Grafik der Woche (KW 38 2019)

Biodieselpreise steigen sprunghaft

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Die lebhafte Nachfrage nach Biodiesel, insbesondere nach Rapsmethylester, hat nicht nur die Biodieselpreise, sondern auch die Rapsölpreise nach oben getrieben.

Die Großhandelspreise für Biodiesel sind seit dem 14. August 2019 stark angestiegen: Mitte August lagen sie noch bei 70,5 Ct/l, zuletzt wurden mit 91,6 Ct/l rund 30 % mehr verlangt. Der aktuelle Preis übersteigt das Vorjahresniveau um 27 %, die Marke von 90 Ct/l wurde 2018 erst Mitte November geknackt. Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) ist das auf eine steigende Biodieselnachfrage zurückzuführen. Ab Oktober wird vorrangig Rapsmethylester (RME) ohne Zugabe von Additiven dem Dieselkraftstoff zur Sicherung der Winterqualität zugemischt. Die Fettsäurezusammensetzung des Rapsöls bedingt den Vorteil gegenüber Biodiesel aus Soja- und vor allem Palmöl.

Dementsprechend steigt im September jeden Jahres die Nachfrage nach RME, was die Preise in die Höhe treibt. Denn die Anforderung für die Winterqualität gilt für den Dieselkraftstoff im gesamten nördlichen Raum der Europäischen Union. Diese Eigenschaft des Rapsöls ist ein Alleinstellungsmerkmal, das somit einen Mindestbedarf an Rapsmethylester entsprechend der nationalen Verpflichtungsvorgaben wiederspiegelt. Zudem müssen die Unternehmen der Mineralölwirtschaft, die der Verpflichtung zur Erfüllung der Treibhausgasquote unterliegen, diese bis Ende des Jahres erfüllen (Kalenderjahr = Quotenjahr) und decken sich deshalb für das vierte Quartal lebhaft ein. In 2019 orderten die Unternehmen RME bereits ab Mitte August, im Vorjahr erst einen Monat später.

Diese erhöhte Nachfrage nach RME zog auch die Großhandelspreise für Rapsöl mit nach oben, die zuletzt bei 73,5 Ct/l lagen. Nur die Agrardieselpreise befinden sich seit Juli 2019 auf relativ konstantem Niveau von rund 76 Ct/l.

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Grafik der Woche (KW 37 2019)

Kleine EU-Ernte treibt Rapskurse

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Während die kleinen EU-Ernten und die lebhafte Nachfrage der Biodieselindustrie nach RME-Ware die Rapskurse in Paris steigen lassen, werden die US-Sojabohnennotierungen von uneinheitlichen Impulsen geleitet.

Die Rapsnotierungen in Paris sind seit Anfang März 2019 kontinuierlich gestiegen. Lagen sie am 4. März 2019 noch bei 351,50 EUR/t und damit auf dem tiefsten Stand seit Juni 2018, schlossen sie zuletzt mit 383 EUR/t. Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) wurden die Kurse von der kleinen EU-Rapsernte in die Höhe getrieben. Auch steigende Notierungen für Palmöl unterstützen diese Entwicklung. Seit etwa drei Wochen erhalten die Rapsterminkurse zusätzlich Auftrieb durch die kräftig gestiegene Biodieselnachfrage. Dabei wird neben dem stets gefragten UCOME seit Mitte August auch schon Rapsmethylester (RME) für die Beimischung ab Oktober zur Erfüllung der Anforderung an die Winterqualität geordert. Marktteilnehmern zufolge hat die RME-Nachfrage damit früher als üblich Fahrt aufgenommen.

