Dies wäre eine Zunahme von ca. 60%, allerdings gegenüber einem Vorjahr mit sehr geringen Vorräten.

 

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Grafik der Woche (KW 06 2021)

CO2-Ausstoß nur in wenigen Ländern rückläufig

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Die Europäische Union werde ihrer Vorreiterrolle beim Klimaschutz gerecht und müsse daher den Klimaschutz international vorantreiben. Dies bekräftigt die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) und verweist auf den im Vergleich zu 1990 um 25 % verringerten CO2-Ausstoß der EU. Gleichzeitig sei der Treibhausgasausstoß in China, Indien und Indonesien um mehr als 24 % gestiegen. Unter diesen Vorzeichen findet die nächste Weltklimakonferenz (COP 26) Ende 2021 in Glasgow statt. Die UFOP fordert, dass die Unterzeichnerstaaten des Klimaabkommens von Paris nun ihre Klimaschutzstrategien bis 2050 vorlegen müssen. Dem Klimaschutz laufe die Zeit davon.

Die UFOP stellt fest, dass sich der in den Jahren 2017 und 2018 beobachtete Anstieg der weltweiten fossilen CO2-Emissionen auch im Jahr 2019 fortgesetzt hat, jedoch mit geringerer Wachstumsrate. Die Emissionsdatenbank der EU-Kommission für die globale Atmosphärenforschung EDGAR bestätigt, dass die EU und Russland die einzigen Industrieregionen waren, deren CO2-Emissionen mit rund 25 % deutlich unter den Werten von 1990 liegen. Im gleichen Zeitraum stiegen in den USA und Japan die CO2-Emissionen um 0,8 % bzw. 0,4 %, während Schwellenländer wie China und Indien aufgrund ihrer raschen Industrialisierung in den letzten zwei Jahrzehnten 3,8- bzw. 3,3-mal mehr CO2 als 1990 in die Atmosphäre freisetzten. Die Datenbank berücksichtigt allerdings nur die globalen fossilen CO2-Emissionen aus anthropogenen Aktivitäten, also durch den Verbrauch von Brennstoffen wie Erdöl, Kohle oder Erdgas. CO2-Emmissionen aus Biomasseverbrennung, Landnutzungsänderung (Urwaldrodung/Grünlandumbruch, Methan-Freisetzung aus Permafrostböden) und Forstwirtschaft werden nicht berücksichtigt.

Seit Beginn des 21. Jahrhunderts haben die globalen Treibhausgasemissionen im Vergleich zu den drei Jahrzehnten zuvor zugenommen, hauptsächlich aufgrund des Anstiegs der CO2-Emissionen in Schwellenländern. Die jüngsten Schätzungen von EDGAR bestätigen auch für 2019 eine Fortsetzung dieses Trends, wobei die globalen anthropogenen fossilen CO2-Emissionen gegenüber 2018 um 0,9 % zunahmen und ein Volumen von global 38 Gigatonnen CO2eq erreichten.

Die weltweit größten CO2-Emittenten China, USA, Indien, EU-27+VK, Russland und Japan hatten 2019 einen Anteil von 51 % an der Weltbevölkerung und von 62,5 % des globalen Bruttoinlandsprodukts. Gleichzeitig zeichneten sie für 62 % des gesamten globalen Verbrauchs fossiler Brennstoffe und für 67 % der globalen fossilen CO2-Emissionen verantwortlich. Die Treibhausgasemissionen aus diesen Ländern zeigen 2019 unterschiedliche Entwicklungen im Vergleich zum Vorjahr. Die größten Steigerungen verzeichneten China und Indien, während mit 3,8 % der größte Rückgang für die EU-27+VK ermittelt wurde.

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Grafik der Woche (KW 05 2021)

Rekordernte in Brasilien erwartet

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Brasilien und Argentinien bestätigen auch in diesem Wirtschaftsjahr ihre Anteile am Weltsojamarkt. Während Argentinien etwas weniger ernten dürfte, sollen in Brasilien mehr Bohnen von den Feldern geholt werden.

