Grafik der Woche (KW 29)

Handelskonflikt dämpft USDA-Exportprognose

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Das US-Agrarministerium erwartet ein schrumpfendes US-Exportpotenzial wegen der schwächeren Nachfrage aus China im Zuge der Handelsstreitigkeiten mit den USA. Das US-Landwirtschaftsministerium USDA hat seine Schätzung der US-Sojaerzeugung 2018/19 nach oben korrigiert und erwartet nun 117,3 Mio. t nach 116,5 Mio. t in der Vormonatsschätzung. Das ist zwar etwas weniger als im Vorjahr, wird aber dennoch zu einem Anwachsen der Endbestände führen. Denn der Absatz, insbesondere ins Ausland droht im Zuge des Handelskonfliktes zwischen den USA und China zu schwinden, so die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI). Beide Länder haben sich gegenseitig mit hohen Strafzöllen belegt. China erhebt 25 % Einfuhrzoll auf US-Sojabohnen und sucht daher nach alternativen Herkünften. Das spiegelt die aktuelle Exportschätzung des USDA bereits wider, die gegenüber 62,3 Mio. t im Vormonat auf nur noch 55,5 Mio. t deutlich gekappt wurde. Damit schrumpft der US-Export sogar unter die Vorjahresmengen. Eine große Ernte und geringere Exporte lassen die ohnehin hohen US-Lagerbestände an Sojabohnen weiter auf Rekordhöhe wachsen. Das USDA erwartet Bestände in Höhe von knapp 16 Mio. t und damit ein Viertel über Vorjahreshöhe.

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Grafik der Woche (KW 28)

Globale Rapsvorräte könnten auf 6-Jahrestief schrumpfen

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Der aktuelle IGC-Bericht zur globalen Rapsversorgung 2018/19 avisiert einen deutlichen Rückgang der weltweiten Rapsvorräte. Grund sind kleinere Ernten, besonders in der EU-28 und in Australien. In seiner Prognose für das Wirtschaftsjahr 2018/19 rechnet der Internationale Getreiderat IGC mit einer globalen Rapserzeugung von 72,1 Mio. t. Das entspricht einem Rückgang gegenüber der Vormonatsschätzung von 1,1 Mio. t und wäre 3,5 % weniger als im Vorjahr. Grund sind nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) vor allem deutlich reduzierte Ernteerwartungen für die EU-28 und Australien, wo die Trockenheit das Ertragspotenzial limitiert. Zwar ist auch mit einer leichten Flächenverkleinerung zu rechnen. In erster Linie sind es jedoch die geringeren Ertragserwartungen, die zu der Prognosereduzierung führen. Für die EU-28 liegt die aktuelle Ernteschätzung aktuell bei 20,5 Mio. t und damit 7 % unter Vorjahreslinie. Für Australien avisiert der IGC eine Rapserzeugung von 3,1 Mio. t, fast 16 % weniger als im Vorjahr. Gleichzeitig erwarten die Agrarexperten einen globalen Rekordverbrauch von knapp 74 Mio. t. Das würde die Rapserzeugung um rund 1,4 Mio. t übersteigen. Die weltweiten Vorräte dürften in Folge dessen auf 4,9 Mio. t schrumpfen, was einem Rückgang von 22 % gegenüber 2017/18 entspräche. Die wäre der niedrigste Wert seit 6 Jahren. Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) erwartet angesichts dieser Prognosen eine Belebung bei den Erzeugerpreisen zur diesjährigen Ernte. Dieses Preissignal muss rechtzeitig gesetzt werden, denn die Landwirte entscheiden jetzt über den Anteil von Raps in der Fruchtfolge zur Ernte 2019 und damit über die in der nächsten Kampagne zur Verfügung stehende Rohstoffmenge, betont der Verband.

