Grafik der Woche (KW 03 2022)

Rohstoff zur Biokraftstoffproduktion steht auf 7 % der Anbaufläche

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2020 wurden weltweit auf 1,4 Mrd. ha Kulturpflanzen wie Getreide, Ölsaaten, Eiweiß-, Zucker- und Faserpflanzen, Obst, Gemüse, Nüsse u.a. angebaut. Von diesen Produkten wurde das meiste zur Ernährung der Bevölkerung eingesetzt. Nur auf rund 7 Prozent der Anbaufläche wurden Rohstoffe für die Biokraftstoffproduktion erzeugt.
 
Dabei zeichnet sich sehr deutlich ab, dass die Biokraftstoffproduktion zumeist dort angesiedelt ist, wo es ohnehin Rohstoffüberschüsse gibt (v.a. Mais und Soja). Ohne Biokraftstoffe müssten diese Mengen am Weltmarkt platziert werden, was die Rohstoffpreise stark belasten würde. Die Biokraftstoff-Verwendung verringert den Produktionsüberhang, sorgt für eine zusätzliche Wertschöpfung und verringert den Bedarf an Devisen für den Import von Rohöl oder fossilen Kraftstoffen. Dieses Problem betrifft besonders die ärmeren Länder.
 
Ein weiterer Vorteil ist der gleichzeitige Anfall von hochwertigen Eiweißfuttermitteln bei der Biokraftstoffherstellung. Deren Bedarf steigt stetig. Der Anteil und die Qualität der Eiweißfuttermittel nehmen maßgeblich Einfluss auf die Preise der Rohstoffe. Sie bestimmen somit auch den Umfang der Anbauflächen. So sind Biokraftstoffe mitnichten die Preistreiber an den Rohstoffmärkten. Im Bedarfsfall stehen die Rohstoffe, die für die Biokraftstoffproduktion angebaut wurden, in erster Linie der Nahrungsmittelversorgung zur Verfügung. Im Falle einer politisch motivierten Extensivierung des Ackerbaus, wie dies die EU-Kommission aktuell mit ihrer Reduktionsstrategie für Dünge- und Pflanzschutzmittel im Rahmen des „Green Deal“ verfolgt, würde diese Angebotsoption zur „Pufferung“ der Nahrungsmittelnachfrage wegfallen.
 

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Grafik der Woche (KW 02 2022)

FAO-Pflanzenölindex 2021 mit neuem Jahreshoch

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Mit 185 bzw. 141 Punkten erreichte der FAO-Index im November 2021 sowohl bei Pflanzenöl als auch bei Getreide ein Allzeithoch. Im Dezember gaben die Indices leicht nach.
 
Der FAO-Preisindex für Pflanzenöl lag im Dezember 2021 mit durchschnittlich 178,5 Punkten rund 6,1 Punkte unter dem Höchststand des Vormonats. Das entspricht einem Rückgang von 3,3 Prozentpunkten. Insbesondere Palmöl büßte im Vergleich mit dem Vormonat kräftig an Wert ein. Verantwortlich für den Preisrückgang war in erster Linie eine gedämpfte globale Importnachfrage aufgrund von Sorgen über die möglichen Auswirkungen der erneut steigenden Covid-19-Fallzahlen. Auch die Preise für Sonnenblumenöl verzeichneten einen Rückgang. Demgegenüber hielten Soja- und Rapsöl ihr Preisniveau. Gestützt wurden die Forderungen durch eine lebhafte Importnachfrage, insbesondere aus Indien, sowie einem anhaltend knappen globalen Angebot.
 
Im Hinblick auf das gesamte Jahr 2021 lag der FAO-Pflanzenölindex bei durchschnittlich 164,8 Punkten und damit 65,4 Punkte über dem Niveau des Vorjahres. Das entspricht einem Zuwachs von 65,8 % auf ein neues Jahreshoch.
 
Der FAO-Getreidepreisindex ging im Dezember um 0,9 Punkte oder 0,6 % auf 140 Punkte zurück. Während die Exportpreise für Weizen infolge eines verbesserten globalen Angebots bei schwindender Nachfrage zurückgingen, zogen die Maispreise an. Gestützt wurden diese durch die anhaltende Sorge um Ertragseinbußen infolge von Trockenheit in Brasilien. Für das Jahr 2021 wurde ein Getreidepreisindex von durchschnittlich 131,2 Punkten ermittelt, was einem Anstieg von 28 Punkten oder 27,2 % gegenüber dem Vorjahr entspricht. Damit wird der höchste Stand seit 2012 erreicht.
 
Der FAO-Getreidepreisindex wird ermittelt auf Basis offizieller täglicher Notierungen und Handelspreise für Weizen, Gerste, Mais, Sorghum und Reis, gewichtet nach ihrem durchschnittlichen Anteil am Welthandel.
 
 

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Grafik der Woche (KW 01 2022)

USA liefert weniger Sojabohnen in die EU-27

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Die Sojabohne ist vor Raps die wichtigste Ölsaat, die in die Europäische Union importiert wird. In den ersten fünf Monaten des laufenden Wirtschaftsjahres wurden rund 5,8 Mio. t Sojabohnen eingeführt, fast 1 Mio. t weniger als im Vorjahreszeitraum. Unter den Lieferanten gab es große Veränderungen.
 
Hauptlieferanten für Soja in die EU blieben Brasilien und die USA, wobei sich das Mengenverhältnis deutlich Richtung Südamerika verschoben hat. So kamen vom 01.07.-12.12.2021 rund 3,4 Mio. t aus Brasilien und damit ein Fünftel mehr als im Vorjahreszeitraum. 59 % der Importe stammten somit aus Brasilien. Demgegenüber lieferten die USA nur knapp 1,6 Mio. t, 840.000 t weniger als im Vorjahreszeitraum. Das entspricht einem Anteil von 27 % an den Sojaimporten der EU-27. Ein Grund für den deutlichen Rückgang der Lieferungen aus den USA dürften nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) die Schäden des Wirbelsturms Ida an den Exportterminals am Golf von Mexiko sein, welche die Exporte deutlich erschwerten. Drittwichtigster Lieferant bleibt Kanada mit 639.300 t, gefolgt von der Ukraine mit 104.911 t. Das entspricht einem Anteil von 11 % bzw. knapp 2 %. Den fünften Platz nimmt Uruguay mit 16.530 t ein.
 
Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die EU-Kommission Ende November 2021 einen Vorschlag vorgelegt hat, mit dem sie zukünftige Anforderungen an den Nachweis eines entwaldungsfreien Bezuges unter anderem von Soja und Palmöl festlegen will. Die Kommission will damit der öffentlichen Diskussion über die Rohstoff-Herkünfte und die Transparenz der gesamten Warenkette Rechnung tragen.
 
Die UFOP betont, dass diese Anforderungen für die Biokraftstoffbranche nichts Neues sind. Im Gegenteil: seit 2010 werden entsprechende Anforderungen im Rahmen der gesetzlich verankerten Nachhaltigkeitszertifizierung umgesetzt. Dabei ist der datierte Nachweis, dass die Fläche bereits vor Januar 2008 als Anbaufläche genutzt wurde, ein besonders wichtiger Parameter. Mit Blick auf die beginnende Diskussion zur Umsetzung in Deutschland fordert die UFOP, dass der Umfang der Dokumentationspflichten für die betroffene Warenkette im Sinne der Umsetzbarkeit bzw. des Bürokratieaufwandes angemessen bzw. verhältnismäßig sein und sich an der Nachhaltigkeitszertifizierung im Biokraftstoffbereich orientieren müsse. „Doppelnachweise“ müssten verhindert werden. Zu beachten sei, dass bereits nachhaltig zertifiziertes Sojaöl für die Biodieselproduktion und der Import solcher Ware in die EU bereits einen Flächennachweis führen müsse. Die Zertifizierung erfolge unabhängig von der Endverwendung bzw. der Verarbeitungsprodukte der Sojabohne. Somit sei die entsprechende Sojaschrotmenge folglich im Verfahren inkludiert. Zur Umsetzung liegen bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) umfangreiche Erfahrungen in der Umsetzung vor bis hin zur Schaffung einer auch international beachteten Datenbank.
 
