Grafik der Woche (KW 04 2019)

Raps kostet weniger als Heizöl

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Ab Freitag dieser Woche besuchen in den kommenden zehn Tagen wieder zigtausend Besucher die Internationale Grüne Woche in Berlin und lassen es sich schmecken. Dabei schätzen sie die Vielfältigkeit der Agrarprodukte – aber wissen sie auch, wie billig die Rohstoffe wie Brotweizen und Raps für deren Herstellung sind?

Seit Jahren bestimmt ein dramatisch niedriges Preisniveau die Erlöse bei Raps und Brotweizen. Daran hat auch das Dürrejahr 2018 nichts geändert. Wer also immer noch von einem preiserhöhenden Effekt der Biokraftstoffherstellung spricht, die Tank oder Teller-Frage aufwirft oder immer wieder die Debatte um indirekte Landnutzungsänderungen (iLUC) gegen nachhaltig zertifizierte Biokraftstoffe ins Feld führt, verkennt die Sachlage. Denn Heizöl ist bei weitem „mehr wert“ als Raps und Getreide. Die Preise für Energie und Agrarrohstoffe entwickeln sich sogar in entgegengesetzte Richtungen. Damit wird die Landwirtschaft zur Inflationsbremse. Die Biokraftstoff-Verwendung bleibt vielmehr ein wichtiger Absatzmarkt für Agrarrohstoffe und verhindert ein weiteres Abrutschen der Erzeugerpreise. Zunehmend wichtiger für die Preisbildung wird das bei der Biokraftstoffherstellung anfallende Rapsschrot, das als gentechnikfreies Eiweißfuttermittel in der Milchviehfütterung eingesetzt wird. Diese gentechnikfreie Fütterung ist Voraussetzung für die auch beim Verbraucher bekannte Auszeichnung auf der Verpackung „ohne Gentechnik“. 

Eine zusätzliche Nachfrage zur dringend notwendigen Stützung der Preise für Raps und Getreide wäre hilfreich, ist derzeit aber nicht absehbar. Die Landwirte wollen ihr Einkommen am Markt verdienen. Eine politische Diskussion über die prekäre Marktsituation findet aber nicht statt. Weder die EU-Kommission noch die europäische Politik sind in der Lage, Marktperspektiven zu schaffen, die im Rahmen der sogenannten Bioökonomie außerhalb der energetischen Nutzung zu einer Verbesserung der Erzeugerpreissituation beitragen könnten. Im Gegenteil: mit der kürzlich in Kraft getretenen Neufassung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II) wurde diese Option verpasst, beklagt die Union zur Förderung zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP). Sie fordert die Politik auf, das nachhaltig verfügbare Potenzial an Anbaubiomasse zur Kraftstoffnutzung in den Beratungen für eine nationale Klimaschutzstrategie im Verkehrssektor zu berücksichtigen. Die 2015 in Deutschland eingeführte Treibhausgas-Minderungspflicht hat sich als Steuerungsinstrument grundsätzlich bewährt und wird auch in der EU anerkannt. Denn sie wird in der RED II erstmals als Regelungsoption ausdrücklich aufgeführt. Nun gilt es, diese Minderungspflicht nach 2020 weiterzuentwickeln.

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Grafik der Woche (KW 03 2019)

US-Sojaimporte verdoppelt

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Nachdem China die US-Sojabohnen verbannt hat, benötigen die USA neue Abnehmer. Davon profitiert auch die EU-28, deren US-Sojaimporte sich vervielfacht haben. Die EU-28 ist seit jeher auf Ölsaatenimporte aus Drittländern angewiesen, da die Nachfrage die EU-Erzeugung um rund 30 % übersteigt. Dabei sind vor allem Sojabohnen gefragt, die in der EU-28 bisher kaum erzeugt werden. In der ersten Hälfte des Wirtschaftsjahres 2018/19 wurden 6,95 Mio. t Sojabohnen aus Drittländern eingeführt, 12 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Hauptlieferant bleiben die USA, die sich aber in dieser Saison mit 5,2 Mio. t (Vj. 2,3 Mio. t) deutlich nach oben absetzen. Damit stammen drei Viertel der EU-Sojaimporte aus den USA, so die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI).

Grund für den starken Anstieg der US-Lieferungen ist vor allem der Handelskrieg zwischen den USA und China. Als Reaktion auf die einseitig von den USA eingeführten Importzölle auf chinesische Produkte reagierte China wiederum mit Zöllen auf US-Sojaimporte. China bezieht daher seinen Bedarf in Höhe von rund 90 Mio. t vorerst hauptsächlich aus Südamerika. Das drückt die Preise für US-Sojabohnen und macht sie für andere Importeure wie die EU attraktiv.

An zweiter Stelle der EU-Sojalieferanten im Zeitraum Juli-Dezember 2018 steht Brasilien mit 1,3 Mio. t und damit einem Viertel weniger als im Vorjahreszeitraum. Die weiteren Plätze teilen sich Kanada, Paraguay und die Ukraine, allerdings mit deutlich geringeren Mengen als 2017/18. Gegen Ende des Wirtschaftsjahres könnte Brasilien wieder die erste Stelle der EU-Sojalieferanten einnehmen, denn ab Januar steht dort die neue Ernte zur Verfügung. Selbst wenn die Sojaernte etwas kleiner ausfallen sollte als im Vorjahr, bleibt noch genügend Ware für den Export übrig.  

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen kritisiert, dass infolge der Handelsverschiebungen auch der Preisdruck auf die  europäische Produktion von Raps- und Körnerleguminosen zugenommen hat. Sieht so die Zukunft einer nachhaltigen Bioökonomie aus, wenn Nachhaltigkeitsanforderungen durch Handelskonflikte ausgehebelt werden?

