Grafik der Woche (KW 14 2020)

Unerwartet große Nachfrage treibt Schrotpreise

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Die Corona-Krise veranlasste Anfang März viele Marktteilnehmer, zurückhaltend zu agieren und die weiteren Entwicklungen abzuwarten. Das änderte sich in den vergangenen zwei Wochen schlagartig.

Mit Blick auf die überraschend angeordneten Grenzschließungen und zwischenzeitlichen Diskussionen um die Verfügbarkeit von Transportkapazitäten orderten deutsche Viehhalter Mitte März große Mengen an Mischfutter. Die massiven Käufe befeuerten die Mischfutterherstellung und damit den Rohstoffbedarf der Produzenten und ließen die Nachfrage nach Proteinkomponenten regelrecht explodieren. Beim Sojaschrot kamen weitere preistreibende Einflüsse vom Weltmarkt dazu. Darunter der kräftige Anstieg der Kurse in Chicago, die in der 13. Kalenderwoche das höchste Niveau seit August 2018 erreichten.

Ein weiterer Faktor ist die geringere Sojaschrotproduktion in Argentinien, ausgelöst durch die Insolvenz einer großen Ölmühle. Die Ausbreitung der Corona-Pandemie und die Verhängung von Grenzschließungen in Argentinien und Brasilien bremsen Transporte und Verladungen in den Exporthäfen zusätzlich, obwohl der Warenverkehr die Grenzen eigentlich ungehindert passieren soll. Die Situation zeigt einmal mehr, dass die weltweite Logistikkette in Krisensituationen an ihre Grenzen gerät und dass die heimische Produktion von Eiweißkomponenten – etwa als Nebenprodukt der Biokraftstoffverarbeitung – einen wichtigen Beitrag zur Sicherstellung der Ernährungs- und Versorgungssicherheit in Deutschland leistet.

Zusammengefasst bedeutet dies für den deutschen Markt, dass die derzeit sehr lebhafte Nachfrage nach Sojaschrot auf ein unzureichendes Angebot trifft. Weitere Lieferengpässe sind möglich, sollte die Pandemie die Transportlogistik noch weiter einschränken. Genau dieser Gefahr wollen viele Viehhalter durch Vorratskäufe vorbeugen. Auch die Rapsschrotpreise ziehen dadurch nach oben, wenn auch in geringerem Umfang als die Notierungen für Sojaschrot.

Infolge der rasant gestiegenen Nachfrage sind die Preise für Sojaschrot seit Mitte März um durchschnittlich 19 % gestiegen. Rapsschrot legte im gleichen Zeitraum um 16 % zu.

 

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Grafik der Woche (KW 13 2020)

Pflanzenölpreise unter Corona-Druck

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Die Ausbreitung des Coronavirus hat insbesondere die globalen Rohölkurse und Pflanzenölpreise auf Talfahrt geschickt.

An den Pflanzenölmärkten geht es derzeit ausgesprochen ruhig zu. Die Corona-Pandemie erzeugt Druck an den Finanz- und Rohstoffmärkten und zieht auch die Kassapreise für Ölsaaten und Nachprodukte nach unten. Vor allem Rohöl hat mit dem Streit zwischen der OPEC und Russland wegen Diskrepanzen um die Fördermengen kräftig verloren. Infolge der Corona-Krise machen sich die Maßnahmen zur Einschränkung des öffentlichen Lebens bei der Nachfrage nach Kraftstoffen bemerkbar. Kommunen reduzieren den öffentlichen Personennahverkehr; stark abgenommen haben der straßengebundene Güterverkehr, die Bauwirtschaft und die Anzahl der Pendler. Der Dieselabsatz ist international stark rückläufig. In gleichem Maße nimmt die Nachfrage bzw. der Einsatz von Biodiesel als Beimischungskomponente und schließlich die Nachfrage der Biodieselhersteller nach Pflanzenöl ab.

