Grafik der Woche (KW 43 2021)

EU-Rapsimporte unter Vorjahresniveau

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Die diesjährige Rapsernte ist größer ausgefallen als im Vorjahr, weshalb die EU-27 bisher weniger Zufuhren aus Drittländern benötigen könnte.
 
Die EU-27 hat in den ersten 15 Wochen der Saison 2021/22 rund 1,3 Mio. t Raps importiert. Dies entspricht einem Rückgang von 43 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum und sind drei Viertel weniger als 2019/20. Diese Schwankungen sind neben der Rapsproduktion in der Europäischen Gemeinschaft auch von der Verfügbarkeit am Weltmarkt abhängig. Im laufenden Wirtschaftsjahr beläuft sich die europäische Rapsernte nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) auf voraussichtlich 16,9 Mio. t. Das sind zwar knapp 0,8 Mio. t mehr als im Vorjahr, die allerdings nicht ausreichen, um den Bedarf zu decken. Allein die deutschen Ölmühlen verarbeiten über 9 Mio. t. Rapssaat. Die EU-Kommission schätzt für 2021/22 einen zusätzlichen Importbedarf von 5,7 Mio. t. Das wären dann nur rund 150.000 t weniger als 2020/21.
 
Allerdings ist die Verfügbarkeit von Raps am Weltmarkt infolge der erheblichen Ernteeinbußen des Hauptlieferanten Kanada stark eingeschränkt. Daher muss bereits zu Beginn der Saison auf australische Ware zurückgegriffen werden, sonst ein Garant für Lieferungen in der zweiten Wirtschaftsjahreshälfte. Auch aus dem Vereinigten Königreich, zum Vorjahreszeitpunkt noch Mitglied der EU, werden jetzt Drittlandsimporte bezogen. Eine weitere Lücke bedeuten die verhaltenen Lieferungen aus der Ukraine. Trotz größerer Ernte kamen von dort bislang 37 % weniger Raps als im Vorjahreszeitraum. Dieses Minus konnte mit den umfangreicheren Lieferungen aus Moldawien und Serbien nur unzureichend kompensiert werden.

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Grafik der Woche (KW 42 2021)

Erneut größere EU-Hülsenfruchternte

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Die Erzeugung von Hülsenfrüchten in der EU-27 zur Ernte 2021 hat mit einem Plus von 10 % deutlich zugelegt. Den größten Zuwachs verzeichneten Süßlupinen.
 
Die Erzeugung von Hülsenfrüchten hat in der EU-27 im Jahr 2021 bereits das dritte Mal in Folge zugenommen. Nach Einschätzung der EU-Kommission wurden knapp 6,8 Mio. t geerntet und damit 10 % mehr als im Vorjahr. Das Rekordergebnis von 7 Mio. t im Jahr 2017 wurde jedoch nicht erreicht. Von den aufgeführten Hülsenfrüchten wurden vor allem Süßlupinen im Vergleich zum Vorjahr umfangreicher gedroschen. 2021 wurden etwa 347.000 t geerntet und damit 71 % mehr als im Vorjahr, als die Anbaufläche sehr stark zurückgegangen war. Die aktuelle Ernte ist damit 49 % größer als im langjährigen Durchschnitt. Nach Einschätzung der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) ist dieses Plus alleine auf die Flächenausdehnung zurückzuführen, denn die Erträge fielen niedriger aus als im Vorjahr. Ackerbohnen wurden 2021 in einem Volumen von 1,3 Mio. t gedroschen, ein Plus von 2 % gegenüber 2020. Auch dies fußt alleine auf der größeren Anbaufläche, denn die Erträge blieben unter Vorjahresniveau. Gegenüber den zurückliegenden 5 Jahren ist eine Steigerung von 11 % festzuhalten.
 
Wichtigste Hülsenfrucht der EU-27 ist die Sojabohne mit einem leicht reduzierten Anteil von rund 43 % an der Erzeugung von Körnerleguminosen. 2021 ernteten die Erzeuger rund 2,8 Mio. t,etwa 8 % mehr als im Vorjahr. Dies ist vor allem auf eine Ertragssteigerung von 7 % zurückzuführen, denn der Anbau wurde nur marginal ausgedehnt. Die zweitwichtigste Hülsenfrucht in der EU-27 ist die Futtererbse. Mit 2,3 Mio. t wurden 13 % mehr gedroschen als 2020. Grund dafür ist vor allem eine Ausweitung der Anbaufläche um 9 %. Die Erträge weisen ein Plus von 3 % gegenüber dem Vorjahr auf. Im langjährigen Vergleich fiel die Ernte an Futtererbsen 7 % größer aus, die an Sojabohnen 5 %.
 
Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) sieht in der Produktionsentwicklung den grundsätzlichen Aufwärtstrend im Anbau und damit das Interesse der landwirtschaftlichen Betriebe bestätigt, mit dem Anbau von Körnerleguminosen neue Absatzmärkte zu erschließen und Fruchtfolgesysteme angesichts der Klimawandels resilienter und risikoärmer zu gestalten. An die neue Bundesregierung gerichtet unterstreicht die UFOP die Forderung, die erforderlichen Begleitmaßnahmen ausreichend attraktiv zu gestalten. Der Instrumentenkasten liege im Prinzip vor, es bedürfe nur einer zukunftsgerichteten und mutigen Orchestrierung. Die Förderunion erneuert ihre Forderung nach einer angemessenen Prämiengestaltung beim Anbau von Körnerleguminosen im Rahmen des aktuell diskutierten Eco-Schemes „Vielfältige Fruchtfolgen“, aber auch nach einer sachgerechten Finanzierung der Förderstrategie für Eiweißpflanzen. Beides seien wichtige „Leitplanken“ einer zukünftigen und von Verbrauchern ebenso wertgeschätzten Ackerbaustrategie, die dann auch den Namen verdiene.
 
Die UFOP verweist auf ihre kürzlich im Rahmen des UFOP-Perspektivforums am 23. September 2021 vorgestellten Studien zur Erweiterung von Fruchtfolgesystemen und zum spezifischen und monetär bewertbaren Beitrag von Körnerleguminosen zum Klimaschutz. Wie wertvoll die Proteinkomponenten von Raps und Körnerleguminosen für eine gesunde, vielseitige und klimaschonende Ernährung sind und welches Wertschöpfungspotenzial regional gehoben werden könnte, wird im Rahmen einer UFOP-Tagung am 2. November 2021 vorgestellt und diskutiert. Das Programm zur Veranstaltung finden Sie hier.
 
Mit diesen Hinweisen betont die UFOP ihren Anspruch als kompetenter Ansprechpartner für die anstehende Legislaturperiode.

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Grafik der Woche (KW 41 2021)

Unerwartet hohe Endbestände drücken US-Sojakurse

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Der Ende September veröffentlichte Quartalsbericht über die US-Vorräte überraschte die Marktteilnehmer, infolgedessen rutschten die Sojakurse an der Börse in Chicago ab.
 
Der vierteljährliche USDA-Vorratsbericht sorgt auch im Oktober 2021 für Wirbel am Sojamarkt, denn die Zahlen waren in dieser Höhe von den Marktteilnehmern nicht erwartet worden. Der Fronttermin in Chicago verlor schlagartig und erreichte im Tagesverlauf Tiefstände wie seit Januar 2021 nicht mehr.
 
Nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) lagerten in den USA am 1. September 2021 knapp 7 Mio. t Sojabohnen. Wie erwartet lag dies unter den Beständen zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres. Die Marktteilnehmer hatten nur 6,4 Mio. t erwartet. Die neue Schätzung setzte die Soja-Notierungen unter Druck. Das USDA hat in der neuen Schätzung den Bedarf für die Futtermittelproduktion gesenkt. Außerdem werden Verzögerungen bei der Verschiffung erwartet, da durch den Wirbelsturm Ida Ende August 2021 Hafenanlagen am Golf von Mexiko beschädigt worden waren.
 
Außerhalb der landwirtschaftlichen Betriebe lagerten wie im Vorjahr rund 73 % der Vorräte, also 5,1 Mio. t. Das entspricht etwa der Hälfte der außerhalb gelagerten Vorjahresmenge von 10,4 Mio. t. Die Erzeuger hatten bis zum Ende der Saison 2020/21 von den im Jahr 2020 geernteten 112,5 Mio. t rund 98,4 % verkauft und damit deutlich mehr als aus der kleineren Ernte im Vorjahr. 2019 waren 96,7 Mio. t geerntet worden, wovon Anfang September noch 4 % auf den Farmen lagerten.