 

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Grafik der Woche (KW 02 2019)

Dürre 2018 – kleine Ernte und niedrige Preise

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Obgleich die deutsche Rapsernte die kleinste der vergangenen 15 Jahre ist, spiegelt sich das nicht in den Erlösen der Landwirte wider.Rapserzeuger erhielten in den ersten sechs Monaten des laufenden Wirtschaftsjahres 2018/19 im Schnitt 356 EUR/t und damit gerade einmal 2 % mehr als im Vorjahreszeitraum, obwohl die Ernte das Vorjahresergebnis um 14 % verfehlte. Zwar wurden zwischenzeitlich Einzelpreise von 376 EUR/t frei Landlager erzielt, solche Preisspitzen wurden allerdings nur für eine sehr kurze Zeitspanne in Norddeutschland genannt. Demgegenüber verkauften Landwirte in Süddeutschland Raps der Ernte 2018 zu Beginn der Saison auch zu 330 EUR/t. Zuletzt bewegten sich die Gebote kaum noch und pendelten laut Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) zwischen 335 EUR/t in Bayern und 370 EUR/t in Niedersachsen.

Der Gesamterlös der Rapsernten schwankt immens. Rein rechnerisch erzielte die Rekordernte 2009 einen Erlös von 1,6 Mrd. Euro. Ein Jahr später stieg dieser bei einer um 9 % kleineren Rapsernte um 24 % auf ca. 2,1 Mrd. Euro. Maßgeblich für die Höhe der deutschen Rapspreise sind neben dem Angebot an Raps in Deutschland auch das konkurrierende Angebot an Raps aus dem Ausland sowie die Erlösentwicklung aus den Nach- und Verarbeitungsprodukten Rapsschrot und Rapsöl.

Nach Auffassung der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP)  muss sich der Raps in einem Wettbewerb mit Sojanachprodukten und Palmöl behaupten. So verhinderten in den vergangenen Monaten das reichliche Sojaangebot, die niedrigen Palmölpreise als „Eckpreis“ für die energetische Nutzung und das zunehmende Angebot an Abfallölen einen Anstieg der Rapspreise. Die Wirkung des internationalen Biodieselmarktes verpuffte praktisch. Zudem beeinflussen die Rohölkurse und das Euro-Dollar-Verhältnis das Preisgefüge.

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Grafik der Woche (KW 01 2019)

Uneinheitliche Entwicklung der Anbauflächen auf Nord- und Südhalbkugel

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Die ureigenste Aufgabe der Landwirtschaft ist es, die Menschen zu ernähren. Die stetig wachsende Bevölkerung und Änderungen der Ernährungsgewohnheiten infolge höherer Einkommen erfordern eine nachhaltige Intensivierung und Steigerung der landwirtschaftlichen Erzeugung.

So hat sich zwischen 1960 und 2014 die Produktion von Getreide und Reis von 1,3 Mrd. t auf 2,6 Mrd. t verdoppelt, die von Pflanzenölen sogar verzwölffacht. Auf der Südhalbkugel fußt diese Steigerung neben der Nutzung des technischen Fortschritts in der Produktionstechnik (Saatgut, Dünger, Pflanzenschutz, Landtechnik) vor allem auf der Zunahme der Ackerfläche. Auf der Nordhalbkugel ist diese indes rückläufig. Nachhaltige Produktivitätssteigerungen sind hier vorrangig Ergebnis der Forschungs- und Innovationsleistung von Hochschulen und Unternehmen. Diese ist verbunden mit einer guten Ausbildung der Landwirte, deren Beratung und einer zeitnahen Umsetzung neuer Erkenntnisse in die landwirtschaftliche Praxis.

Die Umwandlung von Urwald und anderer, für den Umwelt- und Klimaschutz notwendiger Flächen stoßen zunehmend auf öffentlichen und politischen Widerstand. Daher müssen für alle Anbauregionen verbindliche Nachhaltigkeitsanforderungen geschaffen werden. Auf deren Grundlage muss die Biomasseproduktion zertifiziert werden, um die Herkunft konkret rückverfolgbar zu machen.

Auf der Südhalbkugel sind die Durchsetzung sozialer Standards sowie die Frage des Landerwerbs und -besitzes die entscheidenden Voraussetzungen für eine nachhaltige Biomasseproduktion. Illegale Urwaldrodungen bzw. Landnutzungsänderungen für neue Palmölplantagen oder für die Ausweitung des Sojaanbaus müssen beendet werden. Die Biokraftstoffpolitik der Europäischen Union stellt mit der Neufassung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II) verschärfte Anforderungen an die Dokumentationspflicht und die Anforderungen zur Minderung von Treibhausgasen, erstmals auch für feste Biomasse. Gleichzeitig werden mit Blick auf die Landnutzungsänderungen in Südamerika und Asien (Urwaldrodung) Forderungen lauter, diese Systemanforderungen unabhängig von der Endverwendung weiterzuentwickeln und gesetzlich zu verankern. Ziel muss die Schaffung eines „level-playing-fields“ für einen globalen, fairen Wettbewerb ohne Umwelt- oder Sozialdumping sein.

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Grafik der Woche (KW 51)

Welt-Rapsanbau 2019/20 stabil

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In vielen Ländern wird wohl der Anbau von Raps zur Ernte 2019 zunehmen, während in der EU mit einem großen Minus zu rechnen ist.

Daher geht der Internationale Getreiderat (IGC) nur von einer minimalen Ausweitung der globalen Rapsfläche um weniger als 1 % aus.

Nach einer äußerst schwierigen Saison 2018/19 sind in der EU die Aussichten auf eine Durchschnittsernte im kommenden Wirtschaftsjahr schon mit der Aussaat spürbar getrübt. Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) hat die lang anhaltende Trockenheit vielerorts nicht nur die Aussaat verhindert, sondern den Feldbeständen auch einen schlechten Start beschert. Das schürt die Ängste vor Auswinterungen. In der EU deutet vieles auf eine erhebliche Reduzierung der Anbaufläche hin. Die prognostizierten 4,8 Mio. ha für das Wirtschaftsjahr 2019/2020 wäre die schlechteste Flächenbasis seit 13 Jahren.

