Grafik der Woche (KW 48 2020)

Knappes Angebot treibt Rapspreise

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Die Rallye der Rapsnotierungen in Paris hat auch den deutschen Kassamarkt erreicht und die Erzeugerpreise nach oben getrieben. Viele Landwirte haben daher in den vergangenen zwei Wochen ihre Restmengen vermarktet. Angesichts des schwierigen Gesamtumfeldes bewertet die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) diese Preisentwicklung als Lichtblick für die Ackerbauern.

Die Rapspreise in Deutschland haben in den vergangenen zwei Wochen infolge der sehr festen Terminkurse in Paris deutlich zugelegt. Matif-Notierungen von zuletzt über 415 EUR/t führten auch am hiesigen Kassamarkt in der 47. Kalenderwoche zu den höchsten Rapspreisen seit Januar 2020. Wie die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) ermittelte, wurden in den 47. KW für Raps 370 bis 400 EUR/t frei Erfasserlager geboten, das waren im Schnitt 9 EUR/t mehr als im Vorjahr und sogar 25 EUR/t mehr als vor zwei Jahren. Vereinzelt wurde sogar die Marke von 406 EUR/t im Streckengeschäft erreicht.

Das höhere Preisniveau bewegte in den vergangenen zwei Wochen viele Erzeuger dazu, Lagerware zu verkaufen. Dadurch sind die Vorräte regional teils schon weit geräumt und es sind nur noch Restmengen verfügbar. Das Kontraktgeschäft lief ebenfalls rege mit vergleichsweise hohen Preisen, so dass bereits Raps ex Ernte 2021 verkauft wurde. Die Erinnerung an den Preisverfall ab Januar 2020 heizt ebenfalls die Verkäufe an. Damals verlor Raps innerhalb von zwei Monaten 16 % an Wert. Dieser möglichen Entwicklung wollen viele Erzeuger zuvorkommen und vermarkten ihren Raps rechtzeitig.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) bewertet diese Preisentwicklung als Lichtblick. Angesichts einer grundsätzlich schwierigen Situation im Ackerbau infolge niedriger Erzeugerpreise, witterungsbedingt niedrigerer Erntemengen und zunehmenden ordnungsrechtlichen Auflagen stelle sich grundsätzlich die Frage, ob der Markt die Differenz jemals kompensieren könne. Der Verband mahnt hier schnellstmöglich eine Antwort der Politik an. Wer glaubt, alleine mit dem Schlagwort Digitalisierung dieses Grundproblem lösen zu können, verschließe die Augen vor der Realität des internationalen Wettbewerbs.

Der vorgelegten Ackerbaustrategie der Bundesregierung fehle ein ausreichender Ansatz, mit mehr Diversifizierung auch einen stärkeren Einkommensbeitrag zu erzielen. Nur dann habe der um den Anbau von Leguminosen erweiterte Ackerbau auch eine wirtschaftliche Perspektive – ganz im Sinne der ökonomischen Säule der Nachhaltigkeit.

Die Erzeugerpreise bewegten sich sei seit Jahren nicht auf einem Niveau, das den Betrieben auch die erforderlichen Investitionen zur Betriebsentwicklung ermöglichen würde.

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Grafik der Woche (KW 47 2020)

EU-Ernte von Sonnenblumenkernen unterdurchschnittlich

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Trotz deutlicher Flächensteigerungen wurden in der EU-27 im Jahr 2020 weniger Sonnenblumenkerne geerntet als im Vorjahr. Sogar der langjährige Durchschnitt wurde deutlich verfehlt. Grund sind große Ausfälle in Rumänien und Bulgarien.

In der europäischen Gemeinschaft wurden 2020 schätzungsweise 8,9 Mio. t Sonnenblumenkerne erzeugt. Das entspricht einem Rückgang von 13,4 % gegenüber dem Vorjahr und von 6 % gegenüber dem Fünfjahresmittel. Die Fläche wurde im Vergleich zum Vorjahr zwar um 2,4 % auf 4,4 Mio. ha ausgeweitet, 6 % mehr als im Fünfjahresschnitt. Deutliche Ertragseinbußen sind verantwortlich für das EU-weite schlechte Ernteergebnis. Im Schnitt wurden 20 dt/ha erzielt, was einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 16 % und gegenüber dem langjährigen Durchschnitt um 11 % entspricht. Es ist zu erwarten, dass die Verarbeiter in Europa im laufenden Wirtschaftsjahr mehr Importe aus Drittstaaten zurückgreifen müssen.