Die größten Sojaländer weltweit sind Brasilien, die USA und Argentinien. Sie stellen zusammen über 80 % der gesamten Sojabohnen weltweit. Mit großem Abstand folgt dahinter Indien. Dort dürfte 2020/21 rund 3 % der globalen Soja gedroschen werden.  In Brasilien sollen nach Angaben des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) im laufenden Wirtschaftsjahr die Rekordmenge von 133 Mio. t Sojabohnen geerntet werden und damit rund 7 Mio. t mehr als im Vorjahr. Die trockenheitsbedingten Aussaatverzögerungen Ende des Jahres 2020 scheinen zwar die Ernte nach hinten zu schieben, dürften nach Einschätzung des USDA aber die Erträge nicht schmälern. Mit einer Flächenausweitung um 1,7 Mio. ha kann Brasilien seine Spitzenposition vor den USA weiter ausbauen. In den Vereinigten Staaten ist die Sojabohnenernte bereits Anfang November 2020 abgeschlossen worden. Dort wurden rund 113 Mio. t von den Feldern geholt. Das entspricht einer Steigerung von 16 Mio. t zum Vorjahr.

In Argentinien, dem drittgrößten Erzeuger weltweit, dürften hingegen mit 48 Mio. t das zweite Jahr in Folge weniger Sojabohnen gedroschen werden. Der Auslöser hierfür sind die ungünstigen Witterungsbedingungen. Trockenheit hatte nicht nur die Aussaat erschwert, sondern auch die Vegetationsbedingungen verschlechtert. Daher sollen die Erträge dort, nach Recherche der AMI (Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH), bei unveränderter Fläche geringer ausfallen als im Vorjahr.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) weist darauf hin, dass der Ertragszuwachs in Brasilien nach Angaben der AMI auf einen Flächenzuwachs zurückzuführen sei. Nicht zu quantifizieren sei mangels statistischer Erfassung, um welche zusätzliche Flächen es sich bei dem Flächenzuwachs handelt und deren Verortung. Die von der Politik angestrebte Importpolitik auf Grundlage eines entwaldungsfreien Bezugs erfordere einen Herkunftsnachweis der für diese Mengen ausgewiesenen Anbauflächen. Allerdings werde das Entwaldungsproblem so nicht gelöst, sondern nur verlagert, gibt die UFOP zu bedenken.

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Grafik der Woche (KW 04 2021)

Weltweit mehr Futtererbsen geerntet

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Während in Kanada im laufenden Wirtschaftsjahr mehr Futtererbsen gedroschen worden sein dürften, wird in anderen wichtigen Erzeugerstaaten ein teils kräftiges Minus verbucht. Da das Plus aber überwiegt, werden weltweit insgesamt etwas mehr Futtererbsen von den Feldern geholt als im Vorjahr. Zu dieser Einschätzung kommt die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) nach Angaben des Internationalen Getreiderates (IGC). 

Dem IGC zufolge dürften im Wirtschaftsjahr 2020/21 rund 14,3 Mio. t Futtererbsen weltweit geerntet werden. Das wären rund 0,3 Mio. t mehr als im Vorjahr. Diese Prognose fußt hauptsächlich auf den höheren Ernteschätzungen für Kanada, Russland und Australien. In Kanada – dem wichtigsten Erzeugerland weltweit – sollen mit 4,6 rund 0,4 Mio. t mehr Futtererbsen gedroschen worden sein als im Vorjahr. Aufgrund höherer Erträge fällt auch die australische Erzeugung mit 300.000 t um knapp ein Drittel höher aus als zuvor. Für Russland wird, trotz der Berichte über zu trockene Vegetationsbedingungen, die Futtererbsenernte 2020 mit 2,4 Mio. t leicht über Vorjahresvolumen taxiert. In der EU-27 sollen mit 2,1 rund 0,1 Mio. t mehr Futtererbsen geerntet worden sein als im Vorjahr.