Demgegenüber lief die Aussaat in der Ukraine gut, so dass bis Anfang November bereits 16 % mehr gedrillt war als 2017. In der Ukraine macht Winterraps rund 90 % der Anbaufläche aus, in Russland dominiert hingegen Sommerraps. Auch dort wird mit einer Zunahme gerechnet – die Schätzung liegt bisher bei 1,6 Mio. ha und somit 14 % über Vorjahr. In China soll die Aussaat von Winterraps im Süden nahezu abgeschlossen sein. Aufgrund des Wegfalls der staatlichen Förderung wird sich der negative Flächentrend wohl auch 2019/20 fortsetzen.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) fordert die EU-Kommission auf, dem europäischen Rapsanbau als wichtigste gentechnikfreie Proteinquelle und Blühpflanze in getreidereichen Fruchtfolgen eine wirtschaftlich nachhaltige Perspektive zu schaffen. Die UFOP erwartet im Zusammenhang mit der Neufassung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie (RED II) ein starkes politisches Signal, dass Palmöl zur Biokraftstoffverwendung in der EU in 2019 erheblich reduziert wird und schrittweise ausläuft. Dieses Ziel muss in dem, bis zum 1. Februar 2019 von der EU-Kommission vorzulegenden, delegierten Rechtsakt rechtlich verankert sein. Außerdem sollten in dem gegen Indonesien eröffneten Anti-Subventionsverfahren möglichst schnell die erforderlichen Fakten für eine Importbeschränkung geschaffen werden.

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Grafik der Woche (KW 50)

Biodiesel verteuert sich kräftig

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Es wird häufig argumentiert, dass die EU-Biokraftstoffpolitik die Preise für Agrarrohstoffe verteuert; belegen lässt sich dies allerdings nicht.Mit der weltweiten Preisexplosion für Agrarrohstoffe und Grundnahrungsmittel in den Jahren 2007 und 2008 und der damit einhergehenden Preisvolatilität rückte das Thema Welternährung wieder verstärkt in den Vordergrund. Die fortwährende Hunger- und Armutssituation wird seither vorrangig mit der weltweiten Preisentwicklung für Agrarrohstoffe und der Förderung von Biokraftstoffen in Verbindung gebracht. Insbesondere Umweltverbände beantworten diese Frage öffentlichkeitswirksam häufig vorrangig mit der EU-Biokraftstoffpolitik.

Dabei wird ausgeblendet, dass die Angebotsseite laut FAO durch Intensivierung und höhere Erträge „reagiert“: Rekordernten führen seit mehreren Jahren zu einem globalen Überhang und damit zu einem Aufbau an Vorräten auf hohem Niveau. Gleichzeitig stieg der Biokraftstoffanteil in den wichtigsten Agrarexportländern in Asien sowie Nord- und Südamerika auf neue Höchststände. Die Regierungen hatten infolge der Überschüsse mit einer Anhebung der nationalen Biokraftstoffquoten reagiert, um die Erzeugerpreise zu stabilisieren. Dass die Kraftstoffpreise selbst nur einen geringen Einfluss auf die Agrarrohstoffpreise haben, zeigt derzeit der Biodieselhype, der auf die Abgabepreise von rohem Rapsöl kaum Wirkung zeigt. Die Nachfrage nach Rapsmethylester in den vergangenen Wochen hat zwar das Angebot verknappt, der Rohstoff war dennoch immer reichlich vorhanden. Daher sind die Rapsölpreise nur wenig gestiegen. Gleichzeitig hat sich der Preisabstand zwischen Raps- und Palmöl nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) auf etwa 300 EUR je t erhöht. Bestimmendes Thema für die Warenkette der Rapsverarbeitung und Biodieselherstellung ist hierzulande vielmehr die prekäre Transportsituation. Denn die Niedrigwassersituation in Deutschland schmälert und verteuert den Warenfluss.

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Grafik der Woche (KW 49)

Rapsöl bleibt in der EU wichtigster Biodieselrohstoff

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Auch in der Biodieselherstellung bestimmen maßgeblich Verfügbarkeit und Preis der pflanzlichen und tierischen Öle und Fette den Einsatz. In der Europäischen Union ist Rapsöl nach wie vor die wichtigste Rohstoffquelle für die Biodieselproduktion. Mit dem geringeren Angebot und der damit einhergehenden Verteuerung des Rohstoffes schrumpfte der Anteil jedoch leicht von 48% in 2016 auf 44% in 2017%. Die wachsende Konkurrenz billiger Rohstoffe aus Übersee bei gleichzeitig knappem und damit teurem Rapsöl drosselte die Chancen für die heimische Ölsaat. So wuchs der Anteil an Biodiesel und hydriertem Pflanzenöl (HVO) aus Südostasien an der EU-Biodieselerzeugung (einschließlich HVO) auf 29 %. In Ländern wie Italien, Spanien und den Niederlanden ist importiertes Palmöl Rohstoff Nr. 1 zur Biodieselherstellung, in Deutschland und Frankreich ist es Rapsöl. Die Verwendung von Altspeisefetten hat demgegenüber nur noch marginal zugenommen, obgleich die Politik dessen Einsatz besonders fördert. Biokraftstoffe aus Abfall- und Reststoffen werden, mit Ausnahme von Deutschland, doppelt auf nationale Quotenverpflichtungen (energetisch) angerechnet, um den für alle Mitgliedsstaaten verbindlichen Anteil erneuerbarer Energien im Transportsektor bis 2020 auf 10 % zu erhöhen.