Die Sojabohnenkurse in Chicago zeigen dagegen keinen klaren Verlauf. Selten lagen die Einschätzungen von Analysten und US-Landwirtschaftsministerium zur Sojaaussaat so weit auseinander. Nach massiven Aussaatverzögerungen in den USA ist dort immer noch nicht sicher, wie hoch die US-Ernte ausfallen wird. Je nach Witterungsbedingungen und US-Feldbestandsentwicklungen gibt es einen Kursauf- oder -abtrieb. Der sich weiter zuspitzende Handelskrieg zwischen den USA und China belastet die Notierungen überwiegend. Das Reich der Mitte erhebt seit 1. September 2019 einen zusätzlichen Strafzoll von 5 % auf Sojabohnenlieferungen aus den USA. Allerdings hat diese Erhöhung eher symbolischen Wert. China möchte damit eher demonstrieren, im Handelsstreit mit den USA nicht klein beizugeben. Grund für diese Annahme ist die Tatsache, dass die chinesische Regierung inländischen Unternehmen den Kauf von Agrarprodukten wie Sojabohnen aus den USA bereits gänzlich untersagt hat. Eine Einigung im Handelsstreit mit den USA rückt damit in weitere Ferne. Obwohl die Sojabohnenkurse seit Mitte Juni 2019 stetig um 18 auf zuletzt 282 EUR/t nachgegeben haben, liegen sie noch 20 EUR/t über Vorjahreslinie.

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Grafik der Woche (KW 36 2019)

Biodieselexporte kräftig gestiegen

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Im ersten Halbjahr 2019 sind die deutschen Biodieselausfuhren gegenüber 2018 kräftig gestiegen. Die Niederlande sind das wichtigste Empfängerland und der mit Abstand wichtigste Handelsplatz in Europa.

Im ersten Halbjahr 2019 sind die Biodieselausfuhren gegenüber dem Vorjahreszeitraum deutlich um ca. 0,225 Mio. t auf 1,14 Mio. t gestiegen. Das entspricht etwa einem Drittel der inländischen Jahresproduktion. Der größte Teil der Exporte ging in andere EU-Staaten, deren Anteil seit dem Vorjahr um 30 % auf 1 Mio. t gestiegen ist. Die Niederlande sind mit einem Plus von 59 % und ca. 0,46 Mio. t der mit Abstand wichtigste Abnehmer und Durchgangsland für die Weiterverschiffung in andere Länder.

Den relativ größten Zuwachs verzeichnete Großbritannien: Das Land kaufte im ersten Halbjahr 2019 mit 43.290 t fast drei Mal soviel Biodiesel aus Deutschland wie 2018. Belgien steigerte ebenfalls seine Importmengen um mehr als die Hälfte auf 136.000 t. Die USA, die bis März 2019 im Quartalsvergleich noch auf Platz 3 der Hauptlieferländer lag, liegt im Halbjahresvergleich mit 82.000 t nur noch auf Platz 5. Dennoch hat das Land seine Biodieseleinfuhren aus Deutschland gegenüber dem Vorjahreszeitraum um die Hälfte gesteigert und verzeichnete damit den drittgrößten Zuwachs unter den 10 größten Importländern für deutschen Biodiesel. Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) sind bei einigen Empfängerländern auch deutliche Rückgänge zu verzeichnen, vor allem in Frankreich. Im ersten Halbjahr 2019 wurde dort mit 25.000 t rund 22 % weniger Biodiesel aus Deutschland eingeführt als im gleichen Zeitraum 2018. Polen und Österreich senkten ihre Importmengen im Betrachtungszeitraum jeweils um 10 % auf 118.000 t bzw. 88.000 t.

Aus Sicht der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) unterstreichen diese Zahlen die Bedeutung und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Ölmühlen- und Biodieselindustrie. Dies liegt auch daran, dass das bei der Rapsverarbeitung anfallende Rapsschrot hierzulande problemlos vom Markt aufgenommen wird. Aufgrund seiner geografischen Lage in der EU in Verbindung mit dem Aufnahmevermögen der Veredelungswirtschaft – insbesondere in der Milchviehfütterung – sichert der Biodieselexport auch den Rapsanbau in den EU-Nachbarsstaaten. Bedingt durch die diesjährige erneut niedrige deutsche Rapsernte von ca. 2.8 Mio. t Rapssaat befürchtet die UFOP, dass sich die Handelswege für den Rapsimport verfestigen. Wenn die Versorgung aus deutschem Anbau gesichert werden soll, bedarf es allerdings höherer Erzeugerpreise. Ölmühlenwirtschaft und Biodieselhersteller sollten bedenken, dass die Treibhausgasminderungsverpflichtung im Jahr 2020 auf 6 % steigt. Die öffentliche und politische Akzeptanz der Biokraftstoffpolitik hängt auch davon ab, ob vorrangig der heimische Rapsanbau zur Rohstoffversorgung beiträgt, mahnt die UFOP. 