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Grafik der Woche (KW 40 2021)

Preise für Ölschrote ziehen an

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Während prompte Lieferungen von Ölschroten vereinzelt nachgefragt werden, ist das Interesse an Kontrakten mit längeren Laufzeiten gering. Auch Mischfutterhersteller kaufen weniger.

Das Angebot am Rapsschrotmarkt bleibt regional begrenzt, aber auch die Nachfrage ist gering. Wer Ware benötigt, muss die Forderungen akzeptieren. Auf der anderen Seite finden Anbieter jedoch nur vereinzelt Käufer. Im September tendierten die Preise zwar durchweg fester, starteten aber auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Im Monatsdurchschnitt wurde daher gegenüber August nur ein leichtes Plus verzeichnet. Zuletzt bedingte die Rapshausse den kräftigen Preisanstieg. So meldete die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) am 30.09.2021 im Schnitt 275 EUR/t für promptes Rapsschrot ex Mühle. Zu Beginn des Monats waren noch von 265 EUR/t gemeldet worden. Damit verzeichnen die Forderungen gegenüber Vormonat ein Plus von 0,8 %, liegen aber um 17 % über dem Vorjahresniveau.

Am Sojaschrotmarkt blieb es im September ruhig. Das Angebot war ausreichend, sowohl auf vorderen als auch auf hinteren Terminen, auch wenn die Lieferungen aus Argentinien weiterhin schleppend kommen. Das Kaufinteresse fokussiert sich auf prompte Ware, während Kontrakte auf spätere Liefertermine oder für einen längerfristigen Lieferzeitraum vor dem Hintergrund der zuletzt deutlich gestiegenen Forderungen gemieden werden. Im September wurden für 48er Partien im Schnitt 404 EUR/t fob Mühle aufgerufen, nur wenig mehr als im Schnitt des Vormonats, aber ebenfalls 17 % über dem Großhandelspreis im September 2020.

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Grafik der Woche (KW 39 2021)

Mehr Süßlupinen und Sojabohnen

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Deutschland fährt in diesem Jahr eine Rekordernte an Hülsenfrüchten ein. Das liegt vor allem an den teils deutlich größeren Anbauflächen, denn die Erträge waren nicht bei allen Hülsenfrüchten gut. 
 
Der Anbau von Futtererbse und Co. zur Ernte 2021 wurde insgesamt um 11 % auf 219.000 ha ausgedehnt. Und das, obwohl es im Frühjahr laut Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) weniger Entscheidungsspielraum für die Erzeuger gab als im Vorjahr. Die Winterungen zur Ernte 2021 waren wieder zur alten Größe ausgedehnt worden, weil das Aussaatwetter passte. Dennoch entschieden sich die Landwirte zu mehr Leguminosen: Vor allem Erbsen (+18 %) und Süßlupinen (+32 %) profitierten. Die Sojafläche blieb stabil, die Ackerbohnenfläche schrumpfte indes um 2 %.

Die Bedingungen für Aufwuchs und Hülsenbildung waren gut, doch der verregnete Sommer kostete in diesem Jahr vor allem bei den Futtererbsen Ertrag. So wurden mit 301.000 t nur 1 % mehr Erbsen gedroschen als im Vorjahr. Auch die Ackerbohne litt unter dem schlechten Wetter, so dass mit 223.000 t rund 6 % weniger geerntet wurden als 2020. Einen großen Zuwachs verzeichnen die Sojabohnen, die bei gleicher Fläche mit 104.000 t eine rund 14 % größere Ernte erwarten lassen. Unbeeindruckt vom regenreichen Sommer zeigten sich die Süßlupinen, die auf ihren zumeist trockenen Standorten erstmals seit Jahren wieder optimale Bedingungen erlebten. Mit einem Ertragsplus von 13 % liegt das Erntevolumen bei schätzungsweise 53.000 t; dies wäre ein Plus von 56 % gegenüber dem Vorjahr.


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Grafik der Woche (KW 38 2021)

Rapserzeugung erreicht neue Tiefststände

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Das US-Landwirtschaftsministerium reduzierte in seiner aktuellen Prognose erneut seine Schätzung zur globalen Rapsversorgung – und dies unerwartet deutlich.