Vor dem Hintergrund der vom Europäischen Parlament und Rat kürzlich bestätigten  Neufassung der Erneuerbare-Energien-Richtlinie fordert die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP), dass in dem von der EU-Kommission bis zum 1. Februar 2019 vorzulegenden delegierten Rechtsakt zwingend das Auslaufen der Verwendung von Palmöl als Rohstoff zu verankern ist. Der Verband erinnert nachdrücklich an diesen im Rahmen des Trilog-Verfahrens mit dem Europäischen Parlament erzielten Kompromiss. Das Europäische Parlament hatte im April 2017 in seiner Entschließung das Verbot beschlossen, das im Trilog nicht durchsetzbar war. Die UFOP betont die strategische Bedeutung des Biokraftstoffmarktes für den europäischen Rapsanbau, insbesondere für eine nachhaltige Fruchtfolgegestaltung. Etwa 6 Mio. t nachhaltig zertifizierter Biodiesel leisten nicht nur einen spürbaren Beitrag zum Klimaschutz im Verkehr. Das dabei anfallende gentechnikfreie Rapsschrot von ca. 9 Mio. t reduziere im gleichen Maße den Import von GVO-Soja und den hierfür andernfalls erforderlich Flächenbedarf. Diese Kompensationseffekte werden in der iLUC-Debatte und zur Frage der Definition von Rohstoffen mit hohem „iLUC-Risiko“ unzureichend anerkannt, kritisiert die UFOP.

 

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Grafik der Woche (KW 48)

Rapsmarkt geht ruhig in den Winter

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Nach dem kräftigen Anstieg im Sommer haben sich die Rapspreise nur noch wenig bewegt, allerdings wurde auch wenig verkauft.Seit dem starken Preisanstieg im Sommer aufgrund der kleinen Rapsernte, entwickelten sich die Rapspreise in sehr kleinen Schritten leicht nach oben. Damit konnten sie sich von den rückläufigen Sojanotierungen absetzen, allerdings nicht auf das Niveau der Rapspreise der letzten Jahre. Die zuletzt genannten 359 EUR/t lagen auf Vorjahreslinie. Damit war Raps 26 EUR/t preisgünstiger als vor 2 Jahren bei einer damals deutlich größeren deutschen Rapsernte. Die aktuelle Preisentwicklung und vergleichsweise geringen Vorräte veranlassen die Erzeuger, ihren Raps vorerst nicht zu verkaufen. Nach Angaben der Agrarmarkt Informationsgesellschaft mbH (AMI) werden für das 2. Quartal 2019 bessere Absatzchancen erwartet, wo die Versorgung der Ölmühlen noch sehr lückig ist. Dennoch werden Rapserzeuger und Landhandel auch in diesem Vermarktungszeitraum nicht überstürzt Ware abgegeben, weil schon jetzt rege auf Preissteigerungen im Übergang auf die Ernte 2019 spekuliert wird. Die kleine EU-Rapsernte 2018, das absehbar geringe Exportpotenzial Australiens, traditionell wichtigster Lieferpartner der EU, sowie nicht zuletzt die problematische Winterrapsaussaat in Deutschland und Frankreich schüren die Hoffnung auf ein knappes Rapsangebot und infolgedessen steigende Preise. Mit einer Belebung des Rapsmarktes ist deshalb zu Beginn des neuen Jahres nicht zu rechnen, weil die Preisvorstellungen von Ölmühlen und Erzeugern dann noch zu weit auseinanderliegen dürften.

 

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Grafik der Woche (KW 47)

Ohne Biodieselherstellung deutlich weniger gentechnikfreies Rapsschrot

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Der Futtermittelmarkt profitiert maßgeblich von der Biodieselherstellung, weil Rapsschrot als Koppelprodukt bei der Ölpressung anfällt. Rapsschrot ist europaweit die wichtigste heimische gentechnikfreie Eiweißquelle für die Nutztierfütterung, bilanziert die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP). 2017 wurden in Deutschland 9,2 Mio. t Raps verarbeitet. Daraus entstanden knapp 4 Mio. t Rapsöl und 5,2 Mio. t Rapsschrot. Da Raps in Europa und in vielen anderen Ländern der Welt ohne Einsatz von Gentechnik erzeugt wird, gilt auch das Nachprodukt Rapsschrot als „gentechnikfrei“ (GVO-frei). Das fördert den Einsatz vor allem in der Milchviehfütterung, denn hier kann es Sojaschrot vollständig ersetzen. Hintergrund ist die verstärkte Nachfrage nach Milchprodukten, die mit dem Prädikat „ohne Gentechnik“ ausgezeichnet sind.

Rapsschrot verringert aber auch die Abhängigkeit von Importen an GVO-Soja bzw. GVO-Sojaschrot. Von den knapp 4 Mio. t Rapsöl wurden nur noch 33 % für Nahrungszwecke und 66 % für technische Zwecke bzw. zur Energiegewinnung verwendet. Sollte zukünftig der Bedarf an Rapsöl zur Biodieselproduktion schrumpfen, weil Biodiesel als Beitrag zur Dekarbonisierung des Verkehrs nicht mehr gefördert wird, würden über 60 % der produzierten Rapsschrotmenge wegfallen. Diese Lücke müsste folglich durch Sojaimporte gedeckt werden. Rein rechnerisch wären das im zurückliegenden Jahr immerhin 3,5 Mio. t Rapsschrot gewesen. Um diese Menge zu kompensieren, wären jährlich 2,7 Mio. t mehr Sojaschrotimporte notwendig, was über 1 Mio. ha Sojaanbauentspricht. Damit würde sich der Trend, einheimische gentechnikfreie Proteinträger zu fördern, umkehren. Denn erst seit 2012 deckt Rapsschrot die Hälfte des verfütterten Schrotes in Deutschland. Ein Aspekt, der in der aktuellen Diskussion um sogenannte „indirekte Landnutzungsänderungen“ (iLUC) zu wenig Beachtung findet, stellt die UFOP fest. Die Berücksichtigung dieses Substitutionseffektes in der Treibhausgas-Bilanzierung würde heimischen Raps im Wettbewerb um die THG-Effizienz besserstellen. Die UFOP empfiehlt diesen Ansatz, um die Bedeutung des Rapsanbaus in getreidereichen Fruchtfolgesystemen zu sichern, auch mit Blick auf die vom Bundeslandwirtschaftsministerium angekündigte Ackerbaustrategie. Der heimische Rapsanbau leiste so einen Beitrag zur THG-Minderung auf dem Acker und im Tank.