Rapsöl kostete zuletzt 690 EUR/t und hat sich damit innerhalb eines Monats um mehr als 18 % vergünstigt, Sojaöl erzielt mit 605 EUR/t fast 15 % weniger, nicht zuletzt, weil Soja- und Rapskurse in Chicago bzw. Paris deutlich nachgegeben haben. Sonnenblumen- und Palmöl verzeichnen Rückgänge von 11,5 und 16 % gegenüber dem Vormonat. Letzteres erhält seine Impulse im Wesentlichen vom internationalen Terminmarkt, an dem sich der Einbruch der malaysischen Palmölexporte von geschätzten 20 % im März 2020 als Belastungsfaktor erweist.

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Grafik der Woche (KW 12 2020)

Mehr gentechnikfreies Rapsschrot im Mischfutter bei rückläufiger Produktion

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Die Verwendung von Ölschroten aus Raps und Sojabohnen zur Futtermittelherstellung ist zwar in den vergangenen vier Jahren gesunken, der Anteil von Rapsschrot aber gewachsen.

Der Einsatz von Ölschroten im Mischfutter ist in den vergangenen vier Jahren stetig zurückgegangen. In der ersten Wirtschaftsjahreshälfte 2015/16 wurden 3,4 Mio. t verwendet, 2019/20 waren es mit 2,84 Mio. t rund 17 % weniger. Besonders deutlich ist dabei der Anteil von Sojaschrot gesunken, nicht zuletzt infolge des rückläufigen Schweinebestandes. Die Verarbeitung nahm um fast 30 % auf ca. 1,2 Mio. t ab. Der Einsatz von Rapsschrot ist dagegen um 10 % auf ca. 1,3 Mio. t zurückgegangen.

Gleichzeitig haben sich die Anteile der Schrote an der Gesamtverarbeitung verschoben. Während der Anteil von Sojaschrot in den vergangenen vier Jahren von 48 auf 41 % schrumpfte, nahm der von Rapsschrot von 41 auf 44 % zu.

Nach Angaben der Agrarmarkt-Informationsgesellschaft (mbH) ist der größte Teil des in der Futtermittelherstellung verarbeiteten Sojaschrotes gentechnisch verändert und wird aus Drittstaaten, insbesondere aus Argentinien, den USA oder Brasilien importiert. Dieses wird hauptsächlich in der Geflügel- und Schweinefütterung eingesetzt. Eine Ursache für die Nachfrageentwicklung nach gentechnikfreiem Rapsschrot ist die zunehmende Kennzeichnung der Milchprodukte „ohne Gentechnik“ und der Futterwert des Rapsschrotes. Fütterungsvorhaben der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) bestätigten wiederholt die gute Eignung von Rapsschrot als alleinige Proteinkomponente in der Milchviehfütterung.

Die UFOP unterstreicht die große Bedeutung der Auslobung des Alleinstellungsmerkmals „ohne Gentechnik“ als wichtigen Beitrag zur Sicherung des heimischen Rapsanbaus. Immerhin betrage der Anteil des Rapsschrotes an der Saat ca. 60%. Raps sei die mit Abstand wichtigste gentechnikfreie Proteinquelle in Deutschland und in der EU, wo die Anbaufläche mehr als 6 Mio. Hektar umfasst. Auch in Ländern wie Frankreich spiele dieser Aspekt eine zunehmende Rolle, sichtbar an der stetig wachsenden „gentechnikfreien“ Auslobung der Milchprodukte wie in Deutschland.

Vor diesem Hintergrund verfolge die UFOP mit Sorge die Strategielosigkeit bei Biodiesel aus Rapsöl, dem wichtigsten Absatzmarkt für das Öl. Die Perspektive einer regionalen Proteinversorgung mit Raps als wichtigste Blühpflanze könne nur dann gelingen, wenn auch eine angemessene Wertschöpfung für das Rapsöl erzielt werden könne. Die deutschen Biodieselhersteller seien die mit Abstand wichtigsten Abnehmer des Rapsöls. Die Politik müsse endlich die ökonomischen Zusammenhänge der bereits existierenden Bioökonomie erkennen und die gesamte Ökosystemleistung des Rapsanbaus in der Fruchtfolge auch ökobilanziell bewerten, betont die UFOP. Der Verband erwartet, dass dieser Ansatz zur Verbesserung der Wettbewerbsstellung im Rahmen der Entwicklung der Ackerbaustrategie berücksichtigt werde.