Die deutlich geringere Erzeugung ist insbesondere auf gravierende Ertragseinbußen in Rumänien und Bulgarien zurückzuführen. In den beiden größten Erzeugerländern von Sonnenblumenkernen fehlten zunächst die für die Ertragsbildung erforderlichen Regenmengen. Übermäßige Regenfälle behinderten bzw. verzögerten dann im Oktober die Ernte, so dass nicht mehr alle Partien in hinreichender Qualität geerntet werden konnten. In anderen Mitgliedstaaten wie Frankreich, Spanien und Deutschland war der Witterungsverlauf überwiegend günstig, sodass dort größere Ernten als im Vorjahr eingefahren werden konnten. Diese konnten allerdings das Minus in Rumänien und Bulgarien nicht ausgleichen.

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Grafik der Woche (KW 46 2020)

EU importiert trotz kleinerer Ernte weniger Raps

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Obwohl die diesjährige Rapsernte kleiner ausgefallen ist als im Vorjahr, hat die EU-27+VK bisher weniger Raps eingeführt.

Die EU-27+VK hat in den ersten vier Monaten der Saison 2020/21 rund 2,1 Mio. t Raps importiert. Dies entspricht einem Rückgang von 24 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum, ist aber etwa 34 % mehr als 2018/19. Diese Schwankungen sind auf die jeweiligen Rapsernten zurückzuführen. Im Wirtschaftsjahr 2019/20 wurden in der EU-27+VK knapp 15 % weniger Raps gedroschen als 2018/19. Um den europäischen Verbrauch trotz der kleinen Ernte decken zu können, mussten 2019/20 größere Mengen aus Drittstaaten eingeführt werden als im Vorjahr.

Im laufenden Wirtschaftsjahr sieht die Situation nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) etwas anders aus. Zwar ist die Erntemenge 2020 der EU-27+VK gegenüber dem Vorjahr nochmals leicht zurückgegangen (-1 %), die Importe fallen bisher aber kleiner aus als im Vorjahr. Das könnte mit dem rückläufigen Rapsölbedarf für die Biodieselherstellung in Zusammenhang stehen.

Neben der insgesamt kleineren Importmenge gibt es deutliche Verschiebungen bei den Handelsströmen. Zwar stammte ein Großteil der Importe in diesem Wirtschaftsjahr wie im Vorjahr aus der Ukraine, die Einfuhren haben sich aber um 33 % verringert. Diese Entwicklung ist auf deutliche Ernterückgänge und ein geringeres Angebot aus der Ukraine zurückzuführen. Die Lücke wird teilweise durch kanadische Ware gefüllt. Von dort kamen im bisherigen Verlauf des Wirtschaftsjahres rund 36 % mehr als 2019/20.

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Grafik der Woche (KW 45 2020)

Beimischungsanteil in Dieselkraftstoff weiter gestiegen

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Der Beimischungsanteil von Biodiesel im Dieselkraftstoff hat sich im August weiter erhöht. Mit 9,6 % wurde sogar das bisherige Spitzenniveau von 9,1 % vom Mai 2020 übertroffen.

Im August 2020 wurden 282.600 t Biodiesel und damit 2,2 % weniger gegenüber dem Vormonat beigemischt. Gleichzeitig verringerte sich der Dieselverbrauch um 9,5 % auf 2,67 Mio. t. Der Gesamtverbrauch von Diesel und Biodiesel von 2,95 Mio. t sank um 8,8%, der Biodieselanteil am Gesamtverbrauch stieg auf 9,6 %. Ein Vergleich mit dem Vorjahresmonat von 218.400 t Biodiesel verdeutlicht den Zuwachs um etwa 23 %. Der Beimischungsanteil lag seinerzeit nur bei 6,7 %.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) weist darauf hin, dass das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) in ihrer Statistik unter dem Produkt Biodiesel auch die beigemischten Mengen an Hydriertem Pflanzenöl (HVO) summiert. Die Norm für Dieselkraftstoff DIN EN 590 begrenzt die Beimischung von Biodiesel bzw. Fettsäuremethylester auf 7 Volumenprozent. Die Differenzmenge ist HVO, die dem Diesel beigemischt wird. Ob und in welchen Mengen Erdölraffinerien pflanzliche Öle und Fette bei der Kraftstoffherstellung mitverarbeiten (sogen. Co-processing) sei nicht bekannt, betont die UFOP. Diese Option für die Erfüllung der Treibhausgas-Minderungsquote (THG-Quote) entfalle nach der bestehenden gesetzlichen Regelung Ende 2020.