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Grafik der Woche (KW 46)

Komfortable Versorgung mit Sojabohnen – Raps etwas knapper

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Während die größere globale Soja- und Sonnenblumenernte zu einem besseren Verhältnis zwischen Vorräten und Verbrauch führt, wird es für Raps etwas knapper. Das Verhältnis zwischen Vorräten und Verbrauch (auch „Stock-to-Use-Ratio“ genannt) ist eine wichtige Kenngröße zur Einschätzung der Versorgung und infolgedessen auch für die mögliche Preisentwicklung. Die Stock-to-Use-Ratio für Raps und Sonnenblumenkerne ist seit Jahren rückläufig. Anders sieht es für Sojabohnen aus. Rekordernten lassen Angebot und Vorräte kräftig steigen. Allerdings gibt es auch einen stetig wachsenden Bedarf an Sojaprotein für die Tierfütterung, ganz besonders in China. Durch die positive Konjunktur- und Einkommensentwicklung im bevölkerungsreichsten Land der Welt wächst die Kaufkraft und damit die Nachfrage nach Fleisch und folglich auch die Nachfrage nach Ölschroten zur Versorgung der steigenden Viehzahlen. Dem wachsenden Sojabedarf Chinas stehen 2018/19 Rekordernten in den USA und Brasilien gegenüber. Dieses Wechselspiel sorgt zwar für eine dynamische Preisentwicklung, die sich angesichts der gut versorgten Märkte jedoch abschwächt.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) stellt fest, dass selbst die Diskussion über die Verlagerung von Sojabohnenimporten aus Südamerika infolge des Handelskonfliktes zwischen China und den USA nicht zu nachhaltig steigenden Preisen geführt hat. Dies bestätigt einmal mehr, wie robust die Marktversorgung ist. Es zeigt sich aber auch die Flexibilität der europäischen Ölmühlen, die von der Raps- auf die Sojaverarbeitung umstellen. So gesehen bleiben die Rohstoffe beliebig austauschbar, mit Ausnahme des Alleinstellungsmerkmals „ohne Gentechnik“. Hierdurch ist eine regionale Rohstoffbindung gegeben, die aber der Verbraucher mit seinem Einkaufsverhalten antreiben müsse. Im bedeutenden Kraftstoffsektor stelle sich die Frage, ob die Biodieselhersteller sich ihrer „Verantwortung“ bewusst sind, mahnt die UFOP vor dem Hintergrund der aktuell zwischen EU-Kommission und den Mitgliedsstaaten beginnenden Debatte zum Auslaufen von Palmöl in der europäischen Biodieselverarbeitung.

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Grafik der Woche (KW 45)

Überraschend gute Sonnenblumenernte

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Sonnenblumenkerne sind die zweitwichtigste Ölsaat in Europa und machten 2018 über ein Drittel der Anbaufläche aus. Unter den ungünstigen Vegetationsbedingungen, die in diesem Jahr vor allem für die Winterungen herrschten und der Rapsernte massiv zusetzten, hatten die Sonnenblumen weniger zu leiden. Die Aussaatbedingungen im Frühjahr waren gut und EU-weit wurden zur Ernte 2018 rund 4,2 Mio. ha angebaut. Dies ist nur marginal weniger als im Vorjahr – und der heiße und trockene Sommer schadete den Sonnenblumen keineswegs. Auch die qualitätsschädigenden Niederschläge gegen Ende der Saison blieben aus, so die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI). Im Gegenteil: Sonnenblumenkerne sind eine der wenigen Feldfrüchte, deren Ernteergebnis sogar besser ausfiel als prognostiziert. Die zuletzt genannte Ertragsschätzung von 23,9 dt/ha liegt deutlich über den noch im Juni angenommenen 22,4 dt/ha und verfehlen das Vorjahresergebnis nur um 6 %. Damit fielen die Erträge im langjährigen Vergleich sogar überdurchschnittlich aus. Hochburgen des Sonnenblumenanbaus sind Rumänien, Bulgarien und Ungarn sowie Spanien, Frankreich und Italien, in Deutschland spielt der Sonnenblumenanbau eine sehr kleine Rolle. Die Erträge lagen in Osteuropa sogar durchweg höher als im Westen, so dass EU-weit 2018 schätzungsweise 9,6 Mio. t geerntet wurden. Das sind zwar 8 % weniger als im Vorjahr, aber 6 % mehr als im langjährigen Mittel. Aufgrund des mangelnden Raufutters in Deutschland sind faserreiche Futterkomponenten gefragter denn je. Dies gilt besonders für Sonnenblumenschrot, das mit 205 EUR/t zur Lieferung ab Dezember – vordere Ware ist ausverkauft – 60 % teurer ist als vor einem Jahr.

