Grafik der Woche (KW 21)

Preise für Dieselkraftstoff und Palmöl liegen gleich auf – UFOP mahnt die Trilogparteien die Position bei Biokraftstoffen zu überdenken

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Die Forderungen für Dieselkraftstoff und Palmöl haben fast das gleiche Preisniveau erreicht. Ursache sind die gegenläufigen Preisentwicklungen bei Rohöl und Palmöl. Die Vorzüglichkeit, Palmöl als Rohstoff für die Biokraftstoffproduktion einzusetzen, wird insbesondere in den Ländern außerhalb der Europäischen Union steigen, die praktisch keine Nachhaltigkeitsanforderungen an die Rohstoffe stellen, erwartet die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) unter Hinweis auf die globale Überversorgung an den Pflanzenölmärkten.

Die Großhandelspreise für Diesel in Deutschland haben sich seit ihrem letzten Tiefstand Ende Juni 2017 bis dato um fast 47 % auf rund 51 Ct/l verteuert. Grund sind die deutlich gestiegenen Rohölnotierungen, von denen die Preisbildung von Diesel bestimmt wird. Diese wurden durch die stetige Nachfrage einer florierenden Weltkonjunktur, die Förderkürzungen der OPEC-Staaten und Russlands sowie durch die angedrohten US-Sanktionen gegen die Ölindustrie des Irans angeschoben. Demgegenüber haben die Forderungen für Palmöl auf Jahressicht rund 19 % nachgegeben. Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) übten eine rückläufige internationale Nachfrage, höhere indische Importzölle auf Palmöl und steigende Vorräte in Indonesien und Malaysia in den vergangenen Monaten Druck auf die Palmölpreise aus. Durch diese Konstellation haben sich die Großhandelspreise für Diesel und Palmöl sukzessive auf dem Niveau von rund 51 Ct/l angenähert. Palmöl ist ein bedeutender Rohstoff für die Herstellung von Biodiesel, Hydriertem Pflanzenöl (HVO) oder für die Mitverarbeitung in Erdölraffinerien. Letzteres sieht die 37. Bundes-Immissionsschutzverordnung vor, allerdings bisher beschränkt für den Zeitraum bis 2020.

Der Preisvorteil von Palmöl ist an der Importpolitik Chinas bereits ablesbar, stellt die UFOP fest. Nach Angaben der Agentur Reuters hat China die Bereitschaft signalisiert, die jährliche Importmenge von Palmöl aus Indonesien um 0,5 Mio. t zu erhöhen. Indonesien sieht darin auch eine Kompensationsmöglichkeit für verringerte Palmölexporte in die Europäische Union infolge eines möglichen Verbots der Palmölverwendung für die Biokraftstoffproduktion ab 2021. Die UFOP stellt fest, dass der größte Palmölexporteur der Welt bereits neue bzw. zusätzliche Absatzwege für Palmöl sucht. Nachhaltigkeitsanforderungen nach dem Standard der europäischen Erneuerbare Energien-Richtlinie spielen bei diesem Exportgeschäft wohl kaum eine Rolle.

Mit Blick auf die laufenden Trilog-Verhandlungen zur Neufassung der Erneuerbare Energien-Richtlinie (REDII) erinnert die UFOP mit Nachdruck an die grundsätzliche und globale Bedeutung der von der EU-Kommission zugelassenen Zertifizierungssysteme für Biokraftstoffe aus Anbaubiomasse. Mit den im Trilog diskutierten Optionen zur Reduktion der Anrechenbarkeit von Biokraftstoffen der sogenannten 1. Generation würde die EU eine gesetzliche Einflussnahme zur Implementierung von Nachhaltigkeitsstandards in Drittstaaten aufgeben, warnt der Verband.