Mit Blick auf den im Sinne des Umwelt- und Klimaschutzes nötigen fairen Wettbewerb hebt die UFOP den grundsätzlichen Regelungsbedarf hervor. So beruhe der Exportzuwachs im Falle von Brasilien nach Angaben der AMI auf der Nutzung zusätzlicher Flächen, die bisher jedoch mangels Erfassung nicht verortet werden könnten. Dieses Problem sei dank der Fortschritte der Satellitentechnik und des vom BMEL geförderten Projektes Global Risk Assessment Services (GRAS) zwar lösbar. Allerdings seien Verlagerungseffekte zu befürchten, wenn wichtige Importländer wie China keine analogen Standards für Importe vorgeben. International vereinbarte Nachhaltigkeitsstandards könnten somit unterlaufen werden und Verarbeitungsprodukte würden dann doch sprichwörtlich auf den europäischen Tellern landen. Diese Verlagerungseffekte und hiermit einhergehende Wettbewerbsbenachteiligung müssten vermieden werden, fordert die UFOP.

 

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Grafik der Woche (KW 51 2021)

Spitzenjahr der Ölsaatenerzeugung

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Nach aktuellen Schätzungen des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) wird die globale Erzeugung von Ölsaaten im Wirtschaftsjahr 2021/22 bei dem Spitzenwert von rund 627,6 Mio. t und damit rund 4 % über Vorjahreslinie gesehen. Nachdem erst kürzlich eine Produktion von 628 Mio. t erwartet wurde, ist die aktuelle Prognose etwas zurückhaltender.
 
Auch die globale Verarbeitung von Ölsaaten steigt nach jüngster Prognose des USDA auf den Höchstwert von 527,2 Mio. t, das wären rund 18,3 Mio. t mehr als noch im Wirtschaftsjahr 2020/21. Die weltweiten Endbestände belaufen sich voraussichtlich auf 114,1 Mio. t und liegen damit 400.000 t über dem Niveau des Vorjahres. Die Saison 2018/19, als der Rekordwert von 133,9 Mio. t erreicht wurde, wird allerdings deutlich verfehlt. Auch der Welthandel mit Ölsaaten verzeichnet einen voraussichtlichen Zuwachs um 6 Mio. t auf 196 Mio. t.
 
Mit ca. 382 Mio. t werden im laufenden Wirtschaftsjahr so viele Sojabohnen geerntet wie noch nie. Auch die globale Erzeugung von Sonnenblumenkernen steigt gegenüber dem Vorjahr um 14 % auf 57 Mio. t im Gegensatz zur weltweiten Rapserzeugung, die zum Vorjahr um 4,8 Mio. t auf 68,4 Mio. t sinken soll. Diese Prognose fußt nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) auf Ernterückgänge in wichtigen Produktionsländern insbesondere in Kanada. In Bezug auf die geschätzte Menge Ölsaaten ist darauf hinzuweisen, dass diese gemäß USDA-Schätzung u. a. auch den Anteil Erdnüsse von ca. 51 Mio. t und Baumwollsaat von ca. 44 Mio. t berücksichtigt. 
 
Der Anstieg in der Sojabohnenproduktion geht auf den Flächenzuwachs in Nordamerika durch Anpassung der Fruchtfolge, hingegen in Südamerika auch infolge der Landnutzungsänderungen (Urwaldrodung) zurück. Vor diesem Hintergrund streben die EU-Kommission wie auch die Bundesregierung die entwaldungsfreie Beschaffung von Futtermitteln an. Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) erinnert daran, dass bereits mit der Umsetzung der Erneuerbare Energien-Richtlinie (2009/28/EU) bei Biokraftstoffen aus Anbaubiomasse ein mit dem Jahr 2008 datiert vorgegebener Nachweis der Anbauflächenherkunft Voraussetzung für die Anerkennung der Zertifizierung in der Warenkette und damit für den Marktzugang in die EU ist. Diese Zertifizierungsanforderung ist grundsätzlich verwendungsunabhängig anwendbar, die administrativen Voraussetzungen bis hin zur Datenbank sind, jedenfalls in Deutschland, vorhabenden. Die Zertifizierungsanforderungen werden mit dem Vorschlag der EU-Kommission zur Änderung der Erneuerbaren Energien-Richtlinie (RED II) aktuell verschärft, der u. a. die Schaffung einer Unionsdatenbank in Anlehnung an die „Nabisy“-Datenbank der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) vorsieht. Die BLE hat aktuell den Evaluations- und Erfahrungsbericht 2020 veröffentlicht, der die Datenerfassung und Auswertung transparent aufzeigt, nicht zuletzt als wichtigen Beitrag für die Akzeptanz für Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse in der Politik und Öffentlichkeit.

 

 

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Grafik der Woche (KW 50 2021)

Rapsölexporte erreichen Rekordwert

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Die deutschen Ausfuhren an Rapsöl erreichten im Wirtschaftsjahr einen neuen Rekordwert und ließen damit das Spitzenjahr 2016/17 hinter sich.

Die deutschen Rapsölexporte sind im Wirtschaftsjahr 2020/21 erneut gestiegen, nachdem sie 2017/18 und 2018/19 deutlich zurückgegangen waren. Mit einem Gesamtexport von 1,3 Mio. t wurde sogar das Spitzenniveau des Wirtschaftsjahres 2016/17 übertroffen, als über 1,2 Mio. t Rapsöl ausgeführt wurden. Gegenüber dem vorangegangenen Wirtschaftsjahr entspricht das einem Anstieg von 36 %. Mit Abstand größter Empfänger für Rapsöl waren 2020/21 die Niederlande, die zentrale Drehscheibe für den Welthandel mit Rohstoffen. Danach folgten Belgien, Dänemark, Frankreich und Norwegen als wichtigste Zielländer für deutsches Rapsöl. Belgien kaufte rund 102.600 t aus Deutschland (+ 8 %), Dänemark 57.300 t (- 6 %). Nach Frankreich wurde mehr geliefert als im vergangenen Wirtschaftsjahr. Mit 54.700 t (+ 10 %) blieb unser Nachbarland ein wichtiger Absatzmarkt für Deutschland. Auch Großbritannien, Tschechien und Finnland importierten deutlich mehr als 2019/20, während nach Polen, Ungarn und Österreich weniger ausgeführt wurde.

Als Begründung verweist die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) auf die Bedeutung der europäischen Biodieselindustrie als wichtigsten Abnehmer von Rapsöl. Die UFOP führt den gestiegenen Export aus Deutschland bzw. den Importbedarf in anderen europäischen Staaten auf die geringere Verfügbarkeit von Raps bzw. Rapsöl zurück infolge der europaweit niedrigeren Erntemengen. Auch in den Nachbarländern hätten die Biokraftstoffquoten erfüllt werden müssen, um Strafzahlungen zu vermeiden. Zudem könne in den Wintermonaten von November bis April in den nördlichen Mitgliedsstaaten zur Einhaltung der Winterqualität von Diesel praktisch nur Biodiesel aus Rapsöl zugemischt werden, betont die Förderunion. Dieser genetische Vorteil der Fettsäurezusammensetzung von Rapsöl sichere ein Absatzpotenzial, das in diesem Zeitraum nur mit – im Vergleich zu Rapsmethylester (RME) teureren – Hydrierten Pflanzenöl (HVO) umgangen werden könnte.