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Grafik der Woche (KW 44)

Rapsölpreise setzen sich nach oben ab

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Seit 7 Monaten entwickeln sich die Großhandelspreise für Rapsöl und Palmöl in entgegengesetzte Richtungen. Die Preisdifferenz zwischen Rapsöl fob Deutschland und Palmöl cif Rotterdam, stieg im Zeitraum April bis Ende Oktober von 87 EUR/t auf mehr als 300 EUR/t. Die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) stellte zuletzt im Dezember 2012 einen so ungewöhnlich großen Abstand fest. Hauptgrund für die ungleiche Preisentwicklung ist die unterschiedliche Angebotsentwicklung: Rapsöl ist gesucht und erntebedingt knapp; dagegen ist das Palmölangebot reichlich. Das Kaufinteresse der Beimischer ist bei Rapsmethylester-Biodiesel aufgrund seiner besseren Wintereigenschaften ungebrochen. Auch wenn sich die Nachfrage bis zum Jahresende beruhigen dürfte, werden weiterhin Bedarfslücken zu füllen sein, die für Marktimpulse sorgen. Nicht nur die kleinere Rapsernte ließ die Preise steigen. Denn auch die seit Wochen niedrigen Pegelstände auf den Wasserwegen verteuern die Frachten für die Saatanlieferung, aber auch für den Abtransport der Produkte insbesondere Rapsschrot. Demgegenüber haben sich die Forderungen für Palmöl sukzessive abgeschwächt und erreichten Ende Oktober ein 3-Jahrestief. Ausgelöst wurde dies durch steigende Vorräte in den Produktionsländern infolge geringer Exporte. Denn die Erzeugung war zeitweise kleiner als in den Vorjahresmonaten. Außerdem steigt die Produktion in der zweiten Jahreshälfte saisonal an und wird voraussichtlich sogar deutlich über den Vorjahresmengen liegen. Profiteure dieser gegenläufigen Preisentwicklung sind die Unternehmen, die Palmöl in der Lebensmittel- und in der chemischen Industrie weiterverarbeiten. Eine Marktpreisdifferenzierung zwischen als nachhaltig und nicht zertifiziertem Palmöl hat sich in den Marktpreisnotierungen bisher nicht durchsetzen können, stellt die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) fest. Die vom Bundeslandwirtschaftsministerium geförderte Branchenplattform „Forum Nachhaltiges Palmöl“ (FONAP) beklagte kürzlich zurecht, dass sich insbesondere der Anteil an nachhaltig zertifiziertem Palmöl zur stofflichen Nutzung nicht weiter entwickle und bei 27% verbleibe, trotz eines Überangebotes an zertifiziertem Palmöl. Die UFOP stellt die Frage, ob bei 464 EUR/t eine nachhaltige Palmölproduktion überhaupt möglich ist, wenn insbesondere soziale Kriterien in die Betrachtung einbezogen werden.

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Grafik der Woche (KW 43)

Agrardiesel – die teuerste Alternative

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Die Großhandelspreise für Agrardiesel, Biodiesel und Rapsöl sind in den vergangenen Monaten kräftig gestiegen, aber keiner der drei Kraftstoffe hat sich so stark verteuert wie Agrardiesel. Im Oktober erreichten die Rohölpreise ein Vierjahreshoch, was dazu führte, dass sich Agrardiesel, die steuervergünstigte Alternative der landwirtschaftlichen Betriebsmittel, auf 87,50 Cent/l verteuerte. Noch im März 2018 lagen Agrardiesel und Biodiesel preislich gleich auf, schon seit Ende des Jahres 2017 war Rapsölkraftstoff günstiger als Agrardiesel. Zwar weisen die Preiskurven einen ähnlichen Verlauf auf, aber die Preisabstände sind teils deutlich gestiegen. Daher rechnet sich die Verarbeitung von Rapsöl zu Biodiesel und der wiederum findet nicht zuletzt durch die notwendige Erfüllung der Winterqualität flott Absatz in der Beimischung. Die unerwartet lebhafte Nachfrage hat – neben den Mineralölkursen –  auch die Preise für Biodiesel nach oben getrieben. Dieser kostet nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) jetzt 22 % mehr als noch im Frühjahr 2018. Aber auch Niedrigwasser, die kleinere Ernte 2018 und die schwache Aussaat für 2019 verteuern den Raps.

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Grafik der Woche (KW 42)

Witterungsbedingt enttäuschende Leguminosenernte

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Schon mit der etwas geringeren Anbaufläche wurden bereits im Frühjahr die Weichen für eine kleinere Leguminosenernte 2018 in Deutschland gestellt. Hinzu kam noch ein massiver Einbruch der Erträge, wie bei anderen Fruchtarten bedingt durch die lang anhaltende Trockenheit.

Insgesamt wurden 2018 schätzungsweise 436.400 t Leguminosen gedroschen und damit 28 % weniger als im Vorjahr. Bundesweit wurden die Durchschnittserträge des Vorjahres deutlich verfehlt. Der Rückgang fiel bei Futtererbsen mit einem Minus von 20 % noch am geringsten aus. Am härtesten traf es die Süßlupinen, bei denen die Erträge um knapp 50 % einbrachen. Verbunden mit der Einschränkung des Anbaus um 20 % führten die hohen Ertragsausfälle zu einem gegenüber 2017 um rund 58% verringerten Ernteergebnis von 22.300 t. Mit deutlichem Abstand verfehlten auch die Futtererbsen das Vorjahresergebnis. Bei einer um 17% verringerten Anbaufläche und um 20% geringeren Erträgen wurden mit 197.900 t rund ein Drittel weniger geerntet als im Vorjahr. Mit 154.300 t wurden zudem 18 % weniger Ackerbohnen als im Jahr zuvor geerntet. Ein Teil der massiven Ertragseinbußen von fast einem Drittel wurden durch die Ausdehnung der Anbaufläche von 20 % kompensiert. Im Artenvergleich stehen die Sojabohnen noch am besten da, denn hier konnte das Flächenplus von 25 % das Ertragsminus nahezu kompensieren, so dass mit knapp 62.000 t nur 6 % weniger geerntet wurde als 2017. Ausschlaggebend für die schlechten Erträge waren nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) die langanhaltende Trockenheit in weiten Teilen Nord- und Ostdeutschlands und der hohe Anbauflächenanteil auf Grenzstandorten. So gingen die Süßlupinenerträge in Sachsen-Anhalt nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gegenüber 2017 um 67 % zurück.