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Grafik der Woche (KW 20)

Globaler Rapsverbrauch 2018/19 könnte auf Rekordwert steigen

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Der aktuelle USDA-Bericht zur globalen Rapsversorgung sieht für die laufende Saison kaum Veränderungen voraus. 2018/19 dürften Erzeugung und Verbrauch hingegen neue Höchststände erreichen. In seiner Mai-Schätzung sieht das US-Landwirtschaftsministerium die globale Rapserzeugung 2017/18 unverändert zur Vormonatsschätzung bei 74,3 Mio. t und damit rund 4,4 % über dem Vorjahresniveau. Der weltweite Rapsverbrauch wird indes auf 73,1 Mio. t leicht nach unten korrigiert. Damit würden die globalen Rapsvorräte um 0,3 Mio. t auf knapp 6,5 Mio. t wachsen und damit den Vorjahreswert um rund 1 Mio. t übersteigen. In seiner ersten Schätzung für das kommende Wirtschaftsjahr 2018/19 avisiert das USDA einen Anstieg der weltweiten Rapserzeugung um 1,1 Mio. t auf 75,4 Mio. t. Das wäre nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) ein neuer Rekordwert, wobei vor allem die Produktionszuwächse in der EU-28, Australien und Indien dazu beitragen sollen. Für Kanada und China werden hingegen geringere Ernten erwartet. Der globale Handel dürfte sich auf ein Gesamtvolumen von 17,5 Mio. t summieren, was ebenfalls neuer Höchststand wäre. Angetrieben wird die Entwicklung vor allem von der starken Nachfrage aus China. Trotz der avisierten hohen Verbrauchsmenge von 75,1 Mio. t erwartet das USDA einen leichten Anstieg der weltweiten Rapsvorräte auf etwas über 6,5 Mio. t. Auch das IGC und die EU-Kommission erwarten ähnliche Zahlen. Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) teilt diese ambitionierten Prognosen nicht. Vor dem Hintergrund der schwierigen Vermarktungssituation von Rapsöl in der EU-28 und der damit einhergehenden Drosselung der Verarbeitung europäischer Ölmühlen sowie der großen Konkurrenz von Sojaschrot am Weltmarkt, sind die prognostizierten hohen Verbrauchsmengen an Raps nicht nachvollziehbar, so der Verband.

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Grafik der Woche (KW 19)

Pflanzenöl- und Getreidepreise entwickeln sich gegensätzlich

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Die Preisindices für Pflanzenöle und Getreide der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) tendierten zuletzt uneinheitlich. Während die Pflanzenöle deutlich unter Druck geraten, legen die Getreidepreise seit Jahresbeginn zu. Die Forderungen für Pflanzenöle haben sich in den ersten vier Monaten 2018 deutlich schwächer entwickelt. Nachdem der FAO Pflanzenölindex, der die Preisentwicklung der 10 für den Welthandel bedeutendsten Pflanzenöle abbildet, im November 2017 noch auf den dritthöchsten Wert seit 16 Monaten gestiegen war, fielen die Preise bis dato um 10 % auf den tiefsten Stand seit mehr als zwei Jahren. Nach Angaben der Agrarmarkt Informationsgesellschaft mbH (AMI) belasteten insbesondere die schwächeren Forderungen für Palm- und Sojaöl den Index. Deutliche Produktionssteigerungen auf den Ölpalmenplantagen bei gleichzeitig rückläufiger internationale Nachfrage setzten die Palmölnotierungen unter Druck. Die Preise für Sojaöl wurden durch ein Überangebot am Weltmarkt belastet, da momentan mehr Sojaöl bei der Sojaschrotproduktion anfällt als aktuell verbraucht wird. Demgegenüber hat sich der FAO Getreidepreisindex nach einer langjährigen Schwächephase seit Jahresanfang um mehr als 10 % erhöht. Grund waren vor allem feste Weizenpreise, die durch die ungünstigen Vegetationsbedingungen in den USA kräftig zulegten. Auch die Forderungen für Mais haben sich befestigt. Sorgen vor trockenheitsbedingten Ertragsausfällen in Argentinien und zuletzt auch in Brasilien gaben Auftrieb.