Angesichts der Marktversorgung und Preisentwicklung bei Pflanzenölen müsse die Biodieselbranche prüfen, den Anbau von Sonnenblumen über entsprechende Vorkontrakte zur Aussaat 2022 anzureizen, empfiehlt die UFOP. Im Sinne der Biodiversität und der Erweiterung regionaler Fruchtfolgen existiere hier neben Raps noch ein Flächen- bzw. Rohstoffpotenzial, das gehoben werden könne. Angesichts der zu erwartenden Beibehaltung oder Verschärfung pandemiebedingter Auflagen werde das Rohstoffangebot gebrauchter Speiseöle und Fette nicht steigen. Hieran ändere auch die hierzulande im Jahr 2022 erstmals zugelassene Option der Anrechnung von Biokraftstoffen aus tierischen Fetten der Abfallkategorie 1 und 2 nichts. Die UFOP sieht hier lediglich die Kompensation von Exportmengen, die an anderer Stelle fehlen.

 

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Grafik der Woche (KW 49 2021)

Komfortable Sojabohnenversorgung

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Zum zweiten Mal in Folge könnte die globale Sojabohnenerzeugung den Verbrauch übersteigen. Die Vorräte könnten dadurch steigen.

In der Prognose für die weltweite Sojaproduktion erwartet das US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) mit 384 Mio. t einen historischen Höchstwert. Die gegenüber dem Vorjahr fast 6 Mio. t umfangreichere Ernte in den USA und die positiven Prognosen für Südamerika (+3 Mio. t für Argentinien und +6 Mio. t für Brasilien), treiben die Schätzung auf Rekordniveau. Dem steht 2021/22 allerdings auch eine zunehmende Nachfrage gegenüber. Mit 378 Mio. t erwartet das USDA eine Zunahme von 15 Mio. t gegenüber dem Wirtschaftsjahr 2020/21, vor allem basierend auf der erneut heraufgesetzten Verbrauchsprognose für China. Dort könnten 2021/22 mit knapp 118 Mio. t rund 6 Mio. t mehr Sojabohnen verwendet werden als im vorangegangenen Wirtschaftsjahr. Damit deckt China nach Einschätzung der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) fast ein Drittel der globalen Nachfrage ab. An zweiter Stelle folgen die USA mit 63 Mio. t, dahinter Brasilien (50 Mio. t) und Argentinien (49 Mio. t). In allen Ländern wird der Verbrauch von Sojabohnen etwa 1-2 Mio. t zulegen, aber nicht so deutlich wie in China. Für die EU wird dagegen ein leichter Rückgang von 17,6 Mio. t erwartet.

Trotz des hohen Nachfragezuwachses in China steigen die globalen Bestände auf 104 Mio. t, vor allem durch die Produktionssteigerungen in Nord- und Südamerika.

Die Union zur Förderung von Proteinpflanzen e.V. (UFOP) weist darauf hin, dass der Produktionszuwachs bei Soja nicht nur auf Ertrags-, sondern auch auf Flächenzuwächse zurückzuführen i ist. Die Frage nach einem entwaldungsfreien Bezug und mehr Transparenz durch Kennzeichnung rückt auch für die neue Bundesregierung in den Fokus. Die 2009 in Kraft getretenen Regelungen der Erneuerbare Energien-Richtlinie (2008/29/EG) für die Biokraftstoffzertifizierung enthalten auch einen datierten Nachweis für die Herkunft der Anbauflächen. Diese Zertifizierungsanforderungen werden aktuell mit der Umsetzung der Neufassung dieser Richtlinie (RED II) u. a. mit der Schaffung einer EU-Datenbank ab 2022 verschärft, betont die Förderunion. Das Erfordernis der Nachhaltigkeitszertifizierung entstehe erst mit der Zweckbestimmung zur Anrechnung auf die Quotenverpflichtungen. Folglich sei in Deutschland die gesamte Rapsanbaufläche zertifiziert und demzufolge auch alle hieraus hergestellten Produkte, einschließlich des Rapsschrotes.

Die Grundlagen für einen Herkunftsnachweis seien grundsätzlich mit der EU-Biokraftstoffpolitik geschaffen worden und könnten daher als Blaupause auch für andere Kulturarten dienen. Dieser Ansatz für den Nachhaltigkeitsnachweis könne helfen, das Ziel der EU-Kommission einer Stärkung der Wertschöpfung in den Anbauregionen im Rahmen ihrer Farm-to-Fork-Strategie zu unterstützen, betont die UFOP. Dies betreffe den heimischen Körnerleguminosenanbau insgesamt. Die UFOP appelliert deshalb an die neue Bundesregierung, Biokraftstoffpolitik und Körnerleguminosenanbau ganzheitlich zu denken und auf heimische proteinliefernde Kulturarten in entsprechend erweiterten Fruchtfolgen auszurichten.

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Grafik der Woche (KW 48 2021)

Spitzenerträge für deutsche Sojabohnen

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Im Jahr 2021 sind in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 104.000 t Sojabohnen gedroschen worden und damit so viele wie noch nie.
 
Auch wenn das kalte Frühjahr nur einen langsamen Start in die Vegetation erlaubte, waren die Bedingungen im Sommer und Frühherbst nahezu optimal: Niederschläge und Wärme waren ausreichend. Das trieb die Sojabohnenerträge zur Ernte 2021 nach oben. Mit voraussichtlich 30,3 dt/ha wurden Spitzenergebnisse eingefahren. Das ermöglichte 2021 in Deutschland einen Spitzenernte von über 100.000 t und das, obwohl die Anbaufläche kaum ausgedehnt worden war. Das sind gut dreimal mehr als noch vor 6 Jahren vom Feld geholt werden konnten.
 
Seit 2012 hat sich die Sojabohnenernte in Deutschland infolge der stetig gestiegenen Anbaufläche mehr als verzehnfacht. Zur Ernte 2021 betrug die Anbaufläche 34.300 ha und damit 1,4 % mehr als im Vorjahr. Die Erträge fielen zudem überdurchschnittlich hoch aus und wiesen gegenüber dem Dürrejahr 2020 – vor allem in Ostdeutschland –enorme Steigerungspotenziale auf. So konnten in Brandenburg 65 % mehr geerntet werden als 2020. Aber auch in Baden-Württemberg, Niedersachsen und Hessen war das Plus nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) mit 34-48 % sehr groß.
 
Die UFOP sieht in der positiven Entwicklung der Hektarerträge einen Beleg für die erfolgreiche züchterische Bearbeitung der Sojabohne. Die Sojabohne sei eine ökonomisch wie ökologisch zunehmend interessante Ergänzung der Fruchtfolgen. Mit Blick auf den Klimawandel und die notwendige Entwicklung klimaresilienter Fruchtfolgesysteme müsse dieser Trend jedoch für alle großkörnigen Leguminosen beschleunigt werden, insbesondere durch einen Förderschub in der Züchtung. Aus Sicht der UFOP bedürfe es analog zum Ausbau erneuerbarer Energien eines Forschungs- und Investitionsbudgets. Analog zur E-Mobilität bedürfe es auch in der Züchtungsforschung in Kombination mit Fördermaßnahmen für den Marktzugang einer nachhaltig ausgerichteten Förderkulisse.
 
Die UFOP erwartet, dass das Bundeslandwirtschaftsministerium unter der neuen Führung im übertragenen Sinne mehrere Gänge hochschalten werde, damit eine ökologisch ausgerichtete Bioökonomiestrategie endlich auch in der Fläche sichtbar werde. Die UFOP verweist in diesem Zusammenhang auf die von der EU-Kommission und der bisherige Bundesregierung eingeleiteten Vorschläge und Maßnahmen für einen entwaldungsfreien Bezug. Dieser fange auf dem heimischen Acker an, betont die Förderunion mit Verweis auf die von UFOP in Kooperation mit Experten aus Wissenschaft und der Pflanzenzüchtung initiierten und durchgeführten Projektvorhaben.

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Grafik der Woche (KW 47 2021)

Weltweit weniger Futtererbsen geerntet

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Die Dürre in Nordamerika hat in dieser Saison auch die Erzeugung von Futtererbsen empfindlich getroffen. Denn zu den Top 5 der wichtigsten Erzeuger und Exporteure gehören neben Kanada auch die USA. 
 