Nach Einschätzung der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP) ist der Rückgang der Anbaufläche von Körnerleguminosen auf das Verbot des Pflanzenschutz-Einsatzes auf Greeningflächen zurückzuführen. Der Effekt dieser agrarpolitisch negativen Entscheidung wurde durch die Witterung im Herbst 2017 abgemildert, als viele Flächen nicht mit Winterungen bestellt werden konnten. Dadurch wurden Flächen für den Anbau von Körnerleguminosen frei.

 

 

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Grafik der Woche (KW 41)

Globale Pflanzenölproduktion erreicht neues Rekordniveau

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Das US-Landwirtschaftsministerium (USDA) prognostiziert für 2018/19 eine weltweite Rekord-Pflanzenölproduktion von 204 Mio. t. Besonders das Palm- und Sojaölangebot könnte zulegen. Die weltweite Pflanzenölproduktion 2018/19 dürfte nach Schätzung des USDA um mehr als 3 % gegenüber dem Vorjahr auf ein Rekordniveau von knapp 204 Mio. t steigen. Davon entfallen rund 87 % auf Palm-, Soja-, Raps- und Sonnenblumenöl. Mit einem Plus von 5 % dürfte Sojaöl den größten Zuwachs erzielen. Die üppige Rohstoffverfügbarkeit aus der Rekord-Sojaernte 2018 in Brasilien und den USA und die anhaltend rege internationale Nachfrage nach Verarbeitungsprodukten aus Soja begünstigten die Entwicklung. Günstige Vegetationsbedingungen in Südostasien und unerwartet hohe Erträge auf den Palmölplantagen führen bei Palmöl zu einer Produktionssteigerung gegenüber 2017/18 von 4,5 % auf 72,8 Mio. t. Die Produktion von Sonnenblumenöl dürfte um 4 % wachsen, da die ukrainische Sonnenblumenerzeugung rund 6 % größer ausfällt als im Vorjahr. Demgegenüber dürfte die Rapsölproduktion 2018/19 mit 28,1 Mio. t um rund 1 % kleiner ausfallen als im Wirtschaftsjahr 2017/18. Grund dafür ist nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) die trockenheitsbedingt enttäuschende Rapsernte 2018 in der EU-28 und Australien.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen erwartet infolge dieser Angebotsentwicklung einen anhaltenden Preisdruck auf den internationalen Pflanzenölmärkten. Diese haben sich schon länger von den Rohölpreisen abgekoppelt und zwingen zu einer aktiveren Biokraftstoffpolitik in den Erzeugerländern. Mit einer Anhebung der von Biokraftstoffmandaten versuchten Länder wie Indonesien, Brasilien und Argentinien dem Preisdruck zu begegnen. Bei tendenziell sinkenden Palmöl- und gleichzeitig steigenden Rohölpreisen steige auch die wirtschaftliche Attraktivität von Biokraftstoffmandaten.

 

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Grafik der Woche (KW 40)

Deutsche Biodieselausfuhren erreichen Rekordhöhe

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Im ersten Halbjahr 2018 sind die deutschen Biodieselausfuhren deutlich gestiegen. Besonders kräftig entwickelte sich die Nachfrage aus den USA, aber auch aus Schweden und Österreich. In den ersten sechs Monaten 2018 sind die Ausfuhren an Biodiesel gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als 14 % auf 877.000 t gestiegen. Davon wurden knapp 88 % innerhalb der EU-28 vermarktet und damit 7,5 % mehr als im Vorjahreszeitraum. Trotz eines Rückgangs von 10 % auf 288.800 t bleiben die Niederlande das wichtigste Abnehmerland für deutschen Biodiesel. Demgegenüber hat Polen mit 121.800 t rund ein Viertel mehr Biodiesel geordert als im ersten Halbjahr 2017. Österreich hat sich indes mit einer Vervierfachung an Belgien vorbei, auf Platz 3 geschoben, obwohl Belgien seine Biodieseleinfuhren mehr als verdoppelt hat. Den größten Importzuwachs verbuchten jedoch die USA mit 54.670 t. Im Vorjahreszeitraum wurde mit 67 t nur eine sehr geringe Menge aufgenommen. Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) führten auch Schweden und die Schweiz deutlich mehr deutschen Biodiesel ein als im Vergleichszeitraum. Rückläufig haben sich hingegen die Biodiesellieferungen nach Frankreich, Tschechien und besonders Dänemark entwickelt. Die dänische Nachfrage brach um 72 % auf rund 17.600 t ein.

Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen unterstreicht die Wettbewerbskraft der deutschen Ölmühlen- und Biodieselwirtschaft im europäischen Vergleich als wichtigen Beitrag zur Sicherung des deutschen und europäischen Rapsanbaus. Wie hoch der Anteil von Biodiesel aus Rapsöl im Gesamtbiodieselmarkt ist, sei zwar nicht bekannt, lasse sich jedoch indirekt an der Auslastung der Rapsverarbeitung ablesen. Allerdings sei nicht auszuschließen, dass Ölmühlen – soweit technisch möglich – abhängig vom Preis der Rohware auch auf die Verarbeitung von Sojabohnen umstellen, befürchtet der Verband. Gründe sind das weltweit große Angebot und Marktverwerfungen infolge des Zollkonfliktes zwischen den USA und China. Das anfallende GMO-Sojaöl müsse einer technischen oder energetischen Nutzung zugeführt werden, sofern diese Mengen nicht außerhalb der EU 28 auch für Nahrungsmittelzwecke abgesetzt werden können.