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Grafik der Woche (KW 11 2020)

Niederlande bleiben Hauptabnehmer von deutschem Biodiesel

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Im vergangenen Jahr hat Deutschland rekordhohe Mengen an Biodiesel ex- aber auch importiert. Während Polen vor zwei Jahren noch das zweitwichtigste Exportziel war, hat sich Belgien 2019 auf diesen Platz vorgeschoben.

Im Kalenderjahr 2019 kletterte der deutsche Außenhandel mit Biodiesel sowohl bei den Ein- als auch bei den Ausfuhren auf Rekordhöhe. Die Exporte wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um 18 % auf über 2 Mio. t gesteigert. Bei den Importen lässt sich ein Zuwachs von 16 % auf 1,4 Mio. t verzeichnen.

Deutschland hat 2019 nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) rund 859.000 t Biodiesel an die Niederlande verkauft. Die zweitgrößte Menge ging an Belgien, das sich mit 263.000 t auf Rang zwei schob. Im Vorjahr lag Belgien noch auf Platz drei hinter Polen. Das Land hat seine Nachfrage damit gegenüber Vorjahr verdoppelt. Von den Beneluxstaaten wird die Ware über die Häfen an Nicht-EU-Staaten verteilt. Drittgrößter Abnehmer von deutschem Biodiesel war Polen, das seinen Bedarf in den vergangenen drei Jahren stetig auf 250.000 t gesteigert hat.

Die Biodieselimporte Deutschlands beliefen sich im Jahr 2019 auf 1,4 Mio. t. Der Großteil der Einfuhren kam mit rund 1 Mio. t über die Niederlande und Belgien. Das waren rund 18 % mehr als im Vorjahr. Die Ware stammt aber nicht nur aus den Beneluxländern, sondern hauptsächlich aus Drittstaaten. Drittgrößtes Lieferland war Malaysia mit 153.000 t, das waren fast 20 % mehr als im Vorjahr.

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Grafik der Woche (KW 10 2020)

Deutsche Biodieselausfuhren auf Rekordniveau

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Im vergangenen Jahr war Deutschlands Außenhandel mit Biodiesel sehr lebhaft. Das Gesamtvolumen von 3,7 Mio. t übersteigt das Vorjahresniveau um fast 20 %.

Der Außenhandel Deutschlands mit Biodiesel erreichte im Kalenderjahr 2019 sowohl bei den Importen als auch bei den Exporten neue Höchststände. Vor allem die Exporte stechen ins Auge, die nach Angaben des Statistischen Bundesamtes mit 2,3 Mio. t erstmals die Marke von 2 Mio. t knackten. Das waren fast 18 % oder 346.000 t mehr als im Vorjahr.

Die Union zu Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) stellt fest, dass Deutschland in der Europäischen Union der wichtigste Standort für die Produktion und Vermarktung von Biodiesel ist und damit gleichzeitig den heimischen Rapsanbau sichert. Rein rechnerisch gehe die gesamte deutsche Rapsernte in die Biodieselproduktion, allerdings ohne einen positiven Effekt auf die Erzeugerpreise, beklagt der Verband. Ob die ab dem Jahr 2020 von 4 % auf 6 % erhöhte Treibhausgas-Minderungsquote dazu führt, dass der Export verringert werden müsse, bleibe abzuwarten.

Jedoch zeige die Import-/Exportbilanz von fast 900 Tsd. t Biodiesel auf, dass Deutschland das entsprechende Treibhausgas-Minderungspotenzial quasi exportiere. Dieses müsse inländisch genutzt werden angesichts der ab 2021 geltenden sektoralen Verpflichtungen durch das Klimaschutzgesetz. Es sei absehbar, dass der Verkehrssektor der Zielerfüllung hinterherlaufen werde. Folglich müssten aus Steuermitteln Emissionszertifikate von anderen Mitgliedstaaten zugekauft werden, kritisiert die UFOP. Alternativ könne die Treibhausgas-Minderungsquote schrittweise angehoben werden, um das heimische Klimaschutzpotenzial vollständig auszuschöpfen.

 

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