Nach der jüngsten Schätzung des US-Landwirtschaftsministerium (USDA) beläuft sich die globale Rapserzeugung im Wirtschaftsjahr 2021/22 auf voraussichtlich 68,17 Mio. t. Damit wurde die Prognose des Vormonats August um 1,8 Mio. t nach unten korrigiert, was im Vorjahresvergleich einen Rückgang von 4,12 Mio. t und den tiefsten Stand seit 9 Jahren bedeutet. Nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) bleibt die EU-27 größter Rapserzeuger. Hitze und Dürre in den kanadischen Anbaugebieten haben massive Auswirkungen auf die Erzeugung Kanadas.

Die Schätzung für den globalen Verbrauch wurde ebenfalls um 0,76 auf 70,31 Mio. t reduziert. Kürzungen für China, Kanada und die EU-27 konnten durch eine erhöhte Verbrauchsschätzung für Japan nicht kompensiert werden.

Die globalen Endbestände 2021/22 werden vom USDA auf 3,65 Mio. t avisiert. Das wären nicht nur 40 % weniger als Ende der Vermarktungssaison 2020/21, sondern auch die geringsten Rapsvorräte seit Beginn der Aufzeichnung.

Die Exportprognosen wurden in der USDA-Schätzung gegenüber Vormonat um 0,55 auf 13,56 Mio. t nach unten korrigiert. Während vor allem Kanada aufgrund des Produktionseinbruchs weniger liefern wird, wurde die Exportprognose für die EU-27 angehoben. Kanada bleibt trotz der Rückgänge mit 5,8 Mio. t dennoch Hauptexporteur.

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Grafik der Woche (KW 37 2021)

Deutsche Biodieselausfuhren weiterhin überdurchschnittlich

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Für 2021 zeichnet sich ein geringerer Außenhandel mit Biodiesel ab. Bereits in der ersten Jahreshälfte verringerten sich die Exporte um 18 %, die Importe sogar um 43 %. Die Bilanz weist einen Exportüberschuss von 503.460 t aus, dieser fällt zum Vorjahr um 31 % höher aus. Während die Ausfuhren das langjährige Mittel (923.200 t) übersteigen, schrumpfen die Importe unter den Durchschnitt (559.000 t).

Deutschland exportierte im ersten Halbjahr 2021 laut Statistischem Bundesamt rund 933.117 t Biodiesel, demgegenüber belief sich der Import auf 429.657 t. Wichtigster Handelspartner sind mit 42 bzw. 36 % am Gesamtexport bzw. -import nach wie vor die Niederlande als wichtigster EU-Marktplatz für den Biodieselhandel. Allerdings ist der Import um 60 % deutlich zurückgegangen. Nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) kamen darüber hinaus größere Importmengen aus Belgien, Malaysia und Polen, die allerdings ebenfalls alle geringer ausfielen als im Vorjahreszeitraum. Bei den Importen dominiert das Angebot aus anderen EU-Ländern (84 %); wichtigstes Drittland ist Malaysia, das allerdings mit nur knapp 65.000 t erneut auf Platz 3 der Lieferländer steht.

Unter den Empfängerländern für deutschen Biodiesel dominieren mit den Niederlanden, Polen und Belgien ebenfalls EU-Länder (88 %). Wichtigstes Drittland sind hier die USA, die in der ersten Hälfte 2021 mit knapp 71.000 t den vierten Platz halten, obgleich die Liefermenge gegenüber Vorjahreszeitraum um 30 % zurückgegangen ist.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) weist darauf hin, dass in dieser Statistik ausschließlich Biodiesel berücksichtigt wurde. Paraffinische Kraftstoffe wie Hydriertes Pflanzenöl (HVO) werden nicht ausgewiesen. Angesichts des inzwischen in Europa erreichten Verbrauchniveaus von ca. 3,6 Mio. t und einer zukünftig steigenden Bedeutung zur Erfüllung der Treibhausgas-Quoten in allen Mitgliedstaaten unterstreicht die UFOP den dringenden Handlungsbedarf zur Anpassung der amtlichen Statistiken – national wie europäisch. HVO müsse gesondert ausgewiesen werden.

Für die gesonderte Erfassung spreche die Tatsache, dass HVO mit einer gesonderten Kraftstoffspezifikation produziert und getrennt von Biodiesel gehandelt werde. HVO könne im Vergleich zu Biodiesel (max. 7 %) bis zu einem Anteil von 
26 % fossilem Dieselkraftstoff beigemischt werden, betont die UFOP. Die von Bund und Ländern initiierte Förderung von synthetischen Kraftstoffen (E-Fuels) und inzwischen erteilten Freigaben von Fahrzeugherstellern für den Reinkraftstoffbetrieb seien weitere Gründe für eine gesonderte statistische Erfassung paraffinischer Kraftstoffe. Die Förderunion weist darauf hin, dass die verbrauchten HVO-Mengen in Deutschland erst mit der Veröffentlichung des  Evaluations- und Erfahrungsberichtes der Bundesanstalt für Landwirtschaft (BLE) zum Jahresende ausgewiesen würden.