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Grafik der Woche (KW 27)

Rapspreise könnten steigen

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Durch die nach unten korrigierten Ernteschätzungen für bedeutende Rapserzeugerländer und die Aussicht auf eine rege Nachfrage Chinas dürften die Forderungen für Raps fester tendieren, als bisher erwartet. Die Aussicht auf eine schwächere Rapsernte in der EU-28 wirkt sich allmählich auch auf die Preise aus und sorgt für festere Notierungen in Paris. Zwar tendieren die Kurse für Sojabohnen in Chicago und für Palmöl in Kuala Lumpur zuletzt schwächer, aber der schwächere Euro stützt die Rapskurse. Der Anstieg an der Terminbörse schlägt sich auch auf die Großhandelspreise durch; auch die Erzeuger bekamen zuletzt mehr geboten. Alterntige Ware wird so gut wie nicht mehr gehandelt. Die Chancen auf steigende Rapspreise stehen daher gut. Nach Angaben der Agrarmarkt-Information Gesellschaft dürfe Raps knapp werden. Zum einen wegen der zurückgenommenen Ernteprognosen in Europa, Australien und Kanada, zum anderen wegen des eskalierenden Handelskonflikts zwischen China und den USA. Denn fraglich ist, ob China seinen Bedarf an Ölsaaten, aufgrund der angekündigten Importzölle auf US-Sojabohnen mit Sojabohnen aus Brasilien decken kann, da rund ein Drittel der brasilianischen Sojaerzeugung für den inländischen Fleischsektor benötigt wird. Um dennoch die Proteinversorgung sicher zu stellen, dürfte Rapsschrot beziehungsweise Raps vermehrt in den Fokus rücken, so dass mehr Ware aus der EU-28 in China vermarktet werden könnte.

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Grafik der Woche (KW 26)

Sojavorräte dürften erneut schrumpfen

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Im Wirtschaftsjahr 2018/19 könnte die weltweite Sojaerzeugung wieder deutlich zunehmen. Das dürfte dennoch nicht ausreichen die Nachfrage zu bedienen, was erneut zu einem Vorratsabbau führen würde. Das US-Landwirtschaftsministerium hat in seinem Juni-Bericht die weltweite Sojabohnenerzeugung 2018/19 auf 355 Mio. t taxiert und damit 18,5 Mio. t höher als im bald endenden Wirtschaftsjahr. Größter Sojaerzeuger dürfte demnach Brasilien mit avisiert 118 Mio. t werden. Der USDA-Prognose zu Folge dürfte der globale Verbrauch 2018/19 um 16 Mio. t das Vorjahresniveau übersteigen. Mit 358 Mio. t würden rund 3 Mio. t mehr Sojabohnen verarbeitet als geerntet werden. Nach Einschätzung der Agrarmarkt Informationsgesellschaft mbH (AMI) könnten somit am Ende des Wirtschaftsjahres die globalen Vorräte zum zweiten Mal in Folge schrumpfen. Mit aktuell prognostizierten 87 Mio. t wären das rund 5 Mio. t weniger als im Vorjahr, aber immer noch die drittgrößten Vorratsbestände in der Geschichte. Weltweit bedeutendster Sojaimporteur wird auch 2018/19 China sein. Mit avisierten 103 Mio. t steigt der Bedarf um mehr als 6 Mio. t gegenüber dem Vorjahr auf einen neuen Höchststand. Damit würden knapp 64 % der weltweit gehandelten Sojabohnen nach China geliefert werden.

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Grafik der Woche (KW 25)

Preiseinbruch bei konventionellem Sojaschrot

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Die Preise für konventionelles Sojaschrot haben sich seit Anfang Mai 2018 deutlich vergünstigt. Ein üppiges Angebot aus Brasilien, günstige Vegetationsbedingungen in den USA und der eskalierende Handelsstreit zwischen China und den Vereinigten Staaten üben Druck aus. Die Forderungen für Sojaschrot haben sich nach dem kräftigen Anstieg im ersten Quartal 2018 wieder deutlich abgeschwächt. Seit den Jahreshöchstständen Anfang Mai ist 48er Sojaschrot um 14 % auf 363 EUR/t und 44er Ware sogar um 16 % auf 333 EUR/t gesunken. Damit liegen die Preise für beide Schrotqualitäten aber immer noch rund 18 % über dem Niveau des Vorjahresmonats. Grund für den deutlichen Rückgang der Forderungen in den vergangenen Wochen ist nach Angaben der Agrarmarkt Informationsgesellschaft mbH (AMI) der schwächer tendierende Terminmarkt. In Chicago sind die Sojaschrotkurse seit Anfang Mai 2018 kontinuierlich gefallen. Die Marktprognose ist weiterhin bärisch. In Brasilien dürfte die Sojaernte noch größer ausfallen als bisher erwartet und die US-Sojabestände entwickeln sich bei nahezu optimaler Witterung sehr gut, sodass auch hier eine Rekordernte zustande kommen könnte. Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) erwartet, dass die jüngste Eskalation des Handelsstreites zwischen den USA und China mit der Einführung von Zöllen auf US-Sojabohnen die Handelsströme kurzfristig und spürbar verschieben dürfte. Dies würde Druck auf die US-Sojanotierungen ausüben, denn US-amerikanischen Sojabohnen müssten sich neue Märkte suchen. Davon profitieren könnte die EU, zumal Ölmühlen bereitstehen, entsprechende Mengen zu verarbeiten. Die UFOP unterstreicht die global gute Versorgung bei Ölsaaten. Die Ernteausfälle in Argentinien sind im Markt nicht spürbar, betont die UFOP. Vielmehr bestimme der Handelskonflikt zusammen mit den guten Ernteerwartungen in den USA und Brasilien das Marktgeschehen. Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) schätzte kürzlich, dass die argentinische Bohnenernte 2017/2018 mit etwa 37 Mio. t um knapp 36 % geringer ausfällt.