In den USA und der Ukraine sind die Ernten, laut IGC, hingegen kräftig gesunken. Die US-Erzeugung dürfte sich auf 0,8 Mio. t belaufen und das Vorjahresniveau damit um 17 % verfehlen. In der Ukraine sollen mit 0,5 Mio. t rund 12 % weniger zusammengekommen sein. Der Auslöser dafür dürften nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) die trockenen Vegetations- und Erntebedingungen gewesen sein.

Mit Blick auf den großen Importbedarf der Europäischen Union bei Futterprotein unterstreicht die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) das mobilisierbare große Anbaupotenzial bei Futtererbsen und den übrigen großkörnigen Leguminosen wie Ackerbohne, Lupine und Sojabohne. Die Landwirtschaft stehe seit Jahren in den Startlöchern. Die Bedeutung dieser Kulturarten als Blühpflanzen für die Biodiversität und Stickstofffixierer für den Klimaschutz und damit deren Beitrag für die Ökosystemleistung erweiterter Fruchtfolgen seien hinlänglich bekannt, betont die UFOP. Angesichts des Klimawandels und Folgen sei jetzt der Handlungs- bzw. Erfolgsdruck enorm, bekräftigt der Verband unter Hinweis auf das 1,5-Gradziel bis 2030. Körnerleguminosen seien ein essentielles Element zur Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit, für die Etablierung resilienter Fruchtfolgen und zur Erhöhung des Kohlenstoffgehaltes im Boden, erläutert die Förderunion. Die UFOP erinnert in diesem Zusammenhang an die vom Bundeslandwirtschaftsministerium angekündigte Ackerbaustrategie. Diese verfolge grundsätzlich das Ziel die Kulturartenvielfalt weiter zu entwickeln unter Berücksichtigung des heute schon mobilisierbaren und zukünftigen technischen Fortschritts in der Anbautechnik, Digitalisierung und Pflanzenzüchtung. Klimawandel und erforderliche wirtschaftliche Konkurrenzfähigkeit geben den Handlungsrahmen sowie den Anpassungsdruck vor, stellt die UFOP fest.

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Grafik der Woche (KW 03 2021)

EU-Sojaimporte aus USA gesunken

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Seit der Teilvereinbarung im Handelsstreit mit China fließen wieder mehr Sojabohnen aus den USA ins Reich der Mitte. Damit sind die US-Importe in die EU zurückgegangen. Der europäische Bedarf wird deshalb wieder vermehrt mit brasilianischem Soja gedeckt.

Die Ölsaatenerzeugung in der EU kann den EU-Bedarf nur zu rund 56 % decken. Daher ist die EU-27+VK seit jeher auf Ölsaatenimporte aus Drittstaaten angewiesen. Den größten Anteil an den Ölsaatenimporten haben dabei Sojabohnen, da sie in der EU noch vergleichsweise wenig angebaut werden. In der ersten Hälfte des Wirtschaftsjahres 2020/21 hat die EU-27+VK rund 7,1 Mio. t Sojabohnen eingeführt. Das waren etwa 5 % mehr als im Vorjahreszeitraum und rund 2 % weniger als vor zwei Jahren.

Mit 2,9 Mio. t – dies entspricht etwa 40 % der Importe – stammte der größte Teil der Sojabohnen aus den USA. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind die Importe aus den USA um rund 12 % zurückgegangen, verglichen mit 2018/19 sogar um 46 %. Der Grund für den deutlichen Rückgang der Sojalieferungen aus den USA dürfte nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) in der teilweisen Beilegung des Handelskonfliktes zwischen den USA und China liegen. Seit das Reich der Mitte wieder lebhaft Ware aus den USA ordert, steht weniger US-Ware für den Export in die EU zur Verfügung.

Der Bedarf der EU wird daher wieder stärker durch Einfuhren aus Brasilien gedeckt. Von Juli bis Dezember 2020 kamen rund 2,8 Mio. t Soja von dort. Dies ist nahezu doppelt so viel wie im Vorjahr. Der drittwichtigste Lieferant ist bisher Kanada, danach folgen die Ukraine und Serbien.