Aktuell geht der Internationale Getreiderat IGC für 2021/22 von einer globalen Futtererbsenerzeugung von 12,6 Mio. t aus. Nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) wäre dies ein Minus von 16 % (2,3 Mio. t) und ist in erster Linie auf eine geringere Produktion in Nordamerika zurückzuführen. Die Futtererbsenernte in Kanada wird aktuell auf 2,5 Mio. t geschätzt und damit 45 % unter Vorjahresniveau. Anhaltend heiße und trockene Bedingungen in den westlichen Anbauregionen während der Aussaat- und Vegetationsphase hatten die niedrigste Ernte seit fast zwei Jahrzehnten zur Folge.
 
Russland rückt mit 2,7 Mio. t an die Spitze der Futtererbsenproduzenten, auch, wenn die Ernte rund 1,5 % kleiner ausfiel als im Vorjahr. An dritter Stelle folgt die EU-27 mit einer Produktion von 2,2 Mio. t. Das sind 7 % mehr als im Jahr 2020 und ist auf die größeren Anbauflächen in Deutschland und Frankreich zurückzuführen. In Frankreich wurden zudem überdurchschnittliche Erträge eingefahren, die in Deutschland witterungsbedingt nicht realisiert werden konnten.
 
Auch die um 21 % oder ca. 100.000 t größere Ernte in der Ukraine kann die Rückgänge in Nordamerika nicht einmal ansatzweise ausgleichen. Das Land produziert mit rund 600.000 t genau so viel wie die USA, wo die Ernte dürrebedingt um 44 % auf ebenfalls 0,6 Mio. t abgenommen hat.
 
Auf der Südhalbkugel ist das Bild uneinheitlich. Während die anstehende Futtererbsenernte in Australien nach der IGC-Prognose mit 0,3 Mio. t das Vorjahresergebnis um 15 % verfehlen dürfte, wird für Argentinien nach einer ersten offiziellen Schätzung der Anbaufläche und unter Annahme einer Rückkehr zu durchschnittlichen Erträgen eine 16 % größere Ernte als 2020 veranschlagt.
 
Angesichts des von der EU-Kommission vorgelegten Vorschlags für eine Verordnung über entwaldungsfreie Produkte unterstreicht die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) das große Anbaupotenzial bei Futtererbsen und bei den übrigen großkörnigen Leguminosen wie Ackerbohne, Lupine und Sojabohne. Die UFOP kritisiert, dass sowohl die EU-Kommission als auch die Bundesregierung die grundsätzlich vorhandenen Fördermöglichkeiten nicht so abstimmen, dass sich der Proteinpflanzenanbau – analog der Entwicklung des Rapsanbaus – in der EU 27 zu einer tragenden Säule der Versorgung mit gentechnikfreiem Protein zur menschlichen und tierischen Ernährung entwickeln kann.
 
Grundsätzlich sei der Kommissionsvorschlag richtig, um der nach wie vor besorgniserregende Entwicklung der Brandrodungen mit immensen Folgen für den Klimawandel entgegenzuwirken. Die UFOP erinnert in diesem Zusammenhang an die Ergebnisse des UFOP-Perspektivforums im September 2021 (Vorträge und Videomitschnitte stehen unter www.ufop.de/forum21 zum Download zur Verfügung). Festgehalten wurde dort auch ein erheblicher Kommunikationsbedarf, um den Verbraucherinnen und Verbrauchern im Wege einer entsprechenden Kennzeichnung die Herkunft der Rohstoffe und damit auch die Ökosystemleistung erweiterter Fruchtfolgen zu vermitteln.
 
Die UFOP erwartet, dass die neue Bundesregierung eine Strategie mit einem ganzheitlichen Ansatz entwickelt, um für die Ackerbaubetriebe als erstes Glied in der Wertschöpfungskette auch ökonomisch selbsttragende Perspektiven zu schaffen.

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Grafik der Woche (KW 46 2021)

Globale Pflanzenölerzeugung erreicht 2021/22 neue Höchstwerte

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Die globale Erzeugung von Pflanzenölen wächst auch im Wirtschaftsjahr 2021/22 und erreicht neue Höchstwerte. Ein voraussichtlicher Rückgang der Rapsölproduktion kann durch die erhöhte Erzeugung von Palm-, Sonnenblumen- und Sojaöl mehr als kompensiert werden. 
 
Nach jüngster Schätzung des US-Landwirtschaftsministeriums (USDA) beläuft sich die globale Erzeugung von Pflanzenölen 2021/22 auf 214,8 Mio. t. Das wären 8,21 Mio. t mehr als 2020/21. Damit wird die Produktion den Bedarf von voraussichtlich 211,8 Mio. t auch im laufenden Wirtschaftsjahr vollständig decken.
 
Das hinsichtlich Produktion und Verbrauch bedeutendste Pflanzenöl am Weltmarkt bleibt nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft(mbH) Palmöl mit einer geschätzten Produktion von 76,5 Mio. t. Das ist gegenüber 2020/21 ein Plus von 3,6 Mio. t. Palmöl hat damit einen Anteil von knapp 36 % der gesamten Pflanzenölproduktion. Indonesien bleibt mit 44,5 Mio. t größte Erzeuger für Palmöl, gefolgt von Malaysia mit 19,7 Mio. t und Thailand mit 3,1 Mio. t.
 
Die Produktion von Sojaöl dürfte aufgrund der größeren Ernten um 4 % auf 61,7 Mio. t ausgedehnt werden und könnte einen neuen Höchstwert erreichen. Mit 17,6 Mio. t bleibt China Hauptproduzent, mit 11,6 Mio. t nimmt die USA den zweiten Platz ein. Sonnenblumenöl dürfte 2021/22 mit 21,8 Mio. t sogar 14 % mehr produziert werden aufgrund größerer Ernten in Osteuropa und in der EU-27.  Demgegenüber prognostiziert das USDA aufgrund des unzureichenden Angebotes an Rapssaat einen Rückgang der globalen Rapsölproduktion um 6 % auf 27,4 Mio. t. 
 
Die UFOP erwartet infolge stabil hoher Sonnenblumenölpreise eine Schubwirkung für die Ausdehnung des Anbaus zur Aussaat 2022.



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Grafik der Woche (KW 45 2021)

EU-Ernte an Sonnenblumenkernen doch nicht auf Rekordhöhe

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In der EU-27 wurde im Jahr 2021 eine deutliche größere Ernte an Sonnenblumenkerne eingefahren als noch im Vorjahr. Auch der langjährige Durchschnitt wurde weit übertroffen. Doch der Rekordwert aus dem Jahr 2017 wird nicht getoppt.
 
In der europäischen Gemeinschaft wurden im Jahr 2021 schätzungsweise 10,3 Mio. t Sonnenblumenkerne erzeugt und damit 14 % mehr als noch im Vorjahr. Das entspricht einem Anstieg von 10 % gegenüber dem langjährigen Mittel. Auch die Fläche wurde im Vergleich zum Vorjahr ausgeweitet, wenn auch nur um knapp 1 % auf 4,5 Mio. ha, 7 % mehr als im Fünfjahresschnitt. Im Schnitt wurden 23 dt/ha erzielt, was einem Anstieg von 13 % gegenüber dem ertragsschwachen Vorjahr entspricht. Damit verfehlt der diesjährige Ertrag aber den langjährigen Durchschnitt um knapp 0,6 %.
 
Die deutlich erhöhte Erzeugung ist nach Recherche der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (mbH) insbesondere auf eine größere Erzeugung in Frankreich, Rumänien, Bulgarien und der Slowakei zurückzuführen. Mit einem Plus von 0,8 auf rund 3 Mio. t bleibt Rumänien größter Erzeuger für Sonnenblumenkerne innerhalb der europäischen Gemeinschaft, gefolgt von Bulgarien mit 1,9 Mio. t. Ein überwiegend günstiger Witterungsverlauf ermöglichte das Einfahren größerer Ernten, nachdem das Vorjahr durch zu wenig Niederschlag in der ertragsbildenden Phase und Starkregen zur Ernte in Bulgarien und Rumänien deutliche Ertragseinbußen verzeichnete. Demgegenüber fällt die Ernte in Ungarn voraussichtlich kleiner aus als noch im Vorjahr, Trockenheit beeinträchtigte die Ertragsbildung in der sensiblen Vegetationsphase.