Die UFOP sieht sich grundsätzlich in ihrer Verbrauchsschätzung vom Juli 2020 bestätigt, als eine Menge von 2,6 Mio. t Biodiesel (incl. HVO) erwartet wurde. Das Quotenjahr 2020 bestätige, dass sogar eine um 2% auf 6% sprunghaft gestiegene THG-Quote erfüllt wird, auch wenn eine Quotenübertragung für das Verpflichtungsjahr 2020 nicht möglich ist. Technologieoffenheit ist die alles entscheidende Voraussetzung, die nun weiterentwickelt werden müsse, stellt die UFOP fest.

Der Verband erinnert deshalb an die Forderung, die THG-Quote ab 2020 schrittweise auf 16 % in 2030 zu erhöhen. Der Verband erteilt damit erneut eine deutliche Absage an den vom Bundesumweltministerium vorgelegten Gesetzentwurf zur Weiterentwicklung der THG-Quote. Dieser Entwurf sehe ein Einfrieren der Verpflichtung von 6 % bis zum Jahr 2025 vor. Ein Anstieg (auf 7,25 %) sei erst für 2026 vorgesehen. Das BMU verkenne den akuten Handlungsdruck, alle bereits heute bestehende Erfüllungsoptionen mobilisieren zu müssen, damit das Klimaschutzziel im Verkehrssektor in 2030 überhaupt erreicht werden kann.

Es sei nicht mehr nachvollziehbar, wenn die EU-Kommission und das Europäische Parlament über eine Minderung der Treibhausgas-Emissionen von 55 % bis 60 % diskutierten und das Bundesumweltministerium gleichzeitig die Dekarbonisierung des Verkehrsbereichs in den bestehenden Fahrzeugflotten einfriere. Es sei unverantwortlich, dass das Bundesumweltministerium fünf Jahre für den Klimaschutz verstreichen lasse. Außerdem ignoriere es den Willen der Kraftstoffwirtschaft, diese Herausforderung anzunehmen, ganz im Sinne des Aktionsbündnisses Klimaschutz des BMU, kritisiert die UFOP mit Nachdruck.

Ein technologieoffener Ansatz unter Berücksichtigung der nachhaltig zur Verfügung stehenden Biomasse aus der Landwirtschaft sei die Grundlage, bereits heute einen wirksamen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten und gleichzeitig dringend notwendige Wertschöpfungs- und damit Einkommenspotenziale für die Landwirtschaft und den Ländlichen Raum insgesamt zu heben. Das Bundesumweltministerium müsse endlich einen Weg einschlagen, der diese beiden Herausforderungen miteinander verknüpfe, fordert die UFOP.

 

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Grafik der Woche (KW 44 2020)

Deutsche Sojaernte 2020 auf Rekordniveau

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Im Jahr 2020 sind in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes rund 94.100 t Sojabohnen gedroschen worden und damit so viel wie noch nie. Gegenüber dem Vorjahr wurde die Erntemenge trotz im Schnitt geringerer Erträge um 12 % gesteigert, im Vergleich zu 2018 sogar um 60 %.

Seit 2012 hat sich die Sojabohnenernte in Deutschland infolge der stetig gestiegenen Anbaufläche mehr als verzehnfacht. Zur Ernte 2020 betrug die Anbaufläche 32.900 ha, das waren 14 % mehr als im Vorjahr. Die Erträge fielen hingegen etwas geringer aus. Im Vergleich zum Vorjahr wird ein Minus von 2 % auf durchschnittlich 28,6 dt/ha verbucht. Die stärksten Ertragsrückgänge gab es nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) in Westdeutschland. In Nordrhein-Westfalen wurden rund 25 % weniger eingebracht als im Vorjahr, in Hessen sind die Erträge um 20 % gesunken. In Mecklenburg-Vorpommern ist ein Ertragsrückgang von 12 % zu verzeichnen. Da in Hessen und Mecklenburg-Vorpommern die Flächen 2020 aber kräftig gewachsen waren, wurden dort dennoch mehr Sojabohnen geerntet als 2019.