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Grafik der Woche (KW 02 2021)

Sojakurse treiben Ölschrotpreise

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Die Sojaschrotnotierungen in Chicago haben sich in den vergangenen Monaten deutlich befestigt, was am hiesigen Kassamarkt steigende Soja- und Rapsschrotpreise zur Folge hatte. Gleichzeitig war die Nachfrage nach gentechnikfreiem Sojaschrot lebhaft.

Die Preise für Rapsschrot und vor allem für gentechnikfreies Sojaschrot sind in der zweiten Jahreshälfte 2020 kräftig gestiegen. Zu Beginn des Wirtschaftsjahres, im Juli 2020, kostete GVO-freies Sojaschrot mit 48 % Rohprotein (RP) noch 456 EUR/t fob Hamburg, sechs Monate später waren es mit 602 EUR/t rund 146 EUR/t mehr. Umgerechnet kostete ein Prozent Protein je Tonne Anfang Januar 2021 rund 4,60 EUR gegenüber 3,10 EUR Anfang Juli 2020. Auslöser dafür waren kräftige Kurssteigerungen in Chicago, getrieben von der Sorge um trockenheitsbedingte Ernteeinbußen in Südamerika. Zudem schwindet das Sojaschrotangebot in Argentinien, was die Bedenken um Versorgungsengpässe hierzulande schürt. Auch in Brasilien – dem Hauptlieferant für gentechnikfreies Sojaschrot – ist das Angebot mittlerweile sehr knapp, da China den Markt in den vergangenen Monaten regelrecht leergefegt hat. Zudem suchen Käufer nun auch in anderen Ländern nach gentechnikfreiem Sojaschrot, wodurch europäische Ware, wie z.B. Donau-Soja zunehmend in den Vordergrund rückt und sich zusätzlich verteuert.

Rapsschrot verteuerte sich seit Wirtschaftsjahresbeginn um 53 auf 278 EUR/t. Umgerechnet sind das 7,93 EUR/Prozent Protein in einer Tonne gegenüber 6,34 EUR zum Saisonstart. Rapsschrot hat damit gegenüber gentechnikfreiem Sojaschrot an Wettbewerbsfähigkeit gewonnen. Der Preisunterschied zwischen einem Prozent Protein in den genannten Ölschroten betrug zuletzt 4,52 EUR/t; am 01.07.2020 lag er bei 2,89 EUR/t, vor einem Jahr bei 2,59 EUR/t.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) verweist auf die Vielzahl der von ihr geförderten Fütterungsversuche zur Feststellung des Futterwertes bei den jeweiligen Tierarten. Die aktuelle Preisentwicklung macht den Einsatz von Rapsschrot als Alternative besonders in der Rinderfütterung wettbewerbsfähiger, weil bei Wiederkäuern der Unterschied im Futterwert zum Sojaschrot eine untergeordnete Rolle spielt. Die Fütterungsergebnisse hätten bestätigt, dass mit Rapsschrot analoge Milchleistungsergebnisse erzielt werden. Deshalb ist gentechnikfreies Rapsschrot aus EU-Rapssaat die bevorzugte Proteinquelle, um Milchprodukte mit dem grünen Label „Ohne Gentechnik“ kennzeichnen zu können.

Mit Blick auf das Anbaupotenzial von Raps, vor allem aber von Körnerleguminosen sieht die UFOP noch erhebliches Substitutionspotenzial, das bei Körnerleguminosen durch eine intensiviere Forschung gehoben werden könne. Die Nutzung heimischer Proteinquellen sei eine wichtige Voraussetzung für die von der EU-Kommission angestrebte „Farm-to-Fork-Strategie“ im Rahmen einer auf Regionalität und Transparenz ausgerichteten und entwaldungsfreien Wertschöpfungskette, betont die Förderunion.

 

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