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Grafik der Woche (KW 36 2021)

Geringerer Biodieselverbrauch im 1. Halbjahr 2021

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Im Straßenverkehr wurde im ersten Halbjahr 2021 weniger Dieselkraftstoff verbraucht als im Vergleichszeitraum 2020. Hiermit einhergehend sank der Verbrauch von Biodiesel um ein Fünftel. Im Durchschnitt wurden 7,1 % Biodiesel beigemischt; im Vorjahreszeitraum waren es noch 8,1 %.

Im ersten Halbjahr 2021 summierte sich der Verbrauch an Biodiesel zur Beimischung auf rund 1,14 Mio. t, das sind 19,6 % weniger als 2020. Sollte sich die Verbrauchsentwicklung in der zweiten Jahreshälfte so fortsetzen, dürfte der Verbrauch an Biodiesel zur Beimischung nach Berechnung der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) 2021 insgesamt 2,4 Mio. t erreichen. Im Jahr 2020 waren es 3 Mio. t.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) weist darauf hin, dass die Quotenjahre 2020 und 2021 nicht vergleichbar sind, auch wenn die Unternehmen der Mineralölwirtschaft in beiden Jahren eine Treibhausgas(THG)-Minderungsquote von 6 % erfüllen mussten bzw. müssen. Im Jahr 2020 waren alle EU-Mitgliedsstaaten verpflichtet, gemäß der Vorgabe der Kraftstoffqualitätsrichtlinie die THG-Minderung von 6 % umzusetzen. Für das Verpflichtungsjahr 2020 war die Quotenübertragung aber nicht möglich; diese ist ab 2021 wieder zugelassen. Die UFOP erwartet, dass die in diesem Jahr wieder mögliche THG-Quotenübertragung die Nachfrage nach Biodiesel bremsen wird.

Eine finale Einschätzung der Entwicklung in 2021 ist jedoch nach Ansicht der UFOP schwierig, da die THG-Quotenverpflichtung 2022 auf 7 % steigt und der Dieselverbrauch infolge der Zunahme der E-Mobilität der Dieselverbrauch tendenziell sinken wird. Die staatliche Förderung der E-Mobilität führt vorrangig zu einem Bestandabbau von Diesel-Pkw. Vor diesem Hintergrund ist für die Exporte der deutschen Biodieselindustrie von Bedeutung, in welcher Höhe die THG-Quoten im Zuge der Umsetzung der RED II für das Quotenjahr 2022 festgelegt werden. Der Zeitdruck beim Klimaschutz ist groß. Auch das immer kleiner werdende Rest-Budget für die bis 2030 noch erlaubten THG-Emissionen geben den Handlungsdruck klar vor: Das THG-Reduktionspotenzial von nachhaltig zertifizierten Biokraftstoffen muss also genutzt werden als Beitrag der EU für die Einhaltung des 1,5-Gradziels in 2030.

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Grafik der Woche (KW 35 2021)

Preise für Hülsenfrüchte ein Viertel über Vorjahr

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Die Saison 2021/22 startet mit deutlich höheren Preisen für Futtererbsen, Acker- und Sojabohnen aus deutscher Erzeugung. Ackerfrüchte erzielen zum Auftakt der Saison deutlich höhere Preise als im Vorjahr – das gilt auch für die Leguminosen zur Körnernutzung. Unterstützung kommt auch vom Weltmarkt, hier stehen die Zeichen auf Hausse.

Auch wenn das weltweite Angebot an Leguminosen üppiger ausfallen soll als in der vorherigen Saison bleibt viel Platz für Spekulationen, solange beim Top-Exporteur USA die Sojaernte nicht eingebracht ist. Die Unsicherheit wird zusätzlich angeheizt von der schwer einzuschätzenden Nachfrage des weltgrößten Verbrauchers, China. Dieses Umfeld bestimmt die Preise, auch hier in Deutschland.