Während die Erträge in Süddeutschland ebenfalls leicht zurückgegangen sind, konnten sie in Ostdeutschland zumeist deutlich gesteigert werden. Das stärkste Plus in Höhe von 130 % auf 23,2 dt/ha ist in Sachsen-Anhalt zu verbuchen

 

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Grafik der Woche (KW 43 2020)

Sojabohnenkurse im Höhenflug

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Rege Nachfrage aus China und trockene Witterungsbedingungen in Brasilien treiben die Sojabohnenkurse in die Höhe. Mit zunehmendem Erntedruck in den USA könnte die Rallye aber bald vorbei sein.

Die Sojabohnenkurse an der Börse in Chicago haben seit Anfang August kräftig zugelegt. Seitdem sind sie um 20 % auf umgerechnet 325 EUR/t gestiegen. Das entspricht dem höchsten Stand seit Mai 2018. Preistreibender Faktor war in den vergangenen zweieinhalb Monaten die lebhafte Nachfrage Chinas nach US-Bohnen. Das zeigt zum einen, wie groß der Sojabohnenbedarf Chinas und zum anderen, wie begrenzt das Angebot aus anderen Herkunftsländern ist. Das südamerikanische Sojaangebot aus der Ernte 2019/20 ist aufgezehrt, weshalb China bereits seit Mitte August immer wieder große Mengen aus den USA ordert. Neuerntige Ware kommt in Brasilien und Argentinien erst im Frühjahr 2021 vom Feld. Zudem dürfte ein weiterer Faktor den Handel zwischen China und den USA antreiben. Die beiden Großmächte befinden sich in der ersten Phase der aktuellen Handelsvereinbarung, in dessen Rahmen China zugesichert hatte, im Wirtschaftsjahr 2020/21 Agrarrohstoffe in einem Gesamtwert von 36,5 Mrd. USD aus den Vereinigten Staaten zu kaufen.

Zusätzlichen Kursauftrieb brachten in den vergangenen zwei Wochen die trockenen Aussaatbedingungen in Brasilien, die die Bestellung der Felder und auch die Ernte soweit verzögern könnten, dass diese dem Weltmarkt später als üblich zur Verfügung steht. Mit der fortschreitenden US-Ernte könnten die Sojabohnenkurse in den kommenden Wochen aber unter Druck geraten. Diese läuft bisher deutlich flotter, als im Fünfjahresdurchschnitt.

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Grafik der Woche (KW 42 2020)

Größere Weltrapsernte 2020/21 erwartet

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In Australien dürfte die Rapsernte im Wirtschaftsjahr 2020/21 etwas größer ausfallen als im Vormonat erwartet. Auch die Ernte in Deutschland übertrifft die Erwartungen. Daher dürfte die weltweite Ernte 2020/21 das Vorjahresniveau nun doch übertreffen.

Im Wirtschaftsjahr 2020/21 erwartet der Internationale Getreiderates (IGC) eine weltweite Rapsernte von etwa 69,8 Mio. t. Das wären nur 200.000 t mehr als im Vorjahr, aber 400.000 t mehr als im August erwartet worden waren. Dieses Ernteplus ist nach Recherche der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) darauf zurückzuführen, dass sowohl in der EU-27+UK als auch in Australien und China mehr Raps geerntet wurde bzw. noch geerntet wird als im Vorjahr. Besonders die Steigerung der Erntemenge in Australien fällt ins Gewicht. Dort werden mit 3,3 Mio. t etwa 43 % mehr erwartet als 2019/20. Die in der Ukraine und in Kanada prognostizierten Rückgänge werden dadurch mehr als kompensiert.

Der weltweite Rapsverbrauch dürfte im laufenden Wirtschaftsjahr eine Höhe von 70,7 Mio. t erreichen und damit das Vorjahr um 400.000 t übertreffen. Ausschlaggebend ist die höhere Verbrauchsprognose in China von 16,3 Mio. t. Dort wird ein höherer Bedarf bei der Verarbeitung gesehen. Der Verbrauch der EU-27+UK dürfte hingegen um 0,3 auf 22,2 Mio. t zurückgehen.

Da erwartet wird, dass der globale Verbrauch 2020/21 die Erzeugung das dritte Jahr in Folge übersteigt, geht dies zu Lasten der weltweiten Vorräte. Zum Ende des laufenden Wirtschaftsjahres werden Lagerbestände in Höhe von 5 Mio. t erwartet. Das wären 0,8 Mio. t weniger als 2019/20 und 1,6 Mio. t weniger als 2018/19.

 

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