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Grafik der Woche (KW 35 2019)

Deutschland exportiert 15 % weniger Rapsöl

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Die deutschen Rapsölexporte sind im Wirtschaftsjahr 2018/19 schon das zweite Jahr in Folge geschrumpft. Besonders die Nachfrage aus EU-Mitgliedsstaaten ist teils deutlich gesunken.

Die deutschen Rapsölexporte 2018/19 sind gegenüber Vorjahr deutlich zurückgegangen, seit 2016/17 sogar um ein Drittel. Im vergangenen Wirtschaftsjahr wurden nur noch 860.700 t Rapsöl ins Ausland verkauft, das entspricht einem Rückgang von 15 % gegenüber 2017/18. Zudem sanken die Ausfuhren damit auf den tiefsten Stand seit 7 Jahren. Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) dürfte der Grund für den Rückgang die geringere Rohstoffverfügbarkeit sein, die 2018 noch kleiner ausfiel als 2017.

Die größten Mengen wurden in die Niederlande geliefert, die als Drehscheibe des internationalen Handels rund 491.700 t abnahm. Das waren allerdings 14 % weniger als im Vorjahr. Polen, das in den vergangenen fünf Jahren noch auf Platz 2 der wichtigsten Käufer deutschen Rapsöls lag, ist 2018/19 mit einem Rückgang von 60 % auf Platz 4 gerutscht. Dafür könnte der Anstieg der polnischen Rapsölerzeugung verantwortlich sein. An Polens Stelle trat 2018/19 Belgien, das 85.400 t Rapsöl importierte, rund 22 % mehr als im Vorjahr. Die Nachfrage der EFTA-Staaten (Island, Norwegen, Schweiz) brach 2017/18 schon um 66 % ein und fiel 2018/19 nochmals um fast die Hälfte auf 15.200 t. Grund dafür war der Rückgang der Importnachfrage Norwegens um zwei Drittel auf 6.000 t. Dafür verdoppelte Großbritannien seine Einfuhren an deutschem Rapsöl auf 11.200 t.

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Grafik der Woche (KW 34 2019)

Rapsölpreise steigen stetig

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Die Forderungen für Rapsöl haben in der ersten Jahreshälfte 2019 deutlich zugelegt. Zugleich sanken die Palmölpreise bis Juli, sodass sich die Preisdifferenz deutlich vergrößert hat.

Die Großhandelspreise für Pflanzenöle in Deutschland haben sich in der ersten Jahreshälfte 2019 teils sehr unterschiedlich entwickelt. Die Rapsölpreise sind mit 712 EUR/t fob Hamburg in das Jahr 2019 gestartet und sanken bis Anfang März auf den vorläufigen Jahrestiefstand von 693 EUR/t. Grund für den starken Rückgang war zum Einen der kräftige Rückgang der Rapsnotierungen in Paris, der auch Druck auf die Kassamarktpreise für Raps und seine Nachprodukte ausübte. Zum Anderen schwächte sich die Nachfrage aus der Biodieselindustrie saisonbedingt ab.

Anschließend kletterten die Preise stetig bis August. Zuletzt wurden 770 EUR/t verlangt, knapp 60 EUR/t mehr als zu Beginn des Jahres und 35 EUR/t mehr als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Angetrieben wurden sie nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) von schwachen Ernteprognosen für Raps in der EU und in Deutschland.

