THEMEN 2026
Kommentar
Kommentar des UFOP-Vorsitzenden Torsten Krawczyk: Raps wichtig für die Versorgungssicherheit
Markt
Attraktive Rapspreise setzen Anreize zur Anbauausdehnung
Sortenversuche
Leistungsfähigkeit neuer Rapssorten frühzeitig beurteilen: Ergebnisse der von der UFOP geförderten Sortenversuche anschauen!
Biokraftstoffe
Nationale und EU-Biokraftstoffpolitik treibt Rapsöl-Nachfrage
Kommentar des UFOP-Vorsitzenden Torsten Krawczyk: Raps wichtig für die Versorgungssicherheit!

Liebe Berufskolleginnen und -kollegen,
herzlich willkommen zur aktuellen Ausgabe der „UFOP-Information zur Winterrapsaussaat“ – zum zweiten Mal im neuen digitalen Format. Beginnend mit dem heutigen Beitrag bieten wir Ihnen in den nächsten Wochen Informationen zu den Märkten und zum Rapsanbau an, die LUST AUF MEHR zur Ernte 2027 machen sollen.
Jetzt vor der Rapsernte 2026 hoffen wir alle auf gute Erträge. So wie die Bestände die letzten Wochen im Feld standen, ist diese Erwartung nicht ganz unberechtigt. Der eher kühle und meist nasse Mai hat den Feldern nach einer sehr trockenen Phase gutgetan. Es bleibt zu wünschen, dass es jetzt zu einer langsamen Abreife kommt und die aktuelle Hitzewelle keinen negativen Einfluss haben wird.
Im Vergleich zu anderen Ackerbaukulturen zeigt sich der Erzeugerpreis von Raps über die letzten Monate hinweg stabil attraktiv. Ich hoffe, dass Sie mit Ihrer Vermarktungsstrategie ein glückliches Händchen hatten und bald vielleicht sogar so viel von Ihren Rapsfeldern abfahren dürfen, dass Sie in den nächsten Monaten reichlich noch nicht über Vorverträge gebundene Mengen verkaufen können.
Insgesamt freue ich mich über fast 5 Prozent mehr Rapsanbau zur Ernte 2026 hierzulande im Vergleich zum Vorjahr.
Raps ist wichtig für die Versorgungssicherheit!
Das gilt zuerst im Ernährungsbereich. Rapsspeiseöl ist bereits seit 2010 die Nr. 1 im Ölregal des deutschen Lebensmitteleinzelhandels und Grundzutat in der Ernährungsindustrie für zahlreiche Lebensmittel von Feinkost über Konserven bis hin zu Backwaren und Pizzen. Darüber hinaus haben im Futtermittelbereich Rapsschrot und Rapskuchen bereits langjährig Import-Sojaschrot bzw. Import-Sojabohnen als wichtigstes Eiweißfuttermittel von Platz 1 verdrängt.
Allerdings ist Raps für die energetische Nutzung in den letzten Monaten besonders in den Fokus gerückt. Im Unterschied zum Benzin ist Deutschland bei Dieselkraftstoff in erheblichem Umfang auf Importe angewiesen. Der Importbedarf liegt bei rund 36 Prozent. Unsere nationale Biodieselproduktion kann helfen, diese Versorgungslücke zumindest teilweise zu schließen und damit Abhängigkeiten zu reduzieren. In Zeiten geopolitischer Spannungen ist das mehr als ein industriepolitisches Argument. Die mit militärischen Konflikten im Nahen Osten verbundenen Preissprünge und Versorgungsängste haben erneut gezeigt, wie empfindlich Energiemärkte auf Krisen reagieren. Vor diesem Hintergrund erscheint es schwer vermittelbar, dass heimisch produzierter Biodiesel exportiert wird, während Deutschland weiter große Mengen fossilen Diesels importiert. Wer über Resilienz im Energiesystem spricht, sollte deshalb nicht nur über Stromnetze und Batterien sprechen, sondern auch über die Frage, wie nachhaltig zertifizierte Biokraftstoffe als heimischer Baustein der Energiewende im Verkehr stärker genutzt werden können.
Wir als UFOP werden nicht nachlassen, in der Sache weiter zu mahnen und zu fordern. Benötigt wird von Seiten der Landwirtschaft eine möglichst hohe Erntemenge an Raps von einer möglichst großen Fläche. Und in Zeiten von attraktiven Erzeugerpreisen für die wichtigste heimische Ölsaat stehen die Markt-Signale ja auch passend auf Grün.
Daher werbe ich für einen umfangreichen Rapsanbau zur Ernte 2027 und würde mich freuen, wenn Sie mit dabei sind.
Ich hoffe, dass ich Sie mit meinen Ausführungen etwas neugierig machen konnte auf unseren diesjährigen Newsletter und freue mich auf die Fortsetzung des Austausches.
Torsten Krawczyk
Vorsitzender der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e.V. (UFOP)
Bild: Andreas Franke, für DBV

Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen E.V.