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Grafik der Woche (KW 39)

Sojavorräte wachsen kräftig

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Im Wirtschaftsjahr 2018/19 dürfte die weltweite Sojaerzeugung stärker zulegen als bisher erwartet. Da die chinesische Nachfrage schrumpft, könnten die Vorräte auf einen Höchststand anschwellen. Das US-Landwirtschaftsministerium hat in seinem September-Report die Schätzung der globalen Sojabohnenerzeugung 2018/19 um 2,2 Mio. t auf 369,3 Mio. t angehoben. Das wären 32,5 Mio. t mehr als im vorangegangenen Wirtschaftsjahr. Größter Sojaerzeuger dürften demnach die USA mit einer prognostizierten Rekordernte von 127,7 Mio. t werden. Der USDA-Prognose zu Folge dürfte der globale Verbrauch 2018/19 das Vorjahresniveau um 16 Mio. t übersteigen. Mit 353 Mio. t würden aber immer noch 16 Mio. t weniger Sojabohnen verarbeitet als geerntet. Nach Einschätzung der Agrarmarkt Informationsgesellschaft mbH (AMI) dürften die globalen Vorräte somit am Ende des Wirtschaftsjahres das Vorjahresergebnis deutlich übertreffen. Mit aktuell prognostizierten 108 Mio. t wären das rund 13 Mio. t mehr als 2017/18 und der größte Vorratsbestand in der Geschichte. Noch im Juni 2018 wurden nur 87 Mio. t prognostiziert. Weltweit bedeutendster Sojaimporteur wird auch 2018/19 China sein. Mit avisierten 94 Mio. t liegen die Einfuhren auf Vorjahresniveau, wobei die Stagnation der Sojabohnenimporte auf den Handelsstreit mit den USA zurückzuführen ist. Vor wenigen Monaten taxierte das USDA die chinesischen Sojaeinfuhren noch auf über 103 Mio. t.

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Grafik der Woche (KW 38)

Deutsche Rapsölexporte schrumpfen

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Die Rapsölexporte Deutschlands sind im Wirtschaftsjahr 2017/18 unter das Rekordniveau des Vorjahres gesunken. Besonders die EU-Mitgliedsländer kauften teils deutlich weniger Rapsöl. Die Rapsölexporte Deutschlands haben sich laut Statistischem Bundesamt 2017/18 das erste Mal seit drei Jahren wieder rückläufig entwickelt. Mit rund 1 Mio. t wurden knapp 16 % weniger ins Ausland verkauft als 2016/17. Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH dürfte der Grund für den Rückgang die geringere Rohstoffverfügbarkeit und die große Konkurrenz anderer Pflanzenöle sein. Fast 96 % der Ausfuhren gingen in andere EU-Staaten und damit etwa 12 % weniger. Hauptabnehmer für deutsches Rapsöl waren die Niederlande, die als Drehscheibe des internationalen Handels rund 570.400 t und damit 4 % weniger als im Vorjahr abnahmen. Mit einem Minus von knapp 37 % reduzierten sich die Importe Polens auf 132.000 t. Auf Platz drei der Hauptempfangsländer landete Belgien mit 69.900 t und einem Rückgang von 23 %. Die Nachfrage der EFTA-Staaten (Island, Norwegen, Schweiz) nach Rapsöl aus Deutschland brach im Vorjahresvergleich sogar um 66 % auf 26.900 t ein. Demgegenüber steigerte Kenia seine Einfuhren um das 200-fache auf 1.800 t und landete damit unter den 20 wichtigsten Lieferländern für deutsches Rapsöl. Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) befürchtet, dass im Zusammenhang mit diesem Absatzrückgang der Druck auf die Erzeugerpreise anhält, trotz einer EU-weit geringeren Rapsernte. Maßgebliche Ursache ist der Angebotsüberhang bei Rapsöl infolge der geringeren Nachfrage aus der Biokraftstoffindustrie. Die UFOP sieht hier dringenden Handlungsbedarf für die Entwicklung zusätzlicher Absatzoptionen, etwa durch die Erhöhung der Treibhausgasquote, spätestens zu Beginn des Jahres 2019 oder durch die Erschließung neuer Drittlandsmärkte im Wege der Exportförderung.

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Grafik der Woche (KW 37)

Biodieselanteil steigt trotz rückläufigem Dieselverbrauch

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Im Straßenverkehr wurden im ersten Halbjahr 2018 weniger Diesel- und Ottokraftstoffe verbraucht als im Vergleichszeitraum 2017. Aber der Einsatz von Biodiesel und Bioethanol stieg deutlich. Mit fast 205.000 t wurde im Mai 2018 die stärkste Nachfrage nach Biodiesel in den vergangenen 6 Monaten registriert und die größte Menge seit August 2017. Dabei wurde in den Monaten zuvor bereits deutlich mehr verbraucht als im Vorjahreszeitraum. Der Inlandsverbrauch an Biodiesel stieg von Januar bis Juni 2018 auf knapp 1,2 Mio. t. Das waren 11 % mehr als im ersten Halbjahr 2017. Da der Dieselverbrauch gleichzeitig um 5,2 % gegenüber Vorjahr auf 17,05 Mio. t abgenommen hat, erhöhte sich der Beimischungsanteil deutlich. Während dieser 2017 rund 5,7 % betrug, errechnete die Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbh (AMI) für 2018 einen Anteil von bisher 6,4 %. Nach Daten des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) verzeichnete auch Bioethanol einen steigenden Beimischungsanteil, der im ersten Halbjahr 2018 rund 6,7 % erreichte und damit die 6,1 % des Vorjahreszeitraumes ebenfalls übertraf.

Ursache für den Anstieg bei Bioethanol und Biodiesel könnte die Verfügbarkeit günstiger Rohstoffe für die Produktion beider Biokraftstoffe gewesen sein. Besonders die Forderungen für Palm- und Rapsöl fielen in den ersten Monaten 2018 auf den niedrigsten Stand seit mehreren Jahren. Aber auch die Maiskurse in Paris notierten im ersten Quartal 2018 deutlich unter Vorjahresniveau.

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Weitere Grafiken der Woche finden Sie im Archiv.