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Grafik der Woche (KW 18)

EU-Rapsimport pendelt sich ein

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Die übermäßigen EU-Rapsimporte, die das Wirtschaftsjahr bislang charakterisierten, schwinden. Anfang April lag das Gesamtvolumen auf Vorjahreshöhe. Schon früh im laufenden Wirtschaftsjahr war der EU-Rapsmarkt von umfangreichen Rapsimporten aus Drittländern gekennzeichnet, bei ausreichenden Vorräten für die Binnenversorgung. Denn mit 22,3 Mio. t überstieg die Ernte 2017 das Vorjahresergebnis um 2,1%. Dennoch wurde bereits im Oktober 2017 die Marke von 1 Mio. t Importraps überschritten, – ein Wert, der 2016/17 erst Anfang Dezember erreicht wurde. Grund dürfte das preisgünstigere Angebot besonders aus der Ukraine nach der Ernte 2017 gewesen sein. Und auch im weiteren Verlauf überstiegen nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH die wöchentlichen Drittlandsimporte durchweg das Vorjahresniveau. Diese lagen im Monatsmittel bei 83.500 t und damit 33.000 t über Vorjahr. Seit Februar lässt das Importtempo nach. Es kommen zwar noch überdurchschnittlich häufig Einzellieferungen, so dass im März 2018 insgesamt 287.500 t importiert wurden, 50.000 t weniger als 2017. Die EU-Drittlandsimporte erreichten Anfang April den Vorjahresstand.

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Grafik der Woche (KW 17)

Wert von Getreide und Raps sinkt im Vergleich zum Ölpreis

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Bei steigenden Rohölpreisen wird die energetische Nutzung von Raps, Getreide und vor allem Getreidestroh immer vorzüglicher. Auf dieses Auseinanderlaufen weist die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) hin. Anlass ist der zunehmende Preisdruck auf den Märkten für Getreide und Raps. Die Preisentwicklung für die Nahrungs- und Futtermittelverwendung läuft der Preisentwicklung, gemessen am „Brennwert“ dieser Rohstoffe hinterher. Auf zuletzt mehr als 74 US-Dollar je Barrel schaffte es die Rohöl-Sorte Brent. Dieser Preis ist zugleich die „Leitwährung“ für den Vergleich der „Wertigkeit“ mit Nahrungsmittelrohstoffen. Die landwirtschaftlichen Betriebe brauchen dringend neue Absatzmärkte, die eine nachhaltige Wertschöpfung auf der Fläche ermöglichen, um Investitionen in die Zukunft tätigen zu können. Ohne Zweifel werde derzeit viel geforscht im Bereich der Bioökonomie. Allerdings warte die Landwirtschaft auf einen Durchbruch, der sich auch in Menge und Preis spürbar auswirkt, stellt die UFOP fest. Die Politik habe bisher keine Antwort darauf, mit welchen Maßnahmen dem Mengen-und Preisdruck an den Agrarmärkten begegnet werden kann. Im Gegenteil: Die anstehenden Handelsabkommen lassen befürchten, dass der Importdruck, zum Beispiel auf dem Markt für Pflanzenöle, weiter zunehmen wird. Die EU-Landwirtschaft konkurriert zu Weltmarktpreisen, aber nicht zu den gleichen gesetzlichen Anforderungen auf den internationalen Agrarmärkten. Nachdem Ende der 90er Jahre die Flächenstilllegung durch die energetische Nutzung zur Verstromung und Biokraftstoffgewinnung aus Biomasse abgelöst wurde, zeichnet sich mit der Neufassung der Erneuerbare Energien-Richtlinie (RED II) jetzt ein existenzgefährdender Dämpfer für die Verwendung von Anbaubiomasse in nachhaltigen und treibhausgasoptimierten Biokraftstoffen ab. Gleichzeitig wird über die Erstellung eines EU-Proteinplans diskutiert, statt zumindest die heimischen, gentechnikfreien Proteinquellen aus der Ölsaaten- und Getreideverarbeitung zur Biodiesel- und Bioethanolherstellung vorausschauend zu erschließen, kritisiert die UFOP.