Hierzulande wurden die Aussaatflächen für Futtererbsen, Ackerbohnen und Sojabohnen gegenüber dem Vorjahr insgesamt um 14 % ausgedehnt. Ob dies auch zu einer größeren Erntemenge 2021 führen wird, ist noch unsicher, denn die Erträge kommen witterungsbedingt nicht an das Vorjahrsniveau heran.

Dennoch zeigen die Erzeugerpreise von Sojabohnen sehr deutlich den saisontypischen „Ernteknick“. Dieser Effekt vollzieht sich jedoch auf einem erheblich höheren Preisniveau als im Vorjahr. Das Wirtschaftsjahr 2021/22 startete nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) im Juli mit Erzeugerpreisen rund 24 % über Vorjahreslinie, wobei Ackerbohnen mit einem Plus von 10 % den geringsten und Sojabohnen mit 44 % den größten Abstand aufwiesen. Futtererbsen lagen mit 16 % dazwischen. Aber noch ist die Preisfindung nicht beendet, die Ernte ist es ja auch noch nicht.

Nach Einschätzung der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) trägt die zunehmende Nachfrage der Lebensmittelindustrie nach heimischen Rohstoffen für die vegetarische und vegane Ernährung – vor allem aus Erbsen und Lupinen – zur festen Preisentwicklung bei Körnerleguminosen bei. Es ist davon auszugehen, dass sich dieser Trend in den kommenden Jahren fortsetzen wird.

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Grafik der Woche (KW 34 2021)

Beginn der Rapsschrotvermarktung der neuen Ernte

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Den Start der Vermarktungssaison für Rapsnachprodukte aus der neuen Ernte hatten die Käufer nicht nur etwas früher erwartet. Sie haben auch auf deutlichere Preiszugeständnissen gehofft. Aber die Ware bleibt knapp.

Noch Ende Juli kostete prompte Ware rund 300 EUR/t ex Mühle. Lieferungen ab August lagen bei 250 EUR/t und damit 50 EUR/t über Vorjahreslinie. Seither haben sich die Forderungen nicht ermäßigt, denn der Rohstoff wurde teurer. Die Käufer hoffen auf ein die Nachfrage überschreitendes Angebot der Ölmühlen und auf sinkende Preisen. Aber danach sieht es nicht aus. Bis Liefertermin Oktober wird Rapsschrot auf Großhandelsebene preisidentisch bewertet und ab November werden Aufgelder verlangt.

Dass Rapsschrot wieder verfügbar ist, spiegelt sich in den frei Hof-Preisen wider, die gegenüber dem Vormonat um 40 auf 318 EUR/t nachgaben. In einigen Regionen – vor allem in Nähe der Verarbeitungsstandorte – ist Rapsschrot sogar wieder unter 300 EUR/t erhältlich. Aber das regt kaum zum Abschluss längerfristiger Lieferkontrakte ab, denn damit werden immer noch 30 % mehr verlangt als vor einem Jahr.

Sojaschrot hat sich preislich kaum verändert, die Forderungen wurden gegenüber dem Vormonat nur marginal um rund 0,8 % zurückgenommen. Dies wären immer noch fast 24 % mehr als vor einem Jahr. Sehr teuer, weil sehr knapp, sind GVO-freie Sojaschrotpartien. Bereits auf Großhandelsstufe liegen die Forderungen gut 60 % über Vorjahreslinie, auch wenn sich zuletzt eine leicht schwächere Tendenz durchzusetzen schien.

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Grafik der Woche (KW 33 2021)

Steigende Rapspreise in der Ernte

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Verzögerte Ernten in Europa, die mit durchschnittlichen Ergebnissen nicht alle Erwartungen erfüllen und die trüben Ernteaussichten in Kanada, die für eine anhaltend knappe globale Versorgung sprechen, treiben aktuell die Erzeugerpreise für Raps.

Der kräftige Anstieg der Notierungen wird von der nur schleppend laufenden Ernte in West- und Osteuropa sowie den anhaltend gedrückten Ernteaussichten in Kanada angetrieben. Unterstützend wirkten zudem die im gleichen Zeitraum steigenden Kurse für Soja. Paris notierte am 13. Juni 2021 neue Höchststände für alle aufgerufenen Kontrakte, behält aber, nach Angaben der der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH), den bekannten Invers bei: der Börsenkurs sinkt, je weiter der Termin entfernt ist. Demgegenüber tendieren die Prämien am Kassamarkt dazu, diese Entwicklung wenigstens bis zum Jahresende auszugleichen.