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Grafik der Woche (KW 24)

EU-Sonnenblumenerträge deutlich unter Vorjahreslinie erwartet

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Trotz konstanter Anbaufläche in der EU-28 rechnet die EU-Kommission mit einem kräftigen Rückgang der Erzeugung von Sonnenblumenkernen. Besonders in Rumänien und Frankreich könnten die Erträge enttäuschen. Nach aktuellen Zahlen der EU-Kommission ist die Anbaufläche von Sonnenblumen 2018 in der EU-28 mit 4,2 Mio. ha nahezu unverändert zum Vorjahr geblieben. Während Spanien und Ungarn ihre Aussaatfläche um jeweils rund 4 % ausgedehnt haben, wurden in Italien, Bulgarien und in Frankreich weniger angebaut. Mit mehr als 1 Mio. ha ist Rumänien das bedeutendste Erzeugerland von Sonnenblumenkernen innerhalb der Europäischen Union und hat seine Anbaufläche erneut um 2 % erweitert. Die EU-Kommission erwartet dennoch einen Rückgang der Ernte. Mit geschätzt 9,7 Mio. t sind es knapp 2 % weniger als noch im April prognostiziert wurde und mehr als 6 % unter dem Niveau 2017. Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) sind es vor allem die geringeren Ertragserwartungen, die zu einer Reduzierung der Ernteprognose führen. Für Rumänien wird mit einem Rückgang gegenüber Vorjahr von fast 18 % gerechnet. Auch die Erträge in Spanien und Frankreich dürften mit minus 12 % bzw. 14 % deutlich kleiner ausfallen als in der vergangenen Saison. Grund für die rückläufigen Ertragserwartungen war die feuchte Witterung Anfang April 2018 in Südosteuropa und um das Mittelmeer, die zu erheblichen Verzögerungen bei der Aussaat führte.

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Grafik der Woche (KW 23)

Argentinien deckt fast zwei Drittel der EU-Biodieselimporte – Indonesien größter Palmölexporteur in die EU

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Die Biodieselimporte aus Argentinien sind in den vergangenen Monaten kräftig gestiegen. Der Rohstoff Sojaöl wurde von dort hingegen kaum geliefert. Bei den Importen aus Indonesien verhält es sich entgegengesetzt. Bedingt durch die seit September 2017 von der EU gesenkten Importzölle nehmen die Lieferungen von argentinischem SME (Sojamethylester) stetig zu. Sie summierten sich bis Ende März 2018 auf 915.983 t, was einem ein Anteil von 62 % aller EU-Biodieselimporte entspricht. Vier Jahre lang war aufgrund der Anti-Dumpingzölle kein Biodiesel von dort mehr gekommen. 203.002 t PME (Palmölmethylester) importierte die EU aus Malaysia, 160.200 t aus China, und aus Indonesien nur 26.700 t. Die argentinischen Biodiesellieferungen wurden hauptsächlich in die Niederlande und nach Spanien verschifft. Die Lieferungen von argentinischem Sojaöl betrugen im selben Zeitraum vernachlässigbare 155 t. Dies unterstreicht, den Erfolg der Exportförderpolitik der argentinischen Regierung zu Gunsten der inländischen Biodieselindustrie, stellt die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) fest. Die UFOP hatte wiederholt auf die marktverzerrenden Subventionen der argentinischen Regierung hingewiesen. Sie sieht die Befürchtungen bestätigt, dass kurzfristig außerordentlich große Mengen Biodiesel aus Argentinien in die EU drängen und Druck auf die Pflanzenölpreise ausüben. Dies sei zwar das Ergebnis des Überangebotes an den globalen Pflanzenölmärkten. Dennoch werde diese auch auf dem Rücken der argentinischen Sojaerzeuger ausgetragen, kritisiert die UFOP. Der Verband begrüßt deshalb mit Nachdruck, dass seit Ende Mai begleitend zum Antisubventionsverfahren gegen Argentinien die Importmengen registriert werden. Im Falle eines positiven Ausgangs des Verfahrens müssten diese Mengen dann nachverzollt werden.