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Grafik der Woche (KW 44 2021)

Beimischungsanteil in Dieselkraftstoff erreicht Jahreshöchstwert

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Der Beimischungsanteil von Biodiesel im Dieselkraftstoff erreichte im August mit 8,3 % den höchsten Wert seit 10 Monaten.
 
Im August 2021 wurden 266.710 t Biodiesel und damit 15 % mehr als im Vormonat beigemischt. Da der Dieselverbrauch gleichzeitig nur um 2 % auf 2,9 Mio. t zunahm, erhöhte sich der Beimischungsanteil auf 8,3 %. Der Gesamtverbrauch Diesel und Biodiesel erreichte im August folglich 3,2 Mio. t, 1,6 % weniger gegenüber August 2020. Im laufenden Jahr summiert sich der Biodieselverbrauch auf 1,6 Mio. t, der Beimischungsanteil lag im Schnitt über die 8 Monate bei 7,3 %, im Vorjahreszeitraum bei 8,8 %.
 
Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) weist darauf hin, dass die Norm für Dieselkraftstoff, DIN EN 590, den Biodieselanteil auf 7 Volumenprozent begrenzt. Der diese Vorgabe überschreitende Beimischungsanteil ist Hydriertes Pflanzenöl (HVO). Diese Mengen werden vom zuständigen Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) nach wie vor nicht ausgewiesen, kritisiert der Verband.

Die UFOP schätzt den Mengenbedarf für das Kalenderjahr auf ca. 2,5 Mio.t Biodiesel/HVO. Demzufolge verringert sich der Absatz um etwa 0,5 Mio. t verglichen mit dem Ausnahmejahr 2020. Im Jahr zuvor mussten die THG-Quotenverpflichteten die Emissionsminderung gemäß der EU-Kraftstoffqualitätsrichtlinie in Höhe von 6% ohne Quotenübertragung und damit vorrangig mit physischer Ware erfüllen. Diese Erfüllungsoption besteht wieder ab 2021. Hinzu kommt der grundsätzlich stetig sinkende Diesel- bzw. Energiebedarf infolge des Aufwuchses der E-Mobilität und der mit diesem Antrieb verbundenen besseren Energieeffizienz.
 
Allerdings werden in 2030, dem Zieljahr des EU-Klima- und des in diesem Jahr besonders für den Verkehrssektor nachgeschärften Bundesklimaschutzgesetzes, noch mehr als 35 Mio. Fahrzeuge mit einem Verbrennungsmotor angetrieben sein, betont die Förderunion. Für die Erfüllung der bis 2030 auf 25 Prozent schrittweise steigenden THG-Quotenverpflichtung und Emissionsvorgaben für den Verkehr, bedarf es technologieoffen aller Erfüllungsoptionen, einschließlich nachhaltig zertifizierter und treibhausgasoptimierter Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse, Reststoffen und Abfällen, stellt die UFOP fest. Der Nachweis der Nachhaltigkeit ist der Passierschein für Marktzugang und Anrechnung, betont die UFOP mit Blick auf Produkte, die keine gleichrangigen Anforderungen erfüllen müssen.

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Grafik der Woche (KW 43 2021)

EU-Rapsimporte unter Vorjahresniveau

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Die diesjährige Rapsernte ist größer ausgefallen als im Vorjahr, weshalb die EU-27 bisher weniger Zufuhren aus Drittländern benötigen könnte.
 
Die EU-27 hat in den ersten 15 Wochen der Saison 2021/22 rund 1,3 Mio. t Raps importiert. Dies entspricht einem Rückgang von 43 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum und sind drei Viertel weniger als 2019/20. Diese Schwankungen sind neben der Rapsproduktion in der Europäischen Gemeinschaft auch von der Verfügbarkeit am Weltmarkt abhängig. Im laufenden Wirtschaftsjahr beläuft sich die europäische Rapsernte nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) auf voraussichtlich 16,9 Mio. t. Das sind zwar knapp 0,8 Mio. t mehr als im Vorjahr, die allerdings nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken. Allein die deutschen Ölmühlen verarbeiten über 9 Mio. t. Rapssaat. Die EU-Kommission schätzt für 2021/22 einen zusätzlichen Importbedarf von 5,7 Mio. t. Das wären dann nur rund 150.000 t weniger als 2020/21.
 
Allerdings ist die Verfügbarkeit von Raps am Weltmarkt infolge der erheblichen Ernteeinbußen des Hauptlieferanten Kanada stark eingeschränkt. Daher muss bereits zu Beginn der Saison auf australische Ware zurückgegriffen werden, sonst ein Garant für Lieferungen in der zweiten Wirtschaftsjahreshälfte. Auch aus dem Vereinigten Königreich, zum Vorjahreszeitpunkt noch Mitglied der EU, werden jetzt Drittlandsimporte bezogen. Eine weitere Lücke bedeuten die verhaltenen Lieferungen aus der Ukraine. Trotz größerer Ernte kamen von dort bislang 37 % weniger Raps als im Vorjahreszeitraum. Dieses Minus konnte mit den umfangreicheren Lieferungen aus Moldawien und Serbien nur unzureichend kompensiert werden.

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Grafik der Woche (KW 42 2021)

Erneut größere EU-Hülsenfruchternte

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Die Erzeugung von Hülsenfrüchten in der EU-27 zur Ernte 2021 hat mit einem Plus von 10 % deutlich zugelegt. Den größten Zuwachs verzeichneten Süßlupinen.
 
Die Erzeugung von Hülsenfrüchten hat in der EU-27 im Jahr 2021 bereits das dritte Mal in Folge zugenommen. Nach Einschätzung der EU-Kommission wurden knapp 6,8 Mio. t geerntet und damit 10 % mehr als im Vorjahr. Das Rekordergebnis von 7 Mio. t im Jahr 2017 wurde jedoch nicht erreicht. Von den aufgeführten Hülsenfrüchten wurden vor allem Süßlupinen im Vergleich zum Vorjahr umfangreicher gedroschen. 2021 wurden etwa 347.000 t geerntet und damit 71 % mehr als im Vorjahr, als die Anbaufläche sehr stark zurückgegangen war. Die aktuelle Ernte ist damit 49 % größer als im langjährigen Durchschnitt. Nach Einschätzung der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) ist dieses Plus alleine auf die Flächenausdehnung zurückzuführen, denn die Erträge fielen niedriger aus als im Vorjahr. Ackerbohnen wurden 2021 in einem Volumen von 1,3 Mio. t gedroschen, ein Plus von 2 % gegenüber 2020. Auch dies fußt alleine auf der größeren Anbaufläche, denn die Erträge blieben unter Vorjahresniveau. Gegenüber den zurückliegenden 5 Jahren ist eine Steigerung von 11 % festzuhalten.
 
Wichtigste Hülsenfrucht der EU-27 ist die Sojabohne mit einem leicht reduzierten Anteil von rund 43 % an der Erzeugung von Körnerleguminosen. 2021 ernteten die Erzeuger rund 2,8 Mio. t,etwa 8 % mehr als im Vorjahr. Dies ist vor allem auf eine Ertragssteigerung von 7 % zurückzuführen, denn der Anbau wurde nur marginal ausgedehnt. Die zweitwichtigste Hülsenfrucht in der EU-27 ist die Futtererbse. Mit 2,3 Mio. t wurden 13 % mehr gedroschen als 2020. Grund dafür ist vor allem eine Ausweitung der Anbaufläche um 9 %. Die Erträge weisen ein Plus von 3 % gegenüber dem Vorjahr auf. Im langjährigen Vergleich fiel die Ernte an Futtererbsen 7 % größer aus, die an Sojabohnen 5 %.
 
Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) sieht in der Produktionsentwicklung den grundsätzlichen Aufwärtstrend im Anbau und damit das Interesse der landwirtschaftlichen Betriebe bestätigt, mit dem Anbau von Körnerleguminosen neue Absatzmärkte zu erschließen und Fruchtfolgesysteme angesichts der Klimawandels resilienter und risikoärmer zu gestalten. An die neue Bundesregierung gerichtet unterstreicht die UFOP die Forderung, die erforderlichen Begleitmaßnahmen ausreichend attraktiv zu gestalten. Der Instrumentenkasten liege im Prinzip vor, es bedürfe nur einer zukunftsgerichteten und mutigen Orchestrierung. Die Förderunion erneuert ihre Forderung nach einer angemessenen Prämiengestaltung beim Anbau von Körnerleguminosen im Rahmen des aktuell diskutierten Eco-Schemes „Vielfältige Fruchtfolgen“, aber auch nach einer sachgerechten Finanzierung der Förderstrategie für Eiweißpflanzen. Beides seien wichtige „Leitplanken“ einer zukünftigen und von Verbrauchern ebenso wertgeschätzten Ackerbaustrategie, die dann auch den Namen verdiene.
 
Die UFOP verweist auf ihre kürzlich im Rahmen des UFOP-Perspektivforums am 23. September 2021 vorgestellten Studien zur Erweiterung von Fruchtfolgesystemen und zum spezifischen und monetär bewertbaren Beitrag von Körnerleguminosen zum Klimaschutz. Wie wertvoll die Proteinkomponenten von Raps und Körnerleguminosen für eine gesunde, vielseitige und klimaschonende Ernährung sind und welches Wertschöpfungspotenzial regional gehoben werden könnte, wird im Rahmen einer UFOP-Tagung am 2. November 2021 vorgestellt und diskutiert. Das Programm zur Veranstaltung finden Sie hier.
 
Mit diesen Hinweisen betont die UFOP ihren Anspruch als kompetenter Ansprechpartner für die anstehende Legislaturperiode.

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Grafik der Woche (KW 41 2021)

Unerwartet hohe Endbestände drücken US-Sojakurse

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Der Ende September veröffentlichte Quartalsbericht über die US-Vorräte überraschte die Marktteilnehmer, infolgedessen rutschten die Sojakurse an der Börse in Chicago ab.
 
Der vierteljährliche USDA-Vorratsbericht sorgt auch im Oktober 2021 für Wirbel am Sojamarkt, denn die Zahlen waren in dieser Höhe von den Marktteilnehmern nicht erwartet worden. Der Fronttermin in Chicago verlor schlagartig und erreichte im Tagesverlauf Tiefstände wie seit Januar 2021 nicht mehr.
 
Nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) lagerten in den USA am 1. September 2021 knapp 7 Mio. t Sojabohnen. Wie erwartet lag dies unter den Beständen zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Die Marktteilnehmer hatten nur 6,4 Mio. t erwartet. Die neue Schätzung setzte die Soja-Notierungen unter Druck. Das USDA hat in der neuen Schätzung den Bedarf für die Futtermittelproduktion gesenkt. Außerdem werden Verzögerungen bei der Verschiffung erwartet, da durch den Wirbelsturm Ida Ende August 2021 Hafenanlagen am Golf von Mexiko beschädigt worden waren.
 
Außerhalb der landwirtschaftlichen Betriebe lagerten wie im Vorjahr rund 73 % der Vorräte, also 5,1 Mio. t. Das entspricht etwa der Hälfte der außerhalb gelagerten Vorjahresmenge von 10,4 Mio. t. Die Erzeuger hatten bis zum Ende der Saison 2020/21 von den im Jahr 2020 geernteten 112,5 Mio. t rund 98,4 % verkauft und damit deutlich mehr als aus der kleineren Ernte im Vorjahr. 2019 waren 96,7 Mio. t geerntet worden, wovon Anfang September noch 4 % auf den Farmen lagerten.

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Grafik der Woche (KW 40 2021)

Preise für Ölschrote ziehen an

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Während prompte Lieferungen von Ölschroten vereinzelt nachgefragt werden, ist das Interesse an Kontrakten mit längeren Laufzeiten gering. Auch Mischfutterhersteller kaufen weniger.

Das Angebot am Rapsschrotmarkt bleibt regional begrenzt, aber auch die Nachfrage ist gering. Wer Ware benötigt, muss die Forderungen akzeptieren. Auf der anderen Seite finden Anbieter jedoch nur vereinzelt Käufer. Im September tendierten die Preise zwar durchweg fester, starteten aber auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Im Monatsdurchschnitt wurde daher gegenüber August nur ein leichtes Plus verzeichnet. Zuletzt bedingte die Rapshausse den kräftigen Preisanstieg. So meldete die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) am 30.09.2021 im Schnitt 275 EUR/t für promptes Rapsschrot ex Mühle. Zu Beginn des Monats waren noch von 265 EUR/t gemeldet worden. Damit verzeichnen die Forderungen gegenüber Vormonat ein Plus von 0,8 %, liegen aber um 17 % über dem Vorjahresniveau.

Am Sojaschrotmarkt blieb es im September ruhig. Das Angebot war ausreichend, sowohl auf vorderen als auch auf hinteren Terminen, auch wenn die Lieferungen aus Argentinien weiterhin schleppend kommen. Das Kaufinteresse fokussiert sich auf prompte Ware, während Kontrakte auf spätere Liefertermine oder für einen längerfristigen Lieferzeitraum vor dem Hintergrund der zuletzt deutlich gestiegenen Forderungen gemieden werden. Im September wurden für 48er Partien im Schnitt 404 EUR/t fob Mühle aufgerufen, nur wenig mehr als im Schnitt des Vormonats, aber ebenfalls 17 % über dem Großhandelspreis im September 2020.

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Grafik der Woche (KW 39 2021)

Mehr Süßlupinen und Sojabohnen

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Deutschland fährt in diesem Jahr eine Rekordernte an Hülsenfrüchten ein. Das liegt vor allem an den teils deutlich größeren Anbauflächen, denn die Erträge waren nicht bei allen Hülsenfrüchten gut. 
 
Der Anbau von Futtererbse und Co. zur Ernte 2021 wurde insgesamt um 11 % auf 219.000 ha ausgedehnt. Und das, obwohl es im Frühjahr laut Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) weniger Entscheidungsspielraum für die Erzeuger gab als im Vorjahr. Die Winterungen zur Ernte 2021 waren wieder zur alten Größe ausgedehnt worden, weil das Aussaatwetter passte. Dennoch entschieden sich die Landwirte zu mehr Leguminosen: Vor allem Erbsen (+18 %) und Süßlupinen (+32 %) profitierten. Die Sojafläche blieb stabil, die Ackerbohnenfläche schrumpfte indes um 2 %.

Die Bedingungen für Aufwuchs und Hülsenbildung waren gut, doch der verregnete Sommer kostete in diesem Jahr vor allem bei den Futtererbsen Ertrag. So wurden mit 301.000 t nur 1 % mehr Erbsen gedroschen als im Vorjahr. Auch die Ackerbohne litt unter dem schlechten Wetter, so dass mit 223.000 t rund 6 % weniger geerntet wurden als 2020. Einen großen Zuwachs verzeichnen die Sojabohnen, die bei gleicher Fläche mit 104.000 t eine rund 14 % größere Ernte erwarten lassen. Unbeeindruckt vom regenreichen Sommer zeigten sich die Süßlupinen, die auf ihren zumeist trockenen Standorten erstmals seit Jahren wieder optimale Bedingungen erlebten. Mit einem Ertragsplus von 13 % liegt das Erntevolumen bei schätzungsweise 53.000 t; dies wäre ein Plus von 56 % gegenüber dem Vorjahr.