Die Palmölpreise entwickelten sich gegenläufig und stiegen bis Ende Februar 2019 um umgerechnet 46 EUR/t auf den bisherigen Höchststand von 504 EUR/t. Grund dafür waren gestiegene Terminmarktnotierungen in Kuala Lumpur. Lebhaftere malaysische Exporte gaben hier den Auftrieb. Die nach wie vor hohen malaysischen Lagerbestände drückten die Preise dann wieder bis Anfang Juli. Damit vergrößerte sich auch der Abstand von Palmöl zu den anderen Pflanzenölen, womit das Tropenöl seinen Wettbewerbsvorteil ausbauen konnte. In den vergangenen 7 Wochen haben sich die Palmölpreise wieder befestigt, was auf Kurssteigerungen in Kuala Lumpur zurückzuführen ist. Die Notierungen profitierten von der gestiegenen Palmölnachfrage aus Indien und China im Juli. Trotzdem bleibt das Tropenöl deutlich günstiger als Rapsöl.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) befürchtet aufgrund dieser Preisdifferenz einen Anstieg der Palmölverwendung. Sie appelliert daher erneut an die Verantwortung aller Beteiligten der Biokraftstoff- und Mineralölwirtschaft in Bezug auf die Regelungen der neugefassten Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II). Denn mit der im Jahr 2019 auf die nationalen Quotenverpflichtungen angerechnete Menge an „Palmölkraftstoffen“ (Biodiesel oder Hydriertes Pflanzenöl) wird die Basismenge festgelegt, auf deren Grundlage die Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse mit einem hohen Risiko für Landnutzungsänderungen ab Januar 2024 schrittweise bis 2030 auf „0“ Tonnen reduziert werden. 

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Grafik der Woche (KW 33 2019)

Mineralölkonzerne steigern HVO-Produktion in der EU

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Seit 2012 hat die Produktion von Hydriertem Pflanzenöl (HVO) in der Europäischen Gemeinschaft an Fahrt aufgenommen. Es sind vor allem Mineralölkonzerne wie Neste, Eni und Total, die den Aufbau entsprechender Kapazitäten vorangetrieben haben. Wichtigster Grund für die Entwicklung ist aus Sicht der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) die mit der iLUC-Richtlinie 2015 eingeführte Doppelanrechnung von Biokraftstoffen aus Abfallölen und -fetten. Gleichzeitig hat der Preisdruck an den internationalen Pflanzenölmärkten zugenommen.

Palmöl ist im Vergleich zu Soja- und vor allem Rapsöl immer billiger geworden. Die Anlagenbetreiber können die Rohware je nach Preis flexibel disponieren. Der Mineralölkonzern Total hatte allerdings den Widerstand der französischen Landwirte im Juni 2018 unterschätzt. Diese protestierten massiv gegen das Vorhaben von Total, am Standort La Mede zunächst ca. 0,5 Mio. t. Palmöl als Rohstoff einzusetzen. Dies entspricht ca. 0,14 Mio. ha zusätzlicher Palmölplantagen.

HVO-Anlagen können eine breite Palette von Rohstoffen einsetzen wie natives Pflanzenöl, tierische Fette, Fischöl und Altspeiseöl sowie Öle, die als Nebenprodukte verschiedener industrieller Prozesse anfallen, wie z.B. Tallöl aus der Holz- und Papierindustrie sowie Palmölabwasser und Palmfettsäuredestillat. Angesichts dieser Rohstoffoptionen drängt die UFOP auf Ebene der EU auf eine Verbesserung der Zertifizierungs- und Nachweisanforderungen.

Die HVO-Produktion in der EU wird 2018 auf 2,8 Mrd. l geschätzt und soll 2019 leicht auf 3 Mrd. l steigen. Mit geplanten Produktionsanlagen in Frankreich und Italien soll die Produktion ab 2020 auf 3,5 bzw. 4,5 Mrd. l steigen. Diese Mengen tragen dazu bei, dass die EU weltweit größter Produzent alternativer Dieselkraftstoffe ist. Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) werden 2019 rund 14,2 Mrd. l Biodiesel inkl. HVO produziert.