Die argentinische Regierung hat die Verdienstmöglichkeiten in diesem Sektor erkannt und hat die Exportsteuer ab 1. Juli 2018 von 8% auf 15 % erhöht, um den Staatshaushalt zu entlasten. Ob die Anhebung der Exportsteuer und die Registrierung der Importmengen einen marktentlastenden Effekt haben werden, bleibt jedoch noch abzuwarten.

Ohnehin importierte die EU-28 mit 134.000 t nicht viel Sojaöl aus Drittländern, aber Palmöl: Im genannten Zeitraum waren es 2,8 Mio. t, hauptsächlich aus Indonesien (1,93 Mio. t) und Malaysia (0,9 Mio. t). Hauptempfangsländer waren die Niederlande, Spanien und Italien. Mit rund 67 % wurde der größte Teil der indonesischen Palmöleinfuhren für technische Zwecke und damit zur Kraftstoffnutzung eingesetzt. Die UFOP befürchtet, dass der Import analog zu 2012 – vor Inkrafttreten der Importzölle auf Biodiesel aus Argentinien und Indonesien – auf 3 bis 5 Mio. t anwachsen könnte. Deshalb müsse die EU-Kommission wie bei den argentinischen Biodieselimporten jetzt ebenso handeln und sich gegen einen weiteren Anstieg von Palmölimporten engagieren. Es sei geradezu paradox, dass die EU-Kommission im Rahmen der Neufassung der Erneuerbare Energien Richtlinie an der „iLUC-Politik“ festhalte und auch das in der EU produzierte Rapsöl ausschließen wolle, sich aber gleichzeitig dem vom Europäischen Parlament geforderten Palmölverbot verschließe.

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Grafik der Woche (KW 22)

Biodieselausfuhren steigen kräftig

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In den ersten drei Monaten 2018 sind die deutschen Biodieselausfuhren kräftig gestiegen. Besonders rege hat sich die Nachfrage aus den USA, aber auch aus Belgien und Österreich entwickelt. Im ersten Quartal 2018 sind die Ausfuhren an Biodiesel gegenüber dem Vorjahreszeitraum um knapp 31 % auf 428.620 t gestiegen. Rund 84 % der Ausfuhren wurden in Länder der EU-28 geliefert und damit 16 % mehr als im Vorjahr. Größtes Abnehmerland für deutschen Biodiesel sind die Niederlande mit einem Zuwachs von 6 % auf 156.860 t. Belgien hat sich mit einer Verdopplung auf 47.650 t an Polen vorbei auf Platz 2 geschoben. Wobei Polen dennoch rund 18 % mehr Biodiesel aus Deutschland bezog. Den größten Importzuwachs verbuchten die USA mit 42.651 t. Im Vorjahreszeitraum wurde mit 24 t nur eine sehr geringe Menge exportiert. Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) führten auch Österreich, Schweden und die Schweiz deutlich mehr deutschen Biodiesel ein als im Vergleichszeitraum 2017. Rückläufig haben sich hingegen die Biodiesellieferungen nach Frankreich, Tschechien und besonders Großbritannien entwickelt. Die Nachfrage des Vereinigten Königreiches brach um 40 % auf knapp 7.800 t ein. Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) unterstreicht die Bedeutung des Exports für die deutsche Biodieselwirtschaft. Dies nehme mit Blick auf die anstehende Rapsernte Druck vom Markt.

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Weitere Grafiken der Woche finden Sie im Archiv.