Die Abgabebereitschaft der Erzeuger beschränkt sich vorrangig auf vertraglich gebundene Mengen, teils wird sogar direkt an die Ölmühle geliefert. Erkennbar überwiegt momentan die Entscheidung zur Einlagerung. Erzeuger sind mit den Ergebnissen der Ernte 2021 nicht vollends zufrieden, sowohl Erträge als auch Ölgehalte hatten sie sich höher gewünscht. Nur sehr vereinzelt nehmen Erzeuger zuletzt deutlich gestiegene Gebote wahr, um neuerntige Partien zur verkaufen oder Kontrakte ex Ernte 2022 abzuschließen

Prompte Ware frei Erfasserlager wird in allen Regionen über der Marke von 500 EUR/t bewertet. Im Schnitt wurden in der 32. KW mit 515 EUR/t knapp 11 EUR/t mehr genannt als noch in der Vorwoche und so 43 % mehr als zum Vorjahreszeitpunkt. Mit 490-535 EUR/t frei Lager bleibt es bei der großen Preisspanne zwischen den einzelnen Regionen. Ex Ernte 22 sind 422-453 EUR/t im Gespräch.

Die UFOP macht das Abgabeverhalten der Erzeuger an den Erfahrungen in der Vermarktung der letzten Ernte fest. 2020 wurde zu früh zu viel abgegeben. Die UFOP sieht zudem die Erzeugerpreise auf einem erforderlichen Niveau zur Kompensation geringerer Erträge und höherer Aufwendungen für den Pflanzenschutz. Das Vermarktungsjahr gebe damit die notwendige Preisentwicklung für alle Kulturarten vor, wenn der Ackerbau infolge der Umsetzung der „Farm to Fork“-Strategie der EU-Kommission „nachhaltig“ an Produktivität verliert. Sollten die pauschalen Reduktionsvorschläge trotz aller kritischen Hinweise in aktuellen Studien zur Folgenabschätzung tatsächlich umgesetzt werden, ist die Einführung eines wirksamen „Außenschutzes“ zwingende Voraussetzung. Ansonsten werde das Ambitionsniveau der EU durch Importe aus Drittstaaten unterlaufen, gab die Förderunion zu Bedenken.


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Grafik der Woche (KW 32 2021)

Erneut kleine Rapsernte in Großbritannien

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Großbritannien war in der Zeit der Mitgliedschaft der Europäischen Gemeinschaft immerhin viertgrößter Rapserzeuger und kaum auf Importe angewiesen. Das hat sich seit der kleinen Ernte 2020 geändert und zeichnet sich auch für die Saison 2021/22 ab.

Bis zum 27. Juli 2021 waren etwa 9 % der britischen Winterrapsflächen geräumt, so das Agriculture and Horticulture Development Board (AHDB) in seinem ersten Erntebericht. Die Rapsbestände reifen nur langsam ab und verzögern so den Drusch. Gemessen am Erntefortschritt gilt die Ernte 2021 derzeit als die zweitlangsamste seit 2014. Und mit 315.000 ha sind zudem 17 % weniger zu beernten als im Vorjahr.

Der Durchschnittsertrag der Winterrapsernte 2021 wird von AHDB auf Basis der vorliegenden Ergebnisse zwischen 30-34 dt/ha avisiert, was dem langjährigen Durchschnittswert von 33 dt/ha nahekommt. Dies sind immerhin19 % mehr als die schwachen 27 dt/ha des Vorjahres. Die Einschätzungen zum Ölgehalt reichen von 43-45 %. Trocknungsmaßnahmen waren aufgrund der hohen Temperaturen in Ostengland vorerst nicht erforderlich.

Die Rapsernte 2021 wird vorerst auf 1,1 Mio. t geschätzt und wird damit wohl nur unwesentlich über dem Vorjahresumfang liegen. Für das Wirtschaftsjahr 2021/22 werden daher erneut umfangreiche Importe notwendig sein, da der Inlandsverbrauch mit geschätzten 1,6 Mio. t wieder das langjährige Mittel von knapp 2 Mio. t erreichen könnte. Demzufolge bleibt der Selbstversorgungsgrad mit 66% auf einem geringen Niveau, verglichen mit den Jahren 2016 bis 2018, als er noch bei 100 % lag.
 

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