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Grafik der Woche (KW 38 2021)

Rapserzeugung erreicht neue Tiefststände

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Das US-Landwirtschaftsministerium reduzierte in seiner aktuellen Prognose erneut seine Schätzung zur globalen Rapsversorgung – und dies unerwartet deutlich.

Nach der jüngsten Schätzung des US-Landwirtschaftsministerium (USDA) beläuft sich die globale Rapserzeugung im Wirtschaftsjahr 2021/22 auf voraussichtlich 68,17 Mio. t. Damit wurde die Prognose des Vormonats August um 1,8 Mio. t nach unten korrigiert, was im Vorjahresvergleich einen Rückgang von 4,12 Mio. t und den tiefsten Stand seit 9 Jahren bedeutet. Nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) bleibt die EU-27 größter Rapserzeuger. Hitze und Dürre in den kanadischen Anbaugebieten haben massive Auswirkungen auf die Erzeugung Kanadas.

Die Schätzung für den globalen Verbrauch wurde ebenfalls um 0,76 auf 70,31 Mio. t reduziert. Kürzungen für China, Kanada und die EU-27 konnten durch eine erhöhte Verbrauchsschätzung für Japan nicht kompensiert werden.

Die globalen Endbestände 2021/22 werden vom USDA auf 3,65 Mio. t avisiert. Das wären nicht nur 40 % weniger als Ende der Vermarktungssaison 2020/21, sondern auch die geringsten Rapsvorräte seit Beginn der Aufzeichnung.

Die Exportprognosen wurden in der USDA-Schätzung gegenüber Vormonat um 0,55 auf 13,56 Mio. t nach unten korrigiert. Während vor allem Kanada aufgrund des Produktionseinbruchs weniger liefern wird, wurde die Exportprognose für die EU-27 angehoben. Kanada bleibt trotz der Rückgänge mit 5,8 Mio. t dennoch Hauptexporteur.

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Grafik der Woche (KW 37 2021)

Deutsche Biodieselausfuhren weiterhin überdurchschnittlich

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Für 2021 zeichnet sich ein geringerer Außenhandel mit Biodiesel ab. Bereits in der ersten Jahreshälfte verringerten sich die Exporte um 18 %, die Importe sogar um 43 %. Die Bilanz weist einen Exportüberschuss von 503.460 t aus, dieser fällt zum Vorjahr um 31 % höher aus. Während die Ausfuhren das langjährige Mittel (923.200 t) übersteigen, schrumpfen die Importe unter den Durchschnitt (559.000 t).

Deutschland exportierte im ersten Halbjahr 2021 laut Statistischem Bundesamt rund 933.117 t Biodiesel, demgegenüber belief sich der Import auf 429.657 t. Wichtigster Handelspartner sind mit 42 bzw. 36 % am Gesamtexport bzw. -import nach wie vor die Niederlande als wichtigster EU-Marktplatz für den Biodieselhandel. Allerdings ist der Import um 60 % deutlich zurückgegangen. Nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) kamen darüber hinaus größere Importmengen aus Belgien, Malaysia und Polen, die allerdings ebenfalls alle geringer ausfielen als im Vorjahreszeitraum. Bei den Importen dominiert das Angebot aus anderen EU-Ländern (84 %); wichtigstes Drittland ist Malaysia, das allerdings mit nur knapp 65.000 t erneut auf Platz 3 der Lieferländer steht.

Unter den Empfängerländern für deutschen Biodiesel dominieren mit den Niederlanden, Polen und Belgien ebenfalls EU-Länder (88 %). Wichtigstes Drittland sind hier die USA, die in der ersten Hälfte 2021 mit knapp 71.000 t den vierten Platz halten, obgleich die Liefermenge gegenüber Vorjahreszeitraum um 30 % zurückgegangen ist.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) weist darauf hin, dass in dieser Statistik ausschließlich Biodiesel berücksichtigt wurde. Paraffinische Kraftstoffe wie Hydriertes Pflanzenöl (HVO) werden nicht ausgewiesen. Angesichts des inzwischen in Europa erreichten Verbrauchniveaus von ca. 3,6 Mio. t und einer zukünftig steigenden Bedeutung zur Erfüllung der Treibhausgas-Quoten in allen Mitgliedstaaten unterstreicht die UFOP den dringenden Handlungsbedarf zur Anpassung der amtlichen Statistiken – national wie europäisch. HVO müsse gesondert ausgewiesen werden.

Für die gesonderte Erfassung spreche die Tatsache, dass HVO mit einer gesonderten Kraftstoffspezifikation produziert und getrennt von Biodiesel gehandelt werde. HVO könne im Vergleich zu Biodiesel (max. 7 %) bis zu einem Anteil von 
26 % fossilem Dieselkraftstoff beigemischt werden, betont die UFOP. Die von Bund und Ländern initiierte Förderung von synthetischen Kraftstoffen (E-Fuels) und inzwischen erteilten Freigaben von Fahrzeugherstellern für den Reinkraftstoffbetrieb seien weitere Gründe für eine gesonderte statistische Erfassung paraffinischer Kraftstoffe. Die Förderunion weist darauf hin, dass die verbrauchten HVO-Mengen in Deutschland erst mit der Veröffentlichung des  Evaluations- und Erfahrungsberichtes der Bundesanstalt für Landwirtschaft (BLE) zum Jahresende ausgewiesen würden.

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Grafik der Woche (KW 36 2021)

Geringerer Biodieselverbrauch im 1. Halbjahr 2021

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Im Straßenverkehr wurde im ersten Halbjahr 2021 weniger Dieselkraftstoff verbraucht als im Vergleichszeitraum 2020. Hiermit einhergehend sank der Verbrauch von Biodiesel um ein Fünftel. Im Durchschnitt wurden 7,1 % Biodiesel beigemischt; im Vorjahreszeitraum waren es noch 8,1 %.

Im ersten Halbjahr 2021 summierte sich der Verbrauch an Biodiesel zur Beimischung auf rund 1,14 Mio. t, das sind 19,6 % weniger als 2020. Sollte sich die Verbrauchsentwicklung in der zweiten Jahreshälfte so fortsetzen, dürfte der Verbrauch an Biodiesel zur Beimischung nach Berechnung der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) 2021 insgesamt 2,4 Mio. t erreichen. Im Jahr 2020 waren es 3 Mio. t.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) weist darauf hin, dass die Quotenjahre 2020 und 2021 nicht vergleichbar sind, auch wenn die Unternehmen der Mineralölwirtschaft in beiden Jahren eine Treibhausgas(THG)-Minderungsquote von 6 % erfüllen mussten bzw. müssen. Im Jahr 2020 waren alle EU-Mitgliedsstaaten verpflichtet, gemäß der Vorgabe der Kraftstoffqualitätsrichtlinie die THG-Minderung von 6 % umzusetzen. Für das Verpflichtungsjahr 2020 war die Quotenübertragung aber nicht möglich; diese ist ab 2021 wieder zugelassen. Die UFOP erwartet, dass die in diesem Jahr wieder mögliche THG-Quotenübertragung die Nachfrage nach Biodiesel bremsen wird.

Eine finale Einschätzung der Entwicklung in 2021 ist jedoch nach Ansicht der UFOP schwierig, da die THG-Quotenverpflichtung 2022 auf 7 % steigt und der Dieselverbrauch infolge der Zunahme der E-Mobilität der Dieselverbrauch tendenziell sinken wird. Die staatliche Förderung der E-Mobilität führt vorrangig zu einem Bestandabbau von Diesel-Pkw. Vor diesem Hintergrund ist für die Exporte der deutschen Biodieselindustrie von Bedeutung, in welcher Höhe die THG-Quoten im Zuge der Umsetzung der RED II für das Quotenjahr 2022 festgelegt werden. Der Zeitdruck beim Klimaschutz ist groß. Auch das immer kleiner werdende Rest-Budget für die bis 2030 noch erlaubten THG-Emissionen geben den Handlungsdruck klar vor: Das THG-Reduktionspotenzial von nachhaltig zertifizierten Biokraftstoffen muss also genutzt werden als Beitrag der EU für die Einhaltung des 1,5-Gradziels in 2030.