HVO wird hergestellt, indem die Doppelbindungen in den Fettsäuremolekülen der pflanzlichen und tierischen Öle und Fette mit Wasserstoff gesättigt werden. Als Nebenprodukt fällt Propan an. Das Produkt kann im HVO-Verfahren so modifiziert werden, dass HVO als regenerativer Diesel oder auch Biokerosin mit einem höheren Anteil als 7% wie im Falle von Biodiesel den fossilen Kraftstoffen beigemischt werden kann. Damit kann HVO gezielt und unabhängig von der Jahreszeit (Winterqualität) in Bestandsflotten bspw. im Gütertransport oder herkömmlichem Kerosin beigemischt werden. Im Gegensatz zur Fettsäuremethylesterproduktion (Biodiesel) ist dieses Verfahren allerdings mit sehr hohen Investitionskosten verbunden.

Neben der Option der Doppelanrechnung und der besseren THG-Minderungswerte im Vergleich zu herkömmlichen Biodiesel aus Pflanzenölen bestimmt der Rohstoffpreis die Vorzüglichkeit von HVO. Die UFOP stellt fest, dass die europäische Biodieselindustrie gefordert ist, diesen Wettbewerb um die THG-Effizienz und die Weiterentwicklung der Produktqualität aufzunehmen als Voraussetzung für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten fördert die UFOP Vorhaben auf dem Gebiet der Biodiesel- und Rapsöl-Kraftstoffforschung (https://www.ufop.de/biodiesel-und-co/biodiesel/forschung-und-entwicklung/).

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Grafik der Woche (KW 32 2019)

Angekündigte Strafzölle auf Palmölmethylester unwirksam

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Die von der EU-Kommission angekündigten vorläufigen Strafzölle werden den Import von Biodiesel aus Palmöl nicht verringern. Zu dieser Einschätzung kommt die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) bei einem Vergleich der Zollaufschläge in Höhe von 8% bzw. 18 %.

Im Antisubventionsverfahren gegen Indonesien hat sich der zuständige Ausschuss der EU-Kommission Ende Juli 2019 auf die Festsetzung von vorläufigen Strafzöllen verständigt. Diese betragen zwischen 8 % und 18 % und werden voraussichtlich am 5. September 2019 wirksam. Die Maßnahme wurde damit begründet, dass die indonesische Regierung den Export von Biodiesel mit Steuererleichterungen und mit der Bereitstellung von Palmöl zu niedrigen Preisen unterstützt. Mit den Aufschlägen sollen Wettbewerbsnachteile der europäischen Biodieselindustrie ausgeglichen werden.

Die UFOP weist darauf hin, dass auch mit den vorgesehenen Strafzöllen das Preisniveau von Rapsölmethylester (RME) nicht erreicht wird. Der europäische Rapsanbau als Rohstoffquelle für die Biodieselproduktion wird also von den Maßnahmen nicht profitieren. Die UFOP hat kein Verständnis für das niedrige Niveau der Strafzölle. Denn die EU-Kommission selbst hat die Frage der indirekten Landnutzungsänderungen im Zusammenhang mit der europäischen Biokraftstoffpolitik noch in den vergangenen Wochen sehr kritisch begleitet.

Die Neufassung der Erneuerbare Energien-Richtlinie (RED II) sieht vor, dass Palmöl-basierte Biokraftstoffe auf Basis der 2019 verbrauchten Menge ab 2024 bis zum Jahr 2030 auf 0 % zurückgeführt werden müssen. Die UFOP kritisiert, dass die zögerliche Haltung der EU-Kommission bei der Festlegung wirksamer Strafzölle einen wirksamen Effekt auf einen Verbrauchsrückgang in 2019 in der Europäischen Union verhindert. Deshalb muss die EU-Kommission höhere und wirksame Strafzölle festsetzen als Beitrag zur Vermeidung negativer Landnutzungseffekte in Indonesien.

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