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Grafik der Woche (KW 16)

Globale Sojaernte geringer als erwartet

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Die weltweite Sojaerzeugung fällt 2017/18 deutlich geringer aus als bisher erwartet. Argentinien erntet ein Drittel weniger als anfänglich prognostiziert, höhere Ernten in Brasilien und den USA können das geringere Angebot nicht kompensieren. Für das Wirtschaftsjahr 2017/18 deutet sich global eine geringere Versorgung mit Sojabohnen an, als noch vor wenigen Wochen erwartet wurde. In vielen Landesteilen Argentiniens machten in den vergangenen Monaten ungewöhnlich hohe Temperaturen und fehlende Niederschläge den Feldbeständen zu schaffen. Nach Angaben der Agrarmarkt Informationsgesellschaft mbH (AMI) wurden die Ernteschätzungen im Verlauf der zurückliegenden Wochen stetig nach unten korrigiert. Die aktuelle Prognose des US-Landwirtschaftsministeriums avisiert die argentinische Sojabohnenernte 2017/18 auf nur noch 40 Mio. t. Das sind rund 7 Mio. t weniger als im Vormonat und fast ein Drittel weniger als zu Jahresbeginn erwartet wurde. Demgegenüber wurde für Brasilien, aufgrund nahezu optimaler Vegetationsbedingungen, die Ernteprognose um 2 Mio. t auf 115 Mio. t angehoben. Demnach könnte die weltweite Sojaerzeugung im laufenden Wirtschaftsjahr 335 Mio. t erreichen und läge somit knapp 5 % unter dem Vorjahr, wobei der Anteil Argentiniens um 4 Prozentpunkte auf unter 12 % sinken dürfte.

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Grafik der Woche (KW 15)

EU-Rapsfläche 2018 über Vorjahr

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In der EU-28 stehen zur Ernte 2018 auf schätzungsweise 6,8 Mio. ha Winterraps. Das sind gut 80.000 ha mehr als im Vorjahr. In den einzelnen EU-Mitgliedsstaaten entwickeln sich die Anbauflächen sehr unterschiedlich. Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft (mbH) könnte sich der Anbau in Deutschland und Polen aufgrund regionaler Auswinterungen in Ostdeutschland und Westpolen sowie schlechter Aussaatbedingungen in Norddeutschland gegenüber dem Vorjahr rückläufig entwickeln. Auch die Anbaufläche in Dänemark wird deutlich unter Vorjahreslinie gesehen. Demgegenüber haben die Erzeuger in Frankreich und Rumänien den Rapsanbau auf Grund der Flächenprofitabilität ausgeweitet. In Rumänien nimmt der Rapsanbau seit Jahren stetig zu. Das Fünfjahresmittel wird 2018 sogar um mehr als 50 % überschritten. Im größten Teil der EU-28 hat es aufgrund des überwiegend milden Winters kaum Schäden an den Kulturen gegeben.

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Grafik der Woche (KW 14)

Rapsölpreis fällt auf Mehrjahrestief

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Die Pflanzenölpreise tendieren schwächer, besonders Rapsöl verliert kräftig, aber auch Sojaöl hat sich deutlich vergünstigt. Die von Indonesien erfolgreich bei der WTO durchgesetzten Zollsatzsenkungen auf Palmöl und die seit September reduzierten Zollsätze für Biodiesel aus Argentinien belasten zunehmend die Pflanzenölpreise in Deutschland. Rapsöl leidet als heimischer Rohstoff für Biodiesel besonders unter den Einfuhren. Die Konkurrenz am Markt ist nochmal deutlich gestiegen, bei stetig nachgebenden Forderungen. Nach Angaben der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft mbH (AMI) wurden fob Hamburg für Rapsöl zuletzt 640 EUR/t genannt und damit der niedrigste Stand seit dreieinhalb Jahren. Auch die Forderungen für Sojaöl sind im ersten Quartal 2018 gefallen. Fob Hamburg wurden im Februar und März im Schnitt 678 EUR/t verlangt. Im Vorjahreszeitraum waren es noch durchschnittlich 778 EUR/t. Grund für den Preisrückgang waren vor allem die Vorgaben an den Terminmärkten für Sojaöl in Chicago. Palmöl hatte indes im Februar zu einer kleinen Erholungsrallye angesetzt, konnte aber das höhere Preisniveau nicht halten. Aktuelle Produktionsdaten aus Malaysia deuten auf einen deutlichen Anstieg in den ersten drei Märzwochen hin. Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) sieht einen Ausweg nur in deutlich zulegenden Rapsölexporten, denn der europäische Biokraftstoffmarkt setzt, bedingt durch wenig ambitionierte Vorgaben, keine mengen- und damit preiswirksame Nachfrageimpulse.

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