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Grafik der Woche (KW 35 2021)

Preise für Hülsenfrüchte ein Viertel über Vorjahr

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Die Saison 2021/22 startet mit deutlich höheren Preisen für Futtererbsen, Acker- und Sojabohnen aus deutscher Erzeugung. Ackerfrüchte erzielen zum Auftakt der Saison deutlich höhere Preise als im Vorjahr – das gilt auch für die Leguminosen zur Körnernutzung. Unterstützung kommt auch vom Weltmarkt, hier stehen die Zeichen auf Hausse.

Auch wenn das weltweite Angebot an Leguminosen üppiger ausfallen soll als in der vorherigen Saison bleibt viel Platz für Spekulationen, solange beim Top-Exporteur USA die Sojaernte nicht eingebracht ist. Die Unsicherheit wird zusätzlich angeheizt von der schwer einzuschätzenden Nachfrage des weltgrößten Verbrauchers, China. Dieses Umfeld bestimmt die Preise, auch hier in Deutschland.

Hierzulande wurden die Aussaatflächen für Futtererbsen, Ackerbohnen und Sojabohnen gegenüber dem Vorjahr insgesamt um 14 % ausgedehnt. Ob dies auch zu einer größeren Erntemenge 2021 führen wird, ist noch unsicher, denn die Erträge kommen witterungsbedingt nicht an das Vorjahrsniveau heran.

Dennoch zeigen die Erzeugerpreise von Sojabohnen sehr deutlich den saisontypischen „Ernteknick“. Dieser Effekt vollzieht sich jedoch auf einem erheblich höheren Preisniveau als im Vorjahr. Das Wirtschaftsjahr 2021/22 startete nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) im Juli mit Erzeugerpreisen rund 24 % über Vorjahreslinie, wobei Ackerbohnen mit einem Plus von 10 % den geringsten und Sojabohnen mit 44 % den größten Abstand aufwiesen. Futtererbsen lagen mit 16 % dazwischen. Aber noch ist die Preisfindung nicht beendet, die Ernte ist es ja auch noch nicht.

Nach Einschätzung der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) trägt die zunehmende Nachfrage der Lebensmittelindustrie nach heimischen Rohstoffen für die vegetarische und vegane Ernährung – vor allem aus Erbsen und Lupinen – zur festen Preisentwicklung bei Körnerleguminosen bei. Es ist davon auszugehen, dass sich dieser Trend in den kommenden Jahren fortsetzen wird.

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Grafik der Woche (KW 34 2021)

Beginn der Rapsschrotvermarktung der neuen Ernte

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Den Start der Vermarktungssaison für Rapsnachprodukte aus der neuen Ernte hatten die Käufer nicht nur etwas früher erwartet. Sie haben auch auf deutlichere Preiszugeständnissen gehofft. Aber die Ware bleibt knapp.

Noch Ende Juli kostete prompte Ware rund 300 EUR/t ex Mühle. Lieferungen ab August lagen bei 250 EUR/t und damit 50 EUR/t über Vorjahreslinie. Seither haben sich die Forderungen nicht ermäßigt, denn der Rohstoff wurde teurer. Die Käufer hoffen auf ein die Nachfrage überschreitendes Angebot der Ölmühlen und auf sinkende Preisen. Aber danach sieht es nicht aus. Bis Liefertermin Oktober wird Rapsschrot auf Großhandelsebene preisidentisch bewertet und ab November werden Aufgelder verlangt.

Dass Rapsschrot wieder verfügbar ist, spiegelt sich in den frei Hof-Preisen wider, die gegenüber dem Vormonat um 40 auf 318 EUR/t nachgaben. In einigen Regionen – vor allem in Nähe der Verarbeitungsstandorte – ist Rapsschrot sogar wieder unter 300 EUR/t erhältlich. Aber das regt kaum zum Abschluss längerfristiger Lieferkontrakte ab, denn damit werden immer noch 30 % mehr verlangt als vor einem Jahr.

Sojaschrot hat sich preislich kaum verändert, die Forderungen wurden gegenüber dem Vormonat nur marginal um rund 0,8 % zurückgenommen. Dies wären immer noch fast 24 % mehr als vor einem Jahr. Sehr teuer, weil sehr knapp, sind GVO-freie Sojaschrotpartien. Bereits auf Großhandelsstufe liegen die Forderungen gut 60 % über Vorjahreslinie, auch wenn sich zuletzt eine leicht schwächere Tendenz durchzusetzen schien.

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Grafik der Woche (KW 33 2021)

Steigende Rapspreise in der Ernte

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Verzögerte Ernten in Europa, die mit durchschnittlichen Ergebnissen nicht alle Erwartungen erfüllen und die trüben Ernteaussichten in Kanada, die für eine anhaltend knappe globale Versorgung sprechen, treiben aktuell die Erzeugerpreise für Raps.

Der kräftige Anstieg der Notierungen wird von der nur schleppend laufenden Ernte in West- und Osteuropa sowie den anhaltend gedrückten Ernteaussichten in Kanada angetrieben. Unterstützend wirkten zudem die im gleichen Zeitraum steigenden Kurse für Soja. Paris notierte am 13. Juni 2021 neue Höchststände für alle aufgerufenen Kontrakte, behält aber, nach Angaben der der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH), den bekannten Invers bei: der Börsenkurs sinkt, je weiter der Termin entfernt ist. Demgegenüber tendieren die Prämien am Kassamarkt dazu, diese Entwicklung wenigstens bis zum Jahresende auszugleichen.

Die Abgabebereitschaft der Erzeuger beschränkt sich vorrangig auf vertraglich gebundene Mengen, teils wird sogar direkt an die Ölmühle geliefert. Erkennbar überwiegt momentan die Entscheidung zur Einlagerung. Erzeuger sind mit den Ergebnissen der Ernte 2021 nicht vollends zufrieden, sowohl Erträge als auch Ölgehalte hatten sie sich höher gewünscht. Nur sehr vereinzelt nehmen Erzeuger zuletzt deutlich gestiegene Gebote wahr, um neuerntige Partien zur verkaufen oder Kontrakte ex Ernte 2022 abzuschließen

Prompte Ware frei Erfasserlager wird in allen Regionen über der Marke von 500 EUR/t bewertet. Im Schnitt wurden in der 32. KW mit 515 EUR/t knapp 11 EUR/t mehr genannt als noch in der Vorwoche und so 43 % mehr als zum Vorjahreszeitpunkt. Mit 490-535 EUR/t frei Lager bleibt es bei der großen Preisspanne zwischen den einzelnen Regionen. Ex Ernte 22 sind 422-453 EUR/t im Gespräch.

Die UFOP macht das Abgabeverhalten der Erzeuger an den Erfahrungen in der Vermarktung der letzten Ernte fest. 2020 wurde zu früh zu viel abgegeben. Die UFOP sieht zudem die Erzeugerpreise auf einem erforderlichen Niveau zur Kompensation geringerer Erträge und höherer Aufwendungen für den Pflanzenschutz. Das Vermarktungsjahr gebe damit die notwendige Preisentwicklung für alle Kulturarten vor, wenn der Ackerbau infolge der Umsetzung der „Farm to Fork“-Strategie der EU-Kommission „nachhaltig“ an Produktivität verliert. Sollten die pauschalen Reduktionsvorschläge trotz aller kritischen Hinweise in aktuellen Studien zur Folgenabschätzung tatsächlich umgesetzt werden, ist die Einführung eines wirksamen „Außenschutzes“ zwingende Voraussetzung. Ansonsten werde das Ambitionsniveau der EU durch Importe aus Drittstaaten unterlaufen, gab die Förderunion zu Bedenken.


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Weitere Grafiken der Woche finden